Freitag, 1. März 2013

Freitags-Fundstücke... Sonnenhimmel im Klappschnitt?





Frühjahrsputz und Aufräum-"Geschichten" befördern dieser Tage so Einiges ans Licht. Deshalb kommt mir Katjas Aktion "Freitags-Fundstücke" wie gerufen. Ist das doch Gelegenheit einiges mal aufzuarbeiten und besser "hier" zu archivieren als es in dunklen Schubladen zu stapeln, wo es keiner sieht. Eine ganze Serie solcher Kreativanleitungen schenkte mir vor ein paar Jahren eine ehemalige Kollegin vor ihrem Ruhestand "in gute Hände"...



Diese Faltblätter haben Geschichte, stammen sie doch aus den 70ern aus Dresden und damit aus einer vergangenen Zeit, in der - mancher Zeitgenosse glaubt es immer noch kaum oder will es noch immer nicht wahrhaben - auch freudvoll-ernsthaft gewerkelt wurde: in unzähligen Volkskunstzirkeln, Textilzirkeln, Fotozirkeln, Schreibzirkeln usw. an Kreis- und Betriebskulturhäusern oder Kreiskulturkabinetten und im Kulturbund. (Eine kulturgeschichtliche Aufarbeitung dieses Phänomens - scheint mir- steht noch aus. Eine Abwertung à la "war doch eh alles politisch unterwandert" wird ihm wohl nicht gerecht)


Meine Kreativpläne als junge Frau schlummerten damals zwar schon ausgeprägt in mir, wurden aber durch Berufs- und Familienalltag ziemlich absorbiert. Beides habe ich mit ganzem Herzen gemacht, meine kreativen Werkeleien beschränkten sich allerdings auf "Taschenregale" fürs Kinderzimmer und fürs Bad, auf Puppenkissen und "Bilder an die Wand", noch ein bisschen Garten"arbeit". Mehr Zeit war nicht da...

Anfang der 90er dann ein ABM-Projekt in meinem Heimatdorf, das die Schleusen öffnete, und mein jahrelanges Gesammle von Ideen, Stoffresten, Papier, Perlen usw. wurde unter Anleitung produktiv und sehr schnell ein nicht wegzudenkender Ausgleich zum damaligen Beruf, und manches fand sogar "in Familie" statt (fast alle haben "gesponnen"...).


Das "Klappschnitt-Poster" hier hängt noch immer in meiner blauweißbraunen Küche, wurde sogar - man sieht es an den Motiven - dafür geplant.







Neuerdings schaue ich wieder öfter wirklich hin und freue mich an den lustigen Formen, die damals sehr spontan entstanden sind. 


Wollt ihr es auch mal probieren? Aus Papier-Rechtecken von der rechten Seite aus eine (oder mehrere) Formen ausschneiden und jede zweite Form einfach nach rechts umklappen, festkleben, fertig... (Wenn von Hand ein Rapport entstehen soll, kann es sinnvoll sein, eine Schablone anzufertigen, um die Treffsicherheit der Schnittlinien zu erhöhen...)



Und so weiter. Die gleichen oder auch andere Formen... - fix ist so ein Blatt voll mit blauem Himmel und gelbem Sonnenschein, beim aktuellen Wetter gewissermaßen für uns Berliner und Brandenburger Grauhimmel-Gebeutelte zur Erinnerung, dass es blauen Himmel und gelbe Sonne da oben gibt... (Was machste nun damit? Schachteldeckel verzieren, Geschenkpäckchen bekleben, Mappeneinband gestalten?... Erst mal Himmel und Sonne gucken...)




Die weiteren Varianten der Anleitungen aus dem oben gezeigten Faltblatt habe ich für euch zugänglich hier abgespeichert und nehme an, das ist ok. Oder wüsste jemand, wer heute Rechte daran hätte...?? (Falls doch jemand, bitte bei mir melden!) Aber irgendwie eine Art historisches Alltagskulturgut ist so was ja schon und ich finde, man kann es wieder und weiter nutzen. Außerdem war und ist Klappschnitt wie so vieles Menschliche schlichtweg "systemübergreifend" ;-).

Kommentare:

  1. Was sich doch alles in dunklen Schubladen findet...kleine Kostbarkeiten...wundervoll! LG Lotta.

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  2. Liebe Gishlana,

    oh wie herrlich, die wohlbehüteten Schätze aus guten alten Zeiten! Ich habe auch noch solche Wunderwerke daheim und kaufe manchmal unserer Bibliothek alte DDR-Bastelbücher ab, die keiner mehr haben will, ich jedoch viel zu schade für den Schredder finde. Schon allein das Layout diesr Bastelbücher hat es mir angetan, so dass ich es niemals über´s Herz bringen würde, sie zu entsorgen.

    Danke für´s Teilen, ich habe mich auch gerade herzlich über die Betitulierung des Blättchens gefreut "Arbeitsanleitung zur Freizeitgestaltung für Pioniergruppen, Ferienhelfer, Brigaden, ...." - besonders die Vorstellung, eine Horde wilder Brigadiere bastelt bei der Betriebsfeier Faltbildchen, die erheitert mich sehr :-)

    Ach wie schön, die guten alten Zeiten, was für ein Spaß!

    Ich danke dir sehr herzlich für dieses Amüsement & wünsch dir einen schönen Abend,

    Katja

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  3. Liebe Gishlana,

    hab vielen Dank für dieses Fundstück, ich hab mir die Anleitung gleich gesichert.

    In unseren Regalen stehen auch noch einige DDR-Bastelbücher, gesammelt von meiner Mama, die damals die Kursleiterausbildung "künstlerisches Gestalten" noch machen und dabei vieles Schöne lernen und ausprobieren durfte, manches Schmuckstück hängt noch bei ihr. So manche Anregung holen wir uns dort noch raus, vor allem war vieles nicht so materialintensiv und lässt sich heute recht preiswert mit Kindern nachbasteln .... auch ohne Pioniergruppe ;-)

    Nen lieben Gruß von Antje

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  4. Hach ich freu mich, dass auch ihr Freude daran habt ;-) LG Ghislana

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  5. Na da könnte ich ja gleich alle Motive verstricken, aber das trifft es.
    Mit Kindern habe ich mal Masken so gemacht, weil man herrliche Chraktere durch den Schnitt bekommt.
    Viele Grüße karen

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
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