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Donnerstag, 20. Februar 2020

Naturdonnerstag - Besuche am See



Birkenzwillinge am Weg zum See. Ja, der rechte steht doch noch, selbst Holzfäller sind heute knapp...




Ab und zu fahre ich den sächsischen Winter über ins Brandenburgische nach dem Rechten schauen, gehe zum geliebten See hinunter, schaue in den ruhenden Garten, in die nun kahlen Bäume, füttere die sofort hurtig herbeifliegenden Vögelchen, besuche die liebe  Nachbarin, die sich um den Briefkasten kümmert, falls trotz Nachsendeauftrag doch mal was im Kasten landet, räume ein bisschen... Winter(garten)glück in natura, sozusagen...














Jedes Mal entstehen auch ein paar Fotos... Hier von Anfang Dezember. Nur eineinhalb Tage liegen zwischen den nebligen und den sonnigen Fotos. Was für verschiedene Stimmungen... Und wie menschenleer die Umgebung in dieser Zeit...
















Von Anfang Januar habe ich keine Fotos, denn zwischen den Jahren hatte den "Kontrollbesuch" mein Bruder gemacht und ein paar Auszeit-Tage in seinem alten Heimatort verbracht. Anfang Februar war ich selbst noch mal dort und erwischte einen überaus grauen Tag. 













Der Garten ruht, sagte ich eingangs... Aber ein bisschen Quicklebendiges gibt es doch noch bzw. schon wieder zu sehen...




Vexiernelke, blühend, Anfang Dezember...
Winterjasmin Anfang Februar.
Die Ende Oktober mit dem kleinen Enkelmädchen gesteckten Wildtulpen gucken schon mit Blättern...
Der Waldgeißbart am Weg zum See hatte Anfang Februar schon frische Knospen...


Ich freue mich nun schon ganz sachte auf Ende März, wenn ich für ein halbes Jahr wieder dauerhaft ins Sommerquartier einziehe... Aber bis dahin sind es noch ein paar Wochen, und die Zeit in Sachsen wird mir auf keinen Fall lang...



Naturdonnerstag  
Gartenglück - Winterglück 

Donnerstag, 6. Februar 2020

Ein Garten im Werden

Geplant ist schon eine Menge, vor allem naturnah und dank standort- und klimagerechter Aussaaten und Pflanzungen auch pflegearm soll der Garten werden, er soll uns erfreuen, beherbergen und zur Ruhe kommen lassen, Gäste empfangen, und - eigentlich vor allem - Insekten, Vögeln und allerlei Kleintieren und Kleinstlebewesen Lebensraum bieten und sie ernähren. Das hat bei unseren Überlegungen neben ästhetischen Gesichtspunkten eine ganz zentrale Rolle gespielt. Die ersten Pflanzen sind gesetzt, die erste Aussaat ausgebracht, viele Blumenzwiebelchen gesteckt... Wir warten...




Alter Apfel und aufstrebende Birke.



Das Gerüst des Gartens (dort, wo es auf dem Foto grün ist, nutzen die Mieter den Garten) sind seine Bäume, zu denen noch einige weitere kommen werden. Aber hier erst mal die, mit denen wir und viel Getier hier leben und die wir lieben... Schließlich sind wir bekennende Baumfreunde. Immer im Blick von der Veranda aus ist die Birke, von der wir noch nicht wissen, ob wir sie nicht doch erst mal abschneiden müssen und sie wieder austreiben lassen, sie hat während der Bauarbeiten an der Rinde ziemlich gelitten. Bisher sieht sie allerdings so aus, als würde sie es wegstecken. Links davon steht der alte Apfel. Noch weiter links dann der tote alte Pflaumenbaum, solange es geht, bleibt er als Lebensraum-Baum stehen, gehalten wird er schon von einem Arm der Ahorngruppe an der Grenze zum Nachbargrundstück. Ob wir die noch ausdünnen, steht noch nicht fest. Davor, vor der noch etwas zu verschiebenden Totholz-Stammstück-Sammlung, kaum zu sehen, aber im Spätsommer schon mit süßen kleinen Früchtchen behangen, ist ein junger Pflaumenbaum, offenbar durch Selbstaussaat aufgewachsen. 



 
Rechts hinter dem Stammabschnitthaufen stehendes Totholz (Pflaume), eine ganz junge davor. Hinterm Holz eine Ahorngruppe, sehr wahrscheinlich auch aus Selbstaussaat aufgekommen.





Nicht zu sehen, aber in unserem Garten bzw. gleich nebenan, wachsen noch zwei junge Eichen, eine junge Buche, eine Eberesche, eine weitere Birke heran. Schon zu den Alten gehören eine Kastanie, eine Bergkirsche und eine Fichte... Es wird eine kleine Gratwanderung zwischen Licht und Schatten, Hell und Dunkel, mal schauen...

Im Garten wird sich dieses Jahr hoffentlich noch eine Menge tun... Das möchte ich genauer beobachten. Zum ersten Mal entsteht ein Garten nach unseren Wünschen, die eine professionelle Naturgartenplanerin zu Papier gebracht hat und nun unter Einbeziehung verschiedener geeigneter Firmen nach und nach realisiert. Hier also die Perspektiven, aus denen ich dieses Jahr regelmäßig in den Garten schauen werde. Denn für die Anwuchs- und Unterhaltspflege werden wir auch in unserer Brandenburgzeit monatlich ein Wochenende hier in Sachsen verbringen.




12tel Blick - Motiv 1: Vorgarten.
 

Der nicht eingezäunte Vorgarten ist etwas erhöht hinter einem Mäuerchen aus Gneis und soll einmal weitgehend als Frühlingsblüher- und Trockenblumenwiese fungieren. Vor der alten Fichte sind im etwas schattigeren und feuchteren Bereich bereits ein Sommerflieder und Rosen gepflanzt, von denen eine in die Fichte hineinranken wird, hoffen wir. An das alte Zaunrelikt im Vordergrund rechts ist eine alte Rose umgepflanzt worden, die sich da hinüberlehnen darf. Ein erstes ihrer Augen zeigt sich bereits knospig. Und die Gießkanne steht dort, weil die Gehölze erst sehr spät im vergangenen Jahr in die Erde kamen und auch in Sachsen noch ein riesiges Regen-Defizit besteht. Da ist in frostfreien Zeiten kräftiges durchdringendes Gießen im Abstand von zwei Wochen angesagt. 




12tel Blick - Motiv 2: Hinter dem Haus. Vom Rand des Gartens aus geblickt.



Es erweist sich als ausgesprochen schwierig den Garten hinter dem Haus als Ganzes fotografisch zu überblicken... Hier der bisher einzige Schnee, der ein bisschen liegenblieb. Da ich an dem Morgen zum Bahnhof musste und es noch ziemlich dunkel war, konnte ich die anderen Perspektiven nicht mehr fotografieren... Erkennbar ist die Wegestruktur, wir haben uns für sandgeschlemmte Schotterdecke entschieden, in die sich auch gerne was aussäen darf... Die Breite des Weges trägt dem Umstand Rechnung, dass wir älter werden, nicht unbedingt nur hintereinanderhertrippeln wollen und hier vielleicht eines Tages mit einem Rollator unterwegs sind. Das linke der Rondelle (nur im Anschnitt zu sehen) wird einer unserer Sitzplätze, der "große", wo wir auch mal mit Besuch sitzen können.)  Zwischen den Rondellen entsteht ein kleiner flacher wechselfeuchter Graben. Je nach Regen wird er feucht sein oder trocken. Es soll Pflanzen geben, die das aushalten. Ich bin gespannt. Es gibt im Garten übrigens keine rechten Winkel, nur geschwungene Linien. So bin ich eben.




12tel Blick - Motiv 3: Apfelbaum und Rondell



Hier bei diesem Motiv wird sich voraussichtlich recht schnell was tun, das Rondell wird demnächst zur Hälfte von einer Trockenmauer eingefasst werden, das dahinter rechts ansteigend aufgefüllte Gelände wird bepflanzt, unterm Apfelbaum sollten bald Zwiebelblumen und Blumenwiese sprießen. Eigentlich war unterm Apfelbaum eine Rundbank vorgesehen, aber das wird uns nun doch zu viel und zu eng. Ein kleines Tischchen mit Stuhl, um da unterm blühenden oder tragenden Apfelbaum mal ein Brieflein zu schreiben und auf den schlafenden Mann oder von hinten aufs Haus zu gucken, sollte aber passen. Ein weiterer - ganz geschütztere und schattiger - Sitzplatz für zwei ist noch in Hausnähe geplant, den zeige später im Jahr, wenn was zu sehen ist davon. Von da aus hat man dann auch einen schönen Blick in den Garten. Ich bin Perspektiven- und Blickachsen-Junkie, merkt ihr... Ich liebe gelenkte Blicke und zugleich einen gewissen Überblick. Dennoch wird es auch lauschige Plätzchen und noch etwas Geländemodellierung geben... Noch steht ja keins der zu pflanzenden Gesträuche ;-)





12tel Blick - Motiv 4: Blick in den Garten von der Veranda aus.



Die Veranda ist fast fertig und es stand nun innen die Planung der Fensterbretter an. Da ich nun schon einige Wochen hier immer wieder entlang gehe und aus den Fenstern gucke, kam mir noch eine zündende Idee, die vom Manne ganz schnell und bereitwillig aufgegriffen wurde. (Bei anderen Vorschlägen musste ich mehr Überzeugungsarbeit leisten...) Wir werden hier - neben einer Sitzecke weitere links - einen kleinen Schreibplatz integrieren, mit Blick in den Garten, gern auch mal mit "Fenster auf". Übrigens jubilieren hier schon einige Vögelchen ziemlich frühlingshaft und ganz langsam finden sich gefiederte Gäste an einem der ersten Futterplätze ein. Da habe ich gemerkt, was es ausmacht, wenn man mit seinen Vögeln schon langjährig kommuniziert, einander kennt und quasi "per Du" ist... Hier wird es noch eine Weile dauern, bis sie so vertraut in unserer unmittelbaren Nähe futtern, wir sie das in unserem Brandenburger Garten machen...

Ob im Garten alles so wird, wie wir uns das ausmalen und vor allem so schnell, wie wir das nach der langen Wartezeit (diese Trockenheit im letzten Herbst auch hier...) erträumen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall wird es grünen. Und das ist doch schon mal was... Außerdem, auch wenn was schief oder in eine ganz andere Richtung gehen sollte, die Natur weiß sich irgendwie immer zu helfen, hoffe ich... Ich entwickle gerade eine große Vorfreude auf das, was hier wird übers Jahr...


Mein Freund, der Baum
Naturdonnerstag 
12tel Blick 
Gartenglück - Winterglück

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Naturdonnerstag - Schulgarten Prieros im Herbst







Fünf Jahre lang habe ich den Prieroser Schulgarten auf dem Weg zu einem naturnahen insektenfreundlichen Garten mit vielen heimischen Pflanzen begleitet, mit vielen Kindern geforscht und entdeckt, viele Pflanzen auf dem Weg des Einwurzelns gegossen. Nun war die Zeit reif für einen Schnitt. Ich habe entschieden mich nur noch um die naturnahen Elemente wie Magerrasen, Trockenbeete, Gehölzhecke und Teich zu kümmern. Der eine oder andere Einsatz zum Expertentag mit Kindern ist nicht ausgeschlossen. Aber die Sehnsucht nach Freiheit von so vielen regelmäßigen Terminen und von der Gesamtverantwortung fürs Wohl und Wehe des Gartens war zuletzt übergroß geworden. Jüngere rücken nach, und das ist gut so. Eine Arbeitsgemeinschaft ist im Entstehen, ein erster Elterneinsatz im Garten hat stattgefunden. Loslassen können ist umso leichter, wenn man sieht, dass auch was vom Losgelassenen aufgefangen und weitergestaltet wird, auch wenn es dann natürlich auch Veränderungen geben wird.



Nach Regen und Wärme erblühten doch noch mal die Ringelblumen in den Minibeeten der vergangenen 3. Klasse.
Die Samenernte war wieder reichlich, hier Rote Melde und Ringelblume im einen Tütchen, Malve und Lichtnelke im anderen Tütchen...
Auch Pilzsucher kommen im Garten auf ihre Kosten. Schirmpilze am Hochbeet.
Die ersten "Sitzmöbel" kommen in die Jahre und Pilze machen sich breit... Irgendwann muss da was neues her.
Das Bergsandglöckchen hat sich hier so toll eingenistet und blüht noch immer....
.... ebenso Königskerze...
... und Nachtkerze..., zwei der sieben "Patenpflanzen" im vergangenen Schuljahr.




Die sonnigen Herbsttage zauberten noch einmal herrlich sanfte Gartenbilder... So wurde es doch ein recht versöhnlicher Abschied für mich. Nun komme ich nur noch sporadisch her und bin doch so gespannt, was sich tun wird und wie meine Pflanzenkinder weiter gedeihen. Ich habe unendlich viel gelernt in diesen fünf Jahren, vor allem, was Pflanzen für trockenen und mageren Boden angeht. Die heimischen enttäuschen einen nie, blühen unendlich lange in mehreren Schüben, sind so unglaublich hübsch und bieten so vielen Insekten und Vögeln Nahrung. Man muss ihnen nur genug Platz freihalten! Dass unsere Insektenvielfalt so sehr zurückgegangen ist, hat auch damit zu tun, dass heimische Pflanzenarten, auf die viele Insekten spezialisiert sind, immer weniger Platz zum Wachsen haben. Auf Feldern, im öffentlichen Grün und vor allem auch in Gärten noch immer viel zu wenig geduldet, geschweige denn gefördert werden. Die in Mode gekommenen Blühstreifen enthalten leider nicht immer unbedingt genügend heimische Arten, im Gegenteil, nun kommen in diversen Billig-Samen-Mixen wieder Arten zur Verbreitung, die nicht unbedingt an Vielfalt halten, was man sich davon in guter Absicht verspricht... Möge das in unserem Schulgarten anders bleiben und es weiter summen und flattern...




Die Brombeeren wachsen aus dem Wald durch den Zaun in unsere Münder... und schenken im Herbst noch wunderbares Leuchten.
Leuchtendes Ahornblatt im Oregano.
Späte Tracht für Bienen: Herbstastern.

Birkenwäldchen mit Maiglöckchen.
Blick über die Liegewiesen zum Weidenbogen, Schneeball und Ahorn.




Und nun verlassen wir einstweilen den Garten für die Winterruhe....







Naturdonnerstag

Donnerstag, 8. August 2019

Naturdonnerstag (99) - Dschungel im Garten

Vor ein paar Wochen gab es im Vorgarten Bauarbeiten, danach war eine große Fläche kahl und leer... Für eine Neugestaltung war noch nicht die rechte Zeit, aber ganz schnell grün sollte es doch erst mal wieder werden. Also habe ich sämtliche über viele Jahre gesammelten Samen in einer großen Schüssel gemixt und mit Tochter und Enkelmädchen ausgestreut, eingeharkt, fleißig gewässert und so über die wochenlangen Hitze- und Trockenperioden gebracht, und nun können wir uns schon seit einiger Zeit an immer wieder neuen Blüten freuen, und nicht nur wir, auch die Insekten und Vögel treiben sich dort munter umher. Das Foto habe ich gestern Abend nach einem 20minütigen Regen gemacht. Leider wurde es nicht mehr, aber immerhin... Mein eigener und der Schulgarten verlangen wieder mehr Gieß-Stunden als eigentlich geplant.... Gerade habe ich auch wieder zwei Enkel in den Ferien bei mir, keine Zeit fürs Bloglesen und für eigene Blogposts ;-). So also heute nur dieses eine bunte Foto. Abends sitze ich manchmal noch ein paar Minuten auf der winzigen überdachten Terrasse vor der Haustür und schaue dort hinunter ins bunte Treiben... Ich freue mich, wieviel aufgegangen ist, und staune, wie lange manche Samen offenbar ihre Keimkraft behalten... Die ältesten waren aus dem Jahr 2005... Diese Grünkraft, herrlich, möge sie uns erhalten bleiben. Kornblumen, Ringelblumen, Kosmeen, Zinnien, Studentenblumen, Malven, Amaranth, Bohnen, Kürbisse, Lichtnelken, Kapuzinerkresse, Borretsch, Winden, Nachtschatten, Stechapfel, Sonnenblumen, Kornblumen, Kornrade, Mohnblumen und noch viel mehr geben sich in mehreren Etagen von 20 - 100 cm ein kunterbuntes Stelldichein in meinem wilden Garten...












Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


Bitte, setzt euren Link zu eurem Naturdonnerstag-Beitrag in die Kommentare. Wir sind nun bei Nr. 99 in der Reihe "Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe" angekommen. Ich mache die 100 noch voll, und damit möchte ich diese Aktion beenden. Jutta, von der ich die Reihe vor gut zwei Jahren einst übernahm, wird den Naturdonnerstag weiterführen! Danke, Jutta! 

Es hat mir viel Freude gemacht mit euch und euren Naturerlebnissen. Aber ich habe in diesem Jahr auch gemerkt, dass ich selber inhaltlich zu wenig Zeit und Energie einbringen kann, um die Reihe so zu entwickeln, wie ich sie mir einmal vorgestellt habe, als ich sie vor über zwei Jahren übernahm. Natürlich werde ich weiter über meine Naturbeziehung bloggen. Doch habe ich zz. im wahrsten Sinne des Wortes zu viele "Baustellen" zu betreuen, so dass ich mich nach und nach von regelmäßigen Verpflichtungen zurückziehe.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Naturdonnerstag (97/100) - Schmetterlinge und eine gute Nachricht!







Die gute Nachricht zuerst: Der Naturdonnerstag geht auch nach der Nummer 100 weiter. Jutta, von der ich den Naturdonnerstag einst übernommen hatte, als sie sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sah, ihn weiterzuführen, hat mich nun gefragt, ob sie ihn nun wieder weiterführen könne. Da habe ich doch von Herzen danke und ja gesagt... Bei ihr weiß ich den Naturdonnerstag in guten Händen. So werden wir uns donnerstags weiter begegnen und unsere Naturaufnahmen, unsere Erlebnisse und unsere Gedanken teilen können... Ich bin mir sicher, auch das kann dazu beitragen, dass wir aufmerksamer und achtsamer draußen unterwegs sind und unseren Teil dazu beitragen können die so vielfältige Natur rund um uns her zu schützen und sie nicht achtlos oder gedankenlos oder unwissentlich zu zerstören. Wir brauchen diese Vielfalt sehr, aber es wird immer deutlicher, wie fragil das Gleichgewicht der Natur ist....





Blühender Oreganum vulgare ist eine beliebte Futtertankstelle.




Nehmen wir das Beispiel die Schmetterlinge: Wenn ich die 35 Jahre in meinem Garten sehe, denke ich traurig an die Jahre zurück, in denen die Schmetterlinge nur so aufflogen, wenn ich an den Oreganos vorbeiging. Obwohl ich in den vergangenen Jahren noch intensiver auf insektenfreundliche Pflanzungen und Ansaaten geachtet habe, sind Schmetterlinge bei mir nur noch Einzelbesucher und ich bin glücklich, wenn ich einen entdecke. Nicht einmal Weißlinge oder Pfauenaugen gibt es in großen Mengen, früher selbstverständlich... Nun, da der Rückgang der Insekten Bienen und Schmetterlinge auch  die Allerweltsarten erfasst, wird das von manchen erst bemerkt und bedauert. Von vielen aber auch noch immer nicht, denn Insekten sind ihnen herzlich egal, manchmal sogar widerlich oder mindestens suspekt und stehen auf der Beliebtheitsskala mancher Zeitgenossen nicht sehr weit oben. Nach persönlichen Vorlieben oder Aversionen geht es hier aber schon lange nicht mehr...





Baumsäfte trinken.





Wie gravierend der Rückgang von Schmetterlingen und Insekten von der Diversität der Arten her und von der absoluten Anzahl her überhaupt inzwischen ist, mögen folgende Veröffentlichungen aus den Jahren 2016 - 2019 belegen.

https://www.welt.de/wissenschaft/article157418070/Deshalb-sehen-wir-nur-noch-wenige-Schmetterlinge.html

https://www.welt.de/wissenschaft/article167877150/Wieso-Mais-Schuld-am-Sterben-der-Schmetterlinge-ist.html 

Ganz aktuell aus dem Bundesamt für Naturschutz: https://www.bfn.de/themen/insektenrueckgang-daten-fakten-und-handlungsbedarf/gefaehrdungsursachen-und-handlungsbedarf.html

Unsere konventionelle Landwirtschaft mit Überdüngung und Einsatz von "Unkraut"vernichtungsmitteln und "Schädlings"bekämpfungsmitteln, Monokulturen und der Rückgang geeigneter Lebensräume sind Hauptursachen. Dazu zählen auch die vielen super schicken und gepflegten kurzgeschorenen, auf- und ausgeräumten Gärten... Vor Jahren sah ich in einer Zeitschrift eine Karikatur, ungefähr so: Ein Pärchen sitzt auf Liegestühlen in seinem Garten, der aus kurzgehaltenem und von jeglicher Blüte befreitem Rasen und einer Koniferenhecke bestand. Die Frau sagt zum Mann: Schmetterlinge gibt's auch nicht mehr.... Ach nee...





Schlafplatz



Wie sind eure Erfahrungen, gerade auch der Älteren unter euch, mit dem Rückgang der Schmetterlinge... Wer versucht etwas dagegen zu tun? Wer kann welche Pflanzen empfehlen, die Insekten nähren? Und auch ihre Kinder? Wer Schmetterlinge liebt, muss auch Raupen mögen. Und Raupen brauchen Futter. Zahlreiche Falter sind so spezialisiert, dass sie neben geeigneten Nahrungspflanzen für sich selbst während ihres nur Wochen dauernden Lebens auch noch ganz bestimmte Pflanzen zur Eiablage brauchen, um den Räupchen einen guten Start ins Leben zu erlauben, und erst am Ende eines langwierigen, von vielen möglichen Störungen betroffenen Prozesses erfolgt an einem geeigneten Platz verpuppt die Metamorphose zum Schmetterling, z. B. unter Laub, das von nicht einmal wenigen Gärtner*innen so gern auch noch aus der letzten Gartenecke gekratzt wird, damit es "ordentlich" aussieht und "sauber". Unsere Ordnungskategorien haben mit denen der Natur nichts zu tun... Naturschutzgebiete allein reichen nicht. Wenn man weiß, dass die Fläche der deutschen Hausgärten ähnlich groß ist wie die der Naturschutzgebiete, ahnt man, was in unseren Gärten für ein Potenzial liegt. Selbst auf unseren Balkons. Solange wir unsere Pflanzen aber nur nach fragwürdigen subjektiven Schönheitskriterien aussuchen, vergeben wir die Chance mit dem Pflanzen auch etwas für die Insekten zu tun. Und damit übrigens auch was für die Vögel. Wenn alle, die in jedem Jahr vor allem auf gefüllt blühende Geranien auf ihren Fensterbrettern und Balkonen setzen, die Hälfte ihrer Pflanzen gegen Oregano oder Katzenminze oder gar heimische Blühpflanzen austauschen würden, was für ein Gesumme und Geflattere könnte es werden... Und wer einen Garten pflegt, hat auch Verantwortung. Meiner Meinung nach nicht primär dafür, dass es immer "ordentlich" aussieht, sondern dafür, dass dieses Stückchen Erde auch Bestandteil der natürlichen Kreisläufe bleiben kann und nicht - ökologisch gesehen - Wüste wird, wo nur wenige Insekten Nahrung finden und überleben können. Denn auch mit den allerschönsten Hortensien können sie es nicht. Die werden zwar wegen der Farben vielleicht sogar zunächst von Insekten angeflogen, aber vergeblich, denn Nahrung finden sie hier nicht. Ausnahmen sind - mit Einschränkungen allerdings - Teller- oder Rispenhortensien.








Die Fotos im heutigen Beitrag stammen aus den letzten beiden Wochen und sind im Schulgarten und in meinem Garten aufgenommen. Ich habe diesmal die Schmetterlinge (noch) nicht bezeichnet. Vielleicht könnt ihr sie mal erraten? Ich bin gespannt und freue mich, wenn ihr die bezaubernden Falter in den Kommentaren mit ihrem Namen ansprechen könnt...

Und wer für Schmetterlinge und Insekten pflanzen will, dem empfehle ich die auf langjährigen Erfahrungen beruhenden Aussaat- und Pflanz-Ratschläge von Reinhard Witt in seinen Büchern: Wildpflanzen für jeden Garten / Das Wildpflanzen Topfbuch. Heimische Wildpflanzen auf dem eigenen Balkon oder im eigenen Garten und in den Pflanzungen öffentlicher Anlagen sind überdies oft wahre Schönheiten. Oder kennt ihr ein schöneres Natur-Klöppelspitzenmandala als das einer Wilden Möhre?









Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


Bitte, setzt euren Link zu eurem Naturdonnerstag-Beitrag in die Kommentare. Wir sind nun bei Nr. 97 in der Reihe "Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe" angekommen. Ich mache die 100 noch voll, und damit möchte ich diese Aktion beenden. Es hat mir viel Freude gemacht mit euch und euren Naturerlebnissen. Aber ich habe in diesem Jahr auch gemerkt, dass ich selber inhaltlich zu wenig Zeit und Energie einbringen kann, um die Reihe so zu entwickeln, wie ich sie mir einmal vorgestellt habe, als ich sie vor über zwei Jahren übernahm. Natürlich werde ich weiter über meine Naturbeziehung bloggen. Doch habe ich zz. im wahrsten Sinne des Wortes zu viele "Baustellen" zu betreuen, so dass ich mich nach und nach von regelmäßigen Verpflichtungen zurückziehe. Jutta, von der ich die Reihe vor gut zwei Jahren einst übernahm, wird den Naturdonnerstag weiterführen! Danke, Jutta!

Nächste Woche, am ersten Donnerstag im Monat August, heißt es beim Naturdonnerstag noch einmal "Mein Freund, der Baum" 

Donnerstag, 11. Juli 2019

Naturdonnerstag (95/100) - In meinem wilden Garten





In der vergangenen Woche war ich einige Tage unterwegs, habe in Speyer zum Ecoprint-Seminar Station gemacht und die Gärten sich selbst überlassen müssen. Doch zweimal schickte der Himmel eine kleine Notbewässerung vom Himmel und in den Schulgarten eine Kollegin, so dass es wohl ohne größere Trockenschäden abging und mir der erste Gartenrundgang eine Freude war. Es blüht und summt...









Unter meinen Füßen knirschte es, die Singdrosseln füttern offenbar eine nächste Brut und schlagen das Innenleben der Gehäuseschnecken auf den Trittplatten aus und tragen die Schnecken ins Nest in die hungrigen Schnäbel ihrer Kinder... Die Schneckenhausreste bleiben liegen. Wegen der Trockenheit hatte ich bisher kaum Schnecken im Garten gesehen, aber die Drosseln finden sie doch...









Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


Bitte, setzt euren Link in die Kommentare. Wir sind nun bei Nr. 95 in der Reihe "Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe" angekommen. Ich mache die 100 noch voll, und damit möchte ich diese Aktion beenden. Es hat mir viel Freude gemacht mit euch und euren Naturerlebnissen. Aber ich habe in diesem Jahr auch gemerkt, dass ich selber inhaltlich zu wenig Zeit und Energie einbringen kann, um die Reihe so zu entwickeln, wie ich sie mir einmal vorgestellt habe, als ich sie vor über zwei Jahren übernahm. Natürlich werde ich weiter über meine Naturbeziehung bloggen. Doch habe ich zz. im wahrsten Sinne des Wortes zu viele "Baustellen" zu betreuen, so dass ich mich nach und nach von regelmäßigen Verpflichtungen zurückziehe.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Naturdonnerstag (93) - Es blüht gelb

Hatte ich letzte Woche drei blau blühenden "Wilden" Bilder und ein paar Bemerkungen geschenkt, so kommen heute wilde Gelbe dran... Sie blühen in meinem Garten und noch mehr im Schulgarten, weil es dort in vielen Teilen des Gartens vollsonnig ist, und das haben diese Blumen sehr gern. Und es sind auch alles wieder Trockenheit gut überstehende Wildpflanzen, die auf hiesigen mageren sandigen Böden gedeihen... Alle sind von hohem Wert für heimische Insekten und auch traditionell als Heilpflanzen und in der Küche zu gebrauchen.







Von diesem erfreulichen Anblick war ich ganz überrascht, als ich eine Freundin vom Bus abholte. Offenbar dürfen im Straßenentwässerungsbecken, das im Zuge des Feuerwehranbaus entstand, wilde Pflanzen blühen, so wie diese Kleinblütige Königskerze rechts am Zaun und noch viel mehr. Daneben, am Rand des Sportplatzes, aber deutlich außerhalb des Spielfeldes, wurde dafür ein Bestand der Sandstrohblume vor der Blüte beim gründlichen Rasenmähen kurzgeraspelt...










Das passiert den unter Naturschutz stehenden Sandstrohblumen im Schulgarten nicht, inzwischen hat sich ihr Bestand dort auf dem Magerrasen sogar schon vergrößert. Es gibt darin mehrere solcher Stellen.






Sandstrohblume (auch Katzenpfötchen genannt)



Die Pflänzchen mit den puscheligen Blüten neben den Sandstrohblumen sind übrigens Hasenklee-Exemplare, auch ein Trockenheit überdauerndes Pflänzchen von hohem Wert für Insekten, die Kinder mögen es auch gern und nennen es Hasenschwanz-Klee...







Labkraut.


Bei den aktuell herrschenden Hitzetemperaturen hier habe ich den Eindruck, je trockener, desto intensiver machen sich die Wildpflanzen ans Blühen... Hier im Trockenbeet, von dem ich im letzten Post die blau blühenden Pflanzen zeigte, ist nun das Labkraut gelb aufgeblüht. Das hat es gern ein bisschen feuchter, wenn ich es bei anhaltender Trockenheit nicht gieße, zieht es verdorrt ein, um bei Regen dann aber wieder auszutreiben. In den Wäldern und auch im Garten bei mir und im Schulgarten wachsen ganz langsam die Bestände des Johanniskrauts. Neben der Verwendung zu Heilzwecken und in der Küche ist das Johanniskraut auch eine tolle Färbepflanze.




Johanniskraut.




Einer meiner erklärten wilden Lieblinge ist die Nachtkerze. Sie öffnet erst in der späten Dämmerung ihre Blüten, was man gut beobachten kann, jeden Abend erscheint ein neuer Blütenkranz, der insbesondere Nachtfalter anlockt und im Laufe des nächsten Tages abblüht, aber es kommt ja ein neues gelbes Kränzchen, oft viele Wochen lang, ein sommerlicher Dauerblüher... Wegen der stärkenden Wirkung ihrer Wurzel wird sie auch Schinkenwurz genannt, hat aber noch viele andere volkstümliche Namen.




Nachtkerze, man sieht hier noch die Knitter in den Blüten nach dem Aufgehen...




Eine royale Schönheit gibt es unter den Gelbblühenden dann auch noch, die Königskerze. Ganz langsam wird sie im Schulgarten durch gezieltes Verteilen ausgereifter Samenstände heimisch... (Die Entscheidung, ob sie am vorgesehenen Platz wirklich keimt und wächst, liegt aber nicht in unserer Hand...) Eine besonders schöne Großblütige Königskerze hat sich am Gerätehäuschen nicht nur eingerichtet, sondern in Szene gesetzt und gleich drei Blütenkerzen geschoben. (Daneben, auch gelb blühend, Barbarakraut.)










An Königskerzen ist es immer lebendig... Und netterweise ließ sich eine Wildbiene sogar beim Naschen für ein Foto erwischen. Getrocknete Königskerzenblüten sehen übrigens toll aus in einem selbst gesammelten Kräutertee...








Die Blütenfarbe Gelb erlebe ich unter Blumengärtner*innen immer wieder umstritten. Also ich kann ihr nicht widerstehen... Solches Leuchten...

Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


(Es bleibt so vorläufig: Eine Verlinkung kann ich - außer in den Kommentaren - noch nicht wieder anbieten. Danke, dass ihr dennoch mitmacht.)

Gern verlinke ich mich bei Andrea unter ihrem Monatsmotto "Ab in den Garten"