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Freitag, 15. November 2019

Kreativzeit - November-Grau-Licht-Buch...

Wie versprochen hier noch meine bisher entstandenen Sonne-Mond-und-Sterne-Seiten im o. g. Buch. Natürlich wird außer Himmel noch viel mehr enthalten, schließlich bekommt es 100 Seiten... In einem Novemberbuch lässt sich allerhand unterbringen... Es begleitet mich parallel zu meinem Versuch den November auch zum Zurückziehen und Zurruhekommen zu nutzen. Da werden auch Erinnerungen wach, Assoziationen tauchen auf...

Die Papiersammlung für die Lagen aus Batikpapieren, Ecoprints, Gelliprints, mit Pflanzenfarben eingefärbten, Abklatsch- und noch anderen Papieren hatte ich mit ins Kloster Drübeck genommen, dort zu Lagen zusammensortiert und seitdem arbeite ich nach und nach auf den Seiten, langsam, intuitiv, manchmal fast meditativ.

Aus einem alten von Werner Klemke illustrierten Schulmusikbuch habe ich das schöne Mondlied eingearbeitet und den Himmel mit Sternchen ergänzt.









Eine weitere Inspirationsquelle waren Nachdichtungen japanischer Tanka aus über 1000 Jahren. Da gibt es auch allerhand zum Mond zu lesen... Oft sind die Texte sehr bildhaft, so dass gleich die Ideen sprießen, wie man sie in Collagen nachempfinden kann... Ich hatte die Texte auf verschiedene Prints abgeschrieben und jetzt z. T. zerrissen und ins Buch eingeklebt. Aber auch dann noch mal ins Buch vollständig abgeschrieben, denn sie sind zu poetisch und zu stimmungsvoll, um nicht gelesen werden zu können... Da ja die Adventspost Handgeschriebenes verlangt, kann Training nicht schaden...



 
Winterkahl der Wald, auf dem Boden welkes Laub ganz von Rauhreif überzogen, drauf herab fällt des Mondes kalter Glanz. Fujiwara no Kiyosuke (Das Blatt der schlitzblättrigen Buche habe ich mit Mano bei Kloster Ilsenburg eingesammelt.




 
Herbstnacht - im matten Schimmer des Mondes leuchtet das Himmelsgefild, Wildgänse ziehen schreiend darüber hin. (Der Mond könnte übrigens noch von einem Kärtchen von einer Adventspost von Annette sein...)



Versehentlich habe ich den folgenden Text gleich auf zwei Doppelseiten (an unterschiedlichen Tagen...) "verewigt", mich stört es ja nicht und vielleicht fällt es bei 100 Seiten auch gar nicht auf ;-). Den Text finde ich genial, und genau das könnte auch mir passieren ;-) ;-) ;-). Aber ich bin bei Mondenschein eher selten auf Wanderschaft.











Auch der Hirsch hat in den Tanka gelegentlich seinen Auftritt. (Etwas unfreiwillige Komik ist durch die Zusammenstellung des Texts in seiner Zusammenstellung mit meinem Namen entstanden... Es passiert mir immer wieder, dass ich ohne groß nachzudenken agiere ;-))





Herbstlich bunter Wald, die Bäume unten schon kahl, von Abendschauern gänzlich durchnässt, allein, röhrt da ein Hirsch nach seiner Gefährtin? Fujiwara no Ietaka (Ich glaube, die verwendete Tüte war von Mano...)



Im Bergdorf ist es vor allem zur Herbstzeit unheimlich einsam, wieder und wieder reißt mich das Röhren des Hirschs aus dem Schlaf.


Farblich passend, vor allem auch zum Ecoprint des Einbands, sind mir verschiedene Garne von Mano und einer alten Lehrerin, aus deren Beständen auch ein Knopf und dann noch ein altes  folkloristisch besticktes Shirt meiner verstorbenen Mutter in Sinn und Hände gekommen. Schauen wir mal, was sich da zusammenfügen wird...











Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

Mustermittwoch  Sonne, Mond und Sterne
Papierliebe Hirsch- Reh & Co.
Adventspost Rezepte in Handschrift

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Mustermittwoch - Schnörkel und Spiralen

Es hat sich inzwischen so Einiges in Spiralen gelegt und verschnörkelt...

Als ich meinen monatlichen Besuch beim Freund in der Reha in Berlin-Frohnau machte, schlug er einen Spaziergang zum Buddhistischen Haus vor, eine bald 100-jährige Einrichtung, täglich geöffnet zum Meditieren oder einfach nur zum Stille-Finden... Es gab noch mehr Schnörkel dort, aber fotografisch mitgenommen habe ich erstmal die Schnörkel vorm Fenster und die steinernen Schnörkel-Linien zum Abfangen des steilen Hangs im großen Garten.


 



Ich bin immer wieder fasziniert, wie die Musterthemen das eigene Sehen, Entdecken und Tun beeinflussen... Ich kann allerdings beim besten Willen nicht sagen, ob ich die oben gezeigten Bilder gesehen habe, weil ich in ähnlichen Farben und Formen schon mit meinen Stickschnörkeln auf dem Ecoprint beschäftigt war? Und dass mir der Freund dann am Tage des Besuchs noch die von mir in einer gemeinsamen Ergotherapiestunde geformte und von ihm ganz ohne Rücksprache farblich passend glasierte Schlangen-Spirale überreichte... Der Zu-Fall spielt seltsame Spiele...





 
... und er ließ mich ein paar Tage später im Schulgarten diese wieder so gut ins Farbschema passenden Schirmpilzschönheiten entdecken... Bilden wir uns doch einfach mal ein, dass sich die Hüte auch schön spiralig schuppen...



 




Wieder ein paar Tage später säuberte ich nach einem Workshop mit ein paar Tropfen Wasser die letzten verbliebenen Acrylfarben von den Gelatineplatten, nicht ohne ein paar "Schnörkelbäume" wachsen zu lassen... Die Farben passten schon wieder...








Schöne Schnörkel hatte ich auch in einem immerwährenden Kalender gefunden...







Dass es dann doch noch bunter bei mir zuging, hat mit dem letzten Workshop in meinem Sommerquartier zu tun, die beiden Frauen langten tüchtig in die Farbtöpfe und fanden auch an meiner nun hier schon bekannten Keramikspirale zum Drucken Gefallen... Am Ende gab es ein paar tolle Bücher zu bestaunen...








Als ich den Werktisch aufräumte und das Makulatur-Zeitungspapier in "bekleckert" und "noch mal zu gebrauchen" sortierte und zusammenfaltete, machte ich ganz unverhofft die Bekanntschaft der schwedischen Künstlerin Hilma af Klint... und die von ein paar ihrer Schnörkel und Spiralen. Die Malerin war 2013 in Berlin ausgestellt, aber ich hatte ja keine Ahnung... Im nächsten Jahr erscheint eine deutschsprachige Monographie über diese faszinierende Frau. Die kommt dann mal auf meine Wunschliste.







Einige Wanderungen und Spaziergänge im wunderbaren melancholischen bis leuchtenden Herbstlicht der letzten beiden Wochen haben sich dann wohl in die Farbklänge von ein paar kleinformatigen Gelatinedrucken eingeschlichten, und nun wird mit Tinten- und Stempelfarben-Spuren eine kleine Reihe von "Schnörkelbäumen" entstehen... Noch sind es allerdings "works in progress".



Hausbaum in meinem Garten.

Ahorn beim Bäckerteich nahe der Blutbuchenallee.




Und ihr so? Heute ziehe ich tagsüber dann doch mal mit der Laubharke durch meine Gärten, das trockene Wetter soll genutzt werden, dann steht ein Termin im Schulgarten an, aber heute Abend komme ich eine Runde Spiralen und Schnörkel gucken...


Mustermittwoch.
Papierliebe

Mittwoch, 19. Juni 2019

Mustermittwoch - Bordüren








So langsam wurden die Mustermittwoch-Entzugserscheinungen wirklich unerträglich, und der Druck- und Buchbindekurs letzte Woche unter meinem Dach war eine gute Gelegenheit anschließend vor dem Aufräumen noch ein paar Gelatinedrucke für ein Bordürenheft anzufertigen, in ein noch vorhandenes 15fünfzehn-formatiges Heft einzukleben und ein bisschen Material zum Collagieren zusammenzustellen...





 



Bordüren lauern ja irgendwie überall, findet ihr nicht auch? Nicht nur auf Papier und Kleidung und Heimtextilien, auch auf Tellern, Tassen und Schüsseln sind sie zu finden, von altmodisch bis modern... Gemalt, gedruckt, gewebt, gestickt, geklöppelt... Und der Weg vom Flächenmuster zurück zur Bordüre ist auch drin, Schere und Collage machen's möglich... Ich schöpfe immer wieder aus meinem Fundus aufgehobener Programmhefte von Ausstellungen, alten Zeitschriften und meinen aus Geschenken, Sammeln und PaperSwap gespeisten Papiervorräten...





 


Ich glaube, das Fitzelchen Masking Tape mit weißer Spitze klebte mal auf einem Papiertütchen von Mano und die geklebten und abgedruckten geprägten weißen Schmetterlinge habe ich in einem ganzen Bogen mal irgendwo bestellt oder getauscht oder gewonnen, die blauen links stammen aus dem Foto von einem Handtuch... Das Liedchen habe ich mit der 3. Klasse im Schulgarten gesungen, auf die Melodie von I like the flowers... Schriftartiges für Bordüren zu verwenden, läge auch irgendwie nahe, doch mit dem Schreiben tue ich mich schwer, ich müsste üben, üben, üben...







Mit einem Stift Bordürenmuster direkt auf die eingewalzte Gelatinedruckplatte zu zeichnen klappt auch prima. Mal schauen, ob ich da noch was geeignetes Collagematerial finde, muss aber auch nicht.






Hier unten habe ich zum gezeichneten/gedruckten Muster dann doch noch was dazugeklebt bzw. gezeichnet. Bot sich irgendwie an. Auf der Doppelseite unten rechts hat ein wunderschönes Papierstreifchen Einzug gehalten, das ich mal von Christine bekam...










Das in den vergangenen Bordüren-Musterwochen schon von Michaela und Christine erwähnte Buch aus dem Haupt Verlag "Textiles Entwerfen und Gestalten" habe ich auch..., und mag es sehr... Tolle Beispiele und Erläuterungen... Schön, dass ich nun drauf gekommen bin, es mal wieder aus dem Regal zu ziehen...










Und ihr so? Ich komme gern gucken...



Mustermittwoch bei MüllerinArt