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Samstag, 1. Februar 2020

Mein Januar 2020




























Es ist mir tatsächlich gelungen, den Januar nicht allzu temporeich zu gestalten. Es ist ja eigentlich ganz einfach: weglassen, was nicht reinpasst in die Tagesstruktur... Leider trifft das immer wieder zuerst das Bloglesen, schnief..., dann das Briefeschreiben, das Lesen... Denn wie so oft, kommt Unvorhergesehenes in die Pläne hineingegrätscht, denn statt mich mit meinem Enkelkind bei mir zu Haus zu vergnügen und gemeinsam Weihnachtskugeln abzuhängen, Wäsche zu waschen, Besorgungen mit Spielplatzgängen zu verbinden, trat ich schließlich sorgenvoll den Weg zum einen Enkelkind und seiner Mama an, die beide schwer mit ihrer Gesundheit kämpf(t)en... Aber nun sieht es - endlich - nach Besserung aus, wie gut. Und es stehen Winterferien bevor...
















Der Monat stand im Zeichen der bevorstehenden Ausstellung "Panorama" (gelbe Karte links oben in der Collage), meine vier textilen Collagen sind fertig und warten nur noch auf die Montage auf die Untergründe. Davor graust es mich ein bisschen, es muss halten, auf der anderen Seite wieder ablösbar sein... Mal sehen, ob unter meinen drei "Kraft"-Klebeband-Varianten ein Treffer ist.


Gelesen habe ich in drei Büchern gleichzeitig, meist abends im Bett, die halbe Stunde, in der ich vor dem Einschlafen noch auf den täglichen Abendanruf des Mannes warte. Die Tagebücher der Etty Hillesum immer wieder aus der Hand zu legen, fällt schwer, muss aber sein, um Atem zu holen. 

An mehreren online verbreiteten Aktionen zu "stopadani" habe ich mich beteiligt. Und ich habe Bestätigung gefunden, dass das E-Auto nicht die Lösung ist. Der Lithium-Abbau z. B. in Chile gefährdet schon jetzt akut die Wasserversorgung der Bevölkerung und ihrer Anbaugebiete für Nahrungsmittel. Nicht zu fassen, wie darüber großzügig hinweggesehen und das E-Auto im Moment wie ein Allheilmittel gepriesen wird. Politik, Wirtschaft und Konsumenten sind da alle gleichermaßen vertreten. Das ganze Gerede, Klimaschutz und Umweltschutz überhaupt wären ohne Verzicht möglich, ist, was es ist: Gerede ohne Konsequenzen und ohne wirklich einschneidende ernsthafte strukturelle Veränderungen. Ich glaube, die Anzahl der politischen, Umweltschutz- und (in meinen Augen "seriösen") Medien-Accounts, die ich auf Instagram lese, übertrifft inzwischen die Zahl der privaten. Klimawandel-Gleichgültigkeit, nationale Egoismen, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus uvm. sind genug Gründe sich nicht einfach wegzuducken. Es geht mich was an.








Als ich vor Jahren bei Frau Müllerin meine Buchbindekenntnisse aufgefrischt hatte, wollte ich wöchentlich ein Buch binden... Das Vorhaben war damals zu groß. Aber dieses Jahr binden sich die Büchlein so weg, Büchlein auf Büchlein entsteht, nicht nur gebunden, sondern gleich auch gefüllt... Mal persönlicher, mal themengebundener, und doch persönlich... Diesmal zum MusterMix-Thema "Weiß und Linie" und für #areyoubookenough_inbetween. Freue mich über diesen Rhythmus, der sich da eingestellt hat...

Dank einer Einladung konnte ich zwei spannende Berlintage mit Stadtbummeln in Tiergarten und Mitte, Musik in der Philharmonie und Kunst in der St. Matthäi-Kirche und in der Alten Nationalgalerie einlegen, und dabei auch noch eine Freundin treffen. Kunst zu betrachten und gleichzeitig eine Freundin zu treffen gelang mir auch bei einem Tagesausflug nach Chemnitz in die Kunstsammlungen. Nach den Ausstellungsbesuchen sind immer noch die Museumsshops mein Ziel. Ich kenne keine Läden, in denen ich mich lieber aufhalte. Meine Kunstbibliothek wächst. Spaziergänge in die Natur gibt es gerade weniger... Jeden Tag aber eine Runde ins Gärtchen im Werden, um zu sehen, ob da nun langsam was anfängt zu wachsen...




So ein Spruch hilft einem manchmal wieder auf den Weg...



Viel Post wechselte im Januar die Seiten. Es ist immer wieder ein besonderes und so erfreuliches Ereignis schöne fröhliche oder kreative oder auch ganz anders gehaltvolle Post zu bekommen und auch, selbst einen Brief ganz gezielt für einen Menschen auf die Reise zu schicken... In meiner kleinen Posttasche schleppe ich immer zu beantwortende Briefe und zu schreibende Karten mit mir herum, auf ein mögliches Zeitfenster und eine gemütliche Ecke wartend, die zum Schreiben animiert. Gelingt nicht immer so schnell, wie ich mir das wünsche... In Berlin zum Beispiel war es die eineinhalb Tage so spannend, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Dafür mit einer Freundin mal wieder mehrere Stunden gemeinsam verbringen zu können, ist aber eben auch schön...






Monatscollagen sammelt Birgitt
Samstagspläusche sammelt Andrea
 

Sonntag, 10. November 2019

Samstagsplausch - Auf der Suche nach Ruhe (fast) ganz in grau...

Freiberger Morgenblick zum Nachbarhaus
 
Eine Familienübernachtung in unserer Wohnung brachte mir und dem Gefährten mal wieder den Blick auf die Petrikirche ein...


 
Verregneter und staubiger Fensterblick vom Frühstückstisch im Wohnzimmer.


In diesem Jahr hatte ich mir ja gesagt, dass es günstig wäre, den Wechsel vom Sommer- ins Winterquartier nicht im vollen Lauf, sondern bewusst und mit einer Ruhepause zu zu gestalten, denn letztes Jahr bekam mir die Hektik der Umstellung vom Dorf in die Stadt erstmal gar nicht und ich war und fühlte mich wochenlang krank... So wollte ich den November in all seinen Grautönen mal richtig auf mich wirken lassen und mich mal wieder etwas achtsamer auf den Weg machen zu mir... Ich konnte aber nicht verhindern, dass mir dennoch soviel Farbe begegnete, dass ich manchmal regelrecht in Rausch geriet... (Von diesen Farben werde ich in folgenden Posts noch berichten.) Zunächst brachte mir aber eine kleine Harzreise in die Wälder und zu Klöstern mit Schwesternzeit, Klosterzeit, Freundinnen-, Kaffee- und Kreativzeit tatsächlich die erhoffte Beruhigung, Stille und einen wunderbar maßvollen Rhythmus in allem Tun, den ich nun versuche mit in die Zeit vor Weihnachten zu nehmen... 





Harzspaziergang bei Treseburg mit der Schwester. Aus den grauen gestorbenen Fichten blinkt schon wieder Laubgrün. Unsere auf schnelles Holz ausgerichtete Monokulturen-Nutzforst-Zeit muss ein Ende haben. Holzmöbel z. B. halten sehr viel länger, als uns die flotten Wechsel der Wohntrends glauben machen wollen!!! Hier bei uns stehen Möbel, die nun die 5. Generation schon freudig nutzt, und auch neue Möbel, die das Zeug haben auch eine Weile zu halten und einfach zeitlos schön sind...


Morgendlicher Schlossblick vom Bahnhof Wernigerode aus.


Ich war mit Bussen und Zügen unterwegs, sehr viel langsamer, als das mit dem Auto ginge. In dem Falle hat es mich nicht gestört. Von Freiberg nach Thale im Harz braucht man mit 4 Umstiegen in Chemnitz, Leipzig, Halle, Halberstadt 6 Stunden. Flott ging es am nächsten Morgen mit dem Bus von Wernigerode zum Kloster Drübeck. Die 22 Minuten waren mir fast zu kurz. Die Rückfahrt dann nach Freiberg ging diesmal mit drei Umstiegen von Kloster Drübeck über Wernigerode, Halle, Zwickau, auch wieder 6 Stunden, denn der frühe Bus schaffte angesichts der vielen Schüler seine Zeit nicht und so kam ich noch zu einer netten ungeplanten gemütlichen Frühstücksstunde auf dem Bahnhof Wernigerode.










Nach einem ersten Rundgang auf dem Klostergelände richtete ich mein Zimmer im Stall ein, hochmodern, gar nicht stallmäßig... und packte meine Kreativsachen aus. Der Rhythmus von Andachten in der Klosterkirche St. Vitus, Mahlzeiten morgens und abends im Speiseraum und Spaziergängen auf dem weitläufigen Klostergelände gab den Rahmen für kreatives Arbeiten und Lesen und Ruhen in meinem Zimmerchen oder an den netten Leseplätzen im Gärtnerhaus-Café oder im Äbtissinnenhaus... Die Zeit der Gartenbank-Lesestunden ist wettermäßig leider nun gerade vorbei...




Handschrift mit japanischen Tanka auf mit Blauholz und Katechu eingestrichenem Papier.
Diese Ausstellung gab es gerade. Ja: "Der Weg wohin..." Große Frage...



Nicht jede*n hätte ich in diesen Rückzugstagen zu mir eingeladen, Zeit mit mir zu teilen. Da bin ich ganz ehrlich... Aber Mano und ich empfinden und denken bei aller Verschiedenheit eben auch auf viele Weise ähnlich, und so haben wir die Stunden in den Harzklöstern Ilsenburg und Drübeck und auch unseren Regenspaziergang in die leuchtenden feuchten Buchenwälder so sehr miteinander genießen können...




Mano ganz zauberhaft tierisch beschirmt...



Rundgang im Kloster Ilsenburg

 
Kunstvolle alte Fußböden.
















Am nächsten Morgen machte ich nach dem Frühstück erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang rund um das Kloster und setzte mich noch einmal ein paar Minuten in die immer geöffnete Klosterkirche, verbrachte den Tag in meiner Zeit, vor allem mit der Arbeit an (m)einem Novemberbuch. Der Himmel wolkenverhangen...





 
In der Klosterkirche. So einfach und schlicht...


Gartenspaziergang zur kahlen Birke.
 
Lichtreflex an meiner Zimmerwand.




Freitagmorgen dann die Rückfahrt durch viel Grau nach Freiberg, das Ankommen zu Hause, der erste Einkauf, der erste Abend mit dem Liebsten.




 


Auspacken, Sortieren, Einpacken, Vorfreude auf den nächsten Tag, Frühstück zuzweit, dann die einstündige morgendliche Fahrt durch grauen Nebel nach Dresden-Neustadt ins Stadtteilhaus in den Raum "Louise", wo ich mich mit Tabea, Katja, Lucia, Anne und Sirid zu einem kreativen Tag mit Schrift und Minibuchbinden traf. Herrlich, und auch Grautöne spielten mit... Auf dem Weg dorthin am Morgen noch ein Innehalten an einem alten jüdischen Friedhof, der zufällig an meinem Weg liegt. Es ist 9. November. Und zu diesem Datum denke ich noch immer zuerst an die Pogromnacht...




Auf der Zugfahrt von Freiberg nach Dresden.

Jüdischer Friedhof Dresden-Neustadt.

Handschrift mit Grauanteilen von Tabea.


Abendliche Rückfahrt, mit dem Gefährten am Kaminfeuer essen, wohlig erschöpft einschlafen und vergnügt aufwachen im blassgrauen Schutz der (einzigen!) Gardine, hinter der Novemberlichter aus dem Nachbarsgarten leuchten... Habt noch schöne Sonntagsstunden! 




 

Samstagsplausch bei Andrea
Monatsmotto bei noch einer Andrea - Grautöne

Samstag, 22. Juni 2019

Meine Woche...

Lange gab es nichts mehr zu meinen Wochen hier zu sehen und zu lesen..., manchmal sind die Zeiten so, die Wochen waren voller Leben, voller Arbeit, voller ungeplanter Ereignisse, voller Freuden und auch dem einen oder anderen Frust... Und voller wildem Garten... Da gibt's doch was zu plaudern...









In meinem Küchengärtchen an der Ostsonnenseite unseres Hauses steht auch ein Wiesenstorchschnabel, im Topf, in der sandigen Trockenheit meines Waldgrundstücks drohte er unterzugehen... Ich hab ihn schon so lange, das Geschenk einer Kollegin vor vielen Jahren, ein Wiesenstorchschnabel aus dem Spreewald.







Nach meinem Druck- und Buchbindeseminar in der vorletzten Woche füllte sich der Werktisch rasch wieder mit meinen Materialien zu den Themen Briefpost, Gelatinedruck, Buchbinden... Schließlich wollte ich doch endlich auch mal wieder beim Mustermittwoch dabei sein... Da habe ich vergangenes Wochenende losgelegt.




Kornblume, Mohn, Färberkamille, Bartnelken, Luzerne im Blumenrondell im Schulgarten.

Katzenminze, Bunte Kronwicke, Borretsch und Schafgarbe im Trockenbeet im Schulgarten. Der Borretsch mag es eigentlich feuchter, aber er hat sich freiwillig dort ausgesät und kommt klar...


Am Samstag, am Montag, am Dienstag und am Freitag war ich im Schulgarten. Gießen und hie und da ordnend eingreifen. Mit den Kindern der 3. Klasse war ich am vorletzten Donnerstag noch mal im Garten, nun sind in Brandenburg schon Sommerferien... An unseren bunten Blumeninseln im Rondell, im Staudenbeet, am Teich und im Trockenbeet gab es jede Menge Leben zu beobachten. Viele Bienen, Wildbienen, Hummeln, Käfer und Libellen sind unterwegs...








Das Montagsmandala entstand diesmal aus Pfeifenstrauchblütenblättern auf einem bunten Gelatinedruck. An zwei Stellen wächst Pfeifenstrauch (Philadelphus, Falscher Jasmin) im Garten und ich mag den Duft so, wenn man an den Sträuchern vorbeigeht...




S-Bahnhof Frohnau in Berlin

 
"Mein" See.



Am Dienstag habe ich in Berlin einen Freund in der REHA besucht und wir waren wieder in der Natur rund um das Zentrum unterwegs. Frohnau hat übrigens noch ganz altes Bahnhofsinventar und ein paar Cafés... Ansonsten waren sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt (der Besuch ist immer eine kleine Tagesreise...) von Zugausfällen und Verspätungen betroffen, durch Polizeieinsätze auf Bahnhöfen... Zum Schluss musste ich ein Taxi nehmen, der letzte Bus zu mir aufs Dorf war weg... Aber ich war noch zeitig genug für ein ausgiebiges abendliches Schwimmen zu Haus...







Aus der dicken Wolke regnete es da hinten irgendwo, bei uns leider nicht.




Mittwoch gab es einen schönen entspannten Sommerabend ganz für mich allein zu Haus. Das war anders geplant, aber manchmal kommen geballte Ladungen von Ereignissen dazwischen, durchkreuzen die Pläne und meine kleine Runde war gesprengt. Aber so war es auch schön... Auf einmal hatte ich zwei Stunden Zeit geschenkt und konnte ganz in aller Ruhe meine Tasche packen, noch mal einiges gießen im Garten und schwimmen gehen...









Denn am Donnerstag war ich kurz in Freiberg. Ein "verschwitzter" Arztbesuch stand an und unsere Gartenplanung ging bei einem Treffen mit der Planerin wieder ein Stückchen vorwärts... Während der Umsteigepause auf der Hinfahrt in Dresden schaute ich mir - mit vielen anderen, die kürzer oder länger stehen blieben und intensiv lasen - die Ausstellung "entkoppelt" an, eine berührende Dokumentation zum Leben junger Menschen auf der Straße. Beeindruckend die Selbstreflexionen der Jugendlichen zu lesen, von ihren Erlebnissen, ihren leidvollen Erfahrungen, ihren Einsichten, erfahrener Hilfe und Unterstützung, aber auch von ihren Freuden und ihrem Selbstbewusstsein das Leben mit eigenen Händen und selbstbestimmt gestalten und leben zu wollen und auf dem Weg zu sein.









Unsere Veranda nimmt Gestalt an, hier spiegelt sie sich in einem der Fenster und draußen sieht man den spät blühenden der bei den Bauarbeiten übrig gebliebenen sehr alten Rhododendren... Es war nach dem Arztbesuch noch Zeit für einen Stadtbummel. Glanzlichter waren die schwärmenden Bienen über mir...., 







... die Ausstellung von beeindruckenden Bronzen und inspirierenden Landschaftscollagen der Künstlerin Antje Müller-Palásti in der Petrikirche (und die Kaffeepause um die Ecke in der Petersstraße). Bei meiner abendlichen Recherche im Internet herauszufinden, dass die Künstlerin sich als Lehrerin des Freiberger Frauenstein-Gymnasiums gemeinsam mit ihren Schülern zum Thema Rassismus künstlerisch auseinandersetzt und damit Zeichen für Menschlichkeit setzt, hat mich gefreut. Die Petrikirche als Kirchen-, Gemeinde- und Veranstaltungsraum wächst mir immer mehr ans Herz. Trotz der Mehrfachnutzung ist es ein spiritueller und stiller Raum geblieben, den ich an dieser zentralen Stelle der Stadt sehr schätze... Zumal wir die Kirche von unserem Dachfenster aus immer im Blick haben können.
















Am Freitag fuhr ich wieder zurück, in Regionalbahnen mit gefühlten 100 Halten, dreimal umsteigen, und fand - pünktlich zur Sommersondenwende - beim Heimweg durch den Wald das Johanniskraut blühend... Zu Hause...








 
 

Am Sonntag freuen wir uns auf den Besuch von Freunden zum Sonntagsfrühstück. Ich wünsche euch ein erholsames entspanntes/spannendes Wochenende... 

Der Gedanke, dass mir nun inzwischen drei Gärten am Herzen und in Händen liegen, beglückt mich zum einen, zum anderen arbeite ich sehr intensiv daran, dass es für mich, für uns, einigermaßen pflegearm bleibt. Und dennoch naturnah mit vielfältigen Lebensraumangeboten für heimische Pflanzen und Tiere... Da wird viel von Gelassenheit und von standort- und klimagerechter Bepflanzung abhängen, und dazu gehören für mich weder Rasen, Hochzuchtstauden noch lebensfeindliche nackte Schotterflächen.

Monatsmotto im Juni bei Andrea am Bodensee: Ab in den Garten... 
Samstagsplausch, auch bei einer Andrea, bei einer in Berlin...

Samstag, 6. Oktober 2018

Meine Woche 2018 (40)

Berührend: die Ausstellung Congo Tales - Brücken bauen... Geschichten der Mbomo. (Museum Barberini)
 
Gerhard Richter - Abstraktion. Ausstellung im Museum Barberini. Faszinierend, inspirierend, motivierend füre eine wie mich...





Am Montag hatte ich mal wieder eine Verabredung, nur mit mir, und ich war in Potsdam im Museum Barberini und im Karl-Foerster-Garten auf der Freundschaftsinsel. Ich war zu früh in Potsdam angekommen und bin dann noch eine Runde gelaufen und traf einen jungen Mann, der im Park in Museumsnähe Esskastanien sammelte. Immer neugierig auf die Verwendung dieser Früchte, wünschte ich einen Guten Morgen und fragte, was er wohl damit mache... Er wüsste es noch nicht, antwortete er in gut verständlichen Deutsch..., lächelte mich an und meinte, ich sei die erste deutsche Frau, die ihn anspräche... Das erschütterte mich bis ins Mark... Die Frage nach seiner Heimat beantwortete er mit: Ich bin nirgendwo zu Hause... In seiner ursprünglichen Heimat wäre seine Oma gestorben, in der neuen seine Mutter... Er möchte zurück in die alte Heimat. Aber wohin genau und wovon leben... Wie er so gut Deutsch gelernt hätte... Er sei ein fleißiger Mensch... Aber das zähle ja nicht, ohne Arbeitserlaubnis. Er drehte sich eine Zigarette und schenkte mir eine Handvoll seiner Maroni... und nochmal ein Lächeln... 





Karl Foersters Züchtungen machen es möglich - Ritterspornblüte bis in den Oktober hinein auf der Freundschaftsinsel... Mehr Blumenbunt von dort dann zum Naturdonnerstag.





Nach soviel Geschichte und Kunst taten mir ein kleiner Salatimbiss und eine entspannte Stunde auf der Freundschaftsinsel sehr wohl, bevor ich nach Cottbus fuhr. Denn dort stand am nächsten Tag die nächste Japanisch-Kursstunde an... Davor ein paar Schreibtischstunden, in denen sich Japanisch und Collagenkleben  mischten... Und ein heftiger Schnupfen ergriff von mir Besitz...











Den 3. Oktober begingen wir ganz für uns, wieder zuhaus im Prieroser Garten, und als die Wolkendecke aufriss, gab es sogar noch einen Herbstspaziergang samt Apfellese Richtung Streganzberg.











Am Donnerstagmorgen legte ich mit drei Gruppen aus der 3. Klasse ein paar Platten in die beim vorangegangenen Termin aufgeteilten Beete im Naschgarten. Hoffentlich helfen sie dabei, nicht immer wieder Boden und Pflänzchen plattzutreten... Jedes Beet bekam zum Abschluss ein kleines Herbstblättermandala. Am kommenden Donnerstag kommen die anderen vier Gruppen dran. 












Die frische nun wieder milder gewordene Herbstluft tat meiner Erkältung sehr gut und so ging ich heute auch in Freiberg nicht nur einen Tee im Lieblings-Café trinken, sondern auch ausgiebig durch die herbstlichen Parklandschaften in der Stadt und entdeckte dabei einen Brunnen, den ich noch gar nicht kannte. (Kann aber auch gut sein, ich war doch schon einmal dort und hab ihn wieder vergessen... ;-). Zum Glück gibt's ja Filter, wenn Anzahl und Intensität der Eindrücke über einem zusammenschlagen...). Das Wetter war schon wieder so mild, dass man auf der Bank sitzen konnte... Auf dem Weg nach Haus den Berg hinauf trat ich für ein auf dem Bürgersteig flott radelndes kleines Schulmädchen beiseite und bekam so ein liebes glockenhelles Dankeschön zugerufen... Und zu Hause, im  Garten, beim Äpfelsammeln, entspann sich ein Gespräch mit dem Sohn der Nachbarin über Vögel, und nach ein paar Minuten waren wir sicher, dass in den Bäumen der Umgebung gaaaaaaaanz viele Stare die weitere Route in den Süden abstimmten... Ja, ich sammle sie noch immer, meine drei Freuden täglich...













Heute kommt der ältere Enkel meines Mannes übers Wochenende zu Besuch, mal schauen, was wir daraus machen... 

Die beste Nachricht der Woche für mich: Die Rodung des Hambacher Forstes wird nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster vorerst eingestellt. RWE hätte nicht nachgewiesen, dass ohne die Rodung die Stromversorgung des Bundeslandes oder der Bundesrepublik gefährdet ist. Und die unglaublich reiche Biodiversität dieses besonderen Standortes steht erneut auf dem Prüfstand.  #hambibleibt. Wäre gut, wenn die bockigen und sturen RWE endlich einsähen, dass sie mit Braunkohleverstromung schon lange aufs falsche Pferd setzen. 

Euch ein schönes herbstliches Wochenende!


Samstagsplausch
Monatsmotto - Den Herbst feiern.