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Mittwoch, 1. Mai 2019

Mustermittwoch - Taschen

Noch gepflegtes Chaos auf meinem Werktisch... Dabei war der gerade aufgeräumt zum Jahreszeitenabend.




Ist doch gut, wenn man ungeahnt vorgearbeitet hat... Tage der offenen Ateliers am kommenden Wochenende auch bei mir zu Haus, am Freitag Expertentag im Schulgarten mit Insektenhausbau, die letzten Handgriffe an der Frühlingspost 2019... Oje... Unter normalen Umständen hätte ich diese Woche somit gar keinen Post geschafft, geschweige denn Taschenmuster zu finden oder zu erfinden. Aber ich hab ja welche! Gemusterte Taschen! Ich bin doch von Täschchen umgeben... Hier meine schnelle Sammlung.









In einem der Ryokans in Japan, auf Miayima, bekamen wir jeden Tag ein Täschchen für unseren Krimskrams, den wir im Onsen brauchten. Eigentlich braucht man nichts, denn es ist alles vor Ort. Nur ich brauchte meinen Zopfgummi und eine Haarbürste. Diese Täschchen durften wir mit nach Hause nehmen, wenn..., ja wenn wir sie immer gleich weggepackt hatten, denn aus dem Korb mit den Yukata werden sie bei der Zimmerreinigung entnommen, wenn die Yukata gegen frische ausgetauscht werden. Die supernetten Servicekräfte denken dann nämlich, man will sie nicht... Wir haben es dann aber noch rechtzeitig kapiert, um ein paar mit nach Haus nehmen zu können.










Und schaut mal hier, auf dem Tischchen in einem anderen Ryokan in Tokyo, steht rechts das grüngelbe Täschchen in genauso einem Schnitt, das mir meine Tochter mal aus einem meiner Batikstoffe genäht hat. Die Batik hing eine Weile an der Wand, aber irgendwie hatte ich sie mir leid gesehen und habe sie zerschnitten und die "ungeliebte" Hälfte zum Vernähen weggegeben. Aber die Tasche daraus ist wiederum toll... Ich finde diese Täschchen, die man einfach zuknotet, für viele Gelegenheiten geeignet. Sie sind leicht, brauchen nicht viel Platz und es lässt sich Einiges darin unterbringen. Ich hatte darin mein Stickzeug mit in Japan.




Miniwerktischchen im Ryokan, der Mann beansprucht auch noch was davon. Die Futonbetten sind schon auf den Tatamis gerichtet. Abend also. In Tokyo.








Auf dem Tischchen ist auch schon zu sehen, was ich u. a. in Japan gestickt habe. Schon lange wollte ich die Sticknadel wieder zur Hand nehmen, die Initialzündung passierte dann in Speyer im Februar. Ich wollte wieder in Übung kommen und hab einfach angefangen, eine alte Leinentasche meiner Mutter in Projekttäschchen zu verwandeln. Zerschnippelt und wieder zugenäht wurden aus einer Tasche zwei Taschen, und der grob gewebte Leinenstoff eignete sich perfekt zum Sticken. Zunächst mit Stichen, an die ich mich aus meiner Schulzeit noch erinnern konnte...















Ich habe festgestellt, dass Stickzeug prima ist, um unterwegs was zu machen, denn das geht auch einfach im Sitzen und eigentlich überall... So habe ich auch die letzten Wochen zu Hause weitergemacht, meist abends auf dem Sofa, vor dem Schlafengehen, oder am Wochenende auf der Gartenbank, wenn mein Mann und ich draußen sitzen...



 


Frühlingspost ist verpackt, die Restpapiere für Tausch- und Sonderpöste erstmal beiseitegepackt Der Werktisch leert sich also. Draußen auf der Terrasse warten Wachsschmelztopf und Bügeleisen...




Heute ist meine Frühlingspost fertig geworden, hach, bin ich froh, denn nun ist wirklich Endspurt für die Tage der offenen Ateliers angesagt. Inzwischen habe ich soviel zum Ausstellen, dass ich mich beschränken muss... Also zeige ich vor allem Wachsbatik, Ecoprint und Buchbinden diesmal. Auch - gerade bei den Büchern, ein paar "works in progress", da lassen sich die Fragen nach dem "Wie" ganz anschaulich beantworten. Und bei der Anmeldung vor Ewigkeiten hatte ich doch fürs Demonstrieren Papierschöpf-Collagen angegeben habe... Na gut, eine Schöpfbütte kriege ich noch hin... Ein paar Ideen hab ich auch, da Zubehör liegt bereit... 




Für ein neues textiles Buch, diesmal wird wieder mal koptisch gebunden.
Tage der offenen Ateliers, ich bin zum 3. Mal dabei und freue mich auf schöne Begegnungen...




Mustermittwoch 
12tel Blick: Blick auf meinen Werktisch

Sonntag, 29. April 2018

Mein Freund, der Baum (61) - Im Bodetal (und ein kleiner Plausch...)

Wenn ich bei meiner Schwester im Harz bin, gehört ein ausführlicher Spaziergang im Bodetal und auf den Höhen dazu. Ein paar Bilder gab es schon. Vierzehn Tage ist es erst her, inzwischen wird nun auch dort alles grün sein. Aber ich erlebte noch die Zeit, in der die noch laublosen Bäume das Licht für die zarten Waldblumen brauchen, nachdem sie ihnen unter dichtem Laub Schutz geboten und den nahrhaften Boden bereitet haben. Es ist immer wieder ein Wunder, was dort für Miniaturgärten entstehen, ohne jedes Zutun einer ordnenden Gärtnerhand, ohne Laubharken. Im Gegenteil, solches würde den blühenden Schönheiten den Garaus bringen. Wenn sich das Blätterdach schließt, sind die kleinen Blumen verschwunden, und erst im nächsten Jahr ist Gelegenheit sie zu sehen... Heute geht es also nicht nur um Bäume allein, sondern auch um das pflanzliche Leben zu ihren Füßen. Das gäbe es nicht ohne die Bäume darüber. Zumindest würde es nur schwerlich gedeihen können. Insofern war ich froh, dass der Frühling hier noch nicht so weit war wie in anderen Teilen Deutschlands, dann hätte ich diesen Blütenreigen glatt verpasst. So intensiv erlebt habe ich ihn zum ersten Mal, obwohl ich ja schon öfter im Harz war.





Auch im Bodetal haben die Stürme tüchtig zugeschlagen.

Hier geht es hinein in den wildromantischen Teil der Bodetalwanderung zwischen Treseburg und Thale.
Über dem Friedhof. Buschwindröschen unter jungen Buchen.
Das Bodetal gehört zum Nationalpark Harz und ist Naturschutzgebiet. Totholz bleibt liegen als Lebensraum für zahlreiche Organismen, die es im Laufe von vielen Jahren zersetzen.
Buschwindröschen kommen überaus zahlreich vor.
Waldveilchen.
Waldveilchen, ein ganz hell geratenes.

Auf dem Burgberg hoch über der Bode.
Die Bode ist dunkel links neben der Straße zu erahnen.
Stellenweise gibt es auch Leberblümchen in großen Mengen.
Leberblümchen an einem steilen Hang. Ein ganz zauberhaftes Arrangement von Mutter Natur.
Gelbe Frühlingsanemone und Buschwindröschen.
 
Meine Favoriten heute: Die alte Eiche und die Buchen auf den Mauerresten der Treseburg. Beeindruckend.

 



Nach meinem Gang vom Bodetal aus auf die Höhen ging es nachmittags mit unseren Verwandten noch einmal dicht an den Fluss. Und da tauchten zu unseren Füßen noch mehr Arten blühender Gewächse auf, von denen ich Gelbsternchen und Milzkraut auch aus den märkischen Breiten hier in Brandenburg kenne...





Gelbsternchen.
Waldbingelkraut, ein eher unscheinbarer Vertreter der blühenden Zunft.




Den Abend beschloss ich mit meiner Schwester auf der überdachten Terrasse. Aus dem Bodetal stiegen zwischen den Bäumen Dunstschwaden auf, nach heftigem Gewitter und Regen....








Ihr merkt, es ist ungewöhnlich still hier zurzeit. Obwohl ich ja so viel zu zeigen und zu erzählen hätte. Die Tage sind sehr arbeitsreich, Schulgarten und eigener Garten verlangen nach mir, obwohl ich ja eine Gärtnerin bin, die allzugern auch mal fünf gerade sein lässt. Auch das Haus verlangt nach der langen Winterpause nach Zuwendung. Die Tage der offenen Ateliers stehen am ersten Maiwochenende an, an denen ich mich wieder beteilige und voller Vorfreude räume, werkle, gestalte... Und dann ist da noch mein "Wochenend"-Ehemann, der mich gelegentlich mit auf eine Dienstreise nimmt, diesmal über Freiberg mit Keramikmarkt nach Boffzen, von wo aus ich einen guten halben herrlichen Tag rund ums Kloster Corvey verbrachte. Seit vielen Jahren hörte ich meinen ersten Kuckuck somit diesmal nicht in Prieros, sondern an der Weser... Und so geht das weiter hier... Aber spätestens, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind, zu Pfingsten, werde ich wieder mehr bloggen. Und wieder mehr bei euch lesen... Fehlt mir nämlich, beides... Wem das jetzt alles nach "zuviel Stress" klingt, lese ich ja manchmal in euren Kommentaren, nein, das ist es nicht. Ich habe gerade einen tollen Lauf und bin glücklich in meiner Haut und in meinem Leben, auch wenn das manchmal ein bisschen nach Nomadisieren aussieht. Einst waren wir alle Nomaden, und bei manchen steckt es halt noch mehr im Blut... Ich liebe mein Zuhause, meinen wunderbaren Rückzugsort, aber ich bin auch gerne unterwegs ;-). Und danke an Lisa... Das zauberhafte Mobile hat einen Platz gefunden, ich freue mich so an ihm... Habt einen wunderbaren Sonntag und bis bald.

Samstagsplausch

Mittwoch, 3. Mai 2017

Tage der offenen Ateliers und Muster-Mittwoch

Kahl und chaotisch sieht mein "Werkraum-Wohnzimmer" nach den schönen Veranstaltungen von der letzten Woche auf einmal aus... Nicht dass ich die frühlingshaften Bilder und Objekte nicht noch hätte hängen und stehen lassen wollen, aber der nächste große Termin wirft seine Schatten voraus, wird sich aber hoffentlich dann in Licht und Freude wandeln. (Die VHS sammelt die Kurs-Termine fürs Folgejahr im April von den Dozenten ein, der Termin für die Tage der offenen Ateliers wurde mir erst im November bekannt... So fällt nun beides, wenn schon nicht auf- oder ineinander, so doch unmittelbar nacheinander ins Haus und ich habe wieder eine stramme Arbeitswoche.) Und eigentlich ist da gar keine Zeit zum Mustern, und ich habe es doch getan..., ist ja schließlich zur kreativen Routine, wenn nicht gar zum wöchentlichen Ritual geworden.













Die "Kopfkino-Bilder" aus Andreas Eye Poetry-Aufgabe ("Sandsturm") und Lucias Bilder-Pingpong-Impuls ("Irrgarten") sind mir in meiner ungewohnten Lage gerade besonders nahe, nur der kreative Output erscheint noch nicht in meinen Träumen, die stürmen und irren noch herum... Mich an den Tagen der offenen Ateliers zu beteiligen, traue ich mich nach 25 Jahren intensiven (Seminar- und autodidaktischen) Lernens und Übens und 20 Jahren eigener Seminartätigkeit im kreativkünstlerischen Bereich und einer ersten eigenen Ausstellung 2014 (Danke Mano, ich selber habe darüber irgendwie immer nur bruchstückhaft gepostet...) nun zum ersten Mal... Mein Fokus liegt ja noch oder doch eher auf dem Inspirieren, Erfahren lassen und andere Menschen zu kreativem Schaffen Locken als auf einem eigenen "Künstlerin"-Sein...










Aber nun ist in diesen vielen Jahren doch soviel zusammen gekommen, dass ich mich einfach traue..., zusammen mit 750 anderen in Brandenburg (Hier der Katalog). Der (einzige) Lieblingssohn hat mir schnell mit Jahreszeitenpostkarten meiner Naturmandalas ausgeholfen, nachdem die bisher sonst üblichen Postkarten des regionalen Organisators sehr plötzlich und kurzfristig wegfielen. Also nicht auf Postkartenwegen, sondern gleich hier einladen..., die Postkarten gibt's dann zum Termin oder später ;-). Falls es am Wochenende Bloggerinnen-Überraschungsbesuche gibt, freue ich mich ganz besonders...













Irgendwie muss ich jetzt aber mal die Kurve zum Mustern kriegen... Vom Workshop in der vergangenen Woche lag noch die Gelatine-Platte bereit. Gelatinedruck zum Ausprobieren biete ich neben Wachsbatik-"Schnuppern" zu den Tagen der offenen Ateliers an. Fix mal auf ein Druckwalzenausroll-Papier ein Stück Strippe gelegt, von der Rolle, mit der ich ein Stück Gartenzaun reparieren musste, nachdem sich wohl ein größeres Tier Einlass verschafft hatte (statt über das offene Tor an der anderen Seite reinzukommen...). Und mit sonnigem Gelb die Platte eingewalzt... Das sieht doch sehr frühlingshaft, fast schon sommerlich aus...



























































Die Tischkleider für die Gartentische sind schon vorhanden, es werden wieder meine Wachsbatiktischdecken sein, auch wenn sie langsam ausbleichen... Sie gehören zu meiner "Geschichte", seit ich mit der Wachsbatik in den 90ern anfing... Aber gegen solche frischen, lichten, schrägen Streifen oder Karos hätte ich jetzt auch nichts einzuwenden. Wäre doch ein Vorhaben für nächste Jahre, Tischdecken nach eigenen Mustern... 











Zwischen all dem Suchen und Finden, Räumen und Putzen, Schneiden und Kleben, Bohren brauche ich auch mal Pausen, wie zum Beispiel wie gestern mal eben diesen Muster-Post zu schreiben... Heute freue ich mich sehr darauf, während dieser kleinen Auszeiten einen Blick auf eure Muster zu werfen... 


Mustermittwoch
MMI - Tage der offenen Ateliers