Samstag, 16. Juli 2016

Sommerpost-Freuden ...

Blinder Sommer

Die Rosen schmecken ranzig-rot
es ist ein saurer Sommer in der Welt

Die Beeren füllen sich mit Tinte
und auf der Lammhaut rauht das Pergament

Das Himbeerfeuer ist erloschen
es ist ein Aschensommer in der Welt

Die Menschen gehen mit gesenkten Lidern
am rostigen Rosenufer auf und ab

Sie warten auf die Post der weißen Taube
aus einem fremden Sommer in der Welt

Die Brücke aus pedantischen Metallen
darf nur betreten wer den Marsch-Schritt hat

Die Schwalbe findet nicht nach Süden
es ist ein blinder Sommer in der Welt.

Rose Ausländer (1901 - 1988)







Erschütternd wieder so viele Nachrichten der vergangenen Woche, falls sie uns überhaupt noch erschüttern können. Nicht in Verzweiflung zu verfallen oder zu erstarren, sondern mich dennoch freuen zu können, auch das hält mich aufrecht und am Leben. Damit meine ich keine Flucht in spaßgesellschaftliche billig-albern-blöd-banale Ablenkungen und überflüssigen Konsum (auf meinem Recherche-Weg durchs Netz begegnete ich doch unter einem Artikel über Flüchtlingswege über die Ägäis unten auf der Seite einer aufflackernden Werbung für "must-have - Badehosen mit Fotoprint"...), sondern ich meine tiefe Herzensfreude, die Kraft gibt zu leben und zu handeln in dieser komplexen und mehr und mehr verwirrenden Welt, in deren Zustand unsere europäische Geschichte und wir selbst verflochten sind.












Die erste Sommerpost kam an und das Lächeln mir ins Gesicht schon beim Briefkastenöffnen. Schon die liebevolle Verpackung, meine Postbotin wird sich über 9 mal wundern und staunen... Ja, über 9 mal, denn - oh! - ich hatte schon dreimal Post, geplante von Tabea, (fast) ganz unvermutet welche von Christine und vorfristige von Eva. Letztere habe ich aber noch nicht aufgemacht,da bin ich eisern, Evas Woche ist noch nicht dran...

Paradiesbuchstaben, Paradiesblumen, Paradiesäpfel, geheimnisvolle Paradieszauberwesen, sanftes Wellenplätschern und himmlische und Blumen-Paradiesvögel haben zu mir gefunden...




von Tabea
von Tabea



Wieviel Reichtum an Kreativität, Inspiration, wieviel Mühe und Sorgfalt, wieviel geschenkter Zeit, wieviel Aneinander-Denken stecken in diesen Paradiesseiten. Immer wieder fiel mir in den letzten Tagen Gaby Koofs Liedzeile ein: "Das Paradies ist geschlossen, die Engel sind all' fort...". Solange wir noch Visionen haben, wie es darin aussehen könnte, im Paradies..., und wir wahrnehmen, was paradiesisch um uns, unter uns und in uns ist, solange ist nicht alles gut, aber es mag zuversichtlich stimmen und uns auch fürs Leben kreativ werden lassen.




von Christine
von Christine


Ihr wisst ja, am Ende der Sommerpost-Briefe werden die 18 Doppelseiten gemixt und ein Buch gebunden... Ich habe schon mal probegemixt und zwei wunderschöne Tabea-Christine-Kombis entdeckt... Christine ist auf einer Seite sogar dreidimensional geworden, und das passt doch so gut zu Tabeas klarem (Gelli?)-Druck eines Farnblatts. 








Und auch Christines verwirrend-flirrende Sommer-Paradiesseite mag ich gern neben der anderen Seite von Tabeas Farn... Falls das so bleibt, kommt vielleicht auf den Farn noch ein winziger gelber handgeschriebener Sommertext... Denn verboten ist es ja nicht, in die Bücher noch was reinzuschreiben?























Ich freue mich auf mehr... Und gehe in ein Gartenwochenende. Denn: Eine andere Welt ist pflanzbar. Warum mein Gartenwochenende aber diesmal so besonders freudig ist, erzähle ich euch vielleicht schon morgen...


Sommerpost
Samstagsplausch
In heaven



Donnerstag, 14. Juli 2016

Bücher und ich... - 25 Fakten

Prallgefülltes Gartenbücher-Regal...






Ingrid hat sich eine feine Reihe ausgedacht, da mache ich doch gerne mit. Hier meine 25 Fakten zu "Bücher und ich"...


1. Ein Tag ohne in einem Buch zu lesen - geht irgendwie nicht. Im Wohnzimmer und am Bett liegen immer Stapel...., spätestens abends im Bett lese ich ein paar Seiten in einem richtigen Buch oder auch nur ein paar Zeilen, vor dem Einschlafen, manchmal auch viele Seiten und bis nach Mitternacht...

2. Zur Einschulung bekam ich einen Bildband über Paris geschenkt, in dem ich oft blätterte. Sehnsuchtsort wurde für mich DDR-Schulkind aber nicht Paris, sondern Rom. War aber immer noch nicht da, weder in Rom noch in Paris.

3. Mein erstes Leseerlebnis außerhalb der ABC-Fibel ist mir unvergessen, stundenlang am Küchentisch: Adalbert Stifters Erzählungen, "Bergkristall" hat mich bis heute nicht  losgelassen, ich lese es immer mal wieder.

4. Die über zweitausend Bände der Bibliothek meiner Eltern waren mir frei zugänglich, gelegentlich mit Hinweis: "Das ist aber noch nichts für dich".... So ungefähr mit 11 las ich dann unter der Bettdecke zur Schlafenszeit 1000 Romanseiten Konstantin Fedin "Städte und Jahre". (EDIT: Nein, es war "Ein ungewöhnlicher Sommer"!) Den Namen einer der Figuren, "Anotschka", wählte ich zu meinem Pseudonym im Russischunterricht, das wir uns damals aussuchen durften...

5. Von den Vorlesestunden im Elternhaus sind mir besonders in Erinnerung "Das goldene Schlüsselchen", vorgelesen durch meine Mutter, und "Das Dschungelbuch", gelesen vom Vater, Ferienlektüre im Sommerhaus.

6. Als Kind war ich eine begeisterte Bibliotheksleserin, was ich mitbrachte, fand vor den Augen des Vaters nicht immer Gefallen... Besonders hatten es mir Tiergeschichten angetan.

7. Von der Oma väterlicherseits bekam ich den "Trotzkopf" geschickt, und ich liebte die Geschichte, auch eher zum Entsetzen meines Vaters...




Im "Waldregal" ist noch Luft...





8. Die Kunstbibliothek meiner Eltern übte auf mich immer einen großen Reiz aus. Nun darf ich sie inzwischen verwahren, nach meinen Bedürfnissen neu ordnen... Es dauert, weil ich mich immer wieder festlese und festgucke, wenn ich mir Zeit nehme zu räumen.


9. Während des Studiums begann meine Liebe zu Fachbüchern. Ich saß stundenlang in Lesesälen und möchte es wieder tun, im Ruhestand dann, winters in Freiberg, da gibt es sowohl eine tolle Unibibliothek als auch eine feine Stadtbibliothek. Solange müssen hier auf dem Dorfe meine nicht eben kleine häusliche Fachbibliothek und die Onleihe reichen.

10. Mit 18 rezitierte ich nicht mehr nur gern Gedichte, sondern begann mit einem Geschenk, dem Reclam-Bändchen von Reiner Kunze "Brief mit blauem Siegel", eine eigene Sammlung mit Lyrikbänden.

11. Mit meiner zweiten Tochter hochschwanger stieg ich mit Thomas Mann "Der Zauberberg" in die Welt großer Romanschriftsteller ein. Da mein Mädchen pünktlich war, schaffte ich den Roman tatsächlich vor der Geburt fertig zu lesen und träume noch immer von einem Kuraufenthalt mit Blick auf Schweizer Berge, im Winter in Decken gehüllt auf einer Liege auf einem weiten sonnigen Balkon...

12. Nach vielen Bänden Theodor Fontane, Thomas Mann, Fjodor Dostojewski und Lew Tolstoi hatten und haben es neuere Romane bei mir - vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich ungerechterweise - schwer, sehr schwer. Heinrich Böll, Siegfried Lenz, Christa Wolf und Jurek Becker immerhin würde ich auch mal wieder lesen.

13. Ich lese ziemlich schnell, kann mir aber auch kaum über längere Zeit Fakten merken, aber in vielen Fällen die Stimmung, die ein Buch für mich ausstrahlte, auch nach Jahren noch gut wiedergeben. Um mich konkret zu erinnern, muss ich ins Buch hineinblättern, dann kommt Vieles zurück. (Da beneide ich den Gefährten, der oft aus dem Kopf zitieren kann...)


 
Regal mit kreativer Inspiration in Büchern.











 

14. Seit ein paar Jahren habe ich begonnen geliebte, aber von uns vier Geschwistern und unseren sieben Kindern zerlesene Kinderbücher über Antiquariate wieder einzusammeln. Und siehe da, auch die Enkelkinder lieben sie.

15. Dieser Tage fiel mir Selma Lagerlöfs "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" wieder ein, möchte ich nochmal lesen.

16. Ich habe schon als Kind gerne vorgelesen und durfte das am letzten Schultag oft tun. Später habe ich meinen Kindern vorgelesen, noch mehr - glaube ich - lese ich jetzt meinen Enkeln vor. Sie sind so dankbare Zuhörer. So schön, eins links, eins rechts neben mir auf dem Sofa... Auch an der Grundschule, an der ich gelegentlich arbeite, gibt es mehrmals im Schuljahr eine Stunde "Lehrer (und Eltern) lesen vor" für die ganze Schule. An einer großen Wand sind die Bücher aufgeführt, die Kinder können sich aussuchen und eintragen, wo sie zuhören wollen. Da neben allen Lehrern auch Eltern vorlesen, sind die Gruppen kleiner als Klassenstärke, für alle erholsam...

17. Ich blättere sehr gern in Kunstbänden und Bildbänden z. B. über Gärten und Landschaften, Kunsthandwerk, Architektur... Einfach so die Seiten umblättern, Bilder aufsaugen, sich gelegentlich festlesen. Besonders gern im Winter unterm Dach in Freiberg oder im Sommer auf der Liege im Garten...



Naturerfahrung, Nachhaltigkeit, Philosophie, Spiritualität...




18. Ein Wohnraum ohne Bücher ist für mich unvorstellbar, wenn ich doch in einen solchen eintrete, fühle ich sofort, dass (mir) etwas fehlt. Hier stehen in jedem Raum Bücher, nach "Fachbereichen" geordnet, was sich immer wieder als schwierig erweist, da ich auch viel "Komplexes", "Fachübergreifendes" lese...


19. Mahlzeiten und Gespräche am Tisch mit Laptop oder Handy mag ich überhaupt nicht. Ein in Tischnähe griffbereites mehrbändiges Lexikon schon. Da bin ich mir mit dem Gefährten einig und so manches Mal wird was im Lexikon nachgeschlagen, z. B. wenn wir beim Essen auch Musik hören oder Zeitung lesen. Da gibt es immer Fragen...

20. Auch griffbereit müssen bei mir Naturführer liegen. Gerade wenn wir jetzt meist draußen essen, gibt es immer wieder mal einen Vogel, ein Insekt oder ein Pflänzchen zu bestimmen... Ich rede ja meine lebendigen Gefährten da draußen gerne mit Namen an...

21. Auf Reisen gehe ich meist mit einem gut ausgewählten Reiseführer über die jeweilige Region und - je nach Reiseziel und Bewegungsart - einem oder mehreren Bänden Lesestoff für die Abende oder Lesestunden in Parks, in Wäldern oder am Strand...

22. Ich streiche in Büchern an oder markiere mir wichtige Seiten durch ein "Eselsohr". Noch viel zu selten nehme ich mir die Zeit Passagen abzuschreiben, aber heute schon sehr viel öfter wieder als in den Zeiten seit meinem ersten Studium, als das Exzerpieren mangels Kopierer ja noch an der Tagesordnung war. Von eigener Hand Abgeschriebenes kann ich mir besser merken, als "nur" Gelesenes. Manchmal entdecke ich sogar noch Aspekte beim Abschreiben, die mir beim Lesen gar nicht aufgefallen sind. (EDIT: Ja, stimmt, unzählige Lesezeichen-Zettelchen sind auch in manchen Büchern verteilt...)

24. Einer meiner schönsten Urlaube war einer in Südfrankreich, als ich allein in der Bibliothek des uns überlassenen Hauses schlafen durfte. Da habe ich viel und bis nachts hinein gelesen (die mitgereiste Jugend stand ja eh spät auf...), u. a. habe ich auch aus Goethes Maximen und Reflexionen abgeschrieben. Leider ist das Handgeschriebene wohl verschwunden. Und die Überführung in eine Textdatei ist neben vielem anderen mit meinem Festplatten-Crash untergegangen.

25. Ich komme weder an e-books und e-reader heran. Zum Lesen gehört das Rascheln der Buchseiten. Hörbüchern lausche ich nur im Auto, und auch dann nur, wenn ich nicht selber fahre. Ich lasse mich vom Zuhören meist so fesseln, dass ich schon manche Abfahrt verpasst habe..., und bevor Schlimmeres passiert, lasse ich es lieber.




Naturkunde


Das Licht ist im Haus zum Fotografieren sehr schlecht... So sind nur wenige aus dem runden Dutzend an Bücherregalen zu sehen... "Ein Buch? Wieso? Hab doch schon eins." Über diesen Witz muss ich immer wieder lachen. Ich verschenke gern Bücher und bekomme gerne welche geschenkt. Schon immer... Und das bleibt garantiert bis ans Lebensende so...

Mehr über die Lesegewohnheiten von Blogger/innen bei Ingrid. Danke für diese schöne Aktion!



Dienstag, 12. Juli 2016

Montags-Mandala (95) und 12 von 12 - im Juli 2016

Heute 2 + 12... Gestern war der Tag so voll - und ich so k. o., dass ich es nicht geschafft habe mein Montags-Mandala zu posten..., Manos Glasmurmeln in meinem Graskorb auf Margreths gewebtem Tuch, zusammen mit Blättern der Kriechspindel, die zu sehr in den Luftraum der Terrassentreppe geklettert war und mal wieder ein Zweiglein lassen musste. Montags mit einem Mandala in die Woche starten, auf dass sie rund werde. Dies und das berühren und durch die Hände gehen lassen...






Als ich gestern gegen Mittag im Schulgarten saß, um meine To-do-Liste für die nächsten Tage aufzuschreiben, fand ich durch den Weidenbogen lugend gleich nebenan auf dem Schulhof-Spielplatz meine "Spur des Gelingens" im Zusammenleben mit Geflüchteten und bei ihrer Integration. Spuren des Gelingens, die ich seit Ende Januar wöchentlich sammle. Auf dem Spielplatz gibt es eine Reifenschaukel mit Kugelgelenk, die nicht nur schaukeln, sondern sich mit dem Reifen auch schaukelnd drehen kann, wenn man es zu zweit schafft im Einklang und richtigen Rhythmus immer wieder Schwung tief aus dem Körper zu holen und an die Schaukel abzugeben. Wie das das Mädchen aus der Notunterkunft im Nachbardorf und ihre deutsche Klassenkameradin machten, wie sie sich leise miteinander schwatzend ganz versonnen und selbstvergessen dem abwechselnden gemeinsamen Schwingen und Drehen hingaben, war für mich ein berührendes Sinnbild von Verstehen und Zusammenwirken.



 


Dazu habe ich passend heute morgen in der neuen Oya gelesen, einen "Schnellkurs im Verbindungsweben mit Menschen jeglicher Art". Zum Morgentee, den ich auf einer kleinen Gartenrunde gepflückt habe. (1)







Nach dem Frühstück habe ich "Post gemacht". Drei Briefe gingen auf Reisen. (2)







Heute stand eine Fahrt nach Berlin auf dem Programm. Dazu wollte ich meinen Kalender mitnehmen und habe ihn von den seit Wien gesammelten Blättern befreit, die darin zum Pressen lagen... Sommerpost-Experimente-Material. (3)





Schon beim Teepflücken war mir aufgefallen, dass das Küchengärtchen wegen der anhaltenden Trockenheit einer Notbewässerung bedarf... Also ein paar Gießkannen auf den Salat, die Tomaten und die essbaren Blütenpflänzchen vergossen... (4)

 































Die Zeit reichte auch noch vor Abfahrt "das bisschen Haushalt" zu erledigen. (5)









Nach einer guten Stunde dann mit Bus und Bahn in die Mitte Berlins saß ich am späten Mittag in Abgaswolken und Verkehrslärm gehüllt und wartete auf die Straßenbahn, und wusste wieder sehr gut, warum ich seit einem Jahr meine Berliner Berufstätigkeit praktisch nahezu gänzlich aufgegeben habe. (6)










Dann landete ich in einem zauberhaften Kinderladen in Weißensee, in dem eine meiner ehemaligen Studierenden arbeitet. Ein Kinderladen ohne Plastik und mit viel kreativem Freiraum für die Kinder. Ausmalen von Kopiervorlagen oder Basteln nach Schablonen - Fehlanzeige. Dafür viel anregendes Mal- und Naturmaterial, Holz, Wolle. Flexibles, für jedes Rollenspiel einsetzbares Mobiliar. "Echtes" Zeug jede Menge. Auf den Tischen wilde Wiesenblumensträußchen, auf den Fensterbrettern selbst gezogene Pflanzen. Jedes Vorschulkind ist dabei sich auf einem kleinen Webrahmen ein Täschchen zu weben. Ein Projekt, das nicht "auf die Schnelle" zu haben ist. Beim Durchhalten helfen auch die Erzieher, der männliche war gerade dabei, Wolle zu Zöpfen für die Henkel zu flechten... Oja, dieser Besuch war mir eine große Freude. (7)











Dann schauten wir auf den Spielplatz um die Ecke... Da die 12e bald alle sind, hier erst mal nur ein Ausschnitt-Bild von einem der meeresfarbigen Mosaikfisch-Skulpturen dort. Passt irgendwie farblich gerade so schön... (8)












Jetzt ging es zu einem ganz besonderen Ziel. Wir beide wanderten bald zwei Stunden über den Jüdischen Friedhof in Weißensee... Ich weiß jetzt schon, dass ich wiederkommen werde... Solch eine Atmosphäre. Verkehrslärm und Abgase wie verschwunden, ein Ort der Ruhe und des Friedens unter alten Bäumen voller Geschichte(n) und voller Vögel. (9)


 

 





Gegen Ende unseres Spaziergangs kamen wir vom Weg zum Ausgang ab, magisch angezogen von Blumen, und fanden einen kleinen verwunschenen Topf-Garten... Wunderschön. Ihn pflegt die Leiterin des Friedhofs, die dort wohnt, das Gärtchen ist ihr Hobby... Was für ein schöne zu-fällige Entdeckung an diesem guten Ort. Und ich wusste wieder, warum ich trotz Abgaswolken und Verkehrslärm immer wieder mal nach Berlin fahren muss... (10)









Eine Berlinreise läuft oft nicht nach Plan, eine S-Bahn fiel aus, die nächste hatte Verspätung, also fuhr mir der sicher geglaubte Bus vor der Nase davon. Die Stunde Wartezeit auf den letzen möglichen Abendbus zu mir nach Haus vertrieb ich mir chinesisch... (11)










Hurra! Zu Hause erwartete mich im Briefkasten die erste Sommerpost, von Tabea. Und diese Post, die packe ich jetzt gleich "richtig" aus. Die ersten Seiten vom Paradiesbuch! (12)






Wie war euer Tag? Ich bin gespannt!


12 von 12
Sommerpost
Creadienstag
 

Freitag, 8. Juli 2016

Wildfang-Draußen-Sommer-Freuden...






























Hoch hinaus und kopfunter - die große Schwester des winzigen Mädchens ist ein mutiges, aber auch vorsichtiges Mädchen. Davon musste sich die Oma - tief Luft holend manchmal - überzeugen lassen, denn aufhalten lässt sich das Kind in seinem Drang nach oben, nach Schwingen und Klettern und sausendem Fahrradfahren nicht... Mit unglaublicher Energie und zunehmender Kraft ist sie unterwegs. Ich war als Kind auch begeisterte Baumkletterin, aber im Stangenklettern immer eine Niete...























































Schaukeln ist eine für die Entwicklung von Kindern - insbesondere ihres Gleichgewichtssinns und ihres Gehirns - extrem wichtige Bewegungsart... Sie lieben es und nutzen jede Gelegenheit... "Fledermaus" - allein auf die Stange klettern, sich rückwärts fallen lassen, die Hände loslassen und schaukeln, nun traut sie sich das auch alleine... (wir nannten es früher "Schweinebammeln"...)








Schaukeln..., aus eigener Kraft so hoch hinaus wie es geht..., da braucht niemand mehr "anzuschubsen"...

































... und im rechten Moment abspringen und dann aufpassen und schnell entwischen, damit man das Schaukelbrett nicht an den Kopf bekommt...





Auch abends wurde oft noch eine Runde geschaukelt, nach dem Essen..., also ich würde das nicht mehr vertragen... Aber meine eigenen Kindheits-Schaukelerlebnisse standen wieder vor mir... Meist bei oder mit Nachbarskindern, abwechselnd, Ewigkeiten lang...






Selbst die Hängematte unterm Apfelbaum war Trainings-Instrument...








Und seit gestern kann sie schwimmen!!! Die Mama schickte ein kleines Filmchen vom Schwimmen mit dem Papa in der Tongrube. Gratulation, toll gemacht, du kleines Fast-schon-Schulkind!


Sie kann auch anders, stundenlang Bücher anschauen, sich vorlesen lassen, vertieft spielen, aus Sand und Stöckchen Indianerdörfer mit Feuerstellen oder Lagerhäuser für den Weihnachtsmann bauen...



 


Und zu unserer Überraschung zog sie es manchmal vor, statt am Familientisch zu sitzen, allein in einer lauschigen Gartenecke, gleich neben dem Rosenmandala, zu picknicken. Trinkflasche und gefüllte Brotbüchse, eine Decke - und das Kind war friedlich und ganz freiwillig mit sich allein... 








Wenn sie dann da so still sitzt, wird sie nun öfter auch an ihr kleines Schwesterchen denken, das in diesen Tagen geboren wurde und fleißig trinkt um groß zu werden. Am Morgen nach der Geburt hatten wir beide zusammen für die Mama Blumen gepflückt, auf einem frühen Spaziergang, am Wegesrand, in einem verlassenen Garten...



 
Labkraut, Blutweiderich, Berufkraut, Ackerwinde, Bartnelke, Giersch, verwilderte Rose, Gräser.


















































Der Papa hatte noch mal einen üppigen Strauß frischer Rosen aus dem Garten geholt... Duftende Freuden-Grüße für Mama und Kind.






Ich wünsche auch euch einen Freitag mit großen und kleinen Freuden und Sommerblumen..., und dann ein schönes Sommerwochenende!



Freutag
Freitagsblumen
Blumen-Mittwoch
Grünzeug
Bunt ist die Welt - Sommer
Samstags-(Sommer-)Plausch