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Donnerstag, 6. Februar 2020

Ein Garten im Werden

Geplant ist schon eine Menge, vor allem naturnah und dank standort- und klimagerechter Aussaaten und Pflanzungen auch pflegearm soll der Garten werden, er soll uns erfreuen, beherbergen und zur Ruhe kommen lassen, Gäste empfangen, und - eigentlich vor allem - Insekten, Vögeln und allerlei Kleintieren und Kleinstlebewesen Lebensraum bieten und sie ernähren. Das hat bei unseren Überlegungen neben ästhetischen Gesichtspunkten eine ganz zentrale Rolle gespielt. Die ersten Pflanzen sind gesetzt, die erste Aussaat ausgebracht, viele Blumenzwiebelchen gesteckt... Wir warten...




Alter Apfel und aufstrebende Birke.



Das Gerüst des Gartens (dort, wo es auf dem Foto grün ist, nutzen die Mieter den Garten) sind seine Bäume, zu denen noch einige weitere kommen werden. Aber hier erst mal die, mit denen wir und viel Getier hier leben und die wir lieben... Schließlich sind wir bekennende Baumfreunde. Immer im Blick von der Veranda aus ist die Birke, von der wir noch nicht wissen, ob wir sie nicht doch erst mal abschneiden müssen und sie wieder austreiben lassen, sie hat während der Bauarbeiten an der Rinde ziemlich gelitten. Bisher sieht sie allerdings so aus, als würde sie es wegstecken. Links davon steht der alte Apfel. Noch weiter links dann der tote alte Pflaumenbaum, solange es geht, bleibt er als Lebensraum-Baum stehen, gehalten wird er schon von einem Arm der Ahorngruppe an der Grenze zum Nachbargrundstück. Ob wir die noch ausdünnen, steht noch nicht fest. Davor, vor der noch etwas zu verschiebenden Totholz-Stammstück-Sammlung, kaum zu sehen, aber im Spätsommer schon mit süßen kleinen Früchtchen behangen, ist ein junger Pflaumenbaum, offenbar durch Selbstaussaat aufgewachsen. 



 
Rechts hinter dem Stammabschnitthaufen stehendes Totholz (Pflaume), eine ganz junge davor. Hinterm Holz eine Ahorngruppe, sehr wahrscheinlich auch aus Selbstaussaat aufgekommen.





Nicht zu sehen, aber in unserem Garten bzw. gleich nebenan, wachsen noch zwei junge Eichen, eine junge Buche, eine Eberesche, eine weitere Birke heran. Schon zu den Alten gehören eine Kastanie, eine Bergkirsche und eine Fichte... Es wird eine kleine Gratwanderung zwischen Licht und Schatten, Hell und Dunkel, mal schauen...

Im Garten wird sich dieses Jahr hoffentlich noch eine Menge tun... Das möchte ich genauer beobachten. Zum ersten Mal entsteht ein Garten nach unseren Wünschen, die eine professionelle Naturgartenplanerin zu Papier gebracht hat und nun unter Einbeziehung verschiedener geeigneter Firmen nach und nach realisiert. Hier also die Perspektiven, aus denen ich dieses Jahr regelmäßig in den Garten schauen werde. Denn für die Anwuchs- und Unterhaltspflege werden wir auch in unserer Brandenburgzeit monatlich ein Wochenende hier in Sachsen verbringen.




12tel Blick - Motiv 1: Vorgarten.
 

Der nicht eingezäunte Vorgarten ist etwas erhöht hinter einem Mäuerchen aus Gneis und soll einmal weitgehend als Frühlingsblüher- und Trockenblumenwiese fungieren. Vor der alten Fichte sind im etwas schattigeren und feuchteren Bereich bereits ein Sommerflieder und Rosen gepflanzt, von denen eine in die Fichte hineinranken wird, hoffen wir. An das alte Zaunrelikt im Vordergrund rechts ist eine alte Rose umgepflanzt worden, die sich da hinüberlehnen darf. Ein erstes ihrer Augen zeigt sich bereits knospig. Und die Gießkanne steht dort, weil die Gehölze erst sehr spät im vergangenen Jahr in die Erde kamen und auch in Sachsen noch ein riesiges Regen-Defizit besteht. Da ist in frostfreien Zeiten kräftiges durchdringendes Gießen im Abstand von zwei Wochen angesagt. 




12tel Blick - Motiv 2: Hinter dem Haus. Vom Rand des Gartens aus geblickt.



Es erweist sich als ausgesprochen schwierig den Garten hinter dem Haus als Ganzes fotografisch zu überblicken... Hier der bisher einzige Schnee, der ein bisschen liegenblieb. Da ich an dem Morgen zum Bahnhof musste und es noch ziemlich dunkel war, konnte ich die anderen Perspektiven nicht mehr fotografieren... Erkennbar ist die Wegestruktur, wir haben uns für sandgeschlemmte Schotterdecke entschieden, in die sich auch gerne was aussäen darf... Die Breite des Weges trägt dem Umstand Rechnung, dass wir älter werden, nicht unbedingt nur hintereinanderhertrippeln wollen und hier vielleicht eines Tages mit einem Rollator unterwegs sind. Das linke der Rondelle (nur im Anschnitt zu sehen) wird einer unserer Sitzplätze, der "große", wo wir auch mal mit Besuch sitzen können.)  Zwischen den Rondellen entsteht ein kleiner flacher wechselfeuchter Graben. Je nach Regen wird er feucht sein oder trocken. Es soll Pflanzen geben, die das aushalten. Ich bin gespannt. Es gibt im Garten übrigens keine rechten Winkel, nur geschwungene Linien. So bin ich eben.




12tel Blick - Motiv 3: Apfelbaum und Rondell



Hier bei diesem Motiv wird sich voraussichtlich recht schnell was tun, das Rondell wird demnächst zur Hälfte von einer Trockenmauer eingefasst werden, das dahinter rechts ansteigend aufgefüllte Gelände wird bepflanzt, unterm Apfelbaum sollten bald Zwiebelblumen und Blumenwiese sprießen. Eigentlich war unterm Apfelbaum eine Rundbank vorgesehen, aber das wird uns nun doch zu viel und zu eng. Ein kleines Tischchen mit Stuhl, um da unterm blühenden oder tragenden Apfelbaum mal ein Brieflein zu schreiben und auf den schlafenden Mann oder von hinten aufs Haus zu gucken, sollte aber passen. Ein weiterer - ganz geschütztere und schattiger - Sitzplatz für zwei ist noch in Hausnähe geplant, den zeige später im Jahr, wenn was zu sehen ist davon. Von da aus hat man dann auch einen schönen Blick in den Garten. Ich bin Perspektiven- und Blickachsen-Junkie, merkt ihr... Ich liebe gelenkte Blicke und zugleich einen gewissen Überblick. Dennoch wird es auch lauschige Plätzchen und noch etwas Geländemodellierung geben... Noch steht ja keins der zu pflanzenden Gesträuche ;-)





12tel Blick - Motiv 4: Blick in den Garten von der Veranda aus.



Die Veranda ist fast fertig und es stand nun innen die Planung der Fensterbretter an. Da ich nun schon einige Wochen hier immer wieder entlang gehe und aus den Fenstern gucke, kam mir noch eine zündende Idee, die vom Manne ganz schnell und bereitwillig aufgegriffen wurde. (Bei anderen Vorschlägen musste ich mehr Überzeugungsarbeit leisten...) Wir werden hier - neben einer Sitzecke weitere links - einen kleinen Schreibplatz integrieren, mit Blick in den Garten, gern auch mal mit "Fenster auf". Übrigens jubilieren hier schon einige Vögelchen ziemlich frühlingshaft und ganz langsam finden sich gefiederte Gäste an einem der ersten Futterplätze ein. Da habe ich gemerkt, was es ausmacht, wenn man mit seinen Vögeln schon langjährig kommuniziert, einander kennt und quasi "per Du" ist... Hier wird es noch eine Weile dauern, bis sie so vertraut in unserer unmittelbaren Nähe futtern, wir sie das in unserem Brandenburger Garten machen...

Ob im Garten alles so wird, wie wir uns das ausmalen und vor allem so schnell, wie wir das nach der langen Wartezeit (diese Trockenheit im letzten Herbst auch hier...) erträumen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall wird es grünen. Und das ist doch schon mal was... Außerdem, auch wenn was schief oder in eine ganz andere Richtung gehen sollte, die Natur weiß sich irgendwie immer zu helfen, hoffe ich... Ich entwickle gerade eine große Vorfreude auf das, was hier wird übers Jahr...


Mein Freund, der Baum
Naturdonnerstag 
12tel Blick 
Gartenglück - Winterglück

Donnerstag, 16. Januar 2020

Naturdonnerstag - Adventsspaziergänge

Spielzeugstadt Seifen vor dem 1. Advent, im Nebel... und noch herrlich unaufgeregt...










Allerorten las ich schon gleich nach Neujahr von "Abschmücken" und "Entweihnachten". Als hätte man die Nase voll von Weihnachten... Kann man von Weihnachten, also vom eigentlichen Sinn des Festes, die Nase voll haben? Man könnte auch den Versuch wagen, Weihnachten etwas mehr in den Alltag mitzunehmen... Nein, das hängt nicht am Weihnachtsschmuck. Aber ich lasse mir bewusst Zeit mit dem Wegräumen der Weihnachtsutensilien... Gemach, gemach und nach und nach... Bis Maria Lichtmess am 2.2. hab ich die Zeit sogar "offiziell". Ich mag die stille und liebevolle Atmosphäre zu gern und so stehen unsere zwei Fichtensträuße, geschmückt mit den vielen natürlich daran gewachsenen Zapfen, klaren Glaskugeln und Lichterketten und je einem Stroh-Rentier, immer noch im Wohnzimmer und auf der Veranda und spenden unaufhörlich ihr sanftes Licht in diesen draußen noch nur so kurz erhellten Tagen. Die Zweige waren ja so frisch, dass noch keine Nadel gefallen ist. Nur die Zapfen entlassen das eine oder andere geflügelte Samenkörnchen auf die Fliesen...




 
Rückfahrt von Seiffen nach Freiberg, raus dem Nebel...




Die oft so rummelig und laut gewordenen Weihnachtsmärkte besuche ich gar nicht oder nur widerwillig. Manchmal jedoch hat man Glück, wie wir am Samstag vor dem 2. Advent, als wir in Langhennersdorf auf dem Pfarrhof zu Gast waren. Kein elektronisch bearbeitetes und verschlagertes Weihnachtsliedergedöns, die alten Weisen instrumental live oder leise aus dem Lautsprecher auf dem alten Fenstersims, Lichterketten, Glühwein-, Kaffee- und Suppenduft, altes Handwerk in Aktion, Honig, Mistelzweige und Handgemachtes zum Geschenkekauf. Eine willkommene und absichtsvolle Pause von der Festvermarktungsmaschinerie. Geheimnisvoll und still, etwas verwunschen und vielleicht sogar etwas verschlafen. Aber eben schön... und stimmungsvoll.




Märchenzelt auf der Streuobstwiese.












Das Zentrum des kleinen liebevoll geschmückten Marktes ist die alte Kastanie inmitten des Pfarrhofs, was für ein herrlicher Baum... Da spürt man sogleich Atmosphäre und ein besonderes Willkommen...








Nach einem ersten Rundgang zu den Ständen machten wir einen Spaziergang rund um Pfarrhof und Kirche und merkten sofort, dass wir wohl auch zu anderen Jahreszeiten noch mal wiederkommen sollten... Kirche, alter Friedhof mit efeuumwobener Mauer und Streuobstwiese laden wirklich geradezu ein... 




















Schließlich nahm uns der alte stimmungsvolle Pfarrhof wieder in Empfang, wir umkreisten noch einmal die alte Kastanie, kauften noch frischen Honig und ein wenig Mistel-Grün und machten uns zufrieden auf den Heimweg. Advent.




Die wunderbare Kastanie passte aus keiner Perspektive ganz aufs Foto....

Hier geht der Blick in die Krone weiter...


NaturdonnerstagMein Freund, der Baum

Donnerstag, 9. Januar 2020

Naturdonnerstag - Freiberger Spaziergänge

9.12.19 am Freiberger Bahnhof




Vier Wochen machen den Unterschied und schwups, man ist in der winterlichen Jahreszeit angekommen, auch wenn richtiger Schnee hier noch auf sich warten lässt. Aber letztes Jahr kam er dann Mitte März mit Wucht... Am 9. Dezember, als ich Birgitt vom Zug abholte, trugen die jungen Birken am Bahnhof noch goldenes Laub...





Blühender Winterschneeball im Park am Freiberger Tierpark.



Wir waren ganz schön viel unterwegs in der Stadt, pausierten aber auch immer mal bei einem Süppchen oder Kaffee... Am ersten Tag ging's bei mir "im Dreh" ein gutes Stück spazieren.




Fast im Verborgenen - Naturspielplatz mit alten Eichen und Buchen.

Diese Rose lebt auf einem großen Tor, das täglich geöffnet und von Autos durchfahren wird. Geht also...



Am nächsten Tag ging es dann hinein in die Altstadt, die wir beider innerhalb und auch außerhalb der alten Stadtmauern erkundeten. 




Stadtmauer am Donatsturm.





Vor einiger Zeit ist zum Freiberger Marien-Dom mit seiner berühmten Goldenen Pforte nun auch der rekonstruierte Kreuzgang zugänglich geworden. Viele der bei den Grabungen aufgefundenen Grabplatten aus der Zeit, als im Dom und auf dem "Grünen Friedhof" gleich rund um den Dom bestattet wurde, sind einbezogen worden. Entstanden ist ein stiller Ort außerhalb des gewaltigen, aber innen schlicht gehaltenen Dom-Bauwerks.




 
Knorrige Birke im Grünen Friedhof zwischen Dom und außen liegendem Kreuzgang.

 
Auch hier, wie so oft gesehen vor Weihnachten, blühende Dezemberrosen.





Auch das Freiberger Schloss Freudenstein wurde betrachtet, lag es doch so wunderbar im Sonnenschein. Und wieder habe ich vergessen, was das für leuchtend rotfrüchtige Bäumchen sind...




 


 


Zurück zu mir nach Hause wanderten Birgitt und ich dann (fast) vom Schloss Freudenstein aus entlang der Teiche durch den Albertpark, die Fotos von diesem Weg stammen vom Neujahrsspaziergang mit dem Liebsten. Denn der Weg über den Obermarkt zum Schloss und zurück durch den Park mit seinen alten und jungen Bäumen gehört zu unseren liebsten in der Stadt... Und bei dem schönen sonnigen Wetter hatte es auch manche Familie herausgelockt...












 
Einsamer Reiher auf dem Eis.






Seitdem hat es nun hin und wieder intensiv geregnet, zum Spazierengehen weniger schön, aber eigentlich heiß ersehnt um das Niederschlagsdefizit im Boden auszugleichen... Mal schauen, wie es am kommenden Wochenende wird. Da hätten wir nämlich auch wieder mal Lust auf einen Spaziergang... Aber vielleicht gehen wir auch ins Johannisbad schwimmen...



Naturdonnerstag
Mein Freund, der Baum

Donnerstag, 2. Januar 2020

Zwischen den Wassern... Adventstage in Rerik

Diese Eiche auf dem Reriker Pfarrhof gibt im Winter laublos den Blick auf die Kirche frei.



Ich hoffe ihr seid gut im neuen Jahr angekommen. Möge es ein gutes werden. Herzenswärme und Stille gingen mir in den letzten Tagen als Jahresmotto durch Herz und Sinn. Es war auch etwas stiller hier, stiller als beabsichtigt, es passte nicht alles unter einen Hut. Ich hatte eine wunderbare Adventszeit. Auch weil ich mir immer besser abgewöhne, erzwingen zu wollen, was nur unter Riesenstress möglich würde... Auf Insta gebe ich ja auch in solchen drängeligen Zeiten wenigstens kleine Lebenszeichen... Aber nun wird es Zeit auch den Blog hier wieder zu füllen, und was sich bei mir im Dezember so ereignet hat, erzähle ich morgen zur Monatscollage. Nun erst mal "Naturereignisse". Was gäbe es für mich Schöneres als ein neues Blog-Jahr mit Natur zu beginnen, zum "Naturdonnerstag" und zu "Mein Freund, der Baum"









So um Weihnachten herum möchte ich immer gern alle meine Kinder und Enkel sehen und drücken... Das muss nicht unbedingt Heiligabend sein. Die ganze Advents- und Weihnachtszeit bis in den Januar hinein ist mir lieb und teuer und ganz besonders. So bin ich im Advent im Osten Deutschlands per Bahnreise von Süd nach Nord gefahren, habe mit meinem Bruder in Rostock Kaffee getrunken und war wenigstens knapp zwei Tage und zwei Nächte bei meiner Tochterfamilie. Wenn die Enkel vormittags in Kita und Schule waren, blieb sogar für mich etwas Zeit, Muße viele Weihnachtsbrieflein und -karten zu schreiben und bei Sonnenschein und nur ganz mildem Wind einen Spaziergang "zwischen den Wassern" zu machen, vom Pfarrhaus am Salzhaff entlang und später an der Ostsee entlangzuwandern. Wie herrlich ruhig der Ort zu dieser Zeit... Eine willkommene Auszeit...




Am Salzhaff.
 
Der Schmiedeberg, Reste eines alten Burgwalls.

 
Blick vom Aussichtspunkt auf dem Schmiedeberg aufs Salzhaff.

 
Blick auf Rerik mit dem schon von weither sichtbaren Kirchturm.


 
Blick auf die Ostsee.









Zurück in der Nähe der Kirche habe ich in einer Bäckerei noch gemütlich einen Kaffee getrunken und bin, vorbei an Bäumen, zurück ins warme Haus an den Küchentisch mit Aussicht...
















 





Mauerblümchen. Dezemberrosen in Rerik.



Mein Freund, der Baum
Naturdonnerstag