Nach einem ersten Probelauf mit einer manipulierten Schaumstoffwalze war auch ein nächster Test mit auf eine Fusselrolle geklebten Moosgummi-Streublümchen gut ausgegangen und die Briefumschläge wurden damit bewalzt. Ich fühlte mich nun recht sicher, die Aufgabe als erste meiner Gruppe ins Walzenrennen gehen zu müssen zwischen all den anderen Anforderungen dieser Wochen (Geburtstag des Angetrauten, Umzug ins Sommerquartier) meistern zu können...
Es erweist sich übrigens als ratsam, die Rolle bis an den Rand und ohne allzugroße Zwischenräume zu bekleben, sonst nimmt auch die Rolle Farbe auf, wo sie nicht soll und aufs Papier wieder ab. Erste Erkenntnis. Habe die Rolle am Rand mit weiteren Moosgummischnipseln beklebt. Dadurch entsteht aber dann eher ein Streifen- als ein Streu-Eindruck. Zweite Erkenntnis: Wenn es zeitlich eng wird, vergesse ich das Fotografieren... "Meinen" sanften Morgentau zu mixen, ging dann wieder ganz gut.
Um das Mischen zu üben, habe ich prinzipiell nur die drei Grundfarben vorrätig + Schwarz und Weiß. Aus Blau und Gelb zu gleichen Teilen mischte ich ein warmes Grün, machte es mit etwas einer Spatelspitze Schwarz kühler und hellte dann das Ganze mit vieeeeeeel Weiß auf, bis ich bei sanftem Morgentau ankam, jedenfalls bei dem Farbton, der mir dafür genehm war ;-)
Mit einer einfachen Schaumstoffwalze kam ein erster breiter Streifen "sanfter Morgentau" aufs Papier, danach wurde der Rest des Blattes in derselben Farbe mit einer textilen Farbwalze eingefärbt. (Ich hätte schmale weiße Streifenlinien lassen können, zu spät...)
Ich war im Flow und machte abends am Wohnzimmertisch bei einer Radiosendung weiter, indem ich eine alte Malerwalze mit meinem Moosgummimuster beklebte. Mit einem haltbaren Alleskleber. Und in eine meiner vielen Farbwalzen schnitzte ich ein Streifenmuster (nur mal zum Probieren, für das Gefühl in den Fingern..., denn es gibt da eine Schnitzkönigin...) Aber beides funktionierte nicht recht, die quer zur Laufrichtung aufgeklebten Moosgummitulpen auf der Malerwalze stolperten beim Rollen übers Papier und gaben kaum ihre Farbe ab... Die kleine Farbwalze hatte einen viel zu geringen Durchmesser, um mit Farbe übers ganze Papier zu reichen.... Dritte Erkenntnis: größere Formen längs zur Laufrichtung aufkleben. Vierte Erkenntnis: Statt Alleskleber lieber doppelseitiges Klebeband verwenden, denn der Alleskleber hält alles fest, wie sich das gehört für Alleskleber. Die Rolle ist nur noch für das Umwickeln mit weiteren Schichten verwendbar. Jemand Ideen? Fünfte Erkenntnis: Walzen mit größerem Durchmesser verwenden oder einen Einfärbe"automaten" bauen wie die geniale Lisa.
Dann war erst mal wieder zwei Tage Pause, Geburtstagsbrunch-Vorbereitungen standen an, erst am Sonntag vor meinem gewünschten Absendetermin kam ich wieder an die Walze. Da mein erster Versuch mit einer Fusselrolle ganz gut lief und ich sicher gehen wollte, kaufte ich beim Geburtstagseinkauf auch neue Fusselrollen... Denn das Streublümchen-Muster auf meiner ersten wollte ich noch ein paar mal abdrucken und es nicht gleich wieder abnehmen. Also am Sonntagmittag neu geschnippelt...
Meine sechste Erkenntnis: Es ist beim Kauf von Fusselrollen ratsam, gleich zu probieren, ob die einigermaßen gängig sind, spätestens aber, bevor man sie beklebt... Beides habe ich nicht gemacht... So stockte diese Walze, besonders beim Ansatz und fünf meiner geplanten 20 Papiere konnte ich deshalb so nicht versenden, weil sie verschmierten, bevor die Walze loslief... Aber ich habe noch "Sanften Morgentau" ;-). Siebte Erkenntnis: Es gibt nicht nur bezüglich der Leichtgängigkeit Unterschiede bei Fusselrollen. Die Rolle stieß ihre Moosgummiaufkleber beim Trocknen ab, klebte bei weitem nicht so gut wie die erste, ich muss neu kleben..., ich sage euch: auf einer anderen Fusselrolle, die klebt und leicht geht... Nun weiß ich ja Bescheid. (Nun wäre noch die Frage zu klären, ob ich überhaupt eine Fusselrolle aus dem Winterquartier mitgenommen habe, ich schaue jetzt lieber nicht nach...)
Nach der Musterwalze kam abschließend noch eine handgeschnippelte Streifen-Schaumstoffwalze zum Einsatz in einem noch mal aufgehellten "nebligen" sanften Morgentau. Die Schaumstoffwalze kann mehr Farbe aufnehmen, so hält sie länger und reicht gut über die ganze Länge des Papiers. (Achte Erkenntnis). Meine Güte, was man walzenderweise so alles lernt... Ich bin glücklich mit meinem Papier...
Um einen zu starken Knick zu vermeiden, habe ich beim Einpacken in die Briefumschlge einen Blasenfolien-Streifen in die Mitte eingeklebt...
Ich hoffe sehr, alle Briefe sind angekommen, von einigen weiß ich es schon. Das Schöne daran, wenn man als erste ins Rennen gehen muss, ist ja, dass man sich anschließend genießend zurücklehnen kann... Das ging mir bei der Frühlingspost schon mehrmals so... Und siehe da, diesen Montag konnte ich dann die Nr. 2 aus dem Briefkasten holen, Annette hat mir dieses wunderschöne Briefpäckchen geschickt... Mit ihr war ich schon öfter in einer Postgruppe, und auch diesmal war das wieder ein Vergnügen...
Und noch acht Papiere kommen, ich freue mich... Habt Dank, liebe Michaela und Tabea, für eure schönen Ideen, eure Organisation und den Postkunstwerk-Blog. Solche Freude.
Frühlingspost 2018
Creadienstag




















































