Donnerstag, 13. Juni 2019

Naturdonnerstag (91) - Die Dünenheide auf Hiddensee





Während unserer Urlaubswoche auf der Insel Hiddensee wohnten wir diesmal in unmittelbarer Nähe zur Dünenheide, mit 250 ha die wohl größte Küstenheide im deutschen Ostseeraum. Auf Initiative und unter Mitwirkung des NABU wird das Naturschutzgebiet gepflegt, um die Bedingungen für die Besonderheiten ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Das heißt vor allem, der seit der entfallenen Nutzung durch Schafherden stetigen Verbuschungstendenz entgegenzuwirken und vor allem Traubenkirschen, Birken und Brombeeren zu entfernen, die die Heide sonst zügig überwuchern würden. Typischerweise wachsen in einer solchen Dünenheide neben Heide, Krähenbeere, Kriechweide und Flechten. 










Der Dünenwall und die Heideflächen dienen z. B. der Heidelerche als Brutgebiet, der Brachvogel rüstet sich hier in Scharen zum Vogelzug und labt sich an den Krähenbeeren. Auch die Kreuzotter kommt hier vor, und der seltene Argus-Bläuling. Damit das so bleibt, müssen zumindest Teile der Landschaft sandig offen gehalten und regelmäßig von Bewuchs befreit werden.













Wir haben unsere meist abendlichen Spaziergänge über schmale sandige Wege in die Küstenheide und an die Ostsee vor allem ganz einfach genossen. Es war so still dort, bis auf den uns hochwillkommenen Lerchenruf, das ferne Rauschen der auflaufenden Ostseewellen, den Wind. Frieden fühlen. Wunderbar erholsam. Um mehr über die besondere Tier- und Pflanzenwelt der Küstenheide zu erfahren, hätten wir gern eine der angebotenen Führungen mitmachen wollen. Doch der Hiddenseer Veranstaltungskalender ist derart prall gefüllt mit interessanten Führungen, Filmen, Theater u. a. Veranstaltungen, dass wir uns entscheiden mussten zwischen zwei Möglichkeiten, und diesmal gingen die "Malweiber" vor (Astrid, ich hab ununterbrochen an dich gedacht...).










Unsere Heidespaziergänge erinnerten uns auch an unsere jahrelangen Aufenthalte im Norden der Insel Sylt, wo rund um die Wanderdünen ähnlich einsame Heideflächen liegen. Manchmal erlebten wir sie auf Sylt sogar blühend, wenn wir erst spät im Sommer auf der Insel waren. Mal schauen, vielleicht sehen wir auch Hiddensee mal im herbstlich roten Heidekleid. Charakteristisch sind auch die Flechten... Was für genügsame Gewächse in Wind, Sand und Trockenheit... Was für warmgelbe Farben inmitten dem Graugrün.










Bei unserem ersten Spaziergang hatten wir besonderes Glück, die Wolken lösten sich zum Teil auf und gaben den Blick auf den Sonnenuntergang frei. Ein unvergessliches Erlebnis, zunächst auf der Düne sitzend und später am Meeressaum entlang gehend das Sinken der Sonne zu verfolgen... Ganz allein, der Strand menschenleer an diesem Stück hinter der Dünenheide zwischen Vitte und Neuendorf gelegen.












Am Strandaufgang, den wir für den Heimweg wählten, kamen wir noch ins Gespräch, mit einem jungen Paar, dass mit einem Glas Wein eng umschlungen und in eine warme Decke gehüllt das Abendlicht-Schauspiel verfolgte. Und auch wir schauten auf unserem Weg noch manchmal zurück ins Abendlicht...







Eine ganz andere Stimmung erlebten wir ein paar Tage später, am Vorabend unserer Abreise. Es hatte am Vortag heftig geregnet und auch am Folgetag bliebe es diesig und grau, doch es regnete nicht. Klar, da wollten wir nach dem gemütlichen Abendessen noch einmal in die Heide... Und an den Strand. Es wurde so neblig, dass wir etwas Mühe hatten den Rückweg sicher zu finden. Wenn die Sonne als Orientierung fehlt, der Nebel alle Geräusche schluckt und der Kompass im Quartier liegt... Ich bin ja eine große Freundin der Intuition, und die führte uns über einen anderen, unbekannten Weg genau dorthin, wo wir hinwollten, in unser Häuschen.










Am nächsten Morgen stiegen wir mit unserem Gepäck auf unsere Räder und radelten im andauernden Nebel zur Fähre in Vitte, die uns zurück auf die Insel Rügen brachte. Dann ging es noch zu einem schönen Nachmittag zur Tochterfamilie und schließlich nach Haus... Doch wir werden sicher zurückkehren auf die Insel Hiddensee, Rügens kleine Schwester. Und in die einsame Dünenheide.










Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.



(Es bleibt so vorläufig: Eine Verlinkung kann ich - außer in den Kommentaren - noch nicht wieder anbieten. Danke, dass ihr dennoch mitmacht. Es wird auch langsam lichter am Ende des Tunnels...)

Donnerstag, 6. Juni 2019

Naturdonnerstag (90) - Mein Freund, der Baum - RotGrün in Stralsund






Wenn wir auf die Insel Hiddensee reisen, machen wir in Stralsund Station, übernachten am alten Hafen und es gibt nachmittags einen Stadtbummel entlang der Wege der Backsteingotik. Das Grün der alten und auch reichlich nachgepflanzten jungen Bäume und das Rot der alten Gemäuer gehen eine so schöne satte Verbindung ein und das Prachtwetter unter blauem Himmel tat sein Übriges, um wieder wunderbare Erinnerungen zu sammeln... Knapp vor Mitte Mai war das in diesem Jahr, als unsere Hiddenseewoche anstand. Kommt gern mit auf unseren Stralsundspaziergang...













Das Maigrün der Bäume brachte das alte Backsteinrot so richtig zum Strahlen.








Zwischen Häusern, in Höfen, an der alten Stadtmauer und den umgebenden Kanälen gibt es immer wieder auch Bäume. Ich weiß nicht, ob mir Backsteingotik ohne Bäume nicht arg kahl vorkäme... Ich kenne sie auch nicht anders hier oben im Norden als eben mit Grün dran. 











Am alten Katharinenklostergemäuer rankte sich eine herrlich blühende Clematis im Schatten unter Bäumen am Zaun empor. Auch in den Fußgängerbereichen, vor manchen Läden und auf den Parkplätzen, ein grünender Baum ist oft dabei. (Was aber einzelne (zum Glück) Ladenbesitzer nicht davon abhält künstliche Plastik-Buchskugeln in fürchterlichen ewig gleichen Gefäßen vor die Tür zu stellen. Das Foto habe ich gemacht, aber ich erspar es euch. Ich finde es allzu grauenhaft.)














Am späteren Nachmittag bezogen wir dann unser Hotel am Hafen, und hatten von unserer Turmzimmerterrasse aus schon den Blick auf tolle Schiffe und aufs bewaldete Rügen...











Den Abend beschlossen wir mit einem guten Essen und den ersten Büchern unserer mitgeführten Ferienlektüre. Sina Trinkwalders neuestes Buch empfehle ich gern weiter. Sie hat genug Phantasie, sich eine gute Zukunft in all unserem Schlamassel vorstellen zu können. Aber sie weiß auch, die kommt nicht von allein. Und sie tut selber unglaublich viel dafür, privat, mit ihrer Firma und ihren gemeinnützigen Projekten.

Am nächsten Morgen ließen wir uns von der in unser Fenster scheinenden Morgensonne wecken, frühstückten köstlich, sausten über den Rügendamm, fuhren unter Rügener Alleen entlang und schon lag Schaprode hinter uns und wie saßen mit unseren Rädern auf der Fähre nach Hiddensee... Und unsere Hiddenseeerlebnisse verdienen bestimmt auch noch einen Naturdonnerstag-Post.

 








Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.



(Es bleibt so vorläufig: Eine Verlinkung kann ich - außer in den Kommentaren - noch nicht wieder anbieten. Danke, dass ihr dennoch mitmacht. Es wird auch langsam lichter am Ende des Tunnels...)

Donnerstag, 30. Mai 2019

Naturdonnerstag (89) - In meinem wilden Garten

Nach der freudigen Rückkehr in den Garten, die ich euch am vergangenen Donnerstag zeigen konnte, bin ich diesmal in einer ganz anderen Stimmungslage. Ja, Garten heißt ohnehin immer auch Veränderung, Wandel, Werden und Vergehen... Ich habe gelernt damit zu leben und gerade die blühenden Gartenvagabunden besonders lieb gewonnen. Denn das Gärtnern im Waldschatten auf trockenem märkischen Sand macht einen demütig und dankbar für alles Blühende, das freiwillig unter diesen Bedingungen leben mag, unsere Sinne und viele Insekten versorgt. Doch um manches tut es einem dann doch sehr Leid, wenn es gehen muss, gerade so Strukturgebendes wie dieser Chinesische Tamariskenflieder, um die 30 Jahre alt. 









Aus dem Vorgarten wird vorübergehend eine Baustelle, eine neue Abwassergrube muss zwingend her, die alte ausgebaggert, die neue eingesetzt werden. Alle Pflanzen am Zaun in diesem Bereich und der - baufällige - Zaun überhaupt müssen weichen bzw. werden vom Bagger niedergewalzt. Einen so alten Flieder kann ich nicht mal eben in einen Topf oder eine Gartenecke einschlagen wie hoffentlich die anderen noch jüngeren Pflanzen, die im 3. Jahr stehend, gerade dieses Frühjahr so schön durchgetrieben sind, immer blüht jetzt etwas seit dem Winter. Nur mit starkem Rückschnitt werde ich sie über die Wartezeit bringen und sie müssen von vorn starten... Eine kleine Hoffnung hege ich, dass der Flieder vielleicht aus den Wurzeln wieder austreibt, falls von ihnen bei der Baggerei was übrigbleibt... Er war eines der ersten Gehölze, die wir nach dem Einzug vor 35 Jahren im Garten setzten... 










Für die daneben befindliche eben so alte Nelkenkirsche, die in ihren jungen Jahren den absolut überflüssigen Heckenformschnitt eines Unkundigen überleben musste und endlich wieder wie ein Bäumchen aussieht, hoffe ich noch, aber möglicherweise habe ich auch sie in diesem Frühling zum letzten Mal blühend erlebt. Ich bin durchaus einsichtig, wenn sich etwas absolut nicht vermeiden lässt. Aber meine Trauer darüber möchte ich mir nicht nehmen lassen. Mindestens die haben diese mir ans Herz gewachsenen Pflanzen verdient. Es sind doch nur Pflanzen...? Nur..., es sind Lebewesen. Meine Gefährten. Da blättere ich gerne bei Florianne Koechlin, bei der Biologin, die sich so intensiv auch mit der Würde von Pflanzen beschäftigt. 










Denkt dran, nächste Woche ist der erste Donnerstag im Monat Juni - da sind Bäume dran. Der Naturdonnerstag hat immer am ersten Donnerstag im Monat das Thema "Mein Freund, der Baum".


Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.



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Donnerstag, 23. Mai 2019

Naturdonnerstag (88) - In meinem wilden Garten

Als wir diesen Monat 10 Tage in Stralsund, auf Hiddensee und in Rerik verbrachten, blieb der Garten allein. Eine Freundin versorgte dankenswerterweise das Gemüse und die Ansaaten in den Hochbeeten mit Wasser. Und dann hatte es immerhin auch noch eine Nacht lang ergiebig geregnet. Da war die Heimkehr mit viel Gartenfreude verbunden und wir saßen den Sonntag da unten und genossen mit einer Sonntagszeitung, frischen Frühstückseiern der Reriker Pfarrgarten-Hühner, frischen vom Gefährten herbeigeradelten Brötchen und unseren Urlaubserinnerungen den lieben langen Tag... Wir lieben diesen Platz, der morgens im Frühling in der Morgensonne liegt, mit Ansteigen der Temperaturen wächst auch das Laub am Hausbaum und man kann dort auch im Hochsommer noch frühstücken. Zum Kaffee geht's dann lieber auf die schattige Terrasse...










Auch mein Büro verlege ich gerne dorthin, nach "unten" in den Garten, da geht die Arbeit flott vonstatten, umschwärmt von Bienen und Schmetterlingen, überflogen und musikalisch unterhalten von der Vogelschar, wenn die nicht gerade im Iris-Sumpf eine freie Wasserstelle zum Plätschern gefunden hat. Es ist schön von diesem Platz aus die jahreszeitlichen Veränderungen im Garten im Blick zu haben. Sieht es im April noch ziemlich kahl aus, explodiert dann auf einmal alles. Grüne Fülle mit blühenden Einsprengseln in Gelb, Blau, Rosa, Weiß... Je nachdem, was gerade dran ist. zz. immer noch Vinca major, nun auch die ersten Akeleien und auch die Sumpfiris spitzen schon gelb. Und irgendwann zum Spätsommer hin färbt sich langsam das Laub... Aber das kann gern noch warten. Nun erst mal volles Grün voraus... Und regelmäßig am späten Vormittag zieht ein Eichhörnchen durch die Baumwipfel unseres Gartens, weiter in den Wald...




Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.



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