Sonntag, 22. Juli 2018

Meine Woche 2018 (29)

Sonntag in meinem wilden Garten.






Ein Bild pro Tag... Aus einer ganz, ganz vollen, aber auch sehr erfüllten Woche... 





Am Montag ein halber Tag im Schulgarten. Kornellkirschen versprechen gute Ernte.
Dienstag Vorbereitung meiner drei Veranstaltungen, Imbiss sind Salat und Tee aus dem Garten der Freundin.
Mittwoch: Kreative Selbsterfahrung fürs berufliche Umfeld - vier Ergotherapeutinnen lernten bei mir einen Tag lang Gelatinedruck und einfache Buchbindetechniken zur Anwendung mit ihren Klienten. Gießen im Garten.
Donnerstag: Die einzigen regional punktuell auftretenden Sommernieselregentropfen der Woche fielen gegen Ende unseres Jahreszeitenspaziergangs am Wolziger See. Und glaubt mir, sie taten sogar gut... Schon vor dem Spaziergang Gießen im Schulgarten. Und abends: Besondere Freude an Astrids Frauen-Porträt.
Freitag: Ich habe mich getraut und nach drei x vier Tagen in drei Jahren in Brunhilde Scheidmeirs und Fritz Jeromins "Schule" und einigem eigenen Probieren den ersten Ecoprint-Workshop selber gegeben (Drucke einer Teilnehmerin). Es hat prima geklappt und ich war glücklich k.o... Abends Gartengießen bei der Freundin, sehr gut zum "Runterkommen"...
Samstag in der Frühe, schon bevor der Gefährte auf die 10 km lange Bäckerbrötchen-Radeltour ging, Gießen im Schulgarten, herrliche frühe Morgenstimmung. Anschließend den eigenen Garten mal wieder durchdringend gegossen... Fünf Bündel Ecoprint gewickelt, geschnürt und gedämpft...
Sonntag: Mit dem Gefährten im Garten der Freundin, Gießen... Und nun..., mal sehen... ;-)



Nicht gezeigt und nicht erwähnt: mindestens zweimal am Tag im See schwimmen, und jede Mahlzeit draußen... Vor dem Schlafengehen auf verschiedenen Kanälen (nur manche tue ich mir echt nicht an!) Nachrichten gelesen, vielleicht sollte ich mir im Interesse eines erquicklichen Schlafs eine andere Tageszeit dafür aussuchen? Und immer Fachbücher auf dem Tisch..., Ecoprint und Pflanzenfärben, Kunsttherapie und Biografiearbeit... Ideen-Spuken für die Sommerpost 2018, der Materialberg ist wieder ein Stück gewachsen... Alles in allem: Sommer vom Feinsten, echt. Noch einen schönen Nachmittag euch und kommt gut in die neue Woche.


Samstagsplausch bei Andrea

Donnerstag, 19. Juli 2018

Naturdonnerstag (78 + 57) - Kloster Lindow am Wutzsee



















Als wir neulich ein Wochenende lang in Lindow weilten und auf meinen Kindheitsspuren der ersten drei Schuljahre wanderten, lag gleich gegenüber auch das Kloster. Kirche und Konventsgebäude stehen schon seit dem 30jährigen Krieg nicht mehr, aber einige beeindruckende Mauerreste sind erhalten und inzwischen dank eines rührigen um Spenden und Fördermittel bemühten Vereins soweit gesichert, dass Besucher weitgehend barrierefrei die Anlage erschließen können. 


















Ich beschränke mich heute darauf die alten Mauern des Konventshauses in seiner Umgebung zu zeigen, in der Nähe des Wutzsees, neben dem alten von vielen Bäumen bestandenen Friedhofs und neben den Fundamenten der zerstörten Kirche, in der heute einfache Bänke und ein schlichter Altar vor einem Holzkreuz unter freiem Himmel wöchentlich zum Gebet einladen. Die Klosteranlage insgesamt ist sehr viel größer und lebendig durch zum Wohnen und Betreuen genutzte ältere und neuere Gebäude. Ein interreligiöses Gartenprojekt ist geplant. Ein Ort der spirituellen Erfahrung, der Ruhe und auch der Begegnung wächst.








 







Ich gestehe ehrlich, dass mich das Verwachsensein von Natur und Kultur(geschichte) an solchen Orten immer so sehr begeistert, dass ich mich dort lange aufhalten kann. Einfach auch mal irgendwo eine Weile sitzen und der Atmosphäre nachspüren, Geschichten und Gedanken nachhängen, die Gefühle wahrnehmen, die auftauchen. 





 



Als Kind kannte ich den Platz nur dem Namen nach, mag sein, dass wir mal gucken waren, ich meine mich an ein etwas dicht mit Efeu bewachsenes ruinenhaftes Gemäuer zu erinnern, aber das kann auch etwas ganz anderes oder ganz woanders gewesen sein. Falls wir dort waren, habe ich im Alter zwischen 6 und 8 Jahren jedenfalls nicht verstanden, was da ist... 




 




 Schon als wir an diesem Nachmittag zurückgingen in unsere Pension, war für mich klar, dass ich noch einmal hierher möchte, zu einer anderen Tageszeit, bei anderem Licht...
Das machte ich am nächsten Morgen in aller Frühe war, diesmal allein, der Gefährte noch in tiefem Schlummer. Ich liebe das, am frühen Morgen umherzustreifen, die Stille einzuatmen, einzutauchen in den Beginn eines noch jungen Tages, an einem solchen Ort...














Wie ihr sehen könnt, hat sich das frühe Aufstehen gelohnt und ich war glücklich, dort zu sein, ganz allein. Nur eine frühe Schwimmerin sah ich im See... Und immer wieder zog die alte Mauer des Konventsgebäudes meine Blicke auf sich, aus verschiedenen Perspektiven, immer wieder anders schön...





Sonne auf dem Altar, mein Lieblingsbild.
 



Dann machte ich mich auf den Rückweg, den Mann aus den Federn holen, gemeinsam schwimmen und frühstücken gehen...




 






Den Natur-Donnerstag bekam ich im April 2017 von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  





Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Freitag 22.00 Uhr. Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.

Ich bedanke mich bei euch sehr, auch wenn ich es aktuell leider kaum schaffe, bei jedem vorbeizuschauen...

 

Mittwoch, 18. Juli 2018

Mustermittwoch - Reisemuster - Wachsbatik auf Papier

Wachsauftrag mit Tjanting und Metallstempel, letzterer ein Reisemitbringsel meiner langjährigen Batiklehrerin. (A3-Papier)





Wie schön, in den Reisemustern kann ich ja diesen Sommer noch alles Mögliche unterbringen, was ich in letzter Zeit entdeckt habe... Tolles Thema also... Heute zeige ich euch meine während dreier Batikseminare entstandenen Wachsbatiken auf Papier. Ein Batikseminar ist immer eine Reise... Das erste Seminar begleitete ich als Färbemeisterin, beim zweiten war ich mal wieder ganz normale Teilnehmerin und beim dritten selber Leitende. Die Papierbatiken entstehen eher so nebenbei, wenn die Stoffbatiken nach dem Färbebad trocknen müssen, hat man Zeit für sowas. Inzwischen sind sie für mich aber so eigenständig geworden, dass ich selber manchmal nur Wachsbatiken auf Papier mache und auch nun schon mehrmals in den vergangenen Jahren reine Wachsbatik-Seminare auf Papier geleitet habe. (Hat wer Lust? Ab Mitte November bin ich wieder in Freiberg und auch dort sind in unserem Kreativraum kleine Seminare mit bis zu 6 Teilnehmenden möglich. Oder nächsten Sommer hier in Brandenburg)






Wachsbatik auf A3-Papier, Wachsauftrag mit Tjanting.
 








Wasser zieht mich magisch an, egal wo ich bin oder wohin ich reise, kein Fluss, kein Bach entgeht mir so schnell... In den vergangenen Wochen, als es hier so ruhig war, war ich u. a. mehrfach in Sachsen, im Harz, in Speyer, in Gaggenau, in Corvey... Überall war auch Wasser... Doch nun ist gerade die Zeit, da ich morgens in den See vor der Haustür schwimmen gehe und dem sanften Kräuseln des Wassers zuschaue, seinen Bewegungen mit den Augen folge und sie schwimmend miterlebe... Faszinierend, anregend und erfrischend.







Wachsauftrag mit Tjanting (A3)
Wachsauftrag mit Tjanting. A3




Das Traumreise-Collagenthema der Sommerpost 2018 lässt mich gerade öfter über mein Reisen nachdenken. Was interessiert mich? Worauf achte ich? Was brauche ich, damit es eine Traumreise wird? Sind nur Reisen in ferne Länder Traumreisen? Müssen Traumreisen lange dauern? Oder kann auch eine Reise um die Ecke, an einen Ort, den man schon lange kennt, eine Traumreise werden? Oder ein Spaziergang auf bekannten Pfaden? Wenn man zum Beispiel mal die Perspektive wechselt, "mit anderen Augen" schaut? Zum Beispiel mit denen eines kleinen Kindes, das diesen Weg zum ersten Mal geht? Oder wie ist's mit dem Reisen nach innen, in unser Herz, in unser Selbst? Wie schaut er aus, mein Raum in mir drin. Ist er gemütlich genug? Reise ich gern dorthin? Kann es gar manchmal eine Traumreise werden?




Wachsauftrag mit Holzstempel. A3.
dito














Fliesen waren das Musterthema im Juni. Das hier oben und unten waren meine Fliesen, fast alle schon auf Insta gezeigt... Einmal inspiriert durch einen Holzstempel aus dem Fundus der Batiklehrerin und einmal auf der Suche nach Fliesen für unsere Veranda im Werden in Sachsen. Ein sanfter Zwischenton zwischen Gelb und Orange soll's sein in meiner Vorstellung... Mal schauen, was der Fliesenmarkt so hat oder ob sowas gerade nicht etwa out ist... Schwarz, Weiß oder Braun fallen jedenfalls aus ;-). Das blaugrüne Fliesenbruchstückmuster könnte einen großen runden Tisch im Garten zieren...







Wachsauftrag mit Tjanting und Borstenpinsel. A3

 
Wachsauftrag mit Borstenpinsel. A3

Wachsauftrag mit Tjanting und Borstenpinsel. A3





Und da sind wir wieder beim Reisen, Fliesen sind ja sowas von anziehend... Die schon so alten hier unten habe ich schon im April aus dem Kloster Drübeck mitgebracht.



 













Eine Reise ohne Bäume wäre wohl nur schwer eine Traumreise für mich. Wann habt ihr das letzte Mal unter einem Baum gelegen, den Blick in die Krone und in die zwischen den Blättern hindurchflirrenden blauweißen sonnigen Himmelsmuster, eingewiegt vom Sommerwindrauschen...? Für mich immer wieder eine kleine Traumreise...







Im Wald. Wachsauftrag mit Tjanting und Borstenpinsel. A3






Flirrender Baumhimmel. Wachsauftrag mit Tjanting. A3.
Baumgruppe. Wachsauftrag mit Tjanting. A3.
Warmer Sommer. Wachsauftrag mit Tjanting. A3








Ja, auch die bewusste Reise mit den Jahreszeiten kann eine Traumreise sein. Überhaupt, wie sind wir doch beschenkt hier auf diesem Erdenstück mit unseren vier so unterschiedlichen Jahreszeiten... Jeden Tag etwas, das einen inspiriert, anregt, lächeln lässt, wenn man es denn wahrnimmt. Ich genieße es sehr, seit ein paar Jahren gelernt zu haben mir dafür Zeit zu nehmen, bewusst Zeit zu nehmen. Da heraus ziehe ich eine gute Portion meiner Kraft, die ich brauche bei meinem intensiven Wanderleben des letzten Vierteljahres. Kraft spenden kann auch ein solches Mandala. Ich habe es verschenkt, an jemanden, der es gerade gut brauchen kann.







Wachsauftrag mit Tjanting. A3







Alle Wachsbatiken sind auf normalem weißen A3-Zeichenpapier entstanden, und zwar auf Frottagen mit Ölkreiden, z. B. von Baumrinden, Gullideckeln, Wandputz, Gehwegplatten, Zweigen... Ein schöner "Anfang", der einem nichts vorgibt, aber doch anregt und manchem die Angst vor dem weißen Blatt nimmt. (Eine Idee von Maria Ilona Poppendieck als "Phantasiebefreiungsübung" zu Beginn des Batikseminars) Ergibt übrigens einen spannenden Effekt, der allein mit Batikfarben und Wachs so nicht hinzukriegen wäre... Ein kleines Austricksen der Gesetze des Farbkreises... Dann wurde mehrmals gewachst und gefärbt (die Batikfarbe wird mit einem breiten Borsten- oder einem Schwammpinsel aufgetragen). 

Ich habe mir fest vorgenommen, liebe Karen, Ende August dann mal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine solche Wachsbatik auf Papier in den Blog zu stellen. Obwohl es mir sagenhaft schwer fällt, im kreativen Flow an sowas wie Fotografieren zu denken...

Ich freue mich auf eure Reisemuster!

Mustermittwoch
Sommerpost

Sonntag, 15. Juli 2018

Meine Woche 2018 (27 und 28)

In diesem ehemaligen Kulturhaus in Lindow besuchte ich mit meinem Vater mein erstes Sinfoniekonzert. Anfang der 60er kamen in der DDR Orchester aufs platte Land.

























Am letzten Juni-Wochenende lösten wir (m)ein Geburtstagsgeschenk an meinen Mann ein. Wir verbrachten zweieinhalb Tage in und um Lindow, wo ich von meinem 6.-8. Lebensjahr zu Hause war und zur Schule kam, auch eine der mit Seen gesegneten Brandenburger Landschaften in der Nähe von Neuruppin. Wir wohnten in einer netten Pension mit Blick auf das Kloster Lindow, waren einen guten halben Tag mit dem Rand um den Vielitzer See unterwegs, besuchten alte Dorfkirchlein, meine alte Adresse, meine Schule, unsere Badestelle und unseren heute mit einer Bungalowsiedlung bebauten "Pfifferlingsberg" und ganz ausgiebig das Kloster, das mir als Kind nur ein sonderbarer Name war. Auf der Rückfahrt am Sonntag bogen wir auf Fontanes Spuren noch nach Wustrau zum Schloss Zieten ab, seinen Bericht aus den "Wanderungen" im Ohr.






Kloster Lindow. Hier war die erste Schule des Ortes untergebracht.
Schloss Zieten in Wustrau (heute Deutsche Richterakademie)





In der darauffolgenden Woche drehte sich fast alles um die Gärten und die Vorbereitung des Enkelbesuchs... Jeder Morgen begann mit ausgiebigem Schwimmen im See, Kraftquell und Entspannung für die dichten Tage. Neben meinem und dem Schulgarten wird in einem dritten Garten meine gießende Hand benötigt. Meine Freundin steht ihrem erkrankten Mann bei der REHA zur Seite und ich gieße bei ihr die Töpfe und ernte im entzückenden Obst- und Gemüsegärtchen.





Meditatives Morgenschwimmen.
Besuch am Sonnenhut.
Alles schlappt... Wochenlange Trockenheit und Waldbrandstufe 5 in Brandenburg.


Auf dem Weg zum dritten Garten komme ich an dieser schönen Feuchtwiese an der Dahme vorbei, u. a. mit Blutweiderich und Mädesüß.






Und dann war's soweit. Die älteste Tochter brachte am Freitagabend mit der ganzen Familie ihre älteste Tochter zur Oma-Ferienwoche und reiste Samstagfrüh weiter in den Urlaub. Am Samstag kam dann die jüngere Tochter und brachte in Begleitung des kleinen Mädchens die große Schwester und reiste am Sonntag nach Hause zurück. Damit war das Cousinen-Duett komplett und die Bastel-, Lese-, Wander-, Schwimm und Bootzeit hier im Wald und am See konnte beginnen...





Das kleine Mädchen probiert mal mit der Mama den neuen Buddelkasten aus...
Schwimmen..., jeden Tag...
In den Gärten beim Gießen und Ernten helfen, hier bei meiner Freundin im Garten.
Im Wohnzimmer und auf meinem Werktisch wird "Eulenhausen" auf- und weitergebaut, mit den im Vorjahr entstandenen Schuhkarton-Häusern und natürlich neuen... Die Eulenfamilie hat sich ja vergrößert...
Abendliches Picknick auf dem Boot, mit Floßfahrt der Eulen...
Entdeckungen auf dem Trockenrasen mitten im Dorf (Sportplatz) und Eisessen...
Wandertag mit Kunstausstellung, Fluss und See, Schleuse und Moor, Baden und Abschiedsessen im Restaurant. 10 km legten unsere Beine zurück, lange Strecken barfuß, die Mädels schafften es prima! Und chwuppdiwupp waren die Ferientage bei Oma schon wieder vorbei...






Was wir am Donnerstag so getrieben haben, gab es hier schon zu sehen... Das wichtigste Ereignis: Endlich Regen, eine ganze Nacht und einen ganzen Tag... Wie gut. Am Freitagabend reisten wir nach Freiberg, wo die Mädchen am Samstagabend abgeholt wurden und wir noch ein paar Stunden mit den Töchtern, deren Liebsten und meinen fünf Enkelkindern hatten. So selten, mal alle beieinander zu haben...






Familienstadtbummel in Freiberg mit Spielplatz, Stadtpark, Eis essen und Wasserspielen auf dem Obermarkt.





Vor ein paar Stunden sind wir nun wieder hier im Wald am See angekommen... Und genießen nach all dem Trubel den Sonntagnachmittag zu zweit...

Ich hoffe, ihr lest jetzt wieder öfter hier von mir... Es ist viel los zurzeit um mich her und in mir drin. Mit Zeit und Kräften hauszuhalten ist eine Kunst, in der man sich immer wieder üben kann ;-). Liebe Grüße!

Samstagsplausch