Freitag, 18. März 2016

Bücherschätze






Von meiner Kreativ-Kunst-Begegnungs-Reise habe ich euch schon ein wenig erzählt, auch vom Musterkurs bei Michaela, mit dem diese schöne Zeit begann. Am folgenden Sonntagmorgen ging es ans Buchbinden...  Überpünktlich öffnete Michaela unsere Werkstatt auf dem Gelände der Papiermühle Alte Dombach an der Strunde. 







Was das der Fisch übrigens mit Papier zu tun hat, erfuhren wir bei der Museumsführung am Vortag..., leider nicht die schönste Geschichte. Doch davon erzähle ich später. Aber ihr könnt ja mal raten...





In der Werkstatt empfingen uns das erforderliche Handwerkszeug und Material und Michaelas Musterbücherschätze, in denen immer eine stöberte... Zu schön...






Am Abend dann lagen die Schätze der Teilnehmerinnen auf dem Tisch... Dass es dazu auch wirklich kam, dafür hatte Michaela den ganzen Tag lang mit Erklären, Zeigen, Beraten, Interventionen bei kleinen Katastrophen und viel Zuspruch geduldig gesorgt. Ich war so hoch konzentriert, dass ich (für meine Verhältnisse...) extrem wenig fotografiert habe. Weiß ich doch, dass Buchbinden Herumhuscheln nicht so gern verzeiht...




Es wurden unsere eigenen "frischen" Musterpapiere, natürlich auch Michaelas und auch mitgebrachte Papiere und Stoffe als Einbandpapiere verwendet..., darunter auch von einer Teilnehmerin Eco-Prints, für mich gleich noch mal doppelte Vorfreude auf den Kurs am nachfolgenden Wochenende.





Das ist meine kleine Kollektion, ich bin damit rundum glücklich und zufrieden...






Zuerst haben wir A6-Heftchen gebunden. Wenn man dann das Prinzip kapiert hat, kann man auch auf andere, kleinere oder größere Formate zurückgreifen. Das kleinste Heftchen entstand aus Resten, die an der Schneidemaschine übrig blieben.





Das linke Heftchen ist aus einem Musterpapier von Michaela, die beiden anderen sind aus Blanko-Papier und ich werde die Umschläge jetzt hier zu Hause noch bestempeln.





Das Heft hier ist mit Erinnerungen verbunden, ich habe für den Innenteil feines Strukturpapier aus dem von meinem Vater vor 10 Jahren hinterlassenen Stapel mit Papieren und Pappen verwendet.





Drei kleine Heftchen verschiedener Formate, die Umschläge aus meinem im Kurs frisch gestempelten Papier und in der Mitte mit einem 10 Jahre alten gedruckten Papier. (Der Druckstock war aus geknittertem und auf Pappe wasserfest verleimtem Durchschlagpapier). 





Klar, dass mir dieses "richtige" Buch besonders gefällt... Sogar mit Kapitalbändchen und farblich ideal passendem Vorsatzpapier... Ich bin gespannt, wofür ich es eines Tages verwende. Von "Erstlingswerken" kann ich mich ja ganz schlecht trennen, jedenfalls dauert es Jahrzehnte... ;-)





Mein erklärter Liebling ist dieses Ringbuch, bezogen mit einem Batikrest aus meinen Beständen. Darüber bin ich ganz besonders froh: Nun habe ich bei Michaela das Kaschieren gelernt und kann meine Batikstoffe auch zum Beziehen von Büchern verwenden. Innen sind ganz verschiedene Papiere und es ist viel Platz, um auch noch andere einzuheften. Auch Blätter von alten Atlanten sind drin, vielleicht wird es das nächste Reisetagebuch.






Jetzt warte ich auf den bestellten Buchbinderleim. Sonst habe ich (fast, mein Buchbindeleinen suche ich noch...) alles beisammen, um mein Vorhaben, eine Weile lang jede Woche ein Buch zu binden, in die Tat umzusetzen. Sonst habe ich Sorge es wieder zu verlernen... Es muss jetzt nach dem ersten Probieren vom Kopf in die Hand... Vom Notenlesen und mal Klimpern lernt man leider auch nicht Klavierspielen... Jedenfalls liegen schon Einbandpapiere und Vorsatzpapiere bereit und die Schneidemaschine wartet darauf, die ersten Lagen zuschneiden zu dürfen.



Freitag - Freutag - Buchbinden mit Michaela
Fisch bei Andiva





Donnerstag, 17. März 2016

Winter adé...?








Fast hätte ich mich gar nicht mehr getraut noch ein paar Februarbilder aus Leipzig zu zeigen, aber dann las ich doch gestern schon wieder oder noch immer von Schneefällen und ja, richtig frühlingswarm ist es noch nicht und die Erinnerung ans Draußen-Teetrinken in Speyer am vergangenen Donnerstag kommt mir vor wie aus einer anderen Zeit... Immer noch ist Winter.








Dabei empfing mich Leipzig, wo ich eine kleine Enkelinnen-Zeit hatte, hinter der Oper mit dem alten Herrn Wagner höchstpersönlich im Blütenmeer zu seinen Füßen recht frühlingshaft und auch Tandem-Konzerte im Gewandhaus, die Litfaß-Säule "Grassi-Talks: now!" stimmten mich - wie schon einige Wochen vorher das Montagscafé im kleinen (Schauspiel)haus in Dresden - eher hoffnungsvoll, eben grün. Räume für Begegnungen und Gespräch ermöglichen - ich wüsste nichts Besseres auf dem Weg, der vor uns liegt. Die Sorge um Menschen, die wenig Gutes im Leben erfahren, ist auch für mich unteilbar, erst recht, wenn es um Kinder geht.



 

Doch das Wetter in Leipzig blieb kalt, windig und am Morgen, als ich losging, um mich im Café Grundmann mit Lotta zum Kaffee zu treffen, fing es an dicke Flocken zu schneien. Aber Naturpädagogen wissen ja mit Wetter umzugehen, und so wurde es der erhoffte erfrischende Spaziergang über 5 km quer durch Leipzigs grüne Zonen im Clara-Zetkin-Park. Beschirmt gegen die Nässe mit nur einer freien Hand holte ich den Fotoapparat nicht ganz so oft hervor wie sonst... Doch diesem Puderzucker auf den Parkwiesen und dem gelegentlichen Sonnenleuchten in den Bäumen konnte ich nicht widerstehen...






So landete ich im zum Clara-Zetkin-Park gehörenden Palmengarten, der mich mit überzuckerten Quittenblpten und dem Blick aufs Wasser (Elsterbecken) und die hellgelbgrünen Trauerweiden verzauberte...





Über die Brücke am Elsterwehr ging es auf die andere Seite des Wassers und über den Elsterflutgraben entlang dem Elsterflutbecken weiter hinein in den Johanna-Park im
Clara-Zetkin-Park.






Als ich am Wasser entlang mit Karte in der Hand und dem Fotoapparat immer wieder stehen blieb, wurde ich von einem jungen Radfahrer angesprochen. Ob ich was Bestimmtes suche... Eigentlich nicht, nur eben diese Blicke zwischen den Bäumen hindurch aufs Wasser, zur Sonne hin...





Wie sich herausstellte, war der junge Mann schon frühmorgens unterwegs, leidenschaftlicher Naturfotograf... Vögel sind seine Spezialität, und hier gäbe es Eisvögel. Zwei hätte er morgens wieder vor die Linse bekommen... Na, da war er doch an die Richtige geraten und freute sich sichtlich über mein Interesse... Ich solle immer in die übers Wasser hängenden Zweige schauen.







Nun, einen Eisvogel habe ich nicht entdeckt, aber das freundliche Gespräch und der Gedanke, dass es hier Eisvögel gibt, waren genauso schön und herzerwärmend. Bald war ich in der Nähe unseres Treffpunkts angekommen... Nur noch einmal diese imposanten Bäume anschauen...






Oh, ihr Leipziger, euer Stadtgrün ist was Tolles, möge das so bleiben. Ich geh jetzt in Gedanken noch mal im Café Grundmann einen der feinen Yogi-Tees trinken und diesen herrlichen Baiser-Stachelbeerkuchen essen. Das war doch der Kuchen, den wir vernascht haben, liebe Lotta, oder? 

Übrigens: wieder Nachtfrost, sogar die Wassertonnen haben wieder Eishäute... Winter adé, bitte jetzt...



Naturdonnerstag    
Mein Freund, der Baum     

Mittwoch, 16. März 2016

Mustermittwoch - Muster aus Bergisch Gladbach




Im so passenden Ambiente der Papiermühle Alte Dombach mit Michaela höchstpersönlich einen Stempel-, Druck- und Buchbindekurs zu machen, war ein Traum von mir, seit ich auf ihren Blog und den Mustermittwoch gestoßen war. Und dieses Jahr passte endlich alles zusammen und der tolle Kurs in Bergisch Gladbach war der Beginn einer sehr, sehr schönen Kreativzeit... Anregung gab's ohne Ende mit Michaelas Musterpapieren und Büchern...


Oben, auf dem ehemaligen Heuboden, war unsere Werkstatt.

Der Musterpapier-Tisch - Inspiration pur.
  

Also das Handwerkszeug ausgepackt und schon ging es los mit Entwerfen, Zeichnen, Übertragen, Schnitzen, Stempeln... Mein Musterentwurfsbuch, das ich immer zum Mustermittwoch benutze, hatte ich mit und auch mein allerallererstes Buch mit Kursnotizen, seit sich in den 90ern der Kreativvirus bei mir einnistete. Inzwischen habe ich auch schon weitere Büchlein in Betrieb genommen, aber das hier beherbergte schon einmal Mitschriften zum Buchbinden vor 10 Jahren, so passte Michaelas Kurs bestens, um diese Notizen zu ergänzen (und mir wieder besser verständlich zu machen).







Nach und nach entstanden die ersten Papiere, mit denen am nächsten Tag Hefte und Bücher bezogen werden sollten. Eins meiner Lieblingsmotive, die Spirale, kam auch unter den Geißfuß, und - oh Wunder - sie wurde rund. Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich an der Schule nie Linolschnitt und habe mich nun endlich drangewagt, mit diesen Schnitzmessern umzugehen... In dem blauen Gummimaterial macht sich das viel besser als befürchtet, sogar richtig gut... Da werde ich wohl noch weitere Stempel schnitzen...







Unter meine frisch geschnitzten Stempel nahm ich auch einen farblich passenden alten etwas matten Druck (von einem Druckstock aus gerissenen Pappschichten), der nach Jahren des Wartens in einer Mappe nun zu seinem Auftritt kam. (Das Buch dazu zeige ich am kommenden Freitag.)






Nächsten Mittwoch gibt's dann Scheren-Geschnippeltes, auch hierfür bot der Kurs einige Anregung..., weil ich ja kaum Schnipsel wegschmeißen kann... Nun will ich aber erst mal schauen, was sich so alles angesammelt hat beim Mustermittwoch. Da ist mir so ohne Web unterwegs doch eine Menge durchgeflutscht...              

Dienstag, 15. März 2016

12 von 12 - im März 2016 in Speyer

Auf meinem morgendlichen 20 Minuten-Gang vom Hotel zum Industriehof, bei Sonne eine Wonne, trotz frostiger Frühtemperaturen.






Ja..., man darf noch verlinken. Da hab ich doch mal schnell fix 3 nach meinen Bildern vom 12.3. aus Speyer geschaut... Alles fühlt sich noch so frisch und voller Freude an...




















Gegenüber dem Industriehof, wo unser Pflanzenbilder-Seminar stattfand, liegt der Rhein. Flugs auf den Damm geklettert und ein sonniges Morgenglitzern samt Frachtschiff erwischt.









"Eis am Rhein" ist eine Institution. Hier am 12. noch im Morgenschlaf, aber dann, bald... Von ihrem Rheinspaziergang oder der Radtour biegen die Leute mal eben in den Industriehof ab und kaufen sich ein vorzügliches Eis. Auch Autos parken nicht zu knapp... Ich dachte, ich hätte in Sienna das beste Schokoladeneis der Welt gegessen, nach Speyer bin ich mir da nicht mehr so sicher...










Gleich bin ich da, noch mal rechts und dann die erste Tür links und ich bin bei Brunhilde und Fritz im Textilstudio. Nachdem alle eingetrudelt sind, geht der 2. Seminartag los. Am Vortag hatten wir einen Eco-Print auf Papier gemacht, indem wir eine Rolle mit den erforderlichen "Zutaten" (Papier, Beize, Naturmaterialien) gewickelt haben. Am 12. galt es nun Ecoprints "im Stapel" zu fabrizieren... Hier liegt er, fast fertig vorbereitet










Zusammengeklammert, eingewickelt in Backpapier, mit Schleife und Namenskennzeichen versehen, kommt er nun in den verschlossenen Kessel, um runde drei Stunden lang über Dampf zu köcheln... Währenddessen ist Zeit noch einmal Blueprints vorzubereiten. Ein Wiedersehen mit dem Gänseblümchenmandala von gestern. Die Blueprints (Pflanzen auf mit einer speziellen Salzlösung getränktem Papier) entwickeln gerade und schwitzen ganz schön unter Glas im Sonnenschein.



 

Nach der leckeren Mittagssuppe mit Flädle und Grießklößchen, Nudelsalat und Couscous geht's ans Auspacken unserer Stapelpäckchen.










Auspacken und sich überraschen lassen, ist hier die Devise ;-). Technikanleitung und Grundrezepturen sind nur das Handwerkszeug für ein Riesenexperimentierfeld, auf dem man immer wieder andere Erfahrungen machen kann. Naturmaterial hat keine DIN, es ist Wachstum, Wetter und Jahreszeiten unterworfen und kann immer wieder anders reagieren, niemals ist ein Ecoprint wiederholbar. Auch Papierqualität und Art und Stärke der Beize beeinflussen das Ergebnis. Das macht es wahnsinnig spannend und ist eine prima Schule gelassenen Loslassens... Aus dem Stapel kam u. a. das hier, noch nass und deshalb später noch einmal Veränderungen (Verfärbungen, Aufhellungen) im Trocknungsprozess unterworfen.



 

Eukalyptusblätter-Abdruck auf einem vorher mit Pflanzensud (= Tee) eingefärbten Büttenpapier. Fächerahorn und Schatten bzw. Durchschläge von anderen Blättern und Zwiebelschalen (Gelbtöne)






Blatt der Esskastanie.








Der Seminartag ging mit Sprüh- und Druckexperimenten zu Ende. Über Nacht trocknen die Blätter unserer Stapel und sehen am nächsten Tag wieder anders aus. Zeige ich euch später... Ein voller, erfüllter Tag, dieser 12.3. in Speyer. Ich wandere "nach Hause" zu meinem Hotel. Auf dem Weg esse ich meine Lieblingsnudeln, Gnocchi...






 
Unter dem Torbogen hindurch über den Hof geht es zum Eingang des Nebengebäudes mit meinem Zimmer und hinter diesem Fenster mit dem großen Baum davor lege ich mich später zur Ruhe. Die letzte Nacht vor dem letzten Seminartag und der Heimfahrt von meiner kreativen Auszeit... Vorfreude aufs Zuhause und Wehmut, dass die schöne Zeit nun vorbei ist, mischen sich...





Hier bei Caro gibt's zu sehen und zu lesen, wie andere Blogger/innen den 12.03. verbracht haben. 

Heute ist übrigens auch unser Bilder-Pingpong-Tag. Ich hatte leider vergessen das Foto mit auf Reisen zu nehmen... Nun liegt es ausgedruckt hier und ich warte auf den Kuss der Bilder-Pingpong-Muse. Aber bestimmt sind heute schon tolle Interpretationen zu sehen, bei Lucia.

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