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Freitag, 25. September 2015

Monats-Collage und Freitags-Blumen




























Auf die Monats-Collage war ich noch gar nicht gefasst. Dabei ist ja wirklich schon der letzte Donnerstag im Monat... So habe ich kurzer Hand draußen den Tisch gedeckt. Und seltsam, absichtslos wieder so ein Farbspiel, bei dem die Farben zueinander passen... Gelegt habe ich diesmal auf eine schon sehr alte und daher etwas verblichene Batiktischdecke, aus den ersten Jahren meiner Wachsbatik-Leidenschaft. Der September hatte es in sich, voll, angefüllt und erfüllt.

Gesammelt - viele viele Sommerblumen- und Wildblumensamen für die Aussaaten im Herbst und im kommenden Frühjahr, die ersten Herbst-Pilze und bei einer Kollegin zwei Eimer leckerer süßer Pflaumen geerntet, einen aufgegessen und einen konserviert.
Geschrieben - Gartennotizen aus zwei Gärten und Korrekturen fürs neue JahreBuch 
Aus dem Briefkasten geholt - Urlaubskarten von Freunden und Grüße von Bloggerinnen, so von Edith, Mirjam, Elke und Sabine. Von Herzen Dank für diese Freuden.
Gemustert - Küchenmuster..., im Musterbuch und auf dem Tisch.
Papier geschöpft.




Vieles aufgeräumt. Umgeräumt. Weggeräumt.
Gelesen - diese Bücher, um zu verstehen.




Einen nachdenklich-fröhlichen Freundinnen-Abend zu dritt gehabt. Dazu abends den Tisch mit meinem Geschirr-Sammelsurium aufs gebatikte Tischtuch gedeckt. Rein zufällig waren die einzig vorhandenen einfarbigen Servietten auch passend vorhanden... Es tut so gut mit Freundinnen zu reden, einander zuzuhören, einander aufzubauen, einander zu trösten, miteinander zu lachen. Eine große Freude. Wir drei kennen und mögen uns nun schon 20 bzw. 30 Jahre lang - und haben vielleicht ungefähr noch mal so viele vor uns ;-) ?




Die erste Kürbiscremesuppe dieses Herbstes als Vorspeise gekocht, Im Backofen ein Chilli mit feinem indischen Reis dazu als Hauptgang bereitet und davor noch einen leckeren Rote-Beete-Salat serviert.



Das Rezept aufgeschrieben. Bitte sehr: 



Rote-Beete-Salat
(für 2 Personen) – à la Ghislana abgewandeltes Rezept
Premiere beim Drei-Frauen-Treffen am 23.09.2015

2 mittelgroße (noch bissfest) gekochte Rote-Beete-Kugeln halbieren,
in Scheiben schneiden und in eine flache Salatschüssel geben

Eine Vinaigrette zubereiten:
4 EL Balsamico oder anderen Obstessig
4 EL Sonnenblumen- oder anderes Salat-Öl
4-8 EL Apfelsaft oder anderen Saft
Salz, Pfeffer
in einem Schraubglas verschütteln

1 – 2 Hände voll abwechslungsreich gemischter, würziger und grob – aber gabelfreundlich - geschnittener Garten- und Wildkräuter (z. B. jetzt im Spätsommer/Herbst junge Blätter von Wiesen- und Gemüseknöterich, Ruccola, Kapuzinerkresse, essbarer Wicke, Gundermann, Löwenzahn, Giersch, Salbei, Schnittlauch, Apfel- und Marokkanischer Minze, Basilikum; Blüten von Borretsch, Kapuzinerkresse, Zimbelkraut)
mit der Vinaigrette mischen und einige Minuten ziehen lassen, dann über die Rote-Beete-Scheiben verteilen

100 g Frischkäse
1 TL Meerrettich
gut vermischen und mit zwei Teelöffeln in kleinen Häufchen auf den Salat setzen

Schwarzen Pfeffer aus der Mühle über den Salat geben.





Einen Pilz aus dem Wald und Blumen aus dem Garten der Freundin mitgebracht bekommen. Es blühen noch Rosen dort und sie duften! Auf dem Weg vom Schulgarten nach Hause blühenden Topinambur gepflückt, so dankbare Schnittblumen, die ewig in der Vase halten. Lauter kleine fröhlich strahlende Sonnen. Noch viele Knospen dran, die alle noch aufgehen werden..., wie Sonne das ja auch macht.




Die Blumen als Freitagsblumen zusammen auf die Terrasse gestellt. Da kommt neben dem Küchenkännchen auch mal eine andere Lieblingsvase ins Spiel, vor Jahren mal ersteigert. Ich wünsche euch einen schönen Freitag!





Monats-Collage.
Friday Flowerday.
Freutag.

Montag, 10. Februar 2014

Chicorée flämisch

Wegen der Bitterstoffe (ich weiß, die sind sehr wichtig für eine ganzheitlich-gesunde Ernährung, ich bemühe mich auch) esse ich Chicorée nicht übertrieben gern. Doch da gibt es ein, d a s  Chicorée-Gericht, vor ungefähr drei Jahrzehnten aus der Samstagsausgabe unserer damaligen Tageszeitung ausgeschnitten und in mein Kochbuch geklebt. Chicorée flämisch mag ich immer wieder gern, (so gern wie der Gefährte diesen Rosenkohl) und bereite es auch gern zu, inzwischen "aus der Lameng", (wie meine rheinländische Mutter zu sagen pflegte, die alle ihre Rezepte so zubereitete, aus dem Handgelenk, doch nicht ohne Konzept! Weshalb es mir noch immer schwer fällt, etwas von ihren leckeren Gerichten so nachzukochen, dass es so schmeckt wie bei ihr... Aber Chicorée flämisch machte sie nicht, nur ich!)
Endlich habe ich geschafft, alle Fotos beisammen zu haben, zweimal war's schon aufgegessen ohne dass ich das Resultat optisch hier hätte zeigen können...

 

Zutaten (für 4 Personen-Mahlzeit)
2 bis 3 Chicorée
Salz
2 bis 3 Äpfel (können säuerlich und schrumplig sein)
eine "Träufelmenge" Saft von einer Zitrone (keine Pflicht, ich hab oft gerade keine)
1/4 l Sahne (mit 1 Teelöffel Zucker, falls gewünscht, ich selbst nehme keinen Zucker mehr dazu, die Apfel-Fruchtsüße reicht völlig)
Butter oder Pflanzenfett
grob geriebene Käsereste (ca 20 - 50 g)



Zubereitung
- aus den Chicorées von unten kegelförmig die (sehr bitterliche) Basis herausschneiden und die Blätter einzeln in eine mit Pflanzenfett ausgeriebene feuerfeste Form schichten (bei mir schon seit "Ewigkeiten" eine alte runde Jenaer Glas-Schüssel im Wechsel mit einer neueren solchen, die inzwischen aber in diese Küche umgezogen ist) und nur leicht salzen
- die Äpfel schälen und achteln, die Achtel auf den Chicorée legen
- die (evtl. gesüßte) Sahne darüber gießen (ich nehme abweichend von der Rezeptvorschrift 1/4 statt 1/8 l, weil wir die Sauce so gern haben...)
- geriebenen Käse oder Käsestreifchen darüber geben
- mit einigen Butterflöckchen bedecken
- Schüssel mit Deckel im Backofen auf 180 °C erhitzen und bei der Temperatur ca. 20 - 30 Minuten garen lassen, zum Schluss für einige Minuten den Deckel abnehmen, damit der Käse eine feine Kruste bildet
- mit Reis oder Baguette (und Weißwein) servieren


Guten Appetit. Noch mehr Appetit? Schaut bei Katjas Mhhhhhh My Monday

Montag, 20. Januar 2014

Frauenfrühstück...

Frauenfrühstück - kreativ, mit aufgehübschten Käseresten, Mini-Upcycling, Stiftgestrichel, freigelassenen Büchern, Kindermund und vor allem mit Herzblut.



Schon lange habe ich nichts in Katjas Rezeptesammlung eingebracht, und heute ist's auch eher ein Notbehelf. Ihr wisst ja, meine PIN war vergessen und ich kam zum Wochenende in Bargeldnöte. Doch Resteküche ist meine Spezialität... Zum ersten Frauenfrühstück des Jahres mit den zwei hiesigen Lieblingsfreundinnen war ich beauftragt den Käse mitzubringen. Ohne Moos nix los... Aber im Kühlschrank stand noch ein frisches Frischkäsepäckchen, und aus dem hab ich kurzerhand vier kleine leckere Käsetöpfchen gemacht.




Dazu wird der Frischkäse auf vier Rührschüsselchen verteilt. Um verschiedene Geschmacksnoten zu erreichen, wurden diverse Zutaten unter je eine Frischkäseportion gerührt:

1. Oliven-Frischkäse: drei bis vier zerkleinerte Oliven
2. Kräuter-Frischkäse: einige Prisen einer feinen mediterranen (oder Bauerngarten-)Kräutersalz-Mischung
3. Nuss-Frischkäse: ein Teelöffel gehackter Mandeln (oder Walnüsse oder Haselnüsse) und eine Teelöffelspitze Mirabellen-Gelee (oder z. B. Orangengelee, Quittengelee...)
4. Fruchtig-pfeffriger Frischkäse: Frischkäse mit einer Schicht Mirabellengelee (oder siehe unter 3.) bedecken und kräftig mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen
Die Frischkäsezubereitungen in je ein farbiges Espressotässchen streichen (oder in andere passende nette kleine Gefäße) und noch etwas verzieren. Zusammen mit ein paar anderen Köstlichkeiten sah mein kleines Tablett dann so aus und alles mundete - zusammen mit den Leckereien der anderen Frauen - gar trefflich.



Unsere Frauenfrühstücks-Tradition währt nun schon 5 Jahre, und so habe ich den beiden anderen Frauen in der Runde eine kleine Jubiläumsgabe mitgenommen. Nichts Gekauftes, denn ich kauf' ja  ein Jahr lang kein Zeug, sondern es gab "Freigelassenes" - meine Dubletten von Erich Kästners "Lyrischer Hausapotheke", darin ein zur jeweiligen Frau passendes Blatt aus einem sich in Auflösung befindlichen Sprüchekalender, eine Probierportion japanischen grünen Puder-Tees und ein "geistreiches" Schokofrüchtchen für alle Fälle (beides aus den sich wundersamerweise immer wieder auffüllenden Vorräten des Gefährten), ein wiederverwendetes Geschenkband herumgeschlungen:



Versteckt in den Büchern waren Heftchen aus den Streifenkarten vom letzten Mustermittwoch, bemalt mit Lieblings-Aquarellstiften, versehen mit einer "Doppelseite" aus einem übrig gebliebenen Stück Marmorpapier, diese beschriftet mit dem Lieblingsfüller und dem Spruch, der hier schon mal zum Zuge kam, gebunden mit altem Stopfgarn aus einer mir zugelaufenen Restegarn-Wundertüte, beklebt mit einem farblich passenden Herz aus Geschenkpapierresten. Ein winziges Upcycling-Projektchen, eins mit Herzblut. 



Wie überhaupt das Frauenfrühstück mit den besten zwei Freundinnen hier in meiner Nähe (und gelegentlich mit Gästen, darunter sogar manchmal Männer) mir sehr ans Herz gewachsen ist. Der Tag im Monat, an dem wir ein paar Stunden zusammensitzen, essen und reden, am jeweils wunderschön gedeckten Tisch, reihum bei einer von uns Dreien, ist ein wahrer Festtag, auf den wir uns jedes Mal herzlich "vorfreuen". 



Im letzten Sommer war zu diesem "Festtag" gerade meine 7jährige Enkelin eine Ferienwoche lang allein bei mir und ich nahm sie mit zum Frauenfrühstück. Sie aß mit Vergnügen, bewunderte den festlich gedeckten Tisch, lauschte unseren Gesprächen und malte und las zwischendurch. Sie war dabei und doch kaum zu merken. Kurzum, sie genoss ihre Aufnahme in die "Frauenrunde". Auf der Rückfahrt nach Hause ergab sich zwischen ihr und mir folgendes Gespräch: 
"Oma, wenn Mama auch hier wäre, hätte sie gar nicht mitkommen können zum Frauenfrühstück..." 
"Wieso denn nicht?" 
"Na, die hätte ja auf H. (das kleine Brüderchen) aufpassen müssen." 
"Hm, den hätten wir doch auch mitnehmen können..." 
"Aber Oma, das war doch ein Frauenfrühstück und kein gemischtes Frühstück!"
... 
Macht's gut, ihr Frauen ;-)


Die Frischkäsevariationen melden sich bei Mhhhhh My Monday an.
Meine Lieblingsstifte samt Frauenfrühstück reihen sich ins Herzblut-Projekt bei Blick7 ein.
Enkelins Kindermund schicke ich noch fix zur Spielpausen-Kindermund-Sammlung.
Die "Jubiläumsgabe" aus Buch und Mini-Büchlein reist zum Upcycling-Dienstag.
Und alles miteinander zum Creadienstag.                        

Montag, 18. November 2013

Blumenkohl - ein Klassiker...

... den gibt's in dieser Weise "schon immer", jedenfalls seit vielen Jahren hier im Hause. Einfach und gut, und für zwei Personen so ausreichend, dass man sich Kartoffeln sogar sparen kann... Dass hier welche dabei waren, war der Wunsch des Gefährten, mit dem netten Effekt, dass wir das Mahl nicht schafften und ich am Folgetag noch mal Kartoffeln und Blumenkohl in der Pfanne rösten konnte, so ganz für mich, für eine kleine Zwischenmahlzeit an meinem "blauen" Montag. 





Einen kleinen bis mittelgroßen festen Blumenkohl putzen, aber den Kopf ganz lassen! In Salzwasser schwimmend garen. Herausnehmen, abtropfen lassen und mit in Pflanzenfett (oder Butter) gebräunten Semmelbröseln übergießen und - genießen.



Eine garantiert sehr leckere, aufwendigere Blumenkohl-Variante hat Katja heute in ihre Rezeptsammlung Mhhhhh My Monday aufgenommen. Lasst es euch schmecken!

Montag, 11. November 2013

Herbstfarben-Teller

... zu einem Abendessen mit Gefährten und Sohn. Je einen Teller mit einer kleinen "Vorspeisen"-Portion, zum "Anfüttern" und Probieren, aber siehe da - es duftete und schmeckte so köstlich wie im Vincent Richter, woher ich die (nach den aktuellen häuslichen Möglichkeiten etwas abgewandelte) Inspiration mitnahm...und jedem diesen Herbstfarben-Teller servierte: 

Überbackene Kürbisscheiben neben Rapunzel mit paniertem Ziegenkäse, Apfelscheiben, Dörrpflaumen und Orangen-Balsamico-Honig-Sauce...



Einen halben kleinen Hokkaido vom kernigen Innenleben befreien und in cm-dicke Scheiben schneiden. In eine gebutterte feuerfeste Form geben, sanft salzen und pfeffern, mit Sesamöl einpinseln und mit einigen Gorgonzolastreifen bedecken. Im 200 °C heißen Backofen ca. 20 Minuten garen, bis die Scheiben "durch" sind und sich bräunen und der Käse zerlaufen ist.

In einer Pfanne in etwas Öl (ich habe gewürztes Restöl aus einem leeren Glas mit getrockneten Tomaten genommen) 6 mit Ei und Semmelbröseln panierte Scheiben Ziegenfrischkäse zusammen mit einem Dutzend Dörrpflaumen und einem halben in Scheiben geschnittenen Boskopp-Apfel braten, bis alles heiß, "durch" und der Käse gebräunt ist. 

Daneben in einer anderen Pfanne die Sauce aus ein paar Esslöffeln Balsamico, dem Saft einer halben Orange und ein bis zwei Esslöffeln Honig rührend erhitzen und etwas einkochen lassen, so dass die Soße cremig wird.

Rapunzel (je eine Handvoll pro Teller) waschen, abtropfen oder abtrocknen und auf die eine Hälfte des Tellers geben. Die Ziegenkäsepfanneninhalte auf die Teller verteilen und arrangieren, die Kürbispfanneninhalte daneben, die Soße darüber. So etwa:



Das Jonglieren mit mehreren Pfannen und das Eintreffen der redefreudigen Tischgäste haben mich das Fotografieren fast vergessen lassen. Ihr müsst euch also mit diesen zwei Fotos von Anfang und Ende der Kocherei begnügen. Schaut mal zu Katja, da gibt's mehr Fotos und mehr Inspirationen zum Kochen und Backen: Mhhhhh My Monday.

Montag, 28. Oktober 2013

Mhhhhh - Kochen unterm Dach...


Ich lass euch heute mal ein bisschen in eine noch etwas jungfräuliche Küche schauen... Unterm einem über 100 Jahre alten Dach juchhe entsteht ein Refugium für die Zeit, die wir nicht in Brandenburg, sondern im schönen Sachsen verbringen, wie jüngst im Oktober. 



Eine Küche in eine Dachwohnung funktional sinnvoll und so einzubauen, dass es passt, "aussieht" und sich Köche und Esser wohlfühlen, ist eine Herausforderung... Nun ist's geschafft, 5 Gewerke (Küchenbauer, Tischler, Klempner, Elektriker und Fliesenleger) haben sich - nach den Angaben der Planer (also uns, in Zusammenarbeit mit einer geduldigen und höchst kompetenten Küchenplanerin des Lieferanten) - gut abgestimmt, alles passt, funktioniert und wir lieben es schon!



Zum Einstand kochte der Hausherr selber und ich hab aus meiner Leseecke aus dem Wohn-Giebel heraus in die offene Küche gewinkt und in den Topf geguckt... Es gab Kartoffel-Soljanka, immer wieder lecker und einfach zu kochen. Mein Gefährte kocht sie seit Jahrzehnten immer wieder. Und ich hab das gern, auch mal beim Kochen zuzusehen...

Zutaten 
(für ca. 4 Personen, wir zwei haben uns zwei Abende lang mehr als sattgegessen...)
4 - 6 Kartoffeln mittlerer Größe
3 - 4 Möhren

2 Zwiebeln
4 - 6 Wiener Würstchen vom Fleischer des Vertrauens
Salz, Pfeffer, Curry (medium)
ein kräftiger Schuss vom Lieblings-Tomatenketchup

Zum Anrichten saure Sahne, dünne Zitronenscheiben und das in Ringe geschnittene Lauch von einem Bund Lauchzwiebeln.

Zubereitung
Würstchen in Scheiben schneiden und zusammen mit den in Würfeln geschnittenen Zwiebeln und den in Scheiben geschnittenen Zwiebelenden der Lauchzwiebeln (ein Drittel des Lauchs beiseite legen!) kräftig anschwitzen (mehrmals einkochen lassen und wieder etwas heißes Wasser dazugeben).
Kartoffeln und Möhren schälen, würfeln und dazugeben und zunächst kräftig mitschwitzen lassen.
Dann mit heißem Wasser aufgießen, bis alles bedeckt ist. Würzen und gar köcheln lassen. Abschmecken. (Der Hausherr mag's gern flüssig, deshalb wird nicht gestampft, püriert oder auch nur anpüriert. Durch das Anschwitzen und den kräftigen Schluck Ketchup ist die Suppe aber nicht wässrig, eben Suppe...)



In Suppentassen füllen und mit einem Klecks saurer Sahne, einer Zitronenscheibe und dem in Ringe geschnittenen Lauch anrichten. Brötchen und Wein dazu. Kerze an. Genießen...
(Wie eigentlich immer bei Suppen, schmeckt es am nächsten Tag "durchgezogen" und "frisch aufgewärmt" noch mal so gut...)


























Ein paar Abende später war ich dann dran... Mit (m)einer "Spezialität": Resteküche. Vom Soljanka-Essen (die Zwiebelchen von den Lauchzwiebeln), einem Nudelabend (Rest gekochter Nudeln), dem Päckchen Wanderproviant-Knacker war noch dies und das und anderes im Kühlschrank, nämlich das alles hier:

Alles putzen und schnippeln:

Alles in etwas Öl dünsten und kräftig bräunen - angefangen mit den Zutaten, die die längste Garzeit benötigen, also Möhren - gut brutzeln und schon etwas bräunen lassen.

Die Nudeln hinzugeben, die Käsestückchen unterheben und alles zusammen fertig braten. Sollte dann ungefähr so aussehen:


Aus einem feinen Geschirr - nicht ganz so alt wie das Haus, aber auch schon sehr alt - das bei uns Alltagsgeschirr sein darf, schmeckt es dann besonders gut.


Was noch gut aussieht und gut schmeckt, findet ihr heute wieder bei Katja, die Glücksmomente sammelt. Und für Glücksmomente sorgt ihre Reihe My Monday Mhhhhh.

Montag, 14. Oktober 2013

Rote Küche... - My Monday Mhhhhh


Zum Kaffee im Park gab's neulich in Leipzig den hier schon einmal erwähnten Weigelien-Weißdorn-Sandkuchen... Die Oma füllte Sandmehl in die Rührschüssel, das Mädchen zog es hoch und goss es mit Schwung wieder hinab, ein feinsandiger Teig-Hügel wuchs und wuchs und es ergab sich schließlich die Frage nach dem passenden Kuchenbelag: Da die roten Früchte und Blüten nur (noch) ganz oben in den Sträuchern hingen, war die Oma dafür zuständig ("Hol mal noch mehr!"), grüne Blätter und braune Dolden steuerte das Mädchen bei und belegte vorsichtig, damit die Beeren nicht im Sandteig verschwinden, den Kuchen - die Sonne hat an diesem kalten Herbstmorgen mit ihrer Wärme ein bisschen gebacken und den Kuchen gar gemacht, und er war so lecker!



Die Mama zum Mädchen spielt nicht nur auf der Seitenflöte und näht Bequem-Bunt-Freches für Kinder, auch aus ihren Kochtöpfen und Backöfen kommt so verführerisch Leckeres auf die Teller, dass ich als (früher) bekennende Rote-Beete-Ignorantin von ihr eines Besseren belehrt wurde und hoch erfreut war, dass ich Spielpauses Rote-Beete-Risotto neulich in Leipzig beim Mutter-Tochter-Abendessen wieder serviert bekam und es hier vorstellen darf.



Man braucht an Zutaten für 2 (- 3) Personen, ein bisschen haben wir über den Hunger hinaus geschlemmt:

   1 Zwiebel oder 2-3 Schalotten
   1 Tasse Risotto-Reis
   2 - 3 frische (oder gekochte) Rote Beete - Kugeln
   Öl, Salz, Pfeffer
   1 Ziegenkäse (z. B. Camembert oder Frischkäse) und/oder Parmesan
   Weißwein und/oder guuuuute (!) Gemüsebrühe, diese am besten selber kochen, denn (O-Ton Spielpause): "Risotto schmeckt immer so gut wie die Zutaten bzw. die Flüssigkeit, mit der er gefüttert wird. Schmeckt der Sud nicht, wird auch das Risotto nichts." So ist das, ganz klar! (kleine Frage am Rande: der oder das Risotto?) Die Gemüsebrühe des Abends bestand aus einem Becher Blumenkohlbrühe, die vom Mittagessen (ich dachte, das Rezept wäre längst gepostet..., also demnächst) übrig war, dem Sud der ausgekochten Rote-Beete-Schalen, Instant-Gemüsebrühe und Weißwein.


Zubereitung (da ich nicht imstande war, mir das eigentlich ja einfache Rezept über 14 Ferientage hinweg zu merken, hat Spielpause mit einer Mail nachgeholfen, die die Basis des nachfolgenden Textes bildet)
Zwiebel/Schalotte in etwas Öl geben und mit dem Reis 1-2 min glasig "schwitzen".
Mit Weißwein/Gemüsebrühe ablöschen, bis alles gerade bedeckt ist, sanft immer wieder rühren, rühren, rühren. Dann die kleingewürfelte oder grob geraspelte Rote Beete dazugeben und immer wieder mit einer Kelle heißer Brühe auffüllen, so dass alles bedeckt ist und rühren, rühren, rühren... Nach ca. 20 min sollte alles gar sein, Risotto "schlotzig", aber innen noch mit Biss. Dann geriebenen Parmesan oder/und Ziegenkäse einrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Eine wunderbare Rote-Beete-Ziegen-Käse-Reis-Kommunikation, wie schön, wenn Mütter auch von ihren Töchtern noch beim Kochen lernen können... (Ich hoffe, es stimmt alles..., und da man nicht eine ganze Flasche Weißwein braucht, gab's auch noch einen guten Schoppen dazu ;-)



Zu Rote Beete noch ein Tipp: Die erste wurde mir roh und saftig untergejubelt, als der auserkorene Lebensbegleiter - damals noch "in spe" - vor Jahren frischen Naturell-Obst-Saft mit einer Maschine machte, deren Namen ich mir nicht merken kann (elektrisch und fleischwolfähnlich funktionierend). Hinein kamen gewaschene und grob in Stücke geschnittene rohe Äpfel, Orangen, Möhren, eine Grapefruit und - mir blieb der Entsetzensruf "Nein..., nicht...!" Gott sei Dank im Halse stecken - auf ca. 1 kg Saftzutaten 1 - 2 Rote Beete - Kugeln. Die dem Saft dadurch verliehene herbe und auch farblich aufregende Note mag ich seitdem sehr. Die Freiberger Herbst-Ahornblätter erinnerten mich daran - wenn der Saft noch nicht ganz umgerührt ist, sieht er auch so meliert aus, so ungefähr...


Mehr Rezepte bei Glücksmomente-Katja und ihrem My Monday Mhhhhh

Montag, 23. September 2013

Kürbiszeit-Küche #3 - Leben mit (Koch)Büchern

 

Auf meinem Küchenschrank steht eine Reihe von Koch- und Backbüchern, angeschafft und geschenkt bekommen seit Anfang der 70er Jahre, manches als für mich unbrauchbar wieder aussortiert, manches (Wildkräuter-, Wildfrucht- und Baumküche) in einem der Lesebücher-Regale woanders untergebracht. Die Kochbücher schicke ich heute mit Verspätung zu Kerkis Farbkleckses Aktion "Leben mit Büchern".

Zu meinen Lieblingen zählen die alten, mit denen ich in der Küche erwachsen geworden bin..., z. B. das 3. von rechts - dieses Backbuch mit einer Reihe von Grundrezepten für alle Teigarten (wer backt eigentlich noch Brandteig oder Hippenmasse?) für alle Fälle. Oder das rote: Wir kochen gut. Oder aus dem Ungarischen "Wildbret für Feinschmecker", ein Erbstück von meiner Mutter. Diese und manch andere der Bücher mehr als 30 Jahre alt, die Rezepte bodenständig und einfach genauso wie aufwendig und speziell, mit der gesammelten Erfahrung mehrerer Generationen. Für mich in Ordnung finde ich, dass alles von Hand geht, ohne Maschinenpark in der Küche, der bei mir nur Rührgerät und Pürierstab umfasst. Den dicken, von Hand in einen zu meiner blauweißen Küche passenden Bezugsstoff genähten Ordner schenkten mir die Töchter, mit handgeschriebenen Rezepten, zusammen mit Dosen voller passender exotischer Gewürze, die ich aus den alten Büchern nie gelernt hatte zu verwenden, mich das aber nun inzwischen auch mal traue..., genauso mit Vergnügen, wie ich die einfache Küche mag und den erkennbaren Eigengeschmack von deren Zutaten, besonders bei Gemüse. Seitdem ich selber koche, also seit den 70ern, begleitet mich das dunkelblaue unscheinbare "Rezepte-Buch zum Selberschreiben" neben dem schönen Ordner. 


In diesem Buch ist alles versammelt, was ich aus Zeitungen ausgeschnitten und hineingeklebt, aus anderen Kochbüchern abgeschrieben habe, was meine Mutter, Großtanten und später meine Töchter mir hineingeschrieben haben..., ein Stück Familiengeschichte der Lieblingsrezepte... Dick ist es geworden, aber einige freie Seiten sind noch da... Es dürfte also für mich reichen...


Ich liebe es, es aufzuschlagen, hineinzublättern und zu suchen..., noch immer finde ich das - altmodischerweise - schöner, als das Rezept vom iPhone abzulesen ;-). 

Und nun kommt Katjas Mhhhhh My Monday ins Spiel...



Denn in diesem Kochbuch ist auch das Rezept (mir leider entfallener Herkunft) enthalten, das ich euch heute zur Kürbiszeit-Küche vorstellen möchte. Nachdem ein Süppchen und eine Kürbis-Zitronen-Konfitüre für den letzten Montag gekocht wurden, ist heute


noch einmal ein Kürbis-Aufstrich dran, ebenso einfach wie raffiniert:

1,5 kg Kürbis (ich habe Hokkaido genommen) werden gewürfelt und mit 600 g Ahornsirup und 300 g klarem Honig langsam erhitzt und 90 Minuten leise geköchelt (3 - 4 Stangen Zimt mitköcheln lassen). Ab und zu umrühren. Ggfs. Schaum abschöpfen (brauchte ich noch nie zu tun). Dann in ausgekochte Gläser füllen und fest verschließen. Schmeckt aufs Brötchen, auf Toast, auf Waffeln, mit Sahne und Ei verrührt als Kuchen- oder Tortenfüllung. Ein Löffel pur kann als Stimmungsaufheller dienen. 
Der Aufstrich schmeckt verführerisch gut, genauso gut, wie er auch aussieht. (Zwei Gläser haben sich am Sonntag schon auf den Weg Richtung Norden und Süden gemacht und eins ist schon leer...)