Samstag, 22. September 2018

Meine Woche (38)


 




Ganz geruhsam waren das letzte Wochenende und auch noch der Montag..., mit Briefpost, Japanisch, ein bisschen Garten... Ein Mandala habe ich wieder einmal gelegt und einen Making of - Post über meine Sommerpost geschrieben... Am Dienstag fuhr ich nach Cottbus. Am Startbahnhof leuchteten die Hagebutten eines Rosenstrauchs... Abends ging es in die VHS zum Japanischkurs.









Am nächsten Morgen erkundete ich mit meinem Mann die Bahnhofsausgänge in Cottbus. Es wird zz. dort heftig gebaut, und die Zuwegung, wenn man mit dem Auto jemanden abholen will, wie mich mein Mann, ist katastrophal... Aber von hinten geht es besser, nur ich muss dann durch diesen langen Tunnel... Also im Dunkeln möchte ich das nicht so gern...




 



Ich fuhr Mittwoch nicht zurück, sondern weiter nach Sachsen, nach Freiberg. Eine Holzfarbe war auszusuchen und ein Arztbesuch ließ sich nicht länger aufschieben. Auf der Baustelle entdeckte ich das letztes Jahr von einem Müllhaufen gerettete Sedum. Viel besser geht es ihm bei uns auch noch nicht, so eingeklemmt unter Baustellenschutt... Aber es scheint einiges auszuhalten... und blüht dennoch.











Nachmittags erlaubte ich mir einen Stadtspaziergang mit Eis im Il Gusto am Obermarkt bei herrlichem Sonnenschein. Da kann man gut eine Weile sitzen...




 




Am Donnerstag kehrte ich nach Hause zurück und Freitagmorgen saß ich wieder auf meiner Mini-Frühstücksterrasse mit Blick in den Wald. Von nicht allzufern dringt Forstmaschinenlärm zu mir, in zwei Schichten wird gefällt, von 7 - 22.00 Uhr. Irgendwann wird wohl auch "mein" Wald mal fallen und alles wird ein zwei Jahrzehnte sehr viel sonniger sein, bis neue junge Bäume nachwachsen. Mal sehen, ob ich es noch so erlebe. Denn seit ich denken kann, ist der Wald vor meiner Haustür so wie er ist... Beim Lärm der Fällmaschinerie muss ich auch wieder an den Hambacher Forst denken und die Menschen, die dort ausharren...










Nach dem Frühstück schwinge ich mich aufs Rad und fahre in den Garten der Freundin, wo ich Holunder ernten darf. Ich friere die Beeren dann zu Hause ein, denn die Beeren-Mix-Marmelade will ich erst später machen. 









Das sonnige Wetter lockt noch mal nach draußen. Sturm ist angesagt, und bevor ich meine Draußenwerkstatt beräume, alles in den Keller trage und den Schirm einrolle, schöpfe ich aus den Resten vom gemeinsamen Werkeln mit Mano noch mal ein paar Runden Papier. So an die hundert Blättchen kommen zusammen... Der stürmische Wind wehte Birkensamen und Kiefernnadeln herunter, Regen kam leider bis zum Abend immer noch nicht...
 









Auch dieses Wochenende wird wieder ruhig. So brauche ich das gerade auch.
Euch ein schönes Wochenende!

Samstagsplausch
Farbe in den Alltag

Donnerstag, 20. September 2018

Naturdonnerstag (78 + 66) - Mandala










Lange habe ich keins gelegt, ein Naturmandala in meinem Garten... Zusehr war meine Aufmerksamkeit bei dieser anhaltenden Trockenheit darauf fixiert, die Blüten den Insekten zu lassen... Doch nun wird Herbst, Farben tauchen auf, und Früchte, Früchte, die kommen, trotz der Trockenheit, wie Hopfen und Zierapfel-Wildlinge, in großer Menge. Da darf ich mir doch was nehmen... Ein etwas wildes Mandala..., gelegt auf einen Weiden-Stammabschnitt aus dem Garten der Freundin, unterfüttert mit der von Kiefern abgestoßenen roten dünnen Rinde aus den oberen Etagen, zunächst mal ein ganz normaler Vorgang beim Wachsen. Ein schöner Blickfang hinterm Gartentor... Und das Legen selbst nimmt einen raus aus allem Geschäftigen, Schnatterhafte, Lauten, Unruhigen... Probiert es doch einmal!















Den Natur-Donnerstag bekam ich im April 2017 von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.





Mittwoch, 19. September 2018

Papierliebe (Draht) - Mustermittwoch (Tee/3) - Sommerpost (Traumreisen)





Diesmal habe ich mir für Papierliebe und Mustermittwoch meine getrockneten Teebeutel genommen, die vom Roiboos-Tee, der hinterlässt so einen schönen warm-rostigen Farbton, und sie mit an einem Nachmittag im Garten gedrehten Drahtspiralen auf handgeschöpfte Papiere geklebt. Die (und noch mehr...) sind jetzt mit Friedenstauben-Vorlage von Lisa in die weite Welt unterwegs... (Die Vorlage habe ich hier gezeigt und angeboten, ich versende auch gern noch mehr...)










Frau Nahtlust erkundet gerade Andalusien und verbrachte viel Zeit in der berühmten Alhambra... Daran musste ich denken, als ich meine Karten zum heutigen Teemuster zusammengelegt und verarbeitet habe... Aber die Alhambra ist noch vieeeeeeeel schöner.... 








Gewissermaßen ein Traumreiseziel... Vielleicht nächsten Herbst? Mal schauen... Jetzt zeige ich euch noch mal die Übersicht meiner Sommerpost-Sammlung. Ich hatte die einzelnen Collagen immer in meinen Wochenrückblicken vorgestellt. Gestern dann auch den Entstehungsprozess von meiner. Aus unserer Gruppe hat Birgitt eine wunderschöne Zusammenfassung gemacht! So in Gänze ist das doch ein herrlicher Anblick! Und jeder der Collagen konnte ich ganz persönlich für mich etwas entnehmen, an voller Zustimmung, Aha-Erlebnissen und Inspiration, für Reisen, für Collagen... Das war toll! 









Danke noch mal Tabea und Michaela, meiner tollen Sommerpost-Gruppe 4 und meinen Überraschungspost-Senderinnen.

Papierliebe - Draht
Mustermittwoch - Tee
Sommerpost 2018 - Traumreise-Collagen

Dienstag, 18. September 2018

Sommerpost 2018 - Wie hab ich meine gemacht?

Es war eine Freude, während des ganzen "Traumreise"-Prozesses meist im Garten sitzen zu können, als Inspiration diente mir das Sommerlicht in meinem Hausbaum. Als ersten Schritt frottierte ich mit blauer und grüner Ölkreide seine Rinde auf die zurecht geschnittenen Papiere. Und machte mit einem Tjanting die ersten Wachsspuren, erste Umrisse von Sonne und Baum... Die erste Färbung war ein helles Gelb.




 






Nach dem Trocknen - Batik ist ein langwierigerer Prozess mit vielen Wartezeiten zwischen den Färbungen ;-), die ich entweder für andere kreative Arbeiten oder im Garten zum Gießen nutzte - folgte der nächste Wachsauftrag auf die hellgelben Stellen, die "bleiben" sollten, d. h., sie wurden "reserviert", ein paar neue Baumäste und Sonnenflecken. Darauf kam mit dem Pinsel die nächste Farbe, diesmal ein ganz frisch angerührtes intensives Gelb. Oje, eine durch meine Unachtsamkeit hereinbrechende "Katastrophe": für den Farbansatz mit weniger Wasser als vorgeschrieben hatte ich aber genausoviel Salz wie ursprünglich vorgeschrieben eingerührt... Gesättigte Lösungen...? Hatten wir mal in der Schule... D. h., das Salz löste sich nicht komplett und kristallisierte auf meinen Batiken. Allzu grobe Strukturen konnte ich mit einem feuchten Lappen anlösen und entfernen, dennoch blieb's "wolkig", wie man dann beim nächsten Farbauftrag sehen kann. Insgesamt verlieh es dann aber der Batik eine interessante lebendige Struktur... (War mir das mit dem Salz nicht auch schon bei der Adventspost "Farbstreifen" passiert?...) Übrigens behaupte ich immer, die Atmosphäre der Umgebung wandert mit in meine kleinen Schöpfungen ein, mal unbewusster, mal gezielter, je weiter ich kam, desto mehr kam vom sommerlichen Gartenlicht aufs Papier.









Nach dem Trocknen und Salzabwischen wurden vor allem Sonne und Sonnenstrahlen in dem intensiven Gelb mit heißem Wachs reserviert, dann kam der nächste Farbauftrag, hui, das Blau war viel zu dunkel geraten, so einen tiefen Schatten wollte ich gar nicht, also abspülen, Farbansatz verdünnen, weiter machen. Diesmal habe ich nicht - wie bei einer "regelrechten" Wachsbatik üblich - die ganze Fläche eingefärbt, sondern Sonne und ein Himmelsstück offen gelassen und ein paar weitere Äste mit feineren Pinselstrichen angedeutet. Wieder einmal war trocknen angesagt. Reserviert bzw. gewachst wurden nun die vorher "gezeichneten" Aststücke im Baum und unten herum die "Landschaft". Ausgespart vom Wachs blieb weiterhin das Himmelsstück, der Baumstamm und einige Aststücke. Denn da sollte die letzte Farbe noch drauf arbeiten.










Der letzte Farbauftrag war Bordeaux-Rot. Im Himmelsbereich, wo zuletzt das intensive Gelb noch offen stand, ergibt das ein Orangerot, im Stammbereich des Baumes, wo zuletzt die blaue Farbe aufgetragen und nicht reserviert worden war, einen violettbräunlichen Ton. 








Noch mal trocknen. Dadurch, dass schon soviel von der Fläche gewachst war, bleiben Farbflecken vom Rot stehen. Die wischt man mit einem feuchten Tuch ab, es sei denn, man will sie, dann mixen sie sich beim Ausbügeln des Wachses in die Fläche hinein. Das kann man mögen, hier wollte ich es aber nicht, es war schon genug Unruhe ... Ausgebügelt wird zwischen Zeitungspapier und wegen der Geruchsentwicklung am besten unter freiem Himmel. Dabei achte ich darauf, dass die ganze Fläche schmelzendes Wachs abbekommt, hier z. B. der Himmelsteil. Sonst entstehen an den Übergängen zu den ungewachsten Flächen Fettränder, auch die kann man mögen, aber hier hätten sie mich gestört. Nach dem Ausbügeln zeigen sich alle reservierten Farbspuren nun sehr deutlich, auch die anfänglichen Wachskreidenspuren vom Frottieren der Rinde meines Hausbaum-Spitzahorns sowie auch die eigentlich unabsichtlich entstandenen "Salzwolken".








Nun kamen das Aufkleben der Batik auf den Träger dran und das eigentliche Collagieren. Dafür schlug ich meinen Arbeitsplatz unten im Garten auf, da ist mehr Platz um mich herum... Ich hatte alles mögliche für die Collagen gesammelt, mich dann aber letztlich nur für vier Attribute entschieden: Den Text, der mich die ganze Zeit über in Gedanken begleitet hatte, eine Spitzahornfrucht von denen, die alltäglich schon herunterrieselten, eins meiner Federgeschenke, die ich beim Spazierengehen im Wald oder morgens beim Schwimmen im See aufgelesen hatte, und ein Steinchen vom Warnemünder Strand, wo wir unseren diesjährigen Hochzeitstag verbrachten - alles ganz klar Traumreise-Attribute... Ein in diesem Sommer erstandenes Antiquariats-Buch leistete mir allerbeste Dienste beim Pressen... Ich ging schrittweise vor, zunächst das Aufziehen auf die Träger-Pappen (Buchbinderleim), trocknen, pressen. Dann den am PC geschriebenen, auf altes dünnes Schreibpapier ausgedruckten und dann ausgerissenen Text aufkleben (Gelmedium), trocknen, pressen.



 

 





Den beiden Klebstoffen traute ich für meine Naturmaterialien dann doch nicht über den Weg und habe einen bewährten Alleskleber benutzt. Bei der Frage, wie ich die Feder gebändigt bekomme, kam ich auf die Idee, sie mit der Ahornfrucht zu fixieren. Dass auf diese Weise so eine Art Vögelchen entstand, wurde mir erst nach und nach bewusst, viele haben es ja auch so gedeutet... Trocknen, pressen, die Pappen immer einzeln um eine Vierteldrehung versetzt übereinandergestapelt und unters Buch zum Pressen gestapelt. Das sollte ganz in Ruhe geschehen. Ich räumte also den ganzen Tisch ab und fuhr auf eine Runde in den Schulgarten zum Gießen...









... Währenddessen kam ein kleiner Regenschauer, so klein, dass ich schon wieder trocken war, als ich wieder zu Hause ankam... Nun sollten die Steinchen geklebt werden, doch oh Schreck, der Stapel war weg... Die nächste "Katastrophe"?









Da draußen lag er... Nichts passiert. Buch und die zwischengelagerten Zeitungspapierblätter hatten die Tropfen daran gehindert in die Collagen einzudringen... Oje..., vor Aufregung zitterte ich wie Espenlaub und habe das Steinchenkleben auf den nächsten Morgen verschoben und abends lieber noch die Briefumschläge vorbereitet... Die Steinchen habe ich nur festgedrückt und ohne zusätliches Pressen in ihrem Klebstoffbettchen trocknen lassen. Bis jetzt haben sie wohl gehalten, höre ich. Irgendwann dann lagen sie da, alle 26... Ja, so viele... Denn ich fand, sie wären auch ein schönes Geschenk, und so habe ich ein paar Überraschungen verschickt und ein paar Geburtstags-, Gast- und Weihnachtsgeschenke zurückbehalten...













Dann wurden noch die Zubehörtüten mit einem Foto aus früheren (Traum-)Reisen beklebt, die Briefbeilage ausgedruckt und alles gut verpackt... Ab die Post... 






 


Und alles passierte - über mehrere Tage hinweg in mehreren Sommerwochen unter der Krone ode im Schutz dieses Baums, meines Hausbaums, dieser wunderbare Spitzahorn, der hier schon angefangen hatte zu wachsen, als wir anfingen zu bauen. So blieb er stehen und wird größer und größer. In diesem Sommer hat er gezeigt, was er drauf hat, der tolle Schattenspender... Und genug Licht kommt immer durch, Sonnenlicht, Himmelslicht, ein Flimmern hier, ein Flimmern dort. 









Angesichts der aktuellen Ereignisse widme ich diese meine ganz besondere sommerliche kreative Baumepisode all denen, die im Hambacher Forst vor Ort sind und bis zuletzt versuchen das Roden des wunderbaren Waldgebietes für Braunkohleverstromung und Profit zu verhindern. In Gedanken war und bin ich oft bei ihnen, die da schon so lange Baumhäuser bauten und besetzt hielten und auch jetzt nicht aufhören uns den Spiegel ins Gesicht zu halten, woraus uns allzuoft Gleichgültigkeit, Sattheit, Ignoranz, Arroganz oder gleich alles zusammen anschauen... Ich wünsche mir so sehr, dass #hambibleibt . Und uns endlich klar wird, wohin unsere Sorglosigkeit im Verbrauch von Strom und anderen hierzulande so reich und massenhaft und bezahlbar vorhandenen, produzierten und importierten - und je nach Trend und Mode weggeworfenen oder entsorgten - sinnvollen und sinnlosen und oft unter unsäglichen Arbeitsbedingungen hergestellten Gütern führen wird. 


Ich bedanke mich für meine ganz persönliche sommerliche Traumreise bei Tabea und Michaela, meiner tollen Sommerpost-Gruppe 4 und meinen Überraschungspost-Senderinnen. Morgen gibt's noch mal eine Übersicht!

Sommerpost 2018 - Traumreise-Collagen - Eine Idee von Tabea Heinicker und Michaela Müller 

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