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Donnerstag, 8. August 2019

Naturdonnerstag (99) - Dschungel im Garten

Vor ein paar Wochen gab es im Vorgarten Bauarbeiten, danach war eine große Fläche kahl und leer... Für eine Neugestaltung war noch nicht die rechte Zeit, aber ganz schnell grün sollte es doch erst mal wieder werden. Also habe ich sämtliche über viele Jahre gesammelten Samen in einer großen Schüssel gemixt und mit Tochter und Enkelmädchen ausgestreut, eingeharkt, fleißig gewässert und so über die wochenlangen Hitze- und Trockenperioden gebracht, und nun können wir uns schon seit einiger Zeit an immer wieder neuen Blüten freuen, und nicht nur wir, auch die Insekten und Vögel treiben sich dort munter umher. Das Foto habe ich gestern Abend nach einem 20minütigen Regen gemacht. Leider wurde es nicht mehr, aber immerhin... Mein eigener und der Schulgarten verlangen wieder mehr Gieß-Stunden als eigentlich geplant.... Gerade habe ich auch wieder zwei Enkel in den Ferien bei mir, keine Zeit fürs Bloglesen und für eigene Blogposts ;-). So also heute nur dieses eine bunte Foto. Abends sitze ich manchmal noch ein paar Minuten auf der winzigen überdachten Terrasse vor der Haustür und schaue dort hinunter ins bunte Treiben... Ich freue mich, wieviel aufgegangen ist, und staune, wie lange manche Samen offenbar ihre Keimkraft behalten... Die ältesten waren aus dem Jahr 2005... Diese Grünkraft, herrlich, möge sie uns erhalten bleiben. Kornblumen, Ringelblumen, Kosmeen, Zinnien, Studentenblumen, Malven, Amaranth, Bohnen, Kürbisse, Lichtnelken, Kapuzinerkresse, Borretsch, Winden, Nachtschatten, Stechapfel, Sonnenblumen, Kornblumen, Kornrade, Mohnblumen und noch viel mehr geben sich in mehreren Etagen von 20 - 100 cm ein kunterbuntes Stelldichein in meinem wilden Garten...












Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


Bitte, setzt euren Link zu eurem Naturdonnerstag-Beitrag in die Kommentare. Wir sind nun bei Nr. 99 in der Reihe "Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe" angekommen. Ich mache die 100 noch voll, und damit möchte ich diese Aktion beenden. Jutta, von der ich die Reihe vor gut zwei Jahren einst übernahm, wird den Naturdonnerstag weiterführen! Danke, Jutta! 

Es hat mir viel Freude gemacht mit euch und euren Naturerlebnissen. Aber ich habe in diesem Jahr auch gemerkt, dass ich selber inhaltlich zu wenig Zeit und Energie einbringen kann, um die Reihe so zu entwickeln, wie ich sie mir einmal vorgestellt habe, als ich sie vor über zwei Jahren übernahm. Natürlich werde ich weiter über meine Naturbeziehung bloggen. Doch habe ich zz. im wahrsten Sinne des Wortes zu viele "Baustellen" zu betreuen, so dass ich mich nach und nach von regelmäßigen Verpflichtungen zurückziehe.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Naturdonnerstag (93) - Es blüht gelb

Hatte ich letzte Woche drei blau blühenden "Wilden" Bilder und ein paar Bemerkungen geschenkt, so kommen heute wilde Gelbe dran... Sie blühen in meinem Garten und noch mehr im Schulgarten, weil es dort in vielen Teilen des Gartens vollsonnig ist, und das haben diese Blumen sehr gern. Und es sind auch alles wieder Trockenheit gut überstehende Wildpflanzen, die auf hiesigen mageren sandigen Böden gedeihen... Alle sind von hohem Wert für heimische Insekten und auch traditionell als Heilpflanzen und in der Küche zu gebrauchen.







Von diesem erfreulichen Anblick war ich ganz überrascht, als ich eine Freundin vom Bus abholte. Offenbar dürfen im Straßenentwässerungsbecken, das im Zuge des Feuerwehranbaus entstand, wilde Pflanzen blühen, so wie diese Kleinblütige Königskerze rechts am Zaun und noch viel mehr. Daneben, am Rand des Sportplatzes, aber deutlich außerhalb des Spielfeldes, wurde dafür ein Bestand der Sandstrohblume vor der Blüte beim gründlichen Rasenmähen kurzgeraspelt...










Das passiert den unter Naturschutz stehenden Sandstrohblumen im Schulgarten nicht, inzwischen hat sich ihr Bestand dort auf dem Magerrasen sogar schon vergrößert. Es gibt darin mehrere solcher Stellen.






Sandstrohblume (auch Katzenpfötchen genannt)



Die Pflänzchen mit den puscheligen Blüten neben den Sandstrohblumen sind übrigens Hasenklee-Exemplare, auch ein Trockenheit überdauerndes Pflänzchen von hohem Wert für Insekten, die Kinder mögen es auch gern und nennen es Hasenschwanz-Klee...







Labkraut.


Bei den aktuell herrschenden Hitzetemperaturen hier habe ich den Eindruck, je trockener, desto intensiver machen sich die Wildpflanzen ans Blühen... Hier im Trockenbeet, von dem ich im letzten Post die blau blühenden Pflanzen zeigte, ist nun das Labkraut gelb aufgeblüht. Das hat es gern ein bisschen feuchter, wenn ich es bei anhaltender Trockenheit nicht gieße, zieht es verdorrt ein, um bei Regen dann aber wieder auszutreiben. In den Wäldern und auch im Garten bei mir und im Schulgarten wachsen ganz langsam die Bestände des Johanniskrauts. Neben der Verwendung zu Heilzwecken und in der Küche ist das Johanniskraut auch eine tolle Färbepflanze.




Johanniskraut.




Einer meiner erklärten wilden Lieblinge ist die Nachtkerze. Sie öffnet erst in der späten Dämmerung ihre Blüten, was man gut beobachten kann, jeden Abend erscheint ein neuer Blütenkranz, der insbesondere Nachtfalter anlockt und im Laufe des nächsten Tages abblüht, aber es kommt ja ein neues gelbes Kränzchen, oft viele Wochen lang, ein sommerlicher Dauerblüher... Wegen der stärkenden Wirkung ihrer Wurzel wird sie auch Schinkenwurz genannt, hat aber noch viele andere volkstümliche Namen.




Nachtkerze, man sieht hier noch die Knitter in den Blüten nach dem Aufgehen...




Eine royale Schönheit gibt es unter den Gelbblühenden dann auch noch, die Königskerze. Ganz langsam wird sie im Schulgarten durch gezieltes Verteilen ausgereifter Samenstände heimisch... (Die Entscheidung, ob sie am vorgesehenen Platz wirklich keimt und wächst, liegt aber nicht in unserer Hand...) Eine besonders schöne Großblütige Königskerze hat sich am Gerätehäuschen nicht nur eingerichtet, sondern in Szene gesetzt und gleich drei Blütenkerzen geschoben. (Daneben, auch gelb blühend, Barbarakraut.)










An Königskerzen ist es immer lebendig... Und netterweise ließ sich eine Wildbiene sogar beim Naschen für ein Foto erwischen. Getrocknete Königskerzenblüten sehen übrigens toll aus in einem selbst gesammelten Kräutertee...








Die Blütenfarbe Gelb erlebe ich unter Blumengärtner*innen immer wieder umstritten. Also ich kann ihr nicht widerstehen... Solches Leuchten...

Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


(Es bleibt so vorläufig: Eine Verlinkung kann ich - außer in den Kommentaren - noch nicht wieder anbieten. Danke, dass ihr dennoch mitmacht.)

Gern verlinke ich mich bei Andrea unter ihrem Monatsmotto "Ab in den Garten"

 

Samstag, 22. Juni 2019

Meine Woche...

Lange gab es nichts mehr zu meinen Wochen hier zu sehen und zu lesen..., manchmal sind die Zeiten so, die Wochen waren voller Leben, voller Arbeit, voller ungeplanter Ereignisse, voller Freuden und auch dem einen oder anderen Frust... Und voller wildem Garten... Da gibt's doch was zu plaudern...









In meinem Küchengärtchen an der Ostsonnenseite unseres Hauses steht auch ein Wiesenstorchschnabel, im Topf, in der sandigen Trockenheit meines Waldgrundstücks drohte er unterzugehen... Ich hab ihn schon so lange, das Geschenk einer Kollegin vor vielen Jahren, ein Wiesenstorchschnabel aus dem Spreewald.







Nach meinem Druck- und Buchbindeseminar in der vorletzten Woche füllte sich der Werktisch rasch wieder mit meinen Materialien zu den Themen Briefpost, Gelatinedruck, Buchbinden... Schließlich wollte ich doch endlich auch mal wieder beim Mustermittwoch dabei sein... Da habe ich vergangenes Wochenende losgelegt.




Kornblume, Mohn, Färberkamille, Bartnelken, Luzerne im Blumenrondell im Schulgarten.

Katzenminze, Bunte Kronwicke, Borretsch und Schafgarbe im Trockenbeet im Schulgarten. Der Borretsch mag es eigentlich feuchter, aber er hat sich freiwillig dort ausgesät und kommt klar...


Am Samstag, am Montag, am Dienstag und am Freitag war ich im Schulgarten. Gießen und hie und da ordnend eingreifen. Mit den Kindern der 3. Klasse war ich am vorletzten Donnerstag noch mal im Garten, nun sind in Brandenburg schon Sommerferien... An unseren bunten Blumeninseln im Rondell, im Staudenbeet, am Teich und im Trockenbeet gab es jede Menge Leben zu beobachten. Viele Bienen, Wildbienen, Hummeln, Käfer und Libellen sind unterwegs...








Das Montagsmandala entstand diesmal aus Pfeifenstrauchblütenblättern auf einem bunten Gelatinedruck. An zwei Stellen wächst Pfeifenstrauch (Philadelphus, Falscher Jasmin) im Garten und ich mag den Duft so, wenn man an den Sträuchern vorbeigeht...




S-Bahnhof Frohnau in Berlin

 
"Mein" See.



Am Dienstag habe ich in Berlin einen Freund in der REHA besucht und wir waren wieder in der Natur rund um das Zentrum unterwegs. Frohnau hat übrigens noch ganz altes Bahnhofsinventar und ein paar Cafés... Ansonsten waren sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt (der Besuch ist immer eine kleine Tagesreise...) von Zugausfällen und Verspätungen betroffen, durch Polizeieinsätze auf Bahnhöfen... Zum Schluss musste ich ein Taxi nehmen, der letzte Bus zu mir aufs Dorf war weg... Aber ich war noch zeitig genug für ein ausgiebiges abendliches Schwimmen zu Haus...







Aus der dicken Wolke regnete es da hinten irgendwo, bei uns leider nicht.




Mittwoch gab es einen schönen entspannten Sommerabend ganz für mich allein zu Haus. Das war anders geplant, aber manchmal kommen geballte Ladungen von Ereignissen dazwischen, durchkreuzen die Pläne und meine kleine Runde war gesprengt. Aber so war es auch schön... Auf einmal hatte ich zwei Stunden Zeit geschenkt und konnte ganz in aller Ruhe meine Tasche packen, noch mal einiges gießen im Garten und schwimmen gehen...









Denn am Donnerstag war ich kurz in Freiberg. Ein "verschwitzter" Arztbesuch stand an und unsere Gartenplanung ging bei einem Treffen mit der Planerin wieder ein Stückchen vorwärts... Während der Umsteigepause auf der Hinfahrt in Dresden schaute ich mir - mit vielen anderen, die kürzer oder länger stehen blieben und intensiv lasen - die Ausstellung "entkoppelt" an, eine berührende Dokumentation zum Leben junger Menschen auf der Straße. Beeindruckend die Selbstreflexionen der Jugendlichen zu lesen, von ihren Erlebnissen, ihren leidvollen Erfahrungen, ihren Einsichten, erfahrener Hilfe und Unterstützung, aber auch von ihren Freuden und ihrem Selbstbewusstsein das Leben mit eigenen Händen und selbstbestimmt gestalten und leben zu wollen und auf dem Weg zu sein.









Unsere Veranda nimmt Gestalt an, hier spiegelt sie sich in einem der Fenster und draußen sieht man den spät blühenden der bei den Bauarbeiten übrig gebliebenen sehr alten Rhododendren... Es war nach dem Arztbesuch noch Zeit für einen Stadtbummel. Glanzlichter waren die schwärmenden Bienen über mir...., 







... die Ausstellung von beeindruckenden Bronzen und inspirierenden Landschaftscollagen der Künstlerin Antje Müller-Palásti in der Petrikirche (und die Kaffeepause um die Ecke in der Petersstraße). Bei meiner abendlichen Recherche im Internet herauszufinden, dass die Künstlerin sich als Lehrerin des Freiberger Frauenstein-Gymnasiums gemeinsam mit ihren Schülern zum Thema Rassismus künstlerisch auseinandersetzt und damit Zeichen für Menschlichkeit setzt, hat mich gefreut. Die Petrikirche als Kirchen-, Gemeinde- und Veranstaltungsraum wächst mir immer mehr ans Herz. Trotz der Mehrfachnutzung ist es ein spiritueller und stiller Raum geblieben, den ich an dieser zentralen Stelle der Stadt sehr schätze... Zumal wir die Kirche von unserem Dachfenster aus immer im Blick haben können.
















Am Freitag fuhr ich wieder zurück, in Regionalbahnen mit gefühlten 100 Halten, dreimal umsteigen, und fand - pünktlich zur Sommersondenwende - beim Heimweg durch den Wald das Johanniskraut blühend... Zu Hause...








 
 

Am Sonntag freuen wir uns auf den Besuch von Freunden zum Sonntagsfrühstück. Ich wünsche euch ein erholsames entspanntes/spannendes Wochenende... 

Der Gedanke, dass mir nun inzwischen drei Gärten am Herzen und in Händen liegen, beglückt mich zum einen, zum anderen arbeite ich sehr intensiv daran, dass es für mich, für uns, einigermaßen pflegearm bleibt. Und dennoch naturnah mit vielfältigen Lebensraumangeboten für heimische Pflanzen und Tiere... Da wird viel von Gelassenheit und von standort- und klimagerechter Bepflanzung abhängen, und dazu gehören für mich weder Rasen, Hochzuchtstauden noch lebensfeindliche nackte Schotterflächen.

Monatsmotto im Juni bei Andrea am Bodensee: Ab in den Garten... 
Samstagsplausch, auch bei einer Andrea, bei einer in Berlin...

Donnerstag, 20. Juni 2019

Naturdonnerstag (92) - Es blüht blau...



Natternkopf und Mutterkraut im Naschgarten.



Die Tage eilen viel zu sehr... Es regnete hier hin und wieder nachts, aber von den schweren Regenfällen in anderen Teilen Deutschlands war und ist hier keine Spur, obwohl sie doch ganz in der Nähe auch in Potsdam und Berlin waren. Also heißt es aktuell wieder Tag für Tag umschichtig gießen, mal im eigenen, mal im Schulgarten... Dabei bleibt zum Glück auch mal Zeit die aktuellen Blütenschönheiten näher in Augenschein zu nehmen und zu fotografieren...



 
Natternkopf im Naschgarten.





Die 7 Gruppen aus der 3. Klasse, die in diesem Jahr mit mir im Schulgarten zusammengearbeitet haben, haben je eine im Garten wachsende Wildblume als "Patenpflanze". Ich habe A4-Laminate mit Reproduktionen alter Pflanzenzeichnungen aus historischen botanischen Werken anfertigen lassen, auf denen die Kinder die blühende Pflanze sehen können. Im Garten entdecken sie die Standorte und verfolgen die Entwicklung der Pflanzen, befühlen und malen sie, und beobachten, welche tierischen Gäste sich dort einstellen. Eine der Patenpflanzen ist bei diesem Post heute dabei, der Natternkopf. Die Patenpflanzen haben bei uns "Vorfahrt", d. h. sie werden auch im Naschgarten und im Staudenbeet nicht nur geduldet, sondern freudig begrüßt. Denn inzwischen haben die Kinder eine Ahnung davon bekommen, wie wichtig sie für die Insektenwelt sind...




Natternkopf im Trockenbeet.







Die drei heute hier im Post vorgestellten Wildblumen sind allesamt Trockenheits-Überlebenskünstler, weswegen ich gern noch mehr von ihnen in den Gärten hätte... Denn um die muss ich mich beim Gießen gar nicht kümmern oder nur, wenn es denn wirklich über viele Wochen hinweg gar nicht regnen will. (Selbst dann würden sie überleben und aus im Boden vorhandenen Samen bei günstigen Bedingungen neu keimen und wachsen, doch die aktuelle Generation wäre verdorrt, das will man im Garten dann verständlicherweise nicht so gerne...) Der Natternkopf ist zweijährig, d. h., man muss nach der blauvioletten Blüte seinen ziemlich abgerissen und schlampig wirkenden grauen Fruchtstand akzeptieren, damit er aussamen, im nächsten Jahr erst mal nur als Rosette erscheinen und im zweiten Jahr dann wieder blühen und Hummeln und Schmetterlinge anlocken kann. Die Pflanze bildet wie so manche Wilde eigentlich sehr viele Samen, aber längst nicht alle keimen bzw. entwickeln sich zur Pflanze, zuviel kann dazwischen kommen...



 
Pfirsichblättrige Glockenblume mit Schlafgästen in meinem Garten, vermutlich hat sich sogar die Glockenblumen-Scherenbiene hier im Doppelstock-Himmelbett eingerichtet.





Die Pfirsichblättrige Glockenblume ist eine ausdauernde Staude, aber nicht sonderlich langlebig. Auch hier tut man gut daran, die Fruchtstände nicht abzuschneiden, sondern das Reifen und Aussamen zu tolerieren, damit sich die Schönen ein geeignetes Plätzchen für die Fortsetzung der Glockenblumenfreuden im Garten suchen können... An solchen selbst gewählten Plätzen wachsen sie am besten. Diesmal habe ich in einer Glockenblume zwei Wildbienen im blauen Doppelstock-Himmelbettchen beim Mittagsschlaf erwischt... Ob das vielleicht sogar die Glockenblumen-Scherenbiene ist, weiß ich leider nicht, da kenne ich mich nicht so gut aus, aber nach ein paar Insta-Posts, die ich gesehen habe, glaube ich es doch....Das Halten einiger der geliebten Pflanzen im Topf, erleichtert die Kontrolle und damit auch die Samenernte, die einem bei den irgendwo im Garten stehenden Vagabunden schon mal "durchgeht". Ich versuche immer wieder Samen gezielt auszubringen, manchmal wird was draus, manchmal nicht. Die hier im Topf wäre bei den aktuellen Bauarbeiten im Vorgarten verloren gewesen, nun dankt sie es mir mit Blühen...




 
Bergsandglöckchen mit Bienen und Käfer am Rand der dort nicht gemähten (!) Liegewiese.






Einer meiner ganz besonderen Lieblinge ist das Bergsandglöckchen, eine selten gewordene Wildpflanze auf mager-schütteren Trockenrasen. Sie ist einjährig und sät sich selbst aus. Sie ist zunächst mit ihrem schmalen grauen Laub so unscheinbar, dass ich sie immer erst entdecke, wenn sie anfängt Blütenstände auszubilden. Jedes Jahr habe ich Sorge, ob sie wohl wieder kommen mag... Die Samen konnte ich noch nie abnehmen, es war immer zu spät, jedenfalls habe ich nichts gesehen beim Ausschütteln der vertrockneten Blütenköpfe. Die Samen müssen winzig klein sein... Ich hoffe also, dass das Bergsandglöckchen immer ein zusagendes Plätzchen zum Keimen und Wachsen findet... Für manche Bienen muss sie eine Delikatesse sein. Diese hellgestreiften Wildbienen hier sah ich bisher nur an diesen Bergsandglöckchen. Sobald die blühen, sind sie da.







Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.



(Es bleibt so vorläufig: Eine Verlinkung kann ich - außer in den Kommentaren - noch nicht wieder anbieten. Danke, dass ihr dennoch mitmacht.)

Gern verlinke ich mich bei Andrea unter ihrem Monatsmotto "Ab in den Garten"

Donnerstag, 9. Mai 2019

Naturdonnerstag (86) - In meinem wilden Garten

Manchmal spiele ich im Garten, sammle gedankenverloren herabgefallene Blüten oder pflücke Verblühendes, zupfe Sämlinge oder Kräuter, die anderen Pflanzen zuviel Platz nehmen und lege dann das Gefundene irgendwo im Garten zu Mandalas. Ich berühre und werde berührt. 

Gerade bleibt nur wenig Zeit zum Bloggen. Ich werde daher einige Wochen lang jeweils nur ein Foto aus meinem wilden Garten posten und ein paar Gedanken dazu aufschreiben.

Die Abschnitte der alten Weide bekam ich aus dem Garten einer Freundin. Langsam machen sich auf ihnen Pilze breit und auf dem ganz links hat sich ein Birkenwäldchen ausgesät, zwischen Steinen aus der Bretagne. Ein paar Einzelblüten einer Rhododendronblüte betont diese Stelle nun. Dahinter schwimmen in einer Glasschüssel Vinca- und Vergissmeinnicht-Blüten zwischen Ahornblättern. Es macht Freude, daran vorbeizugehen, stehen zu bleiben und genau hinzuschauen. Irgendetwas ist immer verändert... Die Vergissmeinnicht haben sich selbst in den Topf ausgesät. Zu Füßen des Arrangements stehen ein Fingerhut und Ahornsämlinge. Irgendwann müssen sie wohl weichen, aber ein Weilchen dürfen sie noch grünen... In dem braunen Tontopf sind aus einer Hagebutte der Hundsrose neue Rosen gekeimt. Noch Winzlinge. Die pflanze ich irgendwann um, wenn sie etwas größer sind. Diesmal vielleicht in den Schulgarten... Die Vergissmeinnicht haben sich selber in den Topf ausgesät, so brauchte ich ihn gar nicht zu bepflanzen. Töpfe mit ausdauernden und selbstaussamenden Pflanzen sind mir ein Vergnügen. Sie überraschen mich immer wieder...








Ich bin unterwegs, wir begeben uns für 10 Tage in ein ruhiges Haus und ohne WLAN auf die Insel Hiddensee. Zum Ruhen, zum Rad fahren, zum Lesen... Einen Post für die nächste Woche habe ich schon vorbereitet. Nur lesen kann ich gerade nicht bei euch...


Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




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Donnerstag, 3. Mai 2018

Naturdonnerstag (78 + 46) - Wanderung zum Kloster Drübeck

Wieder die netten Leberblümchen zuhauf am Wegesrand...
... und ein Teich mit einem riesigen Froschkonzert, das wir schon weithin hörten...
Und dann sahen wir sie auch..., Frösche in Hülle und Fülle...








Als wir neulich mit unseren Verwandten zusammen waren, wanderten wir ja nicht nur im Bodetal, sondern am Tag zuvor auf dem Klosterwanderweg zu den Klöstern Ilsenburg und Drübeck, bei herrlichem Wetter... Wir hörten und sahen auf dem Weg zwischen Ilsenburg und Drübeck Frösche in großer Zahl in einem großen Teich im Wald. Dass es so etwas noch gibt, macht mich froh (auch am vergangenen Wochenende sahen wir mit dem Enkel des Gefährten bei unserem Besuch einen großen Waldteich im Saurierpark Kleinwelka in Sachsen, in dem Tausende Kaulquappen dichtgedrängt in der Flachwasserzone am sonnigen Ufer unter der Wasseroberfläche ein Sonnenbad hielten...).


Das Kloster Drübeck hat viele Gartenflächen, von denen zwar nicht mehr alle bewirtschaftet werden, doch einladend und sehenswert sind sie alle.





Nutzgarten während der Frühjahrsbestellung.
Klosterkirche.
Ein riesiger alter Efeu mit Amselnest lehnt an einer der alten besonnten Mauern, die mit ihrer aufgetankten Sonnenwärme ideal zum Gärtnern sind...
Noch ein Gärtchen, mit Buchshecken für Astrid.
Streuobstwiese.





Mit dem Rücken zu dieser wunderbaren Streuobstwiese tranken wir noch einen leckeren Kaffee zu hervorragend mundendem leckeren Kuchen... Das war am 10. April, noch kaum Obstblüten zu sehen, und nun ist die Obstblüte schon wieder durch, herrje, das ging aber auch schnell... In den nächsten beiden Wochen - nach dem kommenden Wochenende, an dem auch ich nun schon zum zweiten Mal Gastgeberin zu den Tagen der offenen Ateliers in Brandenburg werde -  bin ich schon wieder unterwegs, womöglich ganz ohne Web... Die in diese Zeit fallenden Naturdonnerstage habe ich aber mit kleinen "Ein-Foto-Beiträgen" aus meinem wilden Garten vorbereitet, so dass ihr planmäßig eure schönen Naturbeiträge verlinken könnt. 

Natürlich haben wir in Drübeck auch die sagenhaft wunderbar schöne alte Linde vor dem Seiteneingang der Klosterkirche gesehen, aber mein Akku war alle, keine Fotos...

Den Natur-Donnerstag bekam ich im April 2017 von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  








Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Freitag 22.00 Uhr. Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.

Ich bedanke mich bei euch sehr, auch wenn ich es leider kaum schaffe, bei jedem vorbeizuschauen...





An InLinkz Link-up

Samstag, 7. April 2018

Meine Woche 2018 (14)

12tel Blick - Wo sind sie diesmal, meine "Drei-Freuden-täglich-Büchlein"
















12tel Blick - Drei-Freuden-täglich-Bücher








Mit dem Ende unseres Freibergaufenthalts war auch die Zeit gekommen, ein neues Büchlein für den Eintrag von drei Freuden täglich anzufangen, das letzte aus meiner intensiven Übungsphase mit der koptischen Bindung aus dem Herbst 2016... Alle anderen aus diesem Binde-Marathon anlässlich der damaligen Sommerpost sind inzwischen voll oder verschenkt... Diesmal kommt der 12tel Blick wieder von meinem Werktisch in Prieros. Und vielleicht erlaubt der April das nächste Mal einen Gartenblick mit meinen Büchlein...








 




Am Ostersamstag besuchten wir zusammen mit meinem Sohn einen Teil der Schwesterfamilie, die am Motzener See Ostern verlebte. Ein schöner Nachmittag, doch leider erlaubte das Wetter keinen Gang nach draußen, wir wären klitschenass vom Spaziergang zurück gekommen... Als Mitbringsel hatte ich Sesamkekse nach einem Rezept von Karen gebacken, superlecker (sie hatte mich mit solchen Keksen in Freiberg überrascht...), auf dem Foto nur noch die kümmerlichen Reste in der großen Dose... Abends machte der Sohn uns einen Blitz-Flammkuchen, wir waren begeistert... Und ich färbte noch Ostereier in Violett und Zwiebelbraun. Dazu gab es am Sonntag frisch gekochte Eier von Hühnern, die bequemerweise die Eier gleich farbig legen, in Hellblau, Hellgrün, Lachsfarben und Milchkaffeebraun...






 




Vom Besuch bei meiner Schwester brachte ich ein geheimnisvolles Päckchen mit, das Mascha für mich schon vor längerer Zeit mitgegeben hatte, mit alten Batikwerkzeugen ihrer Großmutter in einem alten Kästchen... Das werde ich in Ehren halten und freue mich darauf, diese Werkzeuge, die alte Geschichte(n) zu erzählen wissen, zu verwenden... Das Wetter am Ostersonntag und -montag dann lockte weniger zum Radfahren als zur Gartenarbeit nach draußen, dabei wird einem nämlich schön warm und man ist an der frischen Luft. Da gucke ich dann doch auch gern darüber hinweg, das "Feiertag" ist... Unter anderem habe ich den "Bauplatz" für eine neue "Bude" beräumt, die alte war langsam vergangen und Xavier und Friederike hatten sie endgültig zusammenbrechen lassen, als ein Kiefernast darauf fiel. Neu ist, dass nun auch ein außer Dienst gestelltes über 50 Jahre altes Ruderboot als Spielplatz zur Verfügung steht. Nebst Nordseestrandfundstücken. Ich bin gespannt, was sich da so an Rollenspielen entspinnen wird...










Nachmittags kam die Nachbarin auf ein Gartenpläuschchen vorbei und brachte mir noch Narzissengesellschaft. Witzigerweise hatte ich ein ähnliches Töpfchen auch für sie bereitstehen... Abends schrieb und verpackte ich noch ein bisschen Post und packte dann die Tasche, um am folgenden Morgen zu früher blauer Stunde auf eine Überraschungsfahrt zu gehen...





Frühling im Berliner Hauptbahnhof.





In Rostock traf ich nach einem kleinen noch winterlichen Stadtbummel zunächst meinen jüngsten Bruder in einem empfehlenswertem Restaurant nahe der Nikolaikirche und besuchte anschließend eine liebe Kommilitonin in dem inzwischen toll rekonstruierten Viertel nahe der Petrikirche. Ich hatte sie während des Studiums Anfang der 70er in Rostock kennengelernt. Durch eine Kette von "Zu"-Fällen kamen wir nun wieder in Kontakt, haben haben uns sehr gefreut und mühelos zwei Stunden verplaudert. 





Rostocker Petrikirche.






Abends reiste ich weiter Richtung Wismar, kam im Abendsonnenschein an, hatte mir erstmals über Airbnb ein Quartier gebucht. Das war supergünstig und superschön, aber ich hatte gar keine Zeit es außer zum Schlafen zu nutzen. Denn ich war in geheimer Mission hier. Hatte ich doch mitbekommen, dass sich meine Töchter nebst allen fünf Enkeln dort oben bei der ältesten Tochter für einige Tage getroffen haben. Und nach einem Blick in meinen vollen Kalender hatte ich spontan entschieden, mich für eineinhalb Tage einzuschleichen. Denn meine Töchter und die fünf Kinder gemeinsam zu erleben, hat eben Seltenheitswert, wenn eine im Norden und eine im Süden Ostdeutschlands wohnt... 












So kündigte ich mich abends über die gängigen virtuellen Kanäle mit diesem für Insider als Rostocker Motiv erkennbaren Foto als "Überraschungsei" an und wanderte, nachdem ich meinen Aufenthalt ganz in der Nähe glaubhaft machen konnte, am nächstem Morgen mit frischen Brötchen von Markt über den Hochwasser führenden Hellbach zu einem ganz besonderen, weil seltenen, Familientreffen... Wie schön, die fünf Enkelkinder zwischen 12 Jahren und 9 Monaten beim einträchtigen Spiel zu finden...






Rostock mit Ostermarkt und den Spitzen der Marienkirche. Ja, es lag da noch haufenweise Schnee.
Hellbach aus dem Bett geflossen.





Nach dem Frühstück ging es bald raus, zum Spielplatz im Amtsgarten, und wir hatten eine so herrliche friedliche Zeit mit Sonnenschein, Spielen, Klettern, Schiffchen bauen, spontanem Picknick, ein, zwei Stunden Schlafen der Minis im Wagen, mit frühlingsrufenden Kranichen am blauen Himmel, so dass wir erst nach vier Stunden wieder nach Hause gingen... Für einen solchen Tag kann man nichts anderes als zutiefst dankbar sein... Ein solches Geschenk. 











Am Donnerstag konnte auch ich dann noch meinem Enkelbuben zum 6. Geburtstag gratulieren, noch einmal mit spazieren gehen, bevor es mittags für mich retour nach Hause ging, wo mich meine Kiefern auf dem Weg vom Bus mit herrlichem Abendsonnen-Rindenrot begrüßten...





Der Bub ist Raketenfan... Die Cousine malte ihm eine zum Geburtstag, und die Mama buk Weltraumtorte...
Da, ein Vogel!
Kiefern im festlichen Sonnenscheingewand am Abend...





Mein Freitag gehörte ein paar Stunden dem Schulgarten, aus dem nach dem langen Winter und meiner langen Abwesenheit leider nicht nur Erfreuliches zu berichten wäre, aber immerhin, die schon in die Jahre gekommenenen Kornelkirschen blühen und bieten ersten Bienen Futter... Für mich Freude genug. Nach getaner Arbeit setzte ich mich noch ein bisschen am Waldrand in die Sonne und sah auf einmal ein kleines blaues Leuchten. Ein paar Waldveilchen versteckten sich im hohen dürren trockenen Gras... Bezaubernd... Und nun - ruhiges Wochenende, wir sitzen endlich im Garten, unglaublich...





Alte Kornelkirsche im Schulgarten.
Veilchen am Wegesrand im Wald.





Ein schönes erholsames Frühlingswochenende euch!




Samstagsplausch
12tel Blick