Sonntag, 29. September 2019

Mein Freund, der Baum - eine noch stattliche märkische Kiefer...

... fiel mir neulich auf, als ich auf den Bus wartete, um nach Berlin zu fahren, ganz in der Nähe der Haltestelle an der Schule. Eine schon dicke, ältere, auch bereits von Alter und Erfahrung gezeichnete, umstanden von Ahorn, Robinien und anderen Kiefern. Da ich Zeit hatte, habe ich sie genauer betrachtet, umrundet, sie berührt, ihr in die Krone geschaut... Ins wunderbare von Blättern und Nadeln gebrochene sonnige Himmelsblaulicht...

















Den Blick weiter unten auf den Stamm gerichtet, sieht man an ihrer Rinde Spuren von Käferbefall. Ein Zeichen von Vergänglichkeit. Schon blättert Borke ab. Die Spechte untersuchen klopfend den Baum. Der Baum wird so stattlich also nicht bleiben. Aber noch ist er da, schön und stattlich. Eine Weile noch.



















Im Gegensatz zu weithin sichtbaren Borkenkäferbefalls-Gebieten in Brandenburg und Sachsen, wo ich vom Zug und vom Auto aus ganze Baumgruppen mit braunen Nadeln stehen sah, hält es sich in meinem Wald vor der Haustür noch in Grenzen. Vereinzelt befallene und absterbende Kiefern gibt es hier schon seit meiner Kindheit. So hoffe ich einstweilen, dass das so bleibt wie in all den über 50 Jahren und nicht plötzlich die braunen Nadeln an den Bäumen die satt blaugrünen an Menge übertreffen... Doch selbst dann, die Natur wird ein Angebot zu machen wissen... Vielleicht wieder mehr Heide, Flechten, bevölkert mit Ödland- und Schönschrecken, blau und rot geflügelt, auch wenn sie bis aus Italien kommen, besungen von der Heidelerche. Letzten Mittwoch gesehen und gehört während einer Exkursion in die Massower Heide. Und auch hier bei mir ist das ja alles präsent in den Randlagen des eintönigen Kiefernforsts zur freien Landschaft hin. Ich kenne ihn nun schon bald 60 Jahre lang. Direkt ein bisschen schade, dass ich weitere 60 Jahre Beobachtungszeit wohl nicht mehr hinbekomme...


Mein Freund, der Baum
Naturdonnerstag




 

Kommentare:

  1. Fürwahr, das wäre ein Grund, noch so lange leben zu können, um auf DIESEM Gebiet die Entwicklung mitzubekommen!- Beeindruckend deine Aufnahmen von den Spuren der Tiere, die dem Baum zusetzen bzw. halt von ihm leben, wie wir es ja mit allem auf dieser schönen erde verschwenderisch und unbedacht tun.
    Jetzt bin ich gespannt, wohin es dich in den nächsten Tagen verschlägt.
    Euch Beiden alles Liebe!
    Astrid

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  2. Liebe Ghislana,
    es ist immer wieder aufregend, durch die Baumkronen in den Himmel zu schauen. Ein stattlicher Baum ist das. Hoffen wir, dass er noch eine lange Zeit überlebt.
    Liebe Sonntagsgrüße
    moni

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  3. Solch stattliche Kiefern gibt es bei uns im Bergpark so einige, und ehrfurchtsvoll stehe ich oft darunter und schaue in die so weit entfernten Kronen. Beim nächsten Besuch werde ich mir aber die Borke einmal näher anschauen.
    Sonntagsgrüße Ulrike

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  4. Wirklich schön und stattlich, der Baum, liebe Ghislana! Und selbst wenn Käfer in ihm nisten, bietet er Nahrung und Unterschlupf und ist eine Welt für sich. Ich wünsche ihm noch ein langes schönes Leben! Dir übrigens auch, wenngleich 120 vermutlich ein bisserl ehrgeizig ist ;-))
    Hab eine schöne neue Woche und auch gleich einen guten Start in den Oktober!
    Herzlichst, Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/09/baume-fur-die-zukunft-giveaway.html

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  5. nein, ich wünsche es dir nicht, dass dein hauswald in zukunft so aussieht wie weite flächen im harz. ich mag schon gar nicht mehr dorthin fahren, weil es mir in der seele so arg weh tut, quadratkilometer weit diese toten bäume zu sehen. deine kiefer (schöne bilder hast du von ihr gemacht!!) kann hoffentlich trotz käfern und spechten noch lange dort stehen. ich bin gespannt, wie sie im nächsten herbst aussieht!
    liebe grüße
    mano

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  6. Man wird sehen, wieviele Bäume noch sterben. Es dauert drei Jahre, bis die Natur eine Trockenperiode wie letztes Jahr überwunden habe, erzählte der Förster. Ich wünsche deinen Bäumen Standhaftigkeit. LG von Regula

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  7. oh ja eine stattliche kiefer. möge sie noch lange stehen und grünen. späte liebe grüße, eva

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