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Montag, 10. November 2014

Montags-Mandala (23)



Heute morgen war ich zu einem frühen freudigen "Schicksals-Termin" unterwegs und dachte so bei mir auf der Fahrt: Nun ist es da, das Novembergrau... Wie tröstlich war es, bei meiner Rückkehr von den Straßen in meinen kunterbunt-wilden noch so gar nicht aufgeräumten Durcheinander-Garten wieder dieses Herbstleuchten zu entdecken, gelb und rot... Da sprang mich die Idee fürs Montags-Mandala dieser Woche förmlich an... Einfach hätte ich es mir aber auch machen können und euch einfach dieses Mandala, das da so ganz allein vor sich hinwächst, präsentieren. Mache ich auch... Im Sommer von eher unscheinbarem, bräunlichrotem Grün, färbt sich der Fächerahorn im Herbst intensiv rot, ein Blickfang im Grau...



Aber ich hatte eben doch große Lust selbst anzufassen und ein Mandala zu runden, noch draußen zu bleiben in der diesigen Nebelsprühregen-Novemberluft, in der Stille des Morgens am Wochenanfang, Ruhe einsammeln. Und so habe ich ein von Tier oder Mensch vom Gartenweg gelöstes rundes samtenes und nach Wald duftendes Moos in die Mitte gelegt - heute wieder einmal am großen Blumentopf am Garteneingang. Und wieder mit Hasel... Die Blätter in die Hand genommen, die weichen rauhen gelben Hasel-Blätter, die feinen zierlichen roten feuchten vom Fächerahorn, die kleinen orangefarbigen mit den pieksigen Spitzen von der Berberitze... und ausgelegt. Dreimalsieben...



Gedacht habe ich, dass sich dieser Morgen schon für Annettes SinnBLICK im November eignen könnte. Und denken musste ich auch an den irgendwo (auf einem Blog?... EDIT: ah...ja: hier bei Holunders Herbstlieben!) in den letzten Tagen gelesenen Text von Albert Camus: "Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird"... Darüber bin ich ja geneigt auch das Menschenleben betreffend nachzudenken..., gerade jetzt, bei "Novembermusik" von Edvard Grieg und Jean Sibelius und einem heißen Grünen Tee, nachdem nun auch der Unterricht für die nächsten Tage in Berlin vorbereitet ist. Eine gute runde Woche euch.


Montags-Mandalas für einen achtsamen Wochenbeginn gibt es immer wieder auch mal in Heidis Sonnentagebuch und in Babajezas Wundertüte.
SinnBLICK 2014 bei Annette von blick7

Dienstag, 21. Oktober 2014

12tel Blick Oktober

Bei Tabea ist die Sammlung der 12tel Blicke im Oktober eröffnet. Das 10. Bild im Laufe eines Jahres gesellt sich zu den anderen, der monatliche Blick auf ein und dieselbe Stelle. 
Innerhalb der Oktobertage hat sich mein Blick auf den Waldrand am Gestüt sehr verändert - man sieht, dass es Herbst geworden ist... Die Roteiche macht ihrem Namen alle Ehre und lockert die in den Sommermonaten sehr geschlossen wirkende grüne Linie der Bäume auf, unterstützt von Birke links und weiteren Eichen ganz rechts. Auch wettermäßig gab es Abwechslung vom tiefen Nebel bis zum sommerlich anmutenden Blauhimmel.

Morgens am 01.10.2014















Mittags am 08.10.2014
Am frühen Nachmittag am 10.10.2014
Zur Kaffeezeit am 17.10.2014

Am 10.10. habe ich mir mal wieder einen kleinen Extraspaziergang unter die Eiche gegönnt, SinnBLICKE einsammeln...

Gehört: Kranich- und Wildgans-Rufen aus dem Himmel und das Wiehern einiger Pferde (gesehen hab ich sie leider nicht...), keine Heuschrecken mehr...
Gesehen: die mächtige Eichenkrone, starke Äste, die verschiedenen Farbtöne der Eichenblätter, Eichelkappen.
Berührt: die Spitzen der Blätter und ein paar Eicheln



Gerochen: feuchtes Laub und frische Luft
Geschmeckt: einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche
Gedacht: wie schnell die Wildschweine doch schon wieder die Eicheln weggefuttert haben..., und wie gern ich mich an die SinnBLICKE in diesem Jahr mit Enkelmädchen groß und klein erinnere...


12tel Blicke vom Oktober bei Tabea.
Mein 12tel Blick durch die Monate.
SinnBLICK bei Annette

Dienstag, 30. September 2014

Kinderzeit - SinnBLICK und Kinderkunst im September


Ganz überraschend kam in der 2. Septemberwoche das kleine Enkelmädchen und blieb einen Tag bei mir, während Mama einen Berlin-Tag einlegte. Waren wir schon am Nachmittag unterwegs in den Pilzen, die in Ei verpackt sogar auch vom kleinen Mädchen zum Abendbrot verputzt wurden, musste es auch am nächsten Tag hinaus gehen, auch wenn das Wetter kühl und windig geworden war. Da mir für den September mein SinnBLICK noch fehlte, kam mir die Idee, mit dem Mädchen auf sinnliche Spurensuche zu gehen und den Tag ein bisschen aufzuschreiben. Das kam dabei heraus...



Gesehen: soviel und noch mehr, den Wald, das Wasser, Bäume, Blätter, Eicheln, Schwäne und so noch allerlei auf dem Boden, und besonders ungewöhnlich war der Anblick dieses märchenhaften Korallen-Pilzes... 

nach meinem neuen von der Schwester geschenkten Pilzbuch eine Becherkoralle...
... und am Wasser die tanzenden dunklen Mücken, von denen die Oma gleich ein paar vermustert hat, denn in diesem Monat ist das Thema beim Mustermittwoch WALD, und in Brandenburgs Wälder gehört auch Wasser... 

Gehört: Krähen, Eichelhäher, Elstern, Spechte, Graureiher, Boote und Flugzeuge und den Wind
Gerochen: den Wald und den besonderen Duft der Pilze, hier einer Marone
Geschmeckt: eben diese Pilze, im Rühr-Ei, zum Abendessen 



Gefühlt: den Wind "Der Wind macht mir Tränchen ins Gesicht...", den starken Baum, ein dünnes Robinienblatt "Aber an den Zweigen waren auch Stacheln...", viiiiiiiele Eicheln


Gedacht: Wer frisst eigentlich Mistkäfer? (hm, ich weiß es auch nicht...) Und wer hat diesen Fisch gegessen? Die großen Schwäne sollten jetzt bitte nicht noch näher kommen...


Zu Hause dann haben wir mit den Eichelhütchen gemustert, das Mädchen rund, die Oma gerade...


Nach so vielen Naturtönen war jetzt kraftvolle Farbe angesagt, und in kurzer Zeit hatte das Mädchen die aus dem Papier gewickelten alten halben Ölpastelle "im Griff", malte lustvoll Blatt für Blatt voll mit großen Farbquadraten, alle fein gewidmet: Mama, Papa, Oma...


Collage aus vier A4-Blättern mit je einem großen Farbquadrat
Dann wurde es auch noch rund, und der Oma, die eigentlich genau weiß, dass man sich nicht in die Malfreuden von Kindern "deutend" einmischt und das eigentlich auch so gar nicht leiden kann, rutschte heraus: "O wie schön bunt, sieht aus wie ein Mandala"...


Das Kind prompt: "Das ist kein Mandala." Die Oma, verdutzt, setzt irritiert noch einen drauf: "Was denn dann?" Das Mädchen sehr ernst und energisch, mit festem Blick auf mich: "Das ist einfach nur bunt!!!" Wie Recht sie hat... Einfach nur so herrlich bunt!!!
















Kinderkunst bei Philuko.
Creadienstag.
SinnBLICK 2014 bei blick7.
Mustermittwoch bei MüllerinArt.

Samstag, 30. August 2014

In heaven - einmal Himmel und zurück...

"Jede Landschaft hat ihre eigene, besondere Seele." Christian Morgenstern

Ein Himmelsblick aus dem Dachfenster am zweiten Tag



Ihr wisst es ja schon, zwei Wochen auf Sylt mit Batikseminar sind zu Ende, vom Wetter haben wir uns all das genommen, was möglich war, zweimal waren wir bis auf die Haut durchnässt... (auch das eine Erfahrung, die wir im Nachhinein nicht mal missen wollen). Manchmal gab es aber auch Sonnenschein, einmal fast den ganzen Tag lang, am Ellenbogen, manchmal für ein Lesestündchen im Garten, zweimal auf abendlichen Heimwegen und einmal, am Tag vor der Heimreise, eine runde Stunde zwischen wolkenbruchartigen Regenfällen, und zuletzt, bei der Abreise mit der Fähre. Hier zeig ich euch vierzehn Tage Nordseehimmel, chronologisch... Ich fand, nach den vielen Gartenhimmeln dieses Jahr bei mir hat Katja Raumfee mal wieder richtig "In heaven" verdient, (fast) ohne Garten. Also jetzt: 

Einen Tag später: abends nach dem Tanzen, Himmel so aufgewühlt wie wir.
Spaziergang "An den Dünen" am übernächsten Morgen vor dem Seminar.




Nach einer halben Stunde Heide-Dünen-Rot durchs Grün Richtung alte Schule, in die Batikwerkstatt.
Drei Tage später, ein Tag zwischen mehr Regen und weniger Sonnenschein im Schutze unseres Dachstübchens.

Am Ellenbogen, wieder zwei Tage später, geradezu unwirkliches, gleißendes Licht, mit dem der Automatikmodus meiner Kamera sichtlich überfordert war. Da die Aufnahmen der Realität dennoch ziemlich nahe kommen, zeige ich zumindest einige.

Am Ellenbogen
Die "Gret Palucca" passiert den Ellenbogen. Die Tänzerin Gret Palucca liebte Sylt. Noch heute proben die Studierenden der Palucca-Hochschule für Tanz Dresden sommers auf Sylt. Ein Geheimtipp: ihre "Nächtlichen Tänze" am Strand.
Als ich da im Windschutz des Gefährten so im Sand lag, kam mir der SinnBLICK "in den Sinn"...
Gesehen: neben all dem, was ihr auf den folgenden Fotos selber sehen könnt - Seehunde und einen Schweinswal
Gerochen: Meerwasser mit allem, was dazu gehört, besonders an der Wattseite
Gehört: Wellen und noch lauter den Wind, gedämpfte Stimmen
Gefühlt: Wind im Haar und Sand im Gesicht, Steine in der Hand, Kühle an den Füßen
Geschmeckt: Salz auf den Lippen
Gedacht: wenig, ich brauchte da nicht zu denken...

Aber gelacht habe ich: Warten aufs perfekte Seehundfoto... Ich hab mir die rundäugigen Taucher einfach nur angeguckt..., wunderschön, wie sie an dieser strömungsreichen Stelle im Meer spielen






Wir verlassen die Ellenbogenspitze
Am nächsten Vormittag - Lesen im Garten mit Blick durch das "Tor des Windes" Richtung Deich, mehrfach unterbrochen von Regengüssen...
Wieder einen Vormittag später - sieht doch gut aus, oder?...
Am Nachmittag: es schüttet aus Eimern und trommelt aufs Dachfenster, Nachmittagsschläfchen... So ging es die ganze Nacht und den nächsten Tag weiter, bis in den Abend vor unserer Abreise.
Als wäre nichts gewesen, scheint plötzlich zwischen dem Wolkengewirr die Sonne. Wir eilen zur nahen Lister Plattform. Kein Moment scheint besser geeignet, als genau jetzt Abschied zu nehmen von der Insel, mit Blick über Dünen, Heide und Wanderdünen aufs Meer.
 
Blick nach Nordwesten übers Watt auf den Ellenbogen


Die unverwechselbaren Farben der Heidebewachsenen Dünen

Blick über die Wanderdünen nach Westen aufs offene Meer
Die nächste Wolkenfront naht...
Wir steigen ab...
... unter "Aufsicht" der fleißigen Dünenpflegekräfte, die sich völlig frei bewegen und immer Vorfahrt haben!
Schnell zieht es sich wieder zu.
Samstagskaffee am Abfahrtsmorgen beim Bäcker vor der Tür, gleich mit süßer Sünde...
Der Lister Hafen im Morgenlicht, Warten auf die Fähre nach Rømø.
Zur Sonne gesellen sich wieder dicke Wolken, das kann schöne Folgen haben..., ein bisschen hin und her gucken, die Treppe zum Deck hinauf und da haben wir ihn, einen Extragruß zum Abschied nach 13 Jahren Sylter Batikseminaren:
Ein doppelter Regenbogen über List...
Blick aufs glitzende Meer, aber von drinnen...
Tschüs, Ellenbogen...
Noch einmal Himmel, von einem Halt auf der Überfahrt über den Damm nach Dänemark.

Abends waren wir nach langer Staufahrt zu Hause... Das erste Foto am Tag nach der Heimkehr im Garten, dichtes Grün, das Gefühl von Zuhause... (als Kleinkind lebte ich irgendwo im Stuttgarter Raum in einem Haus mit grün gestrichener Holzverkleidung, das einen Turm hatte, ähnlich wie eine Kirche, ich wohnte also "im grünen Bodenkirchen", nun wohne ich wieder grün, so lange schon...)



Meine Reihe "Samstagskaffee aus (m)einem wilden Garten" setze ich ab jetzt monatlich fort und lade euch gern ein eure Gartenposts dort zu verlinken (ab sofort mit richtigem Tool...). Schön wäre, wenn ihr in euren Beiträgen auch ein wenig darauf eingeht, was eurer Garten nicht nur euch Menschen, sondern auch den "wilden" Tieren und Pflanzen unserer Heimat gibt. Immer am 1. Samstag des Monats gibt es jetzt hier einen Rückblick auf den vergangenen Gartenmonat. Und denkt jetzt nicht, im Winter wäre da nichts los, aber der Winter dauert ja auch noch..., hoffen wir mal. Ich brauche dringend für so einige Vorhaben goldenen Herbst, wochenlang, mindestens ;-). Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, bis morgen, wenn es hier wieder heißt "Mein Freund der Baum".

In heaven
Samstagskaffee 
SinnBLICK2014
Perspektivwechselfoto