Es ist mir tatsächlich gelungen, den Januar nicht allzu temporeich zu gestalten. Es ist ja eigentlich ganz einfach: weglassen, was nicht reinpasst in die Tagesstruktur... Leider trifft das immer wieder zuerst das Bloglesen, schnief..., dann das Briefeschreiben, das Lesen... Denn wie so oft, kommt Unvorhergesehenes in die Pläne hineingegrätscht, denn statt mich mit meinem Enkelkind bei mir zu Haus zu vergnügen und gemeinsam Weihnachtskugeln abzuhängen, Wäsche zu waschen, Besorgungen mit Spielplatzgängen zu verbinden, trat ich schließlich sorgenvoll den Weg zum einen Enkelkind und seiner Mama an, die beide schwer mit ihrer Gesundheit kämpf(t)en... Aber nun sieht es - endlich - nach Besserung aus, wie gut. Und es stehen Winterferien bevor...
Der Monat stand im Zeichen der bevorstehenden Ausstellung "Panorama" (gelbe Karte links oben in der Collage), meine vier textilen Collagen sind fertig und warten nur noch auf die Montage auf die Untergründe. Davor graust es mich ein bisschen, es muss halten, auf der anderen Seite wieder ablösbar sein... Mal sehen, ob unter meinen drei "Kraft"-Klebeband-Varianten ein Treffer ist.
Gelesen habe ich in drei Büchern gleichzeitig, meist abends im Bett, die halbe Stunde, in der ich vor dem Einschlafen noch auf den täglichen Abendanruf des Mannes warte. Die Tagebücher der Etty Hillesum immer wieder aus der Hand zu legen, fällt schwer, muss aber sein, um Atem zu holen.
An mehreren online verbreiteten Aktionen zu "stopadani" habe ich mich beteiligt. Und ich habe Bestätigung gefunden, dass das E-Auto nicht die Lösung ist. Der Lithium-Abbau z. B. in Chile gefährdet schon jetzt akut die Wasserversorgung der Bevölkerung und ihrer Anbaugebiete für Nahrungsmittel. Nicht zu fassen, wie darüber großzügig hinweggesehen und das E-Auto im Moment wie ein Allheilmittel gepriesen wird. Politik, Wirtschaft und Konsumenten sind da alle gleichermaßen vertreten. Das ganze Gerede, Klimaschutz und Umweltschutz überhaupt wären ohne Verzicht möglich, ist, was es ist: Gerede ohne Konsequenzen und ohne wirklich einschneidende ernsthafte strukturelle Veränderungen. Ich glaube, die Anzahl der politischen, Umweltschutz- und (in meinen Augen "seriösen") Medien-Accounts, die ich auf Instagram lese, übertrifft inzwischen die Zahl der privaten. Klimawandel-Gleichgültigkeit, nationale Egoismen, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus uvm. sind genug Gründe sich nicht einfach wegzuducken. Es geht mich was an.
Als ich vor Jahren bei Frau Müllerin meine Buchbindekenntnisse aufgefrischt hatte, wollte ich wöchentlich ein Buch binden... Das Vorhaben war damals zu groß. Aber dieses Jahr binden sich die Büchlein so weg, Büchlein auf Büchlein entsteht, nicht nur gebunden, sondern gleich auch gefüllt... Mal persönlicher, mal themengebundener, und doch persönlich... Diesmal zum MusterMix-Thema "Weiß und Linie" und für #areyoubookenough_inbetween. Freue mich über diesen Rhythmus, der sich da eingestellt hat...
Dank einer Einladung konnte ich zwei spannende Berlintage mit Stadtbummeln in Tiergarten und Mitte, Musik in der Philharmonie und Kunst in der St. Matthäi-Kirche und in der Alten Nationalgalerie einlegen, und dabei auch noch eine Freundin treffen. Kunst zu betrachten und gleichzeitig eine Freundin zu treffen gelang mir auch bei einem Tagesausflug nach Chemnitz in die Kunstsammlungen. Nach den Ausstellungsbesuchen sind immer noch die Museumsshops mein Ziel. Ich kenne keine Läden, in denen ich mich lieber aufhalte. Meine Kunstbibliothek wächst. Spaziergänge in die Natur gibt es gerade weniger... Jeden Tag aber eine Runde ins Gärtchen im Werden, um zu sehen, ob da nun langsam was anfängt zu wachsen...
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So ein Spruch hilft einem manchmal wieder auf den Weg... |
Viel Post wechselte im Januar die Seiten. Es ist immer wieder ein besonderes und so erfreuliches Ereignis schöne fröhliche oder kreative oder auch ganz anders gehaltvolle Post zu bekommen und auch, selbst einen Brief ganz gezielt für einen Menschen auf die Reise zu schicken... In meiner kleinen Posttasche schleppe ich immer zu beantwortende Briefe und zu schreibende Karten mit mir herum, auf ein mögliches Zeitfenster und eine gemütliche Ecke wartend, die zum Schreiben animiert. Gelingt nicht immer so schnell, wie ich mir das wünsche... In Berlin zum Beispiel war es die eineinhalb Tage so spannend, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Dafür mit einer Freundin mal wieder mehrere Stunden gemeinsam verbringen zu können, ist aber eben auch schön...
Monatscollagen sammelt Birgitt
Samstagspläusche sammelt Andrea