Samstag, 1. Dezember 2018

Meine Woche 2018 (48)





Zwei Tage lang Kräutertee und Zwieback, dann war der "MD" besiegt...





Alles anders als am letzten Wochenende noch gedacht. Magen-Darm-Virus. Da wurde es nichts mit der geplanten Fahrt zur Tochterfamilie im Norden Deutschlands... Also zu bewährten Hausmittelchen greifen, ruhen, Dies und Das - langsam - tun, frische Luft holen, spazieren gehen, lesen, Post bekommen, Briefe schreiben, Bücher binden, Adventspost gestalten... Nun bin ich wieder fit. Und hab einiges geschafft diese Woche.





Passend zum "Zustand" das trübe Wetter.

Sekundenglück. Letzte Apfelernte. Farbe im Grau.

Ein Buch gebunden und in ein Geburtstagspäckchen gepackt.
Familien-Adventspost geschrieben.

Für den "Aufstieg" zum Briefkasten auf den Berg auch noch das schöne sich schon früh ankündigende Wetter erwischt...
Der Appetit wächst wieder, Resteessen gezaubert. Bei Marie von Ebner-Eschenbachs Erzählungen in Band 2 angekommen.
 
Vorräte aufgefüllt, sonniger Einkaufsweg am Park der Generationen vorbei.

Solche Postfreuden... Danke, kleine Europäerin, Mirjam und Michaela.

Regen auf Frostboden. Blitzeis am Freitag. Einkaufsgang fällt aus.

Fertig, die Adventspost, nur noch beschriften.

Wegen des ausgefallenen Einkaufs einen "Trost"-Linsensalat gezaubert. Schließlich kommt freitagsabends der Gefährte von der Arbeitswoche nach Haus.

Nochmal Post. Drei Anläufe waren nötig, bis endlich eine der wunderschönen handgemachten textilen Karten von Sigrid den Postweg zu mir geschafft hat. Danke! Wo mögen nur die anderen Karten geblieben sein...

Den Wochenendeinkauf mit dem Gefährten zusammen erledigt und danach eine Reihe Freiberger Christmarkt durch dichtes Gedränge "geschafft" und das von seiner Rüstung befreite Freiberger Rathaus im neuen (alten) Look betrachtet.



Ich habe mich entschieden, im Wochenrückblick auch ein paar meiner Lektüren der Woche zu teilen...

Seit ich Astrids Post gelesen hatte, war mir klar, dass ich Marie von Ebner-Eschenbach nicht nur wie bisher Aphorismen, sondern auch Erzählungen lesen wollte. Aus der Bibliothek meiner Eltern ist die Belletristik damals bei meiner Schwester gelandet, und zum Familientreffen hat sie mir die zwei Bände mitgebracht. Sehr lesenswert, z. B. Bozena oder Das Gemeindekind... Was Menschen Menschen anzutun im Stande sind... und dies ist so hochaktuell, war mir nicht erst nach der Lektüre eines Artikels auf dem Blog Hinter den Schlagzeilen klar. 

Woher nimmt sich der Mensch immer wieder das Recht andere als Menschen zweiter, dritter oder noch tieferer Klasse zu behandeln, Menschlichkeit zuzuteilen unter Ego- oder Nutzenaspekten und Menschen von Menschlichkeit auszuschließen... In voller Absicht (nein, solche beschämenden Äußerungen werde ich hier nicht verlinken!), oder bestenfalls unwissend oder schlimmstenfalls gleichgültig oder ignorant. Denn es macht Arbeit, Mechanismen der Ungerechtigkeit zu durchschauen. Mir ist jedenfalls das gute Gewissen, Altkleider in einen entsprechenden Container zu versenken, vergangen. Damit durchbrechen wir die Massenkonsum-Spirale nicht, sondern kurbeln sie noch an. Für das, was im Kleidercontainer landet, kann man sich ja Neues kaufen, ist ja wieder Platz im Kleiderschrank. Für mich folgt noch weniger zu kaufen, das Vorhandene noch länger tragen, wohl wissend, dass ein pfiffiges Tuch die Ausstrahlung eines Kleidungsstücks variieren und verändern kann. 

Einen Hoffnungsschimmer hat mir dieser Artikel über neue Ansätze in der Politik in Sachsen ins Rekonvaleszentenzimmer geschickt. Ja, ein Ansatz, in gegenseitigem Aspekt miteinander sprechen, weg von den unsäglichen hämischen und hasserfüllten Foren-Diskussionen in den sozialen Medien, die von Unkenntnis, Faktenverleugnung und -verdrehung und Verschwörungstheorien oft nur so strotzen.

Und ganz und gar berührt hat mich der Artikel "Blind date mit der Vergangenheit" über die Suche einer Mieterin nach dem Verbleib und der Biografie ihres jüdischen Vormieters, nachdem sie bei Renovierungsarbeiten ein Bündel Briefe zwischen Haustür und Türblech fand...

Habt ein schönes Adventswochenende!

Aus meiner Musikliste der Woche lasse ich euch noch Piazzolla, Mercedes Sosa und Joan Baez und Hang massive da...



Falls in diesem Post etwas als Werbung ausgelegt wird, 
so ist diese freiwillig, unbezahlt und als Information oder Inspiration gemeint.

 
Samstagsplausch

Kommentare:

  1. immer wieder unterbrochen, weil ich die Links verfolgt habe, aber auch unser Abendessen zubereiten musste, jetzt endlich ein Kommentar. Zum Glück bist du wieder gesund und hast produktiv sein können. Ich bin ja schon gespannt,was ihr alle aus dem Thema der Adventspost macht, das mich ja so gar nicht angesprochen hat. Erste sneak peaks haben mir aber zugesagt.
    Ich hoffe, du findest noch Gelegenheit, zur Tochter zu reisen in den nächsten Wochen.
    Alles Liebe & ein schönes Wochenende gemeinsam!
    Herzlich
    Astrid

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  2. Mit den Alttextilien habe ich mich auch beschäfftigt. Dass der heimische Markt mit Textilien in Afrika nicht in Schwung kommt, hat damit zu tun, dass die textilen Rohstoffe, die es dazu benötigt, also Baumwolle, Wolle, ..., mit höhren Zöllen belegt sind, als billige Fertigware aus Asien.

    Alttextilien sind nicht das Problem. Die Secondhandware ist von besserer Qualität (Schuhe vorallem), als die die Neuware aus Asien und zudem billiger. Nur diese Kleidung könnten sich viele leisten.

    Dass Afrika "am Arsch" ist, hat nichts mit Secondhandkleidern zu tun, sondern damit, dass die ehemaligen Kolonialherren noch immer wacker verdienen. Zum Beispiel müssen Schulden noch immer verzinst werden, obwohl die Summe der geleisteten Schuldzinsen die Schuldenlast schon längs übertroffen haben, europäische Überschussware zerstört den afrikanischen Markt (zum Beispiel Pouletflügel, Tomaten, ...). Wie verwerflich ist es zudem, Überschüsse, die man (teuer) entsorgen müssten, unter dem Deckmantel von Hilfeleistung zu verschenken/zu verkaufen und die Menschen vom europäischen Markt abhängig zu machen?

    Landgrabbing ist ein weiteres Thema, das letztlich der Bevölkerung nur schadet, weil es der Landbevölkerung die Möglichkeit nimmt, sich selber zu versorgen, ökologische Landwirtschaft zu betreiben, unabhängig zu sein. Am Geschäft verdienen die internationalen Konzerne und die korrupten Regiereungen der densprechenden Länder (z.B. Mali).

    Jetzt die Alttextilien ins Korn zu nehmen, ist das Gleiche, wie Trinkhalme zu verbieten, weil sie die Ozeane verschmutzen: Man lenkt von den grossen Sündern/Problemen/Ungerechtigkeiten ab. Aber von den Mainstreammedien ist man sich ja nichts anderes gewohnt. Weisst du um wieviel der Schiffsverkehr in den letzten Jahren zugenommen hat (die Konsumwut braucht ja Futter), und welche Dreckschleudern diese Containerschiffe sind?

    msn News ist der Vollschrott!

    Ich gehe mit der Aussage einig, dass zu viel Ware den Markt kaputt macht. Fast Fashion ist das Übel, mit dem Ausbeutung von Mensch und Tier, Umweltverschmutzung usw. einhergehen, nur damit der Plunder noch billiger wird und noch mehr davon gekauft wird. Aber davon reden nur die alternativen Medien, denn es ist Konsum schädigend. Damit dies Produktion noch mehr angetrieben wird, ist es von Interesse, auch die Afrikaner (und andere Schwellenländer) dazuzubringen, in den Konsumkreislauf einzubinden, indem sie Neuware zu kaufen. Man nennt das dann "neue Märkte" erschliessen. Noch perverser wird es, weil ja nur zu oft Neuware gleich auf dem Müll landet.

    Und vielleicht ist auch einfach unser Ego beleidigt, weil wir den armen Afrikaneren etwas schenken, sie dieses nicht einfach dankend annehmen, sondern eine Geschäftsidee entwickeln?

    Liebe Grüsse von Regula

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    1. Liebe Regula, mir ist völlig klar, dass Altkleider nur ein Fädchen im Netzwerk globaler Verflechtungen zum Nachteil anderer Menschen sind, ein Mini-Aspekt, der allerdings eng mit der "einigen Aussage" von Massenproduktion und -konsum zusammenhängt. Eine komplexe, ausgewogene und wirtschaftstheoretisch ausgewogene Darstellung lag mir auch fern ;-) Lieben Adventsgruß Ghislana

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  3. Guten Morgen.
    Die Zitronenfalterin hat Dich ja auch so nett vorgestellt. Nicht dass ich nicht auch vorher schon eine (eigentlich eher stille) Besucherin war... So viel, über das Du immer schreibst. Toll! (Mir geht es allerdings wie Dir, dass man selbst bei liegengelassenen Alltagsdingen nicht immer Zeit hat)
    Schönen Adventssonntag und liebe Grüße,
    Nina

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  4. ist das nicht toll mit den postfreuden?!! ich war auch wieder völlig von den socken, was für liebenswerte geschenke und karten ich bekommen habe.
    deinen links werde ich noch später folgen, jetzt muss ich wieder ins bett...
    liebe grüße und auch hier nochmal danke (mit vielen sternchen***) für das wunderbare buch.
    mano

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken.
Bitte aber keine anonymen Kommentare.