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Dienstag, 30. Dezember 2014

Weihnachtlicher Ausklang zum Jahreswechsel - Tradition und Kreatives bei mir zu Haus

... Auf anderen Blogs ist die Zeit der Jahresrückblicke gekommen, ich bin noch so gar nicht raus aus der Weihnachtszeit..., die - Familientradition - bei uns immer bis zum Wochenende nach Hl. Drei Könige reichte. (Silvester gehörte da irgendwie mit hinein und unterbrach die Weihnachtszeit eigentlich nicht... Und dieses Jahr fing Weihnachten bei mir mit den Hl. Drei Königen irgendwie an, am 3. Advent beim Konzert der Kurrende der Rostocker St. Johannis-Kantorei mit Gerhard Schöne) Erst dann, nach Hl. Drei Könige wurde bei uns auch der Baum abgeschmückt. 
Vor Weihnachten gaben Blogger/innen Geschichten über Weihnachtstraditionen in ihren Familien Preis. Da gibt es auch bei uns so einige... Auch wenn die Familie sich nicht mehr komplett unterm Weihnachtsbaum versammelt, weil das (mit zunehmender Verbreitung und Zersiedlung...) praktisch kaum noch machbar ist, gibt es doch Unsichtbares und Sichtbares, das zur Familientradition gehört und auch in den jungen Familien - genau so oder in Varianten aufgegriffen wird. Da habe ich einfach mal gesammelt dieser Tage, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit...

Advents- und Weihnachtskerzen

Sie brennen bis zum Heiligen Abend eigentlich ununterbrochen, wenn ich zu Hause bin, hübsch nacheinander, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier... Hier haben sich nach und nach die kleinen feinsinnigen Adventskalenderblätter aus Mirjams Streichholzschachtel-Kalender ins Grüne dazugesellt. Ins Weihnachtsferien-Domizil sind vertraute Bambus-Kerzenständer mitgereist, einst vom Sohn geschenkt, der sich freute, sie nun am gemeinsam verbrachten Heiligabend auch abseits von Zuhause leuchten zu sehen.



Barbarazweige und Weihnachtskaktus
Die gibt es bei uns nicht durchgängig, manchmal habe ich es einfach vergessen..., dieses Jahr wurde ich freundlich daran erinnert, von meiner großen Tochter in ihrem Adventskalender und auch in manchen Blogs. Unmittelbar bevor wir in die Weihnachtsferien abfuhren, öffnete sich die erste Forsythienblüte. Der Weihnachtsstern fiel mir in der Fachschule vor die Füße, als ein Windzug das Fenster in der Klasse öffnete und der Topf hinunterfiel. Die abgebrochenen Stücke hatte ich mit nach Hause genommen und auf feuchte Watte in einen kleinen Topf gestellt, sie trieben sofort Wurzeln und auch einzelne Blütenknospen...



Plätzchen backen
Nicht immer schaffen es alle unsere Familien, selber zu backen, doch in der Regel kommen auf geheimnisvolle zufällige Weise aus unterschiedlichen Richtungen dennoch selbst gebackene Familienplätzchen auf jeden Weihnachtsteller... Unsere Favoriten waren diesmal neben Herrn K.s Vanille-Kipferln die (aus Bequemlichkeit zu Zimthäufchen gewordenen) Zimtsterne der alten Großtante Klärchen. Vor 30 Jahren schickte sie mir auf meine Bitte hin aus Köln das Rezept zu uns in die DDR und seitdem klebt es in meinem Kochbuch. Jahrelang hatte sie uns bis dahin mit ihren selbstgebackenen Köstlichkeiten beglückt, dann fühlte sie sich mit bald 80 nicht mehr jung genug... Inzwischen ist sie schon lange verstorben, doch mit jedem Zimtsternebacken lebt die Erinnerung an diese Großtante und an den Duft ihrer Weihnachstplätzchendosen wieder auf...

Von einer Freundin bekam ich das verloren gegangene Rezept von einmaligen Gewürzplätzchen wieder, köstlich!

Und schau an, auch die männlichen Mitglieder - auch der nächsten Generation - trauen sich ans Backen. Vom Bruder kamen leckere Vanille-Plätzchen, und nach einem Mürbeplätzchen-Rezept der Großmutter wurden vom Sohn statt einfacher Plätzchen Knöpfe modelliert und aufgefädelt in kleinen Päckchen an Mutter und Schwestern verschenkt. Zu nett diese Idee....

Der Weihnachtsbaum muss bei mir nicht unbedingt mehr ein Weihnachtsbaum sein, ich bin zufrieden mit einem großen Strauß aus Fichten- oder Kieferngrün. Aber beim Baumschmuck, da gibt es "Regeln", die sich seit der Generation meiner Eltern "vererben": An die Zweige gehören klare, durchsichtige Glaskugeln...




Aus einer Anschaffung einiger Glasglocken ist mir nach über 35 Jahren nun noch eine einzige übrig geblieben... Viele Stroh-Anhänger kommen an den Baum, vor allem Sterne und Engel. 



Die Weihnachtskrippe
Sie wurde in den 70ern irgendwo im Berliner Prenzlauer Berg im wahrsten Sinne des Wortes "erstanden". In der DDR waren Weihnachtskrippen nicht gerade Massenware, und so war man auf entsprechende Nachrichten aus interessierten Kreisen angewiesen... Da stand ich auf den Hinweis einer Kommilitonin hin eines Morgens vor einer winzigen Keramikwerkstatt in einer langen Schlange und war nach stundenlangem Warten glückliche Besitzerin dieser kleinen Krippe, die ich noch immer herzlich liebe... Für unsere studentischen Verhältnisse war sie damals sehr, sehr teuer, aber sie ist wirklich eine Anschaffung fürs Leben gewesen. Ich kenne viele andere Krippen, finde viele sehr, sehr schön, aber meine ist eben die hier. Ich kann mir keine andere bei mir vorstellen. 
 


Weihnachtspäckchen packe ich, seit ich denken kann, sehr gern. Als Studentin habe ich viele Advents-Abende damit zugebracht fantasievolle Verpackungen für Familie und Freunde zu basteln. Schon damals - damals eher Frucht des Mangels als Nachhaltigkeitserwägungen ... - verwendete ich dafür gebrauchte Papiere. Wir hoben jedes brauchbare Stückchen Papier auf für das nächste Jahr, und genauso halte ich es heute noch. Was zum Verpacken "nicht mehr geht", kommt unter die "Herzen- und Sternen-Schere". Es werden kleine Aufkleber für die Päckchen daraus, die nur halb aufgeklebt werden und so auf einer Seite Platz haben für den Namen des Beschenkten oder einen kleinen (manchmal frechen) Spruch...


Herzlich gern schenke ich Michaela davon auch noch ein weihnachtliches Herz-Muster.


Winterliche Spaziergänge sind das I-Tüpfelchen in den Weihnachtstagen, und nun sind sie da, die schneebedeckten Landschaften, auch in der Stadt, sogar mit Weihnachtsschmuck.



Und wenn es klappt und machbar ist, ohne dass es zum Zwang oder Stress oder wegen Wetterunbilden gefährlich wird, freuen wir uns, wenn wir uns in Familie sehen können, zum gemeinsamen Schmausen (z. B. der "Traditionsgerichte"...), zum Lachen, zum Spazierengehen. Diesmal in Sachsen.


Daselbst fand sich auch dies tolle Weihnachtsleine... Unbedingt will ich mir das merken, denn in meinen weihnachtlichen Kellerkisten schlummern so manche netten Dinge, die nicht alle Platz haben am Baume oder Strauße..., aber an so einer Leine könnten sie doch alle mal wieder zu sehen sein. Im nächsten Jahr... Und dabei fällt mir ein, dass ich ja auch eine Leine für die Weihnachtspost brauche. Das gibt ein fröhliches Netzwerk in meinem Wohnzimmer...  Womit wir bei weiteren kreativen Aspekten des Weihnachstfestes wären... Die beim Gelatinedruck abgefallenen Tannenbäumchen hatte ich hier schon gezeigt. Die vergessenen Weihnachtsservietten habe ich durch mit handgeschnittenen Sternchen verzierte einfache weiße kompensieren können, meine beiden Lieblingsmänner waren jedenfalls angetan von dieser spontanen Handfertigung...

Ich bin ja ohnehin ständig mit der Schere unterwegs. Neben meinen Tagebuch-Collagen entstanden aus zuviel ausgedruckten Gelatinedruck-Kalenderträgerblättern und diversen Papierresten ein paar Minibüchlein. 


Große Freude bei mir auch über die kreativen Einfälle von anderen, über den gezeichneten "Familien-Selfie" meines Bruders, das bunte Schnippeldeckchen des Enkelmädchens für die Oma, den "Staffelei"-Fotokalender vom Sohn und das Glücks-Schächtelchen von Mano. Alles kleine Dinge, doch für mich wahre Schätze, die mich ins neue Jahr begleiten werden..., die ich mit ins Herz und mit nach Hause nehme.


Zu Hause hängt der Adventskalender von Cora, die Zahlen zum Ankreuzen inzwischen "vollgeherzt" aus dem Papier, was sich gerade anfand und ins Haus schneite, somit ein allerletztes Herzmuster für Michaelas Sammlung...

Zu Hause, da ist auch der 12tel Blick, kurz vor der Abreise ein letztes Mal fotografiert in diesem Jahr. Und wenn ich ihn mir recht besehe, fällt mir auf, dass sich diese im Jahr so oft betrachtete geschwungene Linie der Baumkronen ganz heimlich und unbewusst wohl in mein September-Gelatinedruck-Kalenderblatt geschlichen hat... Was werde ich als nächstes fotografieren, 2015? Noch weiß ich es nicht... Aber auch so ein 12tel Blick ist ja schon fast Tradition... Könnte, wollte ich noch ohne ihn? Ohne dieses Dranbleiben an ein und derselben Perspektive durch alle Monate und alle Jahreszeiten?



Kommt gut hinüber ins neue Jahr, gesund, munter, heiter, voller Neugier und Lust auf kreatives und echtes Leben und voller Energie und Gelassenheit, um "im Flusse" kraftvoll auch die Hürden des Lebens zu meistern. Ich freue mich darauf. In diesem Sinne, bis ganz bald!!! 

12tel Blick - alle Teilnehmer
12tel Blick - mein Jahr 2014: Baumreihe mit Roteiche
Creadienstag
Upcycling-Dienstag
Mustermittwoch
Short stories

Dienstag, 29. Juli 2014

12tel Blick (doppelt...) und SinnBLICK

12tel Blick am 01.07.2014 (für Juni 2014)

Irgendwie wurde es im Juni und inmitten der letzten Schulwochen zu drängelig und ich habe den 12tel Blick vom Juni erst am 01. Juli besucht, und aus einem Post wurde dann doch noch nichts... "Jetzt aber mal ruhig Blut...", hätte meine Mutter wohl gesagt, wie manchmal, wenn es "dicke" kam...


12tel Blick am 29.07.2014, ich merke, der untere grüne Streifen ist brim Fotoausschnitt zu schmal geraten..., nun ist das eben so...

Jetzt wurde es schon wieder Ende des Monats mit dem Spaziergang zum 12tel Blick, aber diesmal war's Absicht, ich wollte gern das große Enkelmädchen (8) mitnehmen und schauen, wie es ihr gefällt. Wir waren von 9.00 Uhr bis fast 12.00 Uhr im Wald unterwegs, ganz in Ruhe und haben soviel entdecken können. Keine Minute war es langweilig, es war höchst spannend...



Am 12tel Blick saßen wir eine gute Stunde am Fuß einer der Eichen und schrieben für den SinnBLICK auf, was wir auf dem Weg durch den Wald und an der Wiese entlang gesehen, gerochen, gefühlt, gehört und gedacht haben. Das Schmecken haben wir nach dem Riechen an den Blättern der Wilden Möhre aufs Mittagessen verschoben. Da gab es Möhren ;-)


Die Roteiche in der Mitte der Waldlinie im 12tel Blick von hinten.
So war unsere Perspektive, nachdem wir uns an einem der Bäume niedergelassen hatten, um unsere SinnBLICK-Notizen zu machen.


Das haben unser beider Sinne zusammengetragen:

GESEHEN haben wir sooooo viel, und aufgefallen sind uns besonders
- Moose und Flechten im Wald in so vielen Formen und Grün-Grau-Braun-Tönen
- Rinden von Birken und Kiefern 
- Windenblüten und Wiesenbocksbart-Pusteblumen



- an in der prallen Sonne liegenden und durchs Befahren nur schwach bewachsenen Wiesenkante viele Blau- und einige wenige Rotflüglige Ödlandschrecken. Sie sehen eigentlich unscheinbar braungemustert aus, aber wenn sie auffliegen, entfalten sie wunderschöne blaue oder rote Flügel... Große  Begeisterung bei mir und beim Enkelmädchen

Blauflügelige Ödlandschrecke
- Schattenspiele auf unseren Skizzenblättern an unserem Ruheplatz unter der Roteiche

- Mistelblätter auf dem Boden, und dann eine Mistel in einer Zwillings-Kiefer 


GEHÖRT
- Stille
- raschelnde Blätter im Wind
- ein Flugzeug, eine Landmaschine, Autos
- einen Vogel und dann noch zwei Kolkraben
- unendlich viele Grillen zirpten

GEROCHEN
- eine heiße in der Sonne liegende trockene Wiese duftet anders als der Schatten unter Laubbäumen
- Blätter von der Wilden Möhre (um beim Putzen der Möhren aus dem Supermarkt zu merken, dass das Möhrenlaub an diesen Möhren gar nicht mehr richtig würzig riecht...)
- modernde Eichelkappen



GEFÜHLT
- Das Kitzeln der Gräser an den nackten Beinen
- Wind auf der Haut und im Haar
- Sonne im Gesicht
- weiches Moos unter nackten und gefallene Äste unter balancierenden Füßen
- die Eiche im Rücken und den Boden unter unserem dünnen Sitzkissen

Am Obstbäumchen, das ganz links im 12tel Blick seine Blätter ins Bild hineinstreckt, hängen grüne Äpfel...

GEDACHT
- wie kühl es im Schatten der Bäume ist und wie heiß es auf der Wiese war
- wie schön es ist hier zu zweit unter dem Baum zu sitzen 
- vielleicht finden wir auf dem Rückweg noch einen Lieblingsbaum für die Reihe "Mein Freund der Baum"... WIR - bzw. das Enkelmädchen - HABEN IHN GEFUNDEN! Am kommenden Sonntag gibt es - eine Woche verspätet - das nächste Baum-Link-Treffen. Ich habe seit mehr als zwei Wochen das Gefühl alle Zeit der Welt zu haben und nun den richtigen Termin der Baumfreunde verpasst (Astrid wies mich ganz zart in einem Kommentar darauf hin...) der Juli hätte nach meinem Gefühl gut und gerne noch einen Sonntag haben können. Das ist wohl Entschleunigung pur...



12tel Blick - Alle Fotos aller Teilnehmer/innen aus dem Juli bei Tabea
12tel Blick - meine Sammlung 2014
12tel Blick - meine Sammlung 2013
SinnBLICK 2014 - Alles aus dem Juli bei Blick 7
Short Stories 2014 - Texte zum Thema Entschleunigung
Grünzeug - Natur mit Kindern erleben - gesammelt von Caroline
Auszeit - gesammelt von Lotta 

Montag, 14. Juli 2014

Montags-Mandala (12)



Morgens durch den Garten zu gehen, nach dem Ausschlafen und nach einem Tee mit Brötchen, ist am Anfang der Woche etwas ganz Besonderes geworden - das (inzwischen 12.!) Montags-Mandala wartet darauf gelegt zu werden. Zunächst den leisen Wind durch die Kiefer streifen und durch die Birken rascheln hören, die frische Brise und noch sanfte Sonnenstrahlen auf der Haut spüren, die ersten Falter und Hummeln am Oregano frühstücken sehen, den Duft mit der Hand abstreifen, dem Gezwitscher von Buchfink und Mönchsgrasmücke im Hausbaum lauschen, von der anderen Seite des Sees her den Kuckuck mit seinem etwas stolpernden Morgenruf hören.


Die zz. eher wenige im Garten blühende Insektentracht angreifen und wegpflücken mag ich fürs Mandala nicht, zu schön meine Beobachtungen am Oregano... Doch damit mein Mandala nicht nur grün bleibt (was aber auch mal eine Herausforderung wäre), helfe ich mir wieder mit Batik, diesmal einem Batikpapier, das farblich den Sommerhimmel und das Violett von Oregano und Dost aufnimmt. Ich gehe durch den Garten, sammle, nehme in die Hand, ordne: Mahonia-Früchtchen, ein Königskerzenblütchen für die Mitte, die kugligen gestachelten Samenstände der Gemeinen Nelkenwurz, frische Blätter des sich fleißig aussamenden Ruprechtskrauts (Storchschnabel), die Hochblätter (und als Nektar oder Pollen spendende Insektentracht somit ausfallende "Blüten") einer welkenden Hortensie. Der Platz fürs Mandala ist diesmal gleich neben dem Lese-, Schreib- und Sinn/en-Sitzplatz vom Wochenende...


Heute sitze ich hier wieder allein, aber nicht einsam, umflattert und umschwirrt und umsummt, ein schöner Arbeitsplatz an einem schönen Morgen nach einer mondhellen (und eine Zeitlang fast silvesterlauten...) Nacht. Eine neue Woche ist da, ich bin freudig gespannt, was sie alles bringen mag. Euch allen schöne Tage! 



Montagsmandala ist eine Idee von Babajeza.
short stories: Tageszeit

Sonntag, 25. Mai 2014

Short stories (5) - I love to blog...



Gedacht: Welch herrliche Unbeschwertheit am Himmel...



In den letzten Wochen las ich immer wieder vom Blogmüdigkeitsvirus, der umgeht..., da passt es gut, dass Indre das Thema aufgegriffen hat und in ihrem Beitrag und in ihren Kommentaren viel über Sinn und Unsinn des Bloggens zu lesen und (nach)zudenken ist - und bei Bine im Short stories-Projekt ist das Bloggen just im Mai auch Thema... Ja, ich blogge und ich blogge gern.


12tel Blick 2014 - 25.05.2014

Während der Erzieherausbildung gehört es zu meinen Aufgaben den Studierenden die ganze Vielfalt der menschlichen Ausdrucksformen zu verdeutlichen und ihnen u. a. nahezubringen, dass kreative Ausdrucksformen wie Malen, Theater und Gesang nicht Eigentum von Künstlern sind, sondern aller Menschen ureigener Ausdruck ist. Ich gebe gern zu, dass ich meine Probleme mit der Über-Präsenz "moderner" Medien habe. Doch auch sie gehören inzwischen dazu, in den Alltag und die Vielfalt der menschlichen Ausdrucksformen, neben Sprache, Schreiben, Musik und Singen, Theater, Malen und Formen, Bewegen und Tanzen, Spielen..., die alle in sich eine ebenso große Vielfalt bergen wie auch die heute alltäglichen Medien und mitten darinnen Blogs. Ich gebe auch ehrlich zu, als ich zum ersten Mal hörte, dass eine meiner Töchter bloggt (zz. auch eher sparsam), war ich erst mal irritiert... Aber da sie meine Tochter ist und ich eigentlich alles, was sie tut, auch irgendwie gern mag, habe ich genauer hingeschaut..., gelesen, kommentiert... Das dauerte ein Jahr, dann begann ich selber zu bloggen. 


Die Roteiche aus dem 12tel Blick - uns ans Herz gewachsen.



Und noch mal gebe ich was zu: ein ästhetisch ansprechend und gut gemachter Blog mit Themen, die mich interessieren, erfreuen, inspirieren oder auch bestürzen und verstören, ist mir lieber als eine Illustrierte, die von vordergründiger oder unterschwelliger Werbung für etwas, das ich gar nicht brauche oder will, nur so strotzt... (Solche Blogs gibt es leider aber auch...) Vor allem mag ich Blogs, wenn ich dahinter Menschen aus Fleisch und Blut vermuten kann, die fühlen und (selber) denken, die etwas zu sagen und zu zeigen haben, das einen gewissen "Wert" auch für andere haben kann, sei es "nur" die Freude (und wie viel bedeutet doch eine Freude!), die man beim Lesen und Schauen empfindet, oder nur ein Zugewinn an Wissen oder Einsicht, oder nur ein Impuls oder eine Inspiration für den Alltag oder für die Kreativität im Alltag oder für kreativkünstlerische Prozesse oder fürs Gärtnern nach der Natur, fürs Unterwegssein in Wäldern oder in Städten, für nachhaltiges Leben oder oder... Kurzum, ich lese Blogs, die echt sind, und mag Blogger/innen, deren echte Welt es auf ihre Blogs schafft, ohne die ureigene Privatsphäre zu verletzen.


Gesehen: die ausgereiften Blätter der Roteiche





Heute waren wir den ganzen Tag draußen, zum Frühstück, und danach beim 12tel Blick, endlich diesen Monat... (obwohl ich ja wirklich viel draußen war...). Ich war mit dem Gefährten unterwegs, eine kleine Radtour. Für mich Erholung nach einer dickvollen Arbeitswoche, für ihn Erholung nach nahezu durchwachten sechs Tagen einer Dienstreise weit hinaus in die Welt. Diese eineinhalb Stunden waren so voller Wunder und Schönheit, dass ich - wie so oft - geradezu darauf brannte, es "festzuhalten", für mich zuallererst, mein Gedächtnis funktioniert nur, wenn ich einen Anker irgendwo habe, ein Stichwort, ein Foto, etwas zum Anfassen..., für die Liebsten eines Tages irgendwann nach nochmal mindestens (!) 20 Jahren (falls das Internet bis dahin hoffentlich wirklich nicht vergisst...), und für die, die solche Erlebnisse auch so mögen wie ich (und so viele solcher tollen Menschen habe ich über das Bloggen kennengelernt...) Die einen malen, die anderen filmen, ich fotografiere und schreibe, Notizen in unendlich viele Hefte oder kleine Artikel oder Briefe, und eben einen Blog, Jahreszeitenbriefe... 


Gesehen: an und von der Eiche leben. Gehört: Pirol, Kuckuck, Eichhörnchen und wieder die zirpenden Grillen.


Woher ich die Zeit fürs Bloggen nehme? Nun, ich nehme sie mir nur, wenn etwas da ist, das heraus will... (im ersten Jahr habe ich zugegebenermaßen doppelt so viel gebloggt...) Und in dieser Jahreszeit schreibe ich die Jahreszeitenbriefe natürlich draußen, um mich her die Vögel, und ich sage euch: der wilde Garten summt!!! Solche Blüten- und Insektenfülle und -vielfalt, dazu noch immer Vogelsang und - leider nur - unentschiedene Anflüge unsere zwei Nistkästen zu besetzen...


Gesehen: Kinderstube im Eichenblatt, den Zweig nur fürs Foto hoch gehalten, nicht etwa abgerupft ;-). Gedacht: wer mag darin heranwachsen?





Was es mir vielleicht leichter macht als anderen die Zeit zu finden: Ich lebe die Woche über allein, habe zwar meinen Beruf, aber keine Familie mehr hier im Haus zu versorgen (da habe ich inzwischen die großen Freuden und die (hoffentlich immer kleinen) Sorgen um die längst ausgeflogenen sich vermehrenden kleinen Familien...).  Ich shoppe nicht. Ich vermisse es nicht. Überhaupt nicht. Ich habe keinen Fernseher. Ich lese, ich höre manchmal Musik, im Auto eins der Kulturradios, ich gehe viel spazieren und bin im Garten. Ich blogge nicht, um zu bloggen  oder weil es "in" ist. Ich habe keinen Blogger-Kurs besucht und werde es wohl auch nicht tun. Ich blogge auf meine "eigen-sinnige" Art und Weise. Ich erzähle ganz einfach meine Geschichten. Und es gibt Menschen, die gern zuhören und sich die Geschichten anschauen, lesen, auf sie reagieren, Eigenes dazutun, mich inspirieren und ermutigen. Ein freudiges gegenseitiges Geben und Nehmen. Das ist gut, tut gut. 

Gerochen: den süßen Duft der Hoch-Zeit in der Robinienblüte. Er begleitete uns den ganzen Weg...



Ich habe kein reales und dazu noch ein virtuelles Leben, sondern nur ein ganzes, unteilbares. Ich lebe nicht in einer realen und einer virtuellen, sondern in meiner Welt, mit allem und allen drumherum, auf unser aller Erde. Und davon erzählt in Ausschnitten mein Blog, in Ausschnitten deshalb, weil Privatsphäre etwas ganz Kostbares ist. Ob beim Bloggen oder beim Arbeitsfrühstück oder in der eigenen Wohnung. Aber ich bin auch da keine andere als hier, kann ich nicht. Hinter all den Rollen, die ich im Leben spiel(t)e, ist immer eine durchaus mal wandlungs- und zur Not auch anpassungsfähige, aber doch dieselbe Ghislana ;-)   

Geschmeckt: das erste Mal dieses Jahr - Sauerampfer. Gedacht: an Kinderzeiten



Während der eineinhalb Stunden heute auf dem Rad und zu Fuß rund um den 12tel Blick habe ich immer wieder mal fotografiert. Früchte des Bloggens: Ich schaue noch aufmerksamer um mich herum, bin noch langsamer unterwegs und spiele wieder viel mehr und kreativer als vorher. Seltsamerweise habe ich mehr Zeit dafür, seit ich blogge. Vorher wollte sie sich viel seltener nur finden lassen...
 
Gefühlt: wie die Gräser beim Gang zurück auf den Weg an den Waden kitzeln.





In heaven.
12tel Blick - Mai-Beiträge aller Teilnehmer/innen.
SinnBLICK 2014 - Mai-Beiträge aller Teilnehmer/innen
Meine 12tel Blick - und SinnBLICK-Sammlung 2014.
Mein Freund der Baum.
Short stories.  Mai-Beiträge aller Teilnehmer/innen