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Dienstag, 25. März 2014

Geblümter Stockfisch und andere Nachrichten aus dem Garten

Mein Alltagsheld heute - ganz klar: mein wilder Garten! Und dass ich den haben darf, dafür sage ich nicht nur heute von Herzen Danke! Ein Spaziergang rund ums Haus tut mir so gut, bringt mich immer wieder zurück aus Anstrengung und "Zuviel" in gelassen dahinfließendes ruhigeres Fahrwasser..., in meine Mitte.



Wie ich das genieße, diese Frühlingsrunden durch den Garten, begleitet von Bienensummen und Vogelsang, hier etwas richten, da etwas graben, dort etwas schneiden, vor allem aber mich erfreuen: an den aus allen Ecken auftauchenden Blumen- und Pflanzen-Bekannten, neue entdecken, und dennoch - irgendwie - im Garten alles lassen, wie es ist: schön wild... Erinnert ihr euch an diesen Post? Er war in den letzten Wochen wieder dran, der Gehölzschnitt für alle Fälle... Und in diesem hier hatte ich über die "Reparatur" meines Zauns erzählt. Inzwischen haben die Eschenahornruten dort violett-bräunliche Farbe angenommen und an der vor einem Jahr geflochtenen "Törchen-Attrappe" wird heimlich weitergearbeitet, nicht von mir. Doch ich nehme die Vorschläge der Natur dankbar auf: Roter Hartriegel und drei junge Wildrosen-Ruten und bald wieder Hopfen weben sich "lebendig" hinein in das Geflecht, ich brauche ggfs. nur die Richtung etwas korrigieren...



Allerdings stehen Veränderungen an im Garten - die Enkelschar wächst, meine Lust auf kreatives Arbeiten mit kleinen Gruppen im Garten auch, der Platz dafür ist noch rar. So werden die ohnehin langsam ins Zerfallsalter geratenen und zerfallenden Hochbeete und mein Saat- und Umpflanz-Platz an den Rand des Gartens weichen, um in einem größeren Bereich als bisher Platz zu schaffen zum gemütlichen Beisammensitzen, fröhlichem Spiel, Arbeiten und Werkeln. Natürlich - wie vor ungefähr 8 Jahren die Hochbeete - wieder als Upcycling-Projekt. Nur neue Schrauben müssen her, sagt der Sohn, der nächstes Wochenende zum Arbeitseinsatz kommt. Ich werde ein wenig dokumentieren... Der Schilfzaunsichtschutz am Maschendrahtzaun zum einen von drei Nachbargrundstücken ist auch in die Jahr(zehnte) gekommen und beim letzten Sturm möchtig gezaust worden. Die gepflanzten Sträucher und der wilde Wein mühen sich noch etwas, die Aufgabe des Schilfzauns auszufüllen... So haben wir die Matten noch mal befestigt und ihnen zum Halt ein Nordsee-Strandfundstück (vor Jahren von lieben Freunden überreicht) an die Seite gehängt... Mal sehen, was sich da noch so dranhängen lässt.



Die "Ausgangslage" für den Mustermittwoch entstand auch draußen, Gehölzschnittreste vom Eschenahorn wurden auf passende Länge geschnitten, auf einer alten Muschelkalkplatte zum "Stock"-Fischlein geformt, mit einem "Blaustern-Auge" versehen, fotografiert und digital noch ein wenig weitervermustert, heute sehe ich auf dem letzten Foto eine graugrünbraune handgewebte Decke....
 

Und hier findet ihr alles Andere - Alltagshelden am Dienstag. Projekte am Creadienstag. Upcycling-Dienstag-Projekte. Mittwochs-Muster. Mittwochs den Mittelpunkt. März-Dankbarkeit am Donnerstag (Zum letzten Mal BIWYFI...). Fische am Freitag. Ich komm' dann erst am Samstag wieder hierher, aber immer mal wieder ein wenig lesen bei euch ;-)

Donnerstag, 20. März 2014

März-Tagebuch als Collage in GRÜN

Aus diesem GRÜN-Monat wanderte auf die temporäre Monats-Tagebuch-Collage wieder so Einiges aus dem Leben mit lieben Menschen, Haushalt, Garten, Freizeit, Post und Arbeit..., eigentlich hat der Platz nicht mal ausgereicht... Und wenn ich es so recht besehe, ist da schon manches dabei, wenn es nächste Woche heißt: Wofür ich im März dankbar bin...


Alles liegt auf einer alten grünen "Noten"-Pappe vom Vater. 
Das grüne Täschchen von Astrid trägt meine Lieblingsstifte, Kleber und Schere sicher und wohlverwahrt von Arbeitsort zu Arbeitsort, der grüne Samt(tee)beutel verwahrt mein bestes Stück: die externe Festplatte... 
Spielpausentochters Bändchen trägt meine Trinkflasche, wenn ich draußen wandernd unterwegs bin. 
Aus einem eingestaubten Schatzsäckchen kullerten die grünen Glasscherben aus dem Meer, aus einer dunklen Ecke kamen ein grüner Knopf herbei und der Grünspecht auf der Karte. 
In einem grünen Album bekam ich zum Anschauen zu Herzen gehende Kitabilder von Waldausflügen mit den Kindern. 
Gartenschere und Schnur begleiten meine (längst nicht abgeschlossenen...) ordnenden Handgriffe draußen um Haus. 
Ein Tiger saß unter einem Fußschemel und getrocknete Mistelblätter spielen seit Weihnachten hier "Bäumchen wechsel dich". 
Die Häkelsternchen schlafen jetzt erst mal in der Weihnachtskiste. 
Mit Stoff, getrockneten Pflanzen und Papier war ich wieder kreativ unterwegs und ich habe ein - gut aufgenommenes - musikalisches "Zeit-Geschenk" verpackt. 
Frische Schneeglöckchen reisten von hier zu mir in den Garten. 
Die ersten Ahornsämlinge landeten auf dem Butterbrot, hmmmm. 
Von hier gab es lustigen Käferzuwachs und noch mehr. Eine fröhliche Überraschung.
Die erste Frühlingspost von Andrea und Steffi leuchtet auch schon hier! 
Von weit entfernten Inseln im smaragdgrünen Meer kam eine Fernweh-Karte. 
Der Rosenkäfer in der Streichholzschachtel und die Moderationskarten hatten tragende Rollen beim Seminar in der letzten Woche. 
Der Film-Flyer wanderte in die "Erinnerungs-Kiste" der schönen Erlebnisse. 
Der Untersetzer trug die vielen Teetassen zum Munterhalten in den letzten Wochen.

Wie die Collagen (oder Moodboards...) bei anderen in diesem Monat aussehen: hier bei Nics BIWYFI werdet ihr fündig!







Mittwoch, 12. März 2014

Winzige blaue Pausen...

Manche Wochen sind ver-rückt, weil sie einfach zu voll sind..., meine Mutter sagte dann: "Ich bekomme keinen Fuß auf die Erde...". Immerhin habe ich inzwischen gelernt Pausen zuzulassen, auch im dicksten Gedränge, und auch wenn sie winzig sind im Vergleich zu anderen, aber ich weiß, sie müssen sein, auch wenn sie erobert werden wollen...



Dieses laut schnatternde Vogel-Blauhimmel-Muster (Welche Gänse waren es? Hab es nicht herausbekommen) zog am Samstag an uns vorbei, während einer kurzen Radfahrt nach dem Arbeits-Samstag - da bekomme ich Frühlingsgefühle... Die werden auch wach, wenn ich auf dem Weg zum Briefkasten oder zur Kompost-Tonne eine Runde ums Haus laufe. Ganz zuverlässig und immer die ersten Blüher in meinem Garten, nachdem die letzten Krokusse sich wohl doch der sandigen Trockenheit hier im Wald ergeben haben: Vinca minor, bald gefolgt von länger und größer blühenden Vinca major. Hier steht das blau blühende Immergrün zwischen Waldsteinie und Pachysandra (alles immergrün belaubte Bodendecker, die die langen Brandenburger Trockenperioden gut überstehen und auch große Teile des anfallenden Herbstlaubs schlucken). Meine Frühlingsgefühle-Farbe ist in diesem Jahr sehr deutlich Blau im Grün...



Im Frühling kommen für die kleinen Gartenschönen dann auch meine kleinen Väschen wieder zum Einsatz. Dazu ein Becher frischen Wassers, der erfrischt auch die Lebensgeister, und ist ein kleiner Gruß in die Samstagskaffee-Runde, denn den Samstag verbringe ich schon wieder "ohne Web und doppelten Boden" und nicht zu Hause, bei einem Naturpädagogikseminar. Der Himmel darf dafür gern so blau bleiben....



Frühlingsgefühle - das ist nicht nur Vogelschnattern am Himmel und Vogelgesang in den Bäumen, das ist auch das leise, aber deutliche Knacken der Kiefernzapfen, wenn sie sich - von der Sonne gewärmt - öffnen. Nachdem ich letzten Samstag sicherheitshalber bei Katja schon Himmel für zwei Wochen abgeliefert hatte, bin ich doch froh, dass mich das Knacken der Zapfen zu ein paar weiteren sonnigblauen Himmelsblicken verführt hat.



Die Frühlingsgefühle der singenden Vögel waren es dann auch, die mich auf eine weitere "tierische März-Musterspur" brachten. 

Mit horizontalen und vertikalen Spiegelungen und Vervielfältigungen eines vor blauem Baumhimmel aufgenommenen und sorgfältig "beschnippelten" Fotos vom einzigen der "künstlichen" tierischen Überlebenden aus intensiveren Garten-Deko-Zeiten... Er scheint wirklich und dauerhaft frosthart, der kleine blaue Vogel, und träumt nun auch von Frühlingsgefühlen... Doch die zu ihm einst passende zarte gelbe Gefährtin ist schon vor Jahren zerfroren... Nun muss der kleine Blaue sich mit virtuellen blauen Gespielinnen vergnügen ;-)



Ehrlicherweise gestehe ich, dass ich lieber mit Stiften, Pinseln, Farben, Stempeln, Schere und Kleber mustere, aber dazu fehlten diese Woche - trotz mancher schon zart in mir schlummernder Idee - dann doch die etwas größeren Pausen... Übrigens: ein weiteres "tierisches Muster" begegnete mir dieser Tage auch noch: tanzende Mücken..., sie sind wieder da...

Habt's gut, bis Sonntagabend.

Mehr Muster zu Michaelas Mustermittwoch.
Mehr Frühlingsgefühle am Donnerstag bei Nic.
Mehr Himmel am Samstag bei Katja.
Mehr Samstagskaffee dann bei Ninja.

Donnerstag, 6. März 2014

Frisches neues Grün


Wie durch einen Zauber beginnt jedes Jahr ein neues grünes Sprießen. Auch in meinem Garten. Und da passt es gut, dass Nic uns in diesem Monat "Grün" sammeln lässt. Nur zu gern bin ich am Dienstag mit dem Fotoapparat im Garten gewesen... Am Zaun zum Nachbarn hat das Waldgeißblatt (Lonicera) seine Blattknospen schon weit entfaltet und füllt den Zaun, an dem es seit vielen Jahren wild rankt, nun nach und nach mit frischem Grün und im Frühsommer mit gelben Blüten. Es ist nicht nur für uns ein Sichtschirm, sondern auch bei Vögeln und Insekten als Versteck, Nistplatz und Futtertheke beliebt...










Das Gärtnern im Wald und auf Sand fordert Kompromisse, die umso leichter fallen, wenn man wie ich eine nicht sehr fleißige Gärtnerin ist und wenn man ohnehin eher das Natürlich-Wild-Ungebändigt-Zufällige mag (so ungefähr mag man meine "Gartenphilosophie" beschreiben können...). Viele Abwesenheiten der Gärtnerin schränken die Möglichkeit regelmäßiger Pflegearbeiten und Wässerungen obendrein auch noch ein, und außerdem ist ehrlicherweise zuzugeben, dass hier die Garten- und Draußenzeiten eher fürs Beschauliche geliebt und für die Entspannung ausgiebig genutzt werden. Da bin ich doch dankbar für das, was dennoch wächst und grünt, ganz von allein, über Jahrzehnte hinweg. Zu solchen Lieblingen gehören Sedum telephium (Große Fetthenne) und Cymbalaria (Zimbelkraut oder Mauerraute). Bei ersterem genügt es, einen Trieb im Frühsommer abzuschneiden und an anderer Stelle in die Erde zu stecken - schon im nächsten Frühling kommt ein Mehfaches an Trieben und ein Horst, der sehr alt werden kann, bildet sich langsam heraus. Dem Zimbelkraut (einst in Wernigerode ein kleines Stückchen von einer Mauer abgezupft) genügt ein dunkles feuchtes Ritzchen, um ein neues Netz dieses zarten Mauerpflänzchens zu weben.








BIWYFI - Mehr Grün

Donnerstag, 20. Februar 2014

Beauty is where you find it - Februar-Collage

Wie schon beim letzten Mal im Januar, ist die Collage eine Art "Tagebuch" geworden, die ein wenig von dem erzählt, was mir so alles im Laufe der ersten drei Februarwochen "durch die Hände" gegangen ist. Wieder hatte ich Lust, mich weitgehend an Nics Impuls zur Monats-Farbpalette zu halten - diesmal Weiß.



Zur Collage "aufgeräumt" wurden auf einer Seidenpapiertüte
- ein transparentes Kalender-Deckblatt
- das letzte Weihnachtspapier, vom Enkelmädchen 2 beschriftet, 
- eine gestanzte Postkarte und weiße Stanzkreise, vom Enkelmädchen 1 in den Ritzen meiner Werktisch-Schichten hinterlassen, 
- Muschel- und Schneckenhäuser, vom Enkelbübchen im Haus verteilt
- Wäscheknöpfe, gefunden und gekocht und hier schon mal zu einem Punkte-Muster verarbeitet
- andere weiße Knöpfe aus der Knopfschachtel
- wie überhaupt in der Collage sichtbar wird, wieviel gepunktet wurde...
- papierne Erinnerungen an Theater- und Galeriebesuche mit dem Gefährten in Dresden und Freiberg

- Reiskörner aus einem temporär benötigten Rhythmus-Instrument
- einsortiert für die Collage in eine der winzigen Keramiken aus dem mütterlichen Nachlass
- mit Augen aus zwei dicken scharfen indischen Pfefferkörnern
- weiße Birkenstöckchen und -rinde und ein Holzstück von meinen Februarspaziergängen im Wald
- ein Zettelblock
- ein altes, musikalische Erinnerungen weckendes, Pergament-Lesezeichen aus einem mal antiquarisch gekauften alten Buch über die Pflanzenwelt
- zwei winzige geschöpfte Doppelkärtchen
- zwei ganz und gar rätselhafte Türen, aus einer Schachtel mit Pappresten - ich habe keine Ahnung...
- ein schneller Papierfisch, weil an der Stelle noch irgendwas fehlte und ich schon ewig keinen Fisch für Andiva mehr hatte
- eine Streichholzschachtel
- ein altes Häkeldeckchen, beim Waschen aus dem Keller raufgefunden

Mehr Monats-Collagen sind hier versammelt.
Und mehr "Fische am Freitag" hier.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Beauty is where you find it - eisig...

So ziemlich in letzter Minute fiel mir das Thema ein: eisig... In Köln war's ja frühlingshaft, nix Eisiges da. Zu Hause auch Tauwetter, kaum noch ein Häuflein Schnee, die Eisdecke auf dem See sinkt, von Wasser überdeckt. Doch die Regentonne, die war gut durchgefroren und ihre Eisdecke hat gehalten und doch glatt Punkte und Kreise gemustert. Ein bisschen Monatsfarbe Weiß ist auch dabei. Also schaut mal, so eisig war's bei mir.

Wenn ich mir das letzte Foto jetzt so ansehe, ist mir nun fast so, als hätte ich einen Geist in der Tonne? Egal, nun ist auch er fast geschmolzen...

BIWYFI - eisig.
Mustermittwoch - Punkte und Kreise.
Bei BIWYFI im Dezember - Im Winterwunderland - gab's von mir auch schon Eisiges.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Weiße Punkte eingekreist...

Das Tauwetter "punktet" mit Tropfen in den Schnee.


Nach dem letzten Wald- und Seespaziergang am Sonntag bin ich nach Köln gefahren, auf den Spuren der großen rheinländischen Familie, von der wir ein Generationenleben lang der Teilung Deutschlands wegen nur einzelne Verwandte und diese nur selten sehen konnten. Einen lieben alten Onkel und eine liebe Cousine getroffen. Und zwei der nettesten Kölner Bloggerinnen von Angesicht zu Angesicht kennengelernt, mit der einen viele Stunden, mit beiden zusammen einen Nachmittag und Abend lang in intensivem Gespräch verbracht, das noch immer nachklingt..., wie vertraut man sich werden kann, auch wenn das Kennenlernen "virtuell" beginnt.


Tauwetter, Tiere, Luft, Tropfen und Frost malten diese Kreise in die Eisfläche


Zum Mustermittwoch werden bei Müllerin Art diesen Monat Punkte und Kreise gesammelt und gemustert. Ich bin diese Woche erst mal übers Sammeln nicht hinaus gekommen. In meinem "Sammelbehälter" gibt's auch noch Kölner Kreise in anderen Farben, das nächste Mal... Die Skizzen im Notizbuch sind auch noch da. Manos inspirierende "Stanzkreise" verbinden sich gerade mit einer neuen Idee, kann gut sein, dass der Februar zu kurz ist für dieses ganze "Kreisen"... Am Anfang blieb es nun hell, denn Nic hat für Beauty is where you find it dem Monat Februar die Farbpalette Weiß zugeordnet.


Tierspuren im Schnee auf dem Eis

"Hundepfoten"-Blüte


(M)eine "Reise in weiß und in Punkten und Kreisen" von Brandenburg nach Köln und über Bochum (da hab ich vor lauter Cousinenfreuden und gutem Essen das Punkten und Kreisen ganz vergessen...) zurück nach Haus:


"Weißer" Morgen mit Sonnen- und Wasser-Pünktelei am Aachener Weiher in Köln.


Fensterkreise beim Spazierengehen durch Köln entdeckt.
Auch an einem Gebäude in Köln.
Weiß über dem Bahnsteig.
Gepunkteter "Himmel" im ICE.
Weiße Wasserkreiseleien auf dem Rhein.
Wieder zu Hause, beim (Geschenkpapier)-Aufräumen.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Collage in Grau...

Neue Fotoaktion 
Es ist irgendwie lustig, seit Michaela ihren Mustermittwoch und Nic ihr Fotoprojekt "Beauty is where you find it" Anfang des Jahres von ihren Impulsen her etwas "strenger" gefasst haben, geraten meine Posts dazu mehr und mehr zu Tagebuchnotizen. Ich sammle auf und ein, was mir zu den Themen in die Quere kommt, draußen und drinnen, und beschäftige mich so nebenbei damit... Die Collage heute (auch das letzte Mal war mein BIWYFI schon collagenhaft bebildert...) ist während der vergangenen Woche entstanden: Funde und Reste aus Lesen, Schauen, Arbeiten, Aufräumen, Wegräumen, Nachdenken, Schreiben, Finden, Loslassen, Schenken... bekamen ein "Zwischenlager" auf silbergrauem Geschenkpapier.








Weitere Collagen sind hier zu finden.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Alles neu und gute Vorsätze, grau und doch nicht nur grau

 
"Alles neu" heißt es heute bei Nics Fotoprojekt Beauty is where you find it. (Und ich halte mich auch heute an die Januar-Farb-Palette "Grau".) Bei Bines und Andreas Jahresprojekt Short Stories sind zuerst "Gute Vorsätze" dran. Beides trifft es nicht genau für mein Vorhaben, aber irgendwie schon. Bei mir ist nicht "alles neu" und doch gibt es Neues bei mir, handgreiflich, im Herzen und im Kopf. "Guten Vorsätzen" sagt man nach, dass man sie eh nicht einhält. Es ist nichts Neues und kein Vorsatz, doch für mich ist etwas gut in Fluss gekommen, das ich in diesem Jahr besonders mit Leben erfüllen möchte - neben anderem, das mir lieb und teuer ist und das ich mag und nicht bleiben lassen möchte. 2014 wird für mich ein Jahr ohne Zeug werden, das heißt (wie ohnehin schon eine ganze Weile lang) nicht mehr "alles neu", im Gegenteil, ich kaufe nichts mehr, außer Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs: keine Kleidung, keine Bücher, keine "Konsum"-Gegenstände, keine brummenden Küchenmaschinen, keinen Schnickschnack... "Kannst du noch leben ohne zu kaufen?" lautet die ernst gemeinte und von mir ernst genommene Frage, auch wenn's ein Spiel ist. Ich glaub, ich kann noch leben, ohne zu kaufen. (Der Button und Link zum "Gesellschaftsspiel" steht schon eine Weile rechts in meiner "Werbeleiste".) Sollte mir was fehlen, wird es selbst gemacht (Recycling, Upcycling, Reparatur...), eingetauscht (gegen was, was ich hab oder kann) oder ausgeliehen (in der Familie, von Nachbarn, von Freunden, von welchen, die mitmachen), jenachdem. Ich bin gespannt wie weit ich komme. Als ich mich dafür entschieden habe, war es zeitig im Dezember, ich wollte schon mal testen, vor dem offiziellen Start der Aktion. Ich habe schnell gemerkt: Ich brauche - eigentlich - nichts. Ich habe alles, was ich brauche. In einem wie bei mir nun bald 6 Jahrzehnte währenden Leben kommt einiges zusammen... Manches davon nutze ich gar nicht oder selten. Viele andere könnten mitnutzen... Nun, es gab keine "Angstkäufe" im Dezember... "Nutzen statt besitzen" heißt eine aktuelle Studie der Heinrich-Böll-Stiftung zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur. Und "nicht kaufen" heißt noch lange nicht, dass eine nicht gut leben kann ;-). Deshalb zeigen die Fotos für BIWYFI von heute Ausschnitte meiner Lebens-Art.
Meine zuletzt "gekauften" Dinge: ein grauer Loop für mich und dieses schöne Buch (das ich verschenkt habe, aber auch selber lese). "Genutzt" - eine handgewebte Decke als Dauerleihgabe meines weit weg lebenden Bruders. "Geschenkt bekommen": den Kalender mit Fotos des kleinen Enkelmädchens und umzugshalber zuviel gewordene alte Keramik aus dem Norden, graublau und mit Libellen, wie gemacht für mich und nun auf Umwegen zu mir gefunden ;-)
Schon lange habe ich keine Lust mehr, meine Zeit mit dem Auswählen und Vergleichen so vieler und oft überflüssiger Möglichkeiten beim Kaufen zu vertun. Auch keine Lust die Ressourcen der Erde mit nicht notwendigen Käufen zu belasten und fleißig daran mitzuwirken, die unendlichen Abfallberge und Plastikmeeresstrudel, die nun einmal vor allem "westlicher Lebensstil" verursacht, weiter zu vergrößern. Abgesehen davon, unter welch unmenschlichen Bedingungen in anderen Ländern produziert wird, damit wir viel und preisgünstig kaufen können. Eine Wirtschaft, die nur funktioniert, wenn viel konsumiert wird, liegt schief. Sehr schief. Die oft so ganz selbstverständlich in Anspruch genommene individuelle Freiheit zu konsumieren, wann, was und soviel man will, hat meiner Meinung nach Grenzen, in der Verantwortung, die jede/r für das Gemeinwesen trägt, und das auch global gesehen. Ich möchte nichts mehr kaufen, dessen Herstellung, Betrieb und Entsorgung nicht Prinzipien der Ressourcenschonung, ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit entspricht. Mir ist völlig klar, das ist schwierig, aber ich will einfach anfangen das zu tun, was ich mit meinen Möglichkeiten kann. Auch weil ich versuche, junge Menschen für nachhaltige Lebensstile zu interessieren und auf der Suche nach nachhaltigen Lebensstilen zu begleiten. Da lebt meine "Lehre" auch davon, dass sie echt und an mir nachprüfbar ist, noch mehr als bisher schon. Das klingt nach Verweigerung und Widerstand, ist es auch irgendwie, zumindest dieses Jahr lang, vielleicht auch länger. Ich will auch nicht Geld verdienen müssen, um kaufen zu können, von dem andere meinen, dass man es braucht und haben muss. Dieses Jahr ist also auch eine Suche, die Suche nach "gesunden" Optionen, wenn ich dann doch irgendwann wieder etwas Neues brauchen sollte. Und seit ich einen sehr gut bezahlten Job vor nun schon 4 Jahren freiwillig aufgegeben habe, merke ich, dass ich mit sehr, sehr viel weniger Geld sehr sehr viel zufriedener und freier lebe...
Lebensart - Schönheit um mich herum, Kalender-Kleinode von MüllerinArt und mmeulma. Nützliches wiedergefunden - Kalender mit einfachen Übungen, wenn man doch mal zu lange am Schreibtisch sitzen muss. Nützliches gewonnen - bei Mond ein (gleich gefülltes) Taschentuchtäschchen, das einen feinen Farbklecks in die Januar-Farbpalette bringt.
Lebensart - Kalender von MüllerinArt und mmeulma  und der liebevoll von der größeren Enkelin gemalte und beschriftete "Beipackzettel" zum von Tochter "groß" selbst fabrizierten Feigensenf: "passt gut zu Käse"... und schmeckt hervorragend!
Bei Kerki und auf Nunus Blog Ich kaufe nix habe ich ähnliche Gedanken zu Widerstand gegen unsere westliche Konsumwelt gefunden, die längst überwiegend eine Kaufwelt geworden ist. Es wird viel gekauft und dann gar nicht oder - verglichen mit der möglichen Lebensdauer von Produkten - zu wenig benutzt. Die nach seltsamem "Mode"diktat jährlich neu  angeschaffte (Marken-)Kleidung ist nur ein Beispiel. Ich habe größten Respekt vor Menschen, die bewusst ein Selbstversorgerleben führen oder ohne Geld oder in Gemeinschaften leben und sich dort mit ihren Gaben und Fähigkeiten einbringen. Ich fürchte, das kann (noch) nicht die Lösung für alle Menschen sein, aber es gibt die, zu denen es passt und es setzt so wichtige Zeichen: dass anderes Leben möglich ist. Dass es Alternativen gibt zu "Das ist eben so." "Da kann man nichts machen." "Man kann doch eh nichts tun." Doch. Und wenn es erst mal nur der veränderte Blick ist auf etwas, das angeblich normal ist. Oder alt. Oder scheinbar nutzlos. Wahrnehmend. Wertschätzend. Liebevoll.
Lebensart - Gefunden: Zweigspiralen in leeren Flaschen. Vom Lieblingssohn gefunden und fotografiert und in einen Fotokalender integriert und mir geschenkt: "nur" eine alte Bahnschwelle. Ich liebe das Bild. Wabi-Sabi...

Während meinem Konsumverweigerungs-"Test" im Dezember habe ich habe auch gemerkt: Es gibt Dinge, bei denen ich "schwach" werde/n kann - Bücher, Kleinkunst (nicht zuletzt bei den Schöpfungen so vieler lieber kreativer künstlerisch oder kunsthandwerklich arbeitender Blogger/innen...), überhaupt "Schönes", "Ästhetisches" habe ich gern um mich, nicht nur das, was ich mache, auch gern von anderen. Da gäbe es im Projekt zwei Joker... Oder ich mach ein Tauschangebot? Bei Büchern gibt es ja auch die Option Bibliotheken und Fernleihen mal fester auf den Zahn zu fühlen oder mal nachzufragen, wer das Wunschbuch vielleicht schon hat und es ausleiht. Dennoch wird es Bücher geben, die ich nicht nur lesen, sondern auch bei mir haben möchte, um sie aufzuschlagen, wenn mir danach ist... Auf der anderen Seite habe ich hier viele Bücher stehen, die ich in einer bestimmten Lebensphase gebraucht habe, aber nun nicht mehr. Und manches andere auch. Also werde ich mich in diesem Jahr von einigen Dingen einfach trennen, tauschen, verschenken, spenden, manches auch verkaufen, an jemanden, der es braucht oder anders verwerten kann als ich. Das ist schon jetzt entlastend für mich, da ich z. B. meine Buchwunschliste ausgedünnt bzw. z. T. in eine Lesewunschliste verwandelt habe und angefangen habe ungenutzte Sachbücher wegzugeben. Auf einmal ist wieder Platz an Stellen, wo sich die Bücher nur so türmten und ich manchmal schlicht den Überblick verloren hatte. (Damit überraschenderweise auch verbundene Einnahmen schenken mir gerade Zeit für manche mir auch noch wichtige Dinge in meinem Leben, die sich in der Broterwerbsarbeit nicht oder zu wenig ereignen und die ganz ohne "Kaufkonsum" zu haben sind.)

Lebensart: Ein Geschenk für mich von B. ohne Blog - ein Wolkenkalender mit ihren Fotos. Und Aussicht - trotz aller von Menschen gebauten Sperrriegel - auf der Karte von Mond.
Ich bin gespannt auf das Jahr, auf meine Erfahrungen, auf den Austausch, auf Veränderungen, auf den Fluss...

Schon einmal hier zitiert, möchte ich auch heute noch einmal mit einem meiner Lieblingszitate schließen, einem des Lehrers und Naturpädagogen Armin Held, den ich inzwischen bei einem 10tägigen Intensivseminar kennenlernen durfte: "Hoffnung ist eine Haltung, die durch die Fähigkeit charakterisiert ist, die bestehenden Probleme wahrzunehmen und sich trotzdem eine gelingende Zukunft vorzustellen und dahingehende (Handlungs-)Möglichkeiten wahrzunehmen und zu nutzen... Gewiss ist es schwer, auf die Wirkung der eigenen sich meist bescheiden ausnehmenden Taten zu vertrauen, aber genau damit hat das Prinzip Hoffnung zu tun." (Armin Held: Die Beziehung von Mensch und Natur als Thema der Lehrerfortbildung. 2000, S. 205, 211).   


Donnerstag, 9. Januar 2014

Januargraue Melancholie

Januargraue Melancholie hing dieser Tage immer wieder hier in unseren Wäldern. Ich mag das, dieses nicht so schwere, bedrückende, eher lichte Grau. Es verlängert irgendwie die Pause in der dunklen Jahreszeit, die Pause zwischen den Jahren, das Zurückziehen, das Insichgehen, die Raunächte-Stimmung. Eine Art schwebender heller neugieriger Traurigkeit...

Diesen Winter merke ich, dass ich die vom Lauf der Jahreszeiten verordnete Pause ganz besonders brauche, eine längere als sonst, und besonders deren Ruhe. Ich mag kaum reden und so Einiges nicht (mehr) hören (das sagen mir auch meine Heiserkeit und meine verstopften Ohren). Winterschlaf, auch wenn es draußen nach Frühling duftet.







Nics Foto-Projekt "Beauty is where you find it" geht in ein neues Jahr, mit leicht verändertem Konzept. Die Verbindung einer Monatsfarbpalette mit Nics Impulsen zu möglichen Inhalten und zum Monatsende hin auch mit einer guten Portion Dankbarkeit für so Manches, das uns im Laufe eines Monats widerfährt, hat mich sofort angesprochen. Und so schaue ich mal genauer hin, was mir an Farben, Mitteilens- und Dankenswertem begegnen mag.