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Donnerstag, 2. Januar 2020

Zwischen den Wassern... Adventstage in Rerik

Diese Eiche auf dem Reriker Pfarrhof gibt im Winter laublos den Blick auf die Kirche frei.



Ich hoffe ihr seid gut im neuen Jahr angekommen. Möge es ein gutes werden. Herzenswärme und Stille gingen mir in den letzten Tagen als Jahresmotto durch Herz und Sinn. Es war auch etwas stiller hier, stiller als beabsichtigt, es passte nicht alles unter einen Hut. Ich hatte eine wunderbare Adventszeit. Auch weil ich mir immer besser abgewöhne, erzwingen zu wollen, was nur unter Riesenstress möglich würde... Auf Insta gebe ich ja auch in solchen drängeligen Zeiten wenigstens kleine Lebenszeichen... Aber nun wird es Zeit auch den Blog hier wieder zu füllen, und was sich bei mir im Dezember so ereignet hat, erzähle ich morgen zur Monatscollage. Nun erst mal "Naturereignisse". Was gäbe es für mich Schöneres als ein neues Blog-Jahr mit Natur zu beginnen, zum "Naturdonnerstag" und zu "Mein Freund, der Baum"









So um Weihnachten herum möchte ich immer gern alle meine Kinder und Enkel sehen und drücken... Das muss nicht unbedingt Heiligabend sein. Die ganze Advents- und Weihnachtszeit bis in den Januar hinein ist mir lieb und teuer und ganz besonders. So bin ich im Advent im Osten Deutschlands per Bahnreise von Süd nach Nord gefahren, habe mit meinem Bruder in Rostock Kaffee getrunken und war wenigstens knapp zwei Tage und zwei Nächte bei meiner Tochterfamilie. Wenn die Enkel vormittags in Kita und Schule waren, blieb sogar für mich etwas Zeit, Muße viele Weihnachtsbrieflein und -karten zu schreiben und bei Sonnenschein und nur ganz mildem Wind einen Spaziergang "zwischen den Wassern" zu machen, vom Pfarrhaus am Salzhaff entlang und später an der Ostsee entlangzuwandern. Wie herrlich ruhig der Ort zu dieser Zeit... Eine willkommene Auszeit...




Am Salzhaff.
 
Der Schmiedeberg, Reste eines alten Burgwalls.

 
Blick vom Aussichtspunkt auf dem Schmiedeberg aufs Salzhaff.

 
Blick auf Rerik mit dem schon von weither sichtbaren Kirchturm.


 
Blick auf die Ostsee.









Zurück in der Nähe der Kirche habe ich in einer Bäckerei noch gemütlich einen Kaffee getrunken und bin, vorbei an Bäumen, zurück ins warme Haus an den Küchentisch mit Aussicht...
















 





Mauerblümchen. Dezemberrosen in Rerik.



Mein Freund, der Baum
Naturdonnerstag

Mittwoch, 25. September 2019

Mustermittwoch und Papierliebe - September 2019





"Aus dem Nähkästchen" und "Pappe" sind die Themen von Mustermittwoch und Papierliebe für diesen September. "Kurz vor knapp" bin ich doch auch noch dazu gekommen etwas zu zeigen...

Zu den kleinen Onesheetbooks von neulich hat sich ein weiteres gesellt (A8). Ein Text hat mich inspiriert, der gerade mal wieder so was von treffend in mein Leben passt:

Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld. (Ralph Waldo Emerson)

Wenn man die Mitte 60 erreicht hat, ist schon präsent, dass man im Herbst des Lebens angekommen ist und die Zeit, die man auf Erden hat, ihren Zenit weit überschritten hat und begrenzt ist. Da macht sich in mir manchmal eine leise Ungeduld breit, wenn sich Vorhaben zu lange hinziehen und mich von - in meinen Augen - wichtigeren Dingen abhalten...

Aus dem Nähkästchen habe ich verschiedenfarbige Nähgarne geholt, einen Aquarellpapier-Ecoprint mit kleinen gestickten Rondellen bemustert und mit dem Text versehen.












Schon vor längerer Zeit angefangen hatte ich das Aufhübschen von Ecoprints, denen noch ein bisschen Esprit oder das gewisse Etwas fehlte oder die schlicht "zu duster" geraten waren. Hier habe ich zwei 1,50 lange Eukalyptus-Blauholz-Ecoprint-Wollschals aneinandergenäht und mit einem einfachen Vorstich-Linien-Muster aus passendem Garn bestickt und ein paar Fransen stehen lassen. Die Stickgarne waren einst im Nähkästchen meiner alten Handarbeitslehrerin. Dazu kamen zwei Glitzergarne aus einem Laden in Köln. Nun habe ich einen 3 m langen Loop, den ich vierfach um den Hals schlingen kann, er liegt leicht und luftig und wärmt doch. Die Fransen stehen sehr keck in alle Richtungen ab...
















Als ich am vergangenen Wochenende in Freiberg mal wieder abgelaufene Kalenderblätter zu Briefkarten verarbeitete, fiel mir ein weiterer Text in die Hand, ein Septembertext von Johannes Trojan. Um diese Zeilen herum habe ich ein Büchlein im Format A6 gebunden, und nun kommt die Pappe ins Spiel: Die verwendeten handgeschöpften Papiere sind nämlich aus aufgeweichten Eierpappen entstanden, ihr werdet die Farben erkennen... Auf den Umschlag habe ich ein herbstlichfarbiges Muster gewebt, mit zwei Stengelchen Akelei. 












Stickmusterlinien kamen auf manche der Seiten, Fadenreste, gepresste Blätter, Rinde, ein Batikpapier bildete u. a. zwei Täschchen für Textzeilen. Zwei bemusterte Butterbrottüten von Mano lieferten die grünen Kreise und die goldenen Sonnen-Runds. Hach, ich könnte mich immer wieder von Neuem durch das Büchlein blättern...









Das Büchlein passt mit seinem Inhalt und vielen der verewendeten Materialien auch bestens zum Naturdonnerstag und ist ein Beispiel dafür, wie man seine Jahreszeitenerlebnisse kreativ dokumentieren und die Natur um uns her auf besondere Art und Weise wertschätzen kann. Jahreszeitenbriefe eben... In diesem Falle von einem sehr goldenen September.













Mustermittwoch: Aus dem Nähkästchen
Papierliebe: Pappe 
Naturdonnerstag




Mittwoch, 28. August 2019

Mustermittwoch und Papierliebe - Sommer 2019

Tropen und Ozeanum waren die Themen, die MüllerinArt und Frau Nahtlust uns mit in den Sommer gegeben hatten...






Einen Dschungel, wenn auch nicht tropisch, habe ich mit Tochter und Enkelkindern aus meinen vielen Tütchen gesammelter und dann in einer großen Schüssel gemixten Samen 
kurzerhand in meinen von Bauarbeiten platt und leer gemachten Vorgarten gesät, als Übergangslösung, die uns sehr ans Herz gewachsen und bald ins Küchenfenster gewachsen ist...










Die dünnen Finger der in alle Richtungen wachsenden Kürbisranken habe ich mal probeweiser beim Ecoprinten gesichert. Sie geben zwar keine Farbe ab, aber mit einem Farbe abgebenden hinterlegten Papier sind sie dennoch zu sehen, sie reservieren gewissermaßen das Papier vor der Farbe. Hübsche Collage-Grundlagen, finde ich.










Meist frühstücke ich in diesen Sommertagen unterm Dach vor der Haustür, von dort habe ich meinen Dschungel gut im Blick und auch, welche Pflanzen diese wieder so anhaltende Trockenheit gut überstehen: Das Immergrüne Geißblatt nicht, der Wilde Wein schon. Tropisch-dschungelartige Schattenspielmuster gibt es aber allemal... Und aus Erfahrung weiß ich, dass das Immergrüne Geißblatt im nächsten Frühjahr wieder von unten austreibt und versucht nach oben zu klettern.







Unser bunter Dschungel vor der Haustür stand Pate, als ich mit zwei Enkelkindern (9 und 7 J.) Dschungel-Postkarten gestaltet habe. Dazu haben wir einen A4-Bogen mit Fettstiften grünlich grundiert und dann vielfach bunt traktiert, zwischendurch das Blatt gedreht, damit es nicht ein "Bild" wird, sondern das  verwirrende Lichterspiel der Pflanzen und Ranken zum Ausdruck kommt. Dass dabei zufällig sowas wie Stimmungen von Tageszeiten herauskommen, fand ich besonders spannend... Morgenröte, Mittagslicht und Abendschatten...











Dschungelartiges hatte ich auch im Blick, als ich mit verdünnten und gemixten Tinten experimentiert habe. Grundlage war mehrfach übereinander Geschriebenes... 







Unter dem Eindruck der in aller Welt wütenden Waldbrände - Sibirien, Indonesien, Amazonas (auch hier in Brandenburg gab es dieses Jahr schon mehr als 350 Waldbrände...) - wurde nach dem Collagieren von Flammen aus handgeschöpftem Papier ein Heftchen daraus (one-sheet-book oder one-page-fold-book) im Format A8 mit 16 Seiten vorne und hinten, versehen mit einem mich schon über Jahrzehnte begleitenden Gedicht von Sarah Kirsch.








Die gewählte Faltung entschied in diesem Falle darüber, dass beim Aufstellen des Büchleins sowohl Vorder- und Rückseite zur Ansicht erscheinen.








Ich habe bewusst nach der Faltung und dem Schnitt das Büchlein wieder plan als A4-Blatt hingelegt und dann erst das gemusterte Blatt mit weiterer Schrift und Collage gestaltet und schließlich wieder gefaltet. Somit löst sich das Rätsel des Büchleins und der Texte erst, wenn man es wieder auseinanderfaltet und somit das zerschnittene Papier wieder plan als Ganzes vor sich hinlegt. Eine andere Herangehensweise, als sie z. B. Mano wohl gestern für ihr Heftchen gewählt hat, erst falten und dann die einzelnen Seiten des entstandenen Büchleins gestalten. Es gibt so viele Möglichkeiten... Ich fand für meine Heftchen diesmal dieses Verwirrtwerden und Verwirren passend, denn auch für das zweite Exemplar habe ich es so gehalten, falten, schneiden, wieder plan hinlegen, gestalten, falten... Die Inhalte soll man sich ein bisschen erarbeiten müssen, eine kleine Weile dranbleiben...






Als ich mich mit dem Thema Ozeanum beschäftigte, war das gerade die Zeit, in der die Sea-Watch 3 so entsetzlich lange auf dem Mittelmeer unterwegs war, um einen sich öffnenden Hafen für die Geretteten zu finden. Und zeitgleich fiel beim Durchsehen eines Abreißkalenders ein Text von Leo Tolstoi in die Hände... Der passte so gut und ich möchte ihm manchem herzlosen Zeitgenossen so gern hinter die Ohren schreiben. Jedenfalls findet man in meinem Haus jetzt dieses Heftchen, und wer es auffächert und auslegt, erkennt ohne Zweifel den Zusammenhang. Das erste Wort in Schreibschrift (mit Balsaholz - auch das wächst in den Tropen - geschrieben), hieß "Meeresstille"... Danach habe ich mehrfach den Text von Tolstoi geschrieben und schließlich das auseinander geschnittene Kalenderblatt aufgeklebt. (zu lesen von links nach rechts)








Hier noch einmal beide Heftchen zusammen. Für das zweite habe ich eine andere Faltung/Schnitt gewählt, hier sind Vorderseite und Rückseite nur getrennt voneinander zu sehen.







Gerne hätte ich noch viel mehr gemacht, der Feriensommer war schön und intensiv, doch die meiste "frei"gebliebene Zeit "floss" in nötige Räumereien und ins Bepflanzen, Gestalten und Gießen der Gärten...



Mustermittwoch
Papierliebe