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Donnerstag, 6. Februar 2020

Ein Garten im Werden

Geplant ist schon eine Menge, vor allem naturnah und dank standort- und klimagerechter Aussaaten und Pflanzungen auch pflegearm soll der Garten werden, er soll uns erfreuen, beherbergen und zur Ruhe kommen lassen, Gäste empfangen, und - eigentlich vor allem - Insekten, Vögeln und allerlei Kleintieren und Kleinstlebewesen Lebensraum bieten und sie ernähren. Das hat bei unseren Überlegungen neben ästhetischen Gesichtspunkten eine ganz zentrale Rolle gespielt. Die ersten Pflanzen sind gesetzt, die erste Aussaat ausgebracht, viele Blumenzwiebelchen gesteckt... Wir warten...




Alter Apfel und aufstrebende Birke.



Das Gerüst des Gartens (dort, wo es auf dem Foto grün ist, nutzen die Mieter den Garten) sind seine Bäume, zu denen noch einige weitere kommen werden. Aber hier erst mal die, mit denen wir und viel Getier hier leben und die wir lieben... Schließlich sind wir bekennende Baumfreunde. Immer im Blick von der Veranda aus ist die Birke, von der wir noch nicht wissen, ob wir sie nicht doch erst mal abschneiden müssen und sie wieder austreiben lassen, sie hat während der Bauarbeiten an der Rinde ziemlich gelitten. Bisher sieht sie allerdings so aus, als würde sie es wegstecken. Links davon steht der alte Apfel. Noch weiter links dann der tote alte Pflaumenbaum, solange es geht, bleibt er als Lebensraum-Baum stehen, gehalten wird er schon von einem Arm der Ahorngruppe an der Grenze zum Nachbargrundstück. Ob wir die noch ausdünnen, steht noch nicht fest. Davor, vor der noch etwas zu verschiebenden Totholz-Stammstück-Sammlung, kaum zu sehen, aber im Spätsommer schon mit süßen kleinen Früchtchen behangen, ist ein junger Pflaumenbaum, offenbar durch Selbstaussaat aufgewachsen. 



 
Rechts hinter dem Stammabschnitthaufen stehendes Totholz (Pflaume), eine ganz junge davor. Hinterm Holz eine Ahorngruppe, sehr wahrscheinlich auch aus Selbstaussaat aufgekommen.





Nicht zu sehen, aber in unserem Garten bzw. gleich nebenan, wachsen noch zwei junge Eichen, eine junge Buche, eine Eberesche, eine weitere Birke heran. Schon zu den Alten gehören eine Kastanie, eine Bergkirsche und eine Fichte... Es wird eine kleine Gratwanderung zwischen Licht und Schatten, Hell und Dunkel, mal schauen...

Im Garten wird sich dieses Jahr hoffentlich noch eine Menge tun... Das möchte ich genauer beobachten. Zum ersten Mal entsteht ein Garten nach unseren Wünschen, die eine professionelle Naturgartenplanerin zu Papier gebracht hat und nun unter Einbeziehung verschiedener geeigneter Firmen nach und nach realisiert. Hier also die Perspektiven, aus denen ich dieses Jahr regelmäßig in den Garten schauen werde. Denn für die Anwuchs- und Unterhaltspflege werden wir auch in unserer Brandenburgzeit monatlich ein Wochenende hier in Sachsen verbringen.




12tel Blick - Motiv 1: Vorgarten.
 

Der nicht eingezäunte Vorgarten ist etwas erhöht hinter einem Mäuerchen aus Gneis und soll einmal weitgehend als Frühlingsblüher- und Trockenblumenwiese fungieren. Vor der alten Fichte sind im etwas schattigeren und feuchteren Bereich bereits ein Sommerflieder und Rosen gepflanzt, von denen eine in die Fichte hineinranken wird, hoffen wir. An das alte Zaunrelikt im Vordergrund rechts ist eine alte Rose umgepflanzt worden, die sich da hinüberlehnen darf. Ein erstes ihrer Augen zeigt sich bereits knospig. Und die Gießkanne steht dort, weil die Gehölze erst sehr spät im vergangenen Jahr in die Erde kamen und auch in Sachsen noch ein riesiges Regen-Defizit besteht. Da ist in frostfreien Zeiten kräftiges durchdringendes Gießen im Abstand von zwei Wochen angesagt. 




12tel Blick - Motiv 2: Hinter dem Haus. Vom Rand des Gartens aus geblickt.



Es erweist sich als ausgesprochen schwierig den Garten hinter dem Haus als Ganzes fotografisch zu überblicken... Hier der bisher einzige Schnee, der ein bisschen liegenblieb. Da ich an dem Morgen zum Bahnhof musste und es noch ziemlich dunkel war, konnte ich die anderen Perspektiven nicht mehr fotografieren... Erkennbar ist die Wegestruktur, wir haben uns für sandgeschlemmte Schotterdecke entschieden, in die sich auch gerne was aussäen darf... Die Breite des Weges trägt dem Umstand Rechnung, dass wir älter werden, nicht unbedingt nur hintereinanderhertrippeln wollen und hier vielleicht eines Tages mit einem Rollator unterwegs sind. Das linke der Rondelle (nur im Anschnitt zu sehen) wird einer unserer Sitzplätze, der "große", wo wir auch mal mit Besuch sitzen können.)  Zwischen den Rondellen entsteht ein kleiner flacher wechselfeuchter Graben. Je nach Regen wird er feucht sein oder trocken. Es soll Pflanzen geben, die das aushalten. Ich bin gespannt. Es gibt im Garten übrigens keine rechten Winkel, nur geschwungene Linien. So bin ich eben.




12tel Blick - Motiv 3: Apfelbaum und Rondell



Hier bei diesem Motiv wird sich voraussichtlich recht schnell was tun, das Rondell wird demnächst zur Hälfte von einer Trockenmauer eingefasst werden, das dahinter rechts ansteigend aufgefüllte Gelände wird bepflanzt, unterm Apfelbaum sollten bald Zwiebelblumen und Blumenwiese sprießen. Eigentlich war unterm Apfelbaum eine Rundbank vorgesehen, aber das wird uns nun doch zu viel und zu eng. Ein kleines Tischchen mit Stuhl, um da unterm blühenden oder tragenden Apfelbaum mal ein Brieflein zu schreiben und auf den schlafenden Mann oder von hinten aufs Haus zu gucken, sollte aber passen. Ein weiterer - ganz geschütztere und schattiger - Sitzplatz für zwei ist noch in Hausnähe geplant, den zeige später im Jahr, wenn was zu sehen ist davon. Von da aus hat man dann auch einen schönen Blick in den Garten. Ich bin Perspektiven- und Blickachsen-Junkie, merkt ihr... Ich liebe gelenkte Blicke und zugleich einen gewissen Überblick. Dennoch wird es auch lauschige Plätzchen und noch etwas Geländemodellierung geben... Noch steht ja keins der zu pflanzenden Gesträuche ;-)





12tel Blick - Motiv 4: Blick in den Garten von der Veranda aus.



Die Veranda ist fast fertig und es stand nun innen die Planung der Fensterbretter an. Da ich nun schon einige Wochen hier immer wieder entlang gehe und aus den Fenstern gucke, kam mir noch eine zündende Idee, die vom Manne ganz schnell und bereitwillig aufgegriffen wurde. (Bei anderen Vorschlägen musste ich mehr Überzeugungsarbeit leisten...) Wir werden hier - neben einer Sitzecke weitere links - einen kleinen Schreibplatz integrieren, mit Blick in den Garten, gern auch mal mit "Fenster auf". Übrigens jubilieren hier schon einige Vögelchen ziemlich frühlingshaft und ganz langsam finden sich gefiederte Gäste an einem der ersten Futterplätze ein. Da habe ich gemerkt, was es ausmacht, wenn man mit seinen Vögeln schon langjährig kommuniziert, einander kennt und quasi "per Du" ist... Hier wird es noch eine Weile dauern, bis sie so vertraut in unserer unmittelbaren Nähe futtern, wir sie das in unserem Brandenburger Garten machen...

Ob im Garten alles so wird, wie wir uns das ausmalen und vor allem so schnell, wie wir das nach der langen Wartezeit (diese Trockenheit im letzten Herbst auch hier...) erträumen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall wird es grünen. Und das ist doch schon mal was... Außerdem, auch wenn was schief oder in eine ganz andere Richtung gehen sollte, die Natur weiß sich irgendwie immer zu helfen, hoffe ich... Ich entwickle gerade eine große Vorfreude auf das, was hier wird übers Jahr...


Mein Freund, der Baum
Naturdonnerstag 
12tel Blick 
Gartenglück - Winterglück

Montag, 13. Januar 2020

12 von 12 im Januar 2020

Sonntagsfrühstück mit Sonnenstrahlen.



Wenn schon der Samstagsplausch trotz vorhandener Wochenfotos nicht aus der Feder wollte, so dann doch nun mal wieder - und hoffentlich ausdauernder das Jahr über - 12 von 12... Gerade stehen hier Koordinierungs- und Planungsarbeit an, verschiedene Handwerker sind im Haus zugange, um den Veranda-Anbau zu vollenden, einige Postsendungen für Januargeburtstagskinder gingen auf den Weg in drei Teile der Welt, der Sohn konnte endlich sein Weihnachten hier liegengebliebenes und nun repariertes Auto abholen, die letzten Vorbereitungen für die Beteiligung an einer Ausstellung sind nun ganz konkret dran und fokussieren mich.




Ausführliches Pressestudium mit gegenseitigem Austausch von Lesenswertem.


Präsent war zwischendurch immer wieder die Trauer um fünf seit Weihnachten verstorbene Bekannte, aber das ist ja auch gut so, und so manches tiefe Aufseufzen gehörte dem Klarwerden darüber, dass die Erinnerungen an diese Menschen, an gemeinsame Erlebnisse, nun wirklich nur noch Erinnerungen sind, und dem Mitgefühl für ihre Hinterbliebenen. Es bringt mir den bevorstehenden 13. Todestag meines Vaters noch stärker ins Bewusstsein als sonst.





Letzte Sticheleien an einer Textil-Collage.



Das Sonnenwetter lockte sehr raus und ich konnt den Liebsten überzeugen mal nicht "Pflaster zu treten", sondern ein bisschen an den Stadtrand zu fahren und im Stadtwald spazieren zu gehen. Viele taten es uns gleich, erfreulich zu sehen. 



Hotelbetten für einen anstehenden sehr runden Geburtstag reserviert.
Vorfreude auf den Stadtwald.


Nach Harz und diesem Post nun auch im Stadtwald des sächsischen Freiberg das Fichtensterben hautnah zu sehen, tut weh. Aber ich erlebe auch in Brandenburg das so überaus Schleppende im Waldumbau... Nicht nur das Wachsen dauert, die Bürokratie davor auch, und ein Stück Bequemlichkeit von kleinen privaten Waldeigentümern ist wohl auch nicht zu unterschätzen. Sich durch den Dschungel möglicher Fördermaßnahmen zu kämpfen, ist nicht jedermanns Sache. Ja, Wald kostet, Waldeigentümer zu sein ist aber auch eine Verantwortung. Und heimlich wartet so mancher dann doch noch auf die Umwidmung als Bauland und pflanzt bis dahin nichts als Kiefern nach, das bringt mit etwas Wetterglück fix Holz und etwas Geld, und nicht dass am Ende noch wertvoller Mischwald heranwächst, der eine Umwidmung erschweren würde. Umso schöner, wenn es dann doch die gibt, die ihr Bestes versuchen ihren Wald zu erhalten und aufzuwerten. Die kenne ich auch. Genau wie die unermüdliche Zuversicht der Natur selbst...




Die Wiese an der Waldkante im Schatten zeigt noch nächtliche Frostspuren.
Naturverjüngung: Wo Mischwald heranwachsen darf, zeigt sich der Wald sofort sehr viel vitaler.





Nach einer großen Runde durch den Wald zogen wir über die nun ohne Schaden zu hinterlassen begehbare Wiese zurück zu unserem Parkplatz. Eine Freude zu sehen, dass sich der Liebste überzeugen lassen hatte sich endlich einen ordentlichen Winter-Wander-Mantel zu kaufen. Drei Stunden waren wir dafür am letzten Wochenende in Dresdens Läden unterwegs. Hat sich gelohnt, zwischen all den trendigen "Mikro-Plastik"-Teilen das "Andere" zu suchen und zu finden. Kein Frieren mehr in seinen sonstigen noch vorhandenen "Phantasiejäckchen", für viele Jahre gegen Wind und auch manches Wetter ist er nun geschützt unterwegs, wenn wir auch im Winter draußen sind.




Geliebter Anblick...
 
Frostige Zier an alten Eichenblättern.




Zu Hause wieder im Warmen der sonntägliche Obstimbiss und dies und das zu tun bis in die Abendstunden... Ja, es gab sogar Abendessen, aber in dem Moment hab ich nicht ans Foto gedacht, zu groß war die Freude auf die heiß vom Herd auf den Teller servierte Zwiebel-Paprika-Frittata zum guten italienischen roten Wein...




Obstimbiss statt Kuchen.




Noch immer erfreuen wir uns am Anblick unserer beiden Fichten-Weihnachtssträuße in ihrem natürlichen Zapfenkleid im Wohnzimmer und auf der Veranda... Solange sie nicht nadeln, bringe ich sie über die Zeit... Ganz bis Maria Lichtmess am 2.2. werden sie es vielleicht nicht schaffen. Ihr Anblick bringt uns die Freude an den gemeinsam verlebten weihnachtlichen Stunden und der friedlichen ruhigen stillen Stunden am Jahresanfang wieder.




Von unserer gefallenen Fichte.




Zum Abend noch das bei getrennten und sich immer mal wieder verschiebenden Lebens-/Arbeitsorte gelegentlich unbedingt notwendige Abgleichen der Kalender... Jetzt sehen wir wieder durch, erkennen die Haken und Ösen in den nächsten Wochen, wechselseitige Abwesenheiten, aber auch die Lichter am Ende mancher Durststrecken, unsere gemeinsamen Wochenend- und Urlaubszeiten...





Kalenderabgleich.



Heute morgen das Erschrecken darüber, dass Siemens nun doch das Mega-Kohle-Projekt Adani in Australien unterstützen wird, ein Schlag ins Gesicht der zahlreichen Warner.
"Ein Nachhaltigkeit-Board ist nicht mehr als ein inhaltsloses Etikett, wenn man sich zeitgleich an der Entstehung eines riesigen Klimakillers beteiligt." (Ricarda Lang)

 

12 von 12

Donnerstag, 29. August 2019

Mein Freund, der Baum - die Eiche am Seeufer

Wie schön, wenn über lange Zeit Liebgewordenes weitergetragen wird und andere den verlorenen Ball (wieder) aufnehmen. Wie schön, dass aus meinen Händen "Mein Freund, der Baum" bei Astrid und der "Naturdonnerstag" bei Jutta ohne Unterbrechung in gute Hände gelangt sind...









Der große tief grün belaubte Baum gehört zu dem uns anvertrauten kleinen Stückchen Seeufer so sehr dazu, obwohl er eigentlich schon beim Nachbarn steht, dass ich gar nicht daran denken mag, er könnte eines Tages fallen oder aus Sicherheitsgründen gefällt werden... Wir haben einfach Freude an ihm, seit 37 Jahren..., wer weiß, wie lange er da vorher schon stand. Nun ist wieder die Zeit angebrochen, in der die Stieleiche mit leiserem oder lauterem Plitsch und Plop die reif werdenden Eicheln in den See fallen lässt, über den sie sich leicht neigt. Und schon braune Blätter... So sah es vor ein paar Tagen morgens um 7.20 Uhr aus, als ich schwimmen war. 








 
Als ich nach 20 Minuten Schwimmrunde - immer fein entlang des Ufers - wieder "anlegte", leuchtete schon die Sonne durch die Bäume. Vom Wasser aus mache ich ja selten Fotos, nicht, dass mir mein Telefon noch ins Wasser rutscht... Aber für diesen Post habe ich mich dann doch mal getraut...







Hier links steht sie, zwei Birken, eine jüngere Eberesche und eine alte Robinie rücken nah an sie heran, und hier kann man auch sehen, dass ihr Stamm über der Wasserfläche zu schweben scheint, sie muss enorme Wurzeln in den Seegrund getrieben haben, um zu stehen. Anders kann ich es mir kaum erklären, dass sie noch nicht ins Wasser gefallen ist... Unsere im vergangenen Jahr vom Sohn gezimmerte Sitzecke kann man auch sehen, von dort habe ich schon manches schöne Foto gemacht. Aber heute spielt ja die Eiche die Hauptrolle.








Die beiden letzten Fotos sind wieder vom Steg aus gemacht. Jedes Jahr nimmt die Eiche mehr vom Blick auf den See, hängt ihre beblätterten Äste und Zweige weit hinunter. Aber so wissen wir, es geht ihr gut, und wer weiter gucken will, muss halt ins Wasser und unter ihr durchgucken oder ein Stück rausschwimmen ;-)








Oft nehmen wir als selbstverständlich hin und kaum der Beachtung wert, was uns so umgibt. Und das Gejammere über den Laub"entsorgungsstress" klingt mir jedes Jahr aus verschiedenen Richtungen in den Ohren. Vielleicht lernen wir nie, wie wertvoll Bäume für uns sind? Hohe Zeit wäre es... Und wie liebenswert sie sind, die Bäume, die jungen, die gestandenen, die alten..., ja, noch die sterbenden und toten. Vom Keimling bis zum toten Holz sind sie voller Leben, voller Lebensvielfalt. Und unsere Eiche trägt mit ihren Eicheln die Chance für einen ganzen Wald.




Mein Freund, der Baum - bei Astrid
Naturdonnerstag - bei Jutta

Donnerstag, 18. Juli 2019

Naturdonnerstag (96/100) - Stadtnatur in Freiberg

Grüne Wand auf einer als Parkplatz genutzten Brache zwischen Häusern. Sauerstoffspender und Lebensraum für Pflanzen und Tiere.



Schon sehr lange gehe ich in Städten mit neugierigem prüfendem Blick durch Parks und an Straßenrändern entlang, besonders seit ich weiß, wie gefährdet unsere Biodiversiät ist, wie rapide und schnell Pflanzen- und Tierarten abnehmen und wie sehr es da an Futter für Insekten und damit auch für Vögel mangelt... Dabei ließe sich letzteres so leicht verändern, wenn wir mal unsere übertriebenen Ordnungs- und Sauberkeitsbedürfnisse, aber auch unser davon oft geprägtes ästhetisches Empfinden auf den Prüfstand stellten, wenn es uns wirklich ernst ist mit unseren Sorgen um Biodiversität und Klimawandel.




Wildes Blühen zwischen Gehweg und Parkplatz. u. a. Wilde Möhre, Schafgarbe, Johanniskraut, Rainfarn. Ohne Eingreifen wird allerdings eines Tages die Kanadische Goldrute das Zepter ganz übernehmen.




Am letzten Wochenende war ich wieder einmal in Freiberg und nach ein paar Poststündchen im Regen im Schutze der Veranda am Montagmorgen ein Stückchen den Berg hinauf zum Briefkasten unterwegs. Es scheint etwas Bewegung zu kommen in die Pflege öffentlichen Grüns, weg vom zwanghaft regelmäßigen Mähen hin zur extensiveren Variante, was an einem Hügel im Park der Generationen heißt, dass die im Gras ohnehin vorhandene Schafgarbe zumindest teilweise wachsen darf. Paradies für Insekten. Es führt sogar ein gemähter Weg über den Hügel, doch den konnte ich aus Datenschutzgründen gerade nicht fotografieren, aber ahnen kann man das auch so an den Bildern.



 
Schafgarbenwiese.






Doch es gibt natürlich auch noch viele weniger erfreuliche Anblicke: Auf dem Weg zur Post musste ich wegen Straßenbauarbeiten einen Umweg gehen und fand an der Rückseite des Einkaufszentrums diesen über zwei Meter breiten mit Rindenmulch versehenen bewuchslosen Streifen vor. Was könnte auch der, mit geeigneten Pflanzen ausgestattet, für ein Hort von Lebendigkeit sein. Nehmen wir mal an, er ist vielleicht in diesem Zustand nur "vorbereitet" und bekommt demnächst oder spätestens im Frühling wieder ein grünes Kleid...




Ordentlich, aber trostlos.




Doch es sollte nach diesem Erschrecken noch schlimmer kommen. Eine Treppe hinauf kommt man von hinten auf der Freifläche des Einkaufszentrums an, in dem schon länger mehrere Läden leerstehen. Um wildes Befahren und Parken zu verhindern, hat man eine lange Reihe von Pflanzkübeln aufgestellt... Mit einer geeigneten trockenheitsresistenten Bepflanzung würden sie auch jetzt noch blühen können und die Pflege und Wasserbedarf hielten sich in Grenzen. Hier scheint sich aber so gar niemand verantwortlich zu fühlen und der Anblick ist geradezu trostlos... Vertrocknete Stiefmütterchen konnte ich erkennen, in den sonstigen üblichen Balkonpflanzen kenne ich mich nicht so aus, sie sind an einem solchen sonnigen heißen Standort und dann noch ohne Pflege auch nicht die erste Wahl, und für Insekten in der Regel ohnehin nicht...



Noch trostloser.




Immerhin, mit den Pflanzen in den letzten beiden Kübeln scheint jemand mitzufühlen, sie grünen und die mir bisher unbekannte niedrige Nachtkerzensorte blühte sogar verführerisch schön...




Pachysandra und Nachtkerze.



Auf dem Rückweg am Fuße des Parkes der Generationen gab es dann noch einmal einen versöhnlichen Anblick und ich entdeckte noch eine schöne blühende Bepflanzung. Gelb blühender Star ist hier die Färberkamille, nachdem verschiedene Salbeiarten und Kronenlichtnelke nun schon abgeblüht sind. Mal schauen, ob das dann auch abgeblüht im Winter stehen bleiben darf, wenn die Stengel der Pflanzen Rückzugs- und Überwinterungsort für zahlreiche Insekten und deren Larven sind.









Achtet auch ihr darauf, was in euren Städten wachsen und blühen darf und ob es neben dem ästhetischen Wert als Pflanzenschmuck fürs Auge auch Sinn und Nährwert für Insekten und das Stadtklima hat?



Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  



Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


Bitte, setzt euren Link in die Kommentare. Wir sind nun bei Nr. 96 in der Reihe "Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe" angekommen. Ich mache die 100 noch voll, und damit möchte ich diese Aktion beenden. Es hat mir viel Freude gemacht mit euch und euren Naturerlebnissen. Aber ich habe in diesem Jahr auch gemerkt, dass ich selber inhaltlich zu wenig Zeit und Energie einbringen kann, um die Reihe so zu entwickeln, wie ich sie mir einmal vorgestellt habe, als ich sie vor über zwei Jahren übernahm. Natürlich werde ich weiter über meine Naturbeziehung bloggen. Doch habe ich zz. im wahrsten Sinne des Wortes zu viele "Baustellen" zu betreuen, so dass ich mich nach und nach von regelmäßigen Verpflichtungen zurückziehe.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Naturdonnerstag (79) - Mein Freund, der Baum

Ich hoffe, auch ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen, ich freue mich mit euch auf viele weitere Beiträge zum Naturdonnerstag und bedanke mich herzlich für euer Mitwirken. Wir fangen jeweils am 1. Donnerstag im Monat an mit "Mein Freund, der Baum". Wie schon manchmal, habe ich auch dieses Jahr wieder über Felix' großartige Aktion Plant for the Planet in der Familie Baumpflanzungen verschenkt und den Urkunden - da noch soviel Farbe von der Adventspostkunst-Aktion übrig war - einen Batik-Baum beigelegt. 12 Batiken sind es geworden, hier ist eine davon. Da das Wetter hier in den ersten Tagen des neuen Jahres sehr grau daher kam, kommt mir das Licht im Gezweig gerade recht. Vielleicht euch auch ;-). Möge das neue Jahr immer genug Licht für uns haben...






Wachsbatik auf Papier (DIN A4)




Wer immer meine Verse hörte, fragte mich: was ist daran neu?
Alle wissen, dass eine Blume eine Blume ist und ein Baum ein Baum.
Ich aber antwortete: nicht alle, keiner.
Denn alle lieben die Blumen wegen ihrer Schönheit, und ich bin anders.
Und alle lieben die Bäume, weil sie grün sind und Schatten spenden, nicht aber ich.
Ich liebe die Blumen, weil sie Blumen sind, unmittelbar.
Ich liebe die Bäume, weil sie Bäume sind, ohne Nachdenken.                 Fernando Pessoa  (1888 - 1935)






Regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat gehört der Naturdonnerstag nur den Bäumen. Ich veröffentliche einen Beitrag über Bäume, meine Beziehung zu ihnen und manchmal erzähle ich aus Geschichten von Bäumen. Ich singe Loblieder auf die Baumwesen und meine Liebe zu ihnen ist nicht zu übersehen. Denn wo ich auch hinkomme, gehe ich auf Entdeckungsreise zu Bäumen. "Mein Freund, der Baum".









 
Und ihr? Habt ihr einen Baumfreund? Oder gleich mehrere? Pflanzt ihr selber Bäume? Und welche? Habt ihr einen Hausbaum? Oder kennt ihr Wälder, Friedhöfe, Parks, Straßen mit Bäumen? Stellt sie uns vor und teilt eure Baumbegeisterung mit uns. Übrigens - es müssen nicht unbedingt Fotos sein von Bäumen, die ihr veröffentlicht. Gern könnt ihr euch auch anders kreativ euren Bäumen nähern und sie uns nahebringen.

Mit dem Natur-Donnerstag führe ich seit April 2017 eine Idee von  Jutta fort.