![]() |
| In den Tagen vor der Plätzchenbäckerei wurden in der Tochterfamilie Körnerbatzen geköchelt und Nuss-Früchte-Schnüre gefädelt, für die Vögel... |
1. Wenn ich in meinen Weihnachtsbäckereierinnerungen grabe, fallen mir zu allererst die zweifarbigen Rouladen ein, von denen man Scheiben abschnitt, die solche zweifarbigen Spiralkekse ergaben, lange nicht gemacht... Dann die ausgestochenen und mit Eigelb oder Zitronenguss oder Schokoladenguss bestrichene Plätzchen. Wir hatten Sterne, Herzen, Mond, Pilz und ein Küken. Und: Spritzgebäck...
![]() |
| Mengen von Spatzen und Meisen taten sich gütlich, ein Kleiber und die Amsel. Die besonders am Apfelteller. |
2. Die Sortenvielfalt wuchs, nachdem mein Vater das Mucniky-Backbuch mitbrachte... Ich habe es mir vor zwei Jahren nachgekauft. Da traten geriebene Nüsse und Mandeln als Backzutat oder als Grundstoff der Bäckereien ins Rampenlicht.
![]() |
| Bei meiner Tochter wird zuerst das Lebkuchenhaus gebacken und die handelnden Personen werden eingekleidet. Sie schauen bei der Weihnachtsbäckerei immer zu. |
3. Eine Großtante schickte jahrelang eine wunderschöne Blechdose mit selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen aus Köln zu uns herüber in die DDR. Die Zimtsterne sind legendär (und unübertroffen, finde ich). Im Alter von 80 Jahren schrieb sie mir noch von Hand und aus dem Gedächtnis das Rezept auf. Dass ihre Schwester, unsere Omi, mal Plätzchen gebacken hätte, daran kann ich mich nicht erinnern. Aber das ist in Ordnung, es gab ja Tante Klärchen.
![]() |
| Klar, dass zur Weihnachtsbäckerei Kerzen brennen. |
4. Eine beliebte Beschäftigung war das "Mausen" frischgebackener Kekse von den Brettern, auf denen sie abkühlten, wenn es zu wenig "Bruch" gab, denn der durfte sogleich vernascht werden.
![]() |
| Gebacken wurde aus diesem Buch. Zur festlichen Musik Bachscher Weihnachtskantaten. Wie wohltuend... |
5. Die ersten Plätzchen gab es, wenn alles termingemäß lief, auf dem Nikolausteller. So manches Säckchen Plätzchen wanderte in der Adventszeit zu Nachbarn oder Freunden.
![]() |
| Los geht's. Tisch mehlen, Teig noch mal durchkneten, ausrollen, ausstechen. |
6. Mit meinem damaligen Mann zogen Vanillehörnchen (in anderen Regionen unter "Vanillekipferl" bekannt) bei uns ein und bereicherten die Sortenvielfalt, er buk sie sogar selbst und wälzte sie für unsere Leckermäulchen sehr reichlich in vanilliertem Puderzucker. Heute backt mein jüngster Bruder die leckersten Vanillehörnchen (finde ich...).
![]() |
| Die Große rollt und sticht fleißig, die Kleine futtert... den Teig... |
7. In meine Ehe wurde das Backbuch aus dem Verlag der Frau hineingeschenkt, daraus ist mir zusätzlich zu den schon erwähnten Traditionsrezepten bei uns nun noch das Rezept für Nusstaler lieb geworden, allerdings habe ich eine Variante mit Kakaopulver verfeinert eingeführt. Überhaupt ist seitdem meine Vorliebe für von der Teigrolle abgeschnittene Plätzchen gewachsen oder für als Häufchen aufs Backpapier zu setzende... Praktisch. Denn Ausstechplätzchen mache ich selber gar nicht gern, das ändert sich aber sofort, wenn ich mit Kindern backe ;-), ist aber selten geworden.
![]() |
| Ein Blech Plätzchen mit Eigelb bestreichen und dann backen. Jetzt sehe ich erst, wie gefährlich die Schüssel auf halb 8 steht... |
8. Mit den eigenen Kindern habe ich wohl auch gebacken, allerdings sind die Erinnerungen daran nicht so ausgeprägt... Aber sie selber führen die Weihnachtsbacktraditionen mit ihren Kindern liebevoll fort, da kann ich also nicht alles falsch gemacht haben.
![]() |
| Die "ohne" gebackenen Plätzchen kommen jetzt zum Bestreichen. |
9. Mein nun schon über 30 Jahre alter Sohn backt seit einigen Jahren selber Plätzchen und überrascht uns manchmel mit einem Säckchen zu Weihnachten. Dieses Jahr ist er nicht bei uns, da ist es mal wieder umgekehrt.
![]() |
| Da meine Tochter von einem Kindergeburtstag noch soviel süßes Zeug hatte, stand üppig "Material" zur Verfügung. |
10. Nach der Trennung von meinem damaligen Mann und dem Auszug der Mädels zu Bildungsabenteuern stand ich mit dem Backen auf einmal alleine da, und ich muss sagen, das machte mir keine rechte Freude. Da erinnere ich mich dankbar an die Backtreffen mit einer Freundin, von den Treffen habe ich ein tolles Gewürzplätzchenrezept in mein Repertoire übernommen.
![]() |
| Auch die Kleine half mit beim Bestreichen. Die Mama hält die Zuckeraugen bereit... |
11. Nun bin ich wieder verheiratet und müsste dennoch alleine Plätzchen backen, der Gefährte isst nicht mal soooo gerne welche. Da habe ich mich dieses Jahr zur Weihnachtsbäckerei bei der Tochter eingeladen (siehe Bildergeschichte...)
![]() |
| Augen drauf? Trocknen lassen? Wieso? Kann man doch gleich so essen... Was haben wir gelacht... |
12. Ich probiere auch gerne Plätzchen vom Bäcker aus, mal mit mehr, mal mit weniger Genuss. Mit den beiden Lieblingssorten habe ich mich am Dienstag noch mal eingedeckt, als ich kurz "bei mir zu Haus" war.
![]() |
| Nun muss aber auch mal ein frisches Getränk her. |
13. Auch bei meiner Freundin und bei meiner Nachbarin durfte ich dieses Jahr schon leckere Plätzchen naschen. Sie schmeckten aber auch zu gut. Dazu eine Kerze, einen heißen Tee oder eine heiße Schokolade, feine Musik, ein Buch oder ein gutes Gespräch, der Inbegriff von Vorweihnachtszeit für mich...
14. In unserer Familie gab es auch feine Spekulatius-Modeln, aber gebacken haben wir damit nie... Mal sehen, ob es eins von den Kindern oder Enkeln mal ausprobiert. Deftiger zartmürber Gewürzspekulatius ist das einzige Weihnachtsgebäck, das ich schon lange vor Weihnachten und noch lange danach soooo gerne esse.
![]() |
| Zimtsterne und Nuss-Orangen-Sterne buken die Tochter und ich am nächsten Abend noch. |
15. Jahrelang bekamen wir von Freunden aus Chemnitz einen selbstgebackenen Weihnachtsstollen geschickt. Nie aß ich besseren. Das waren noch die Zeiten, als man Stollenteig in Mengen zubereitete und "zum Abbacken" zum Bäcker brachte. Ich selber habe nie probiert Stollen zu backen. Meine Ansprüche an ein gutes Stück Stollen sind ziemlich hoch...
![]() |
| Heute keine Besonderheit mehr. Was waren solche Vorratsdosen für uns als Kinder früher für Schätze..., schon ohne Inhalt... |
16. Neben den Plätzchen gab es Weihnachten bei uns zu Hause auch immer Kaffee und Kuchen. Nachdem aus Chemnitz aus Altersgründen keine Stolle mehr kam, kauften wir Dresdner Stollen. Und einen Baumkuchen. Aber was Frisches musste auch dazu. Meine Mutter buk die zartesten und mürbesten Tortenböden, die ich je kennenlernen durfte. Sie wurden mit Pfirsichhälften, Kirschen oder Ananasringen mit Kirschen belegt.
![]() |
| Abgefüllt. Für mich! Ich habe nun auch ein paar Plätzchen-Vorräte im Haus und hüte sie. Aber das muss ich eigentlich in erster Linie vor mir selber tun... Der Gefährte? Vgl. Text Nr. 11 |
17. Was wir auch nie selber gebacken haben, sind Lebkuchen. Da gehören die Pulsnitzer genauso auf den Weihnachtsteller wie früher zur Zeit der Westpakete die Aachener Printen...
So, und nun? Habe ich Lust auf Nr. 13. Lädt mich jemand ein? Denn meine Vorräte sind schon wieder knapp. Ein paar habe ich dem Sohn geschickt... Der Rest kommt erst Heiligabend auf den bunten Weihnachtsteller ;-)
Weihnachtsbäckerei bei Astrid











































