Von meiner Kreativ-Kunst-Begegnungs-Reise habe ich euch schon ein wenig erzählt, auch vom Musterkurs bei Michaela, mit dem diese schöne Zeit begann. Am folgenden Sonntagmorgen ging es ans Buchbinden... Überpünktlich öffnete Michaela unsere Werkstatt auf dem Gelände der Papiermühle Alte Dombach an der Strunde.
Was das der Fisch übrigens mit Papier zu tun hat, erfuhren wir bei der Museumsführung am Vortag..., leider nicht die schönste Geschichte. Doch davon erzähle ich später. Aber ihr könnt ja mal raten...
In der Werkstatt empfingen uns das erforderliche Handwerkszeug und Material und Michaelas Musterbücherschätze, in denen immer eine stöberte... Zu schön...
Am Abend dann lagen die Schätze der Teilnehmerinnen auf dem Tisch... Dass es dazu auch wirklich kam, dafür hatte Michaela den ganzen Tag lang mit Erklären, Zeigen, Beraten, Interventionen bei kleinen Katastrophen und viel Zuspruch geduldig gesorgt. Ich war so hoch konzentriert, dass ich (für meine Verhältnisse...) extrem wenig fotografiert habe. Weiß ich doch, dass Buchbinden Herumhuscheln nicht so gern verzeiht...
Es wurden unsere eigenen "frischen" Musterpapiere, natürlich auch Michaelas und auch mitgebrachte Papiere und Stoffe als Einbandpapiere verwendet..., darunter auch von einer Teilnehmerin Eco-Prints, für mich gleich noch mal doppelte Vorfreude auf den Kurs am nachfolgenden Wochenende.
Das ist meine kleine Kollektion, ich bin damit rundum glücklich und zufrieden...
Zuerst haben wir A6-Heftchen gebunden. Wenn man dann das Prinzip kapiert hat, kann man auch auf andere, kleinere oder größere Formate zurückgreifen. Das kleinste Heftchen entstand aus Resten, die an der Schneidemaschine übrig blieben.
Das linke Heftchen ist aus einem Musterpapier von Michaela, die beiden anderen sind aus Blanko-Papier und ich werde die Umschläge jetzt hier zu Hause noch bestempeln.
Das Heft hier ist mit Erinnerungen verbunden, ich habe für den Innenteil feines Strukturpapier aus dem von meinem Vater vor 10 Jahren hinterlassenen Stapel mit Papieren und Pappen verwendet.
Drei kleine Heftchen verschiedener Formate, die Umschläge aus meinem im Kurs frisch gestempelten Papier und in der Mitte mit einem 10 Jahre alten gedruckten Papier. (Der Druckstock war aus geknittertem und auf Pappe wasserfest verleimtem Durchschlagpapier).
Klar, dass mir dieses "richtige" Buch besonders gefällt... Sogar mit Kapitalbändchen und farblich ideal passendem Vorsatzpapier... Ich bin gespannt, wofür ich es eines Tages verwende. Von "Erstlingswerken" kann ich mich ja ganz schlecht trennen, jedenfalls dauert es Jahrzehnte... ;-)
Mein erklärter Liebling ist dieses Ringbuch, bezogen mit einem Batikrest aus meinen Beständen. Darüber bin ich ganz besonders froh: Nun habe ich bei Michaela das Kaschieren gelernt und kann meine Batikstoffe auch zum Beziehen von Büchern verwenden. Innen sind ganz verschiedene Papiere und es ist viel Platz, um auch noch andere einzuheften. Auch Blätter von alten Atlanten sind drin, vielleicht wird es das nächste Reisetagebuch.
Jetzt warte ich auf den bestellten Buchbinderleim. Sonst habe ich (fast, mein Buchbindeleinen suche ich noch...) alles beisammen, um mein Vorhaben, eine Weile lang jede Woche ein Buch zu binden, in die Tat umzusetzen. Sonst habe ich Sorge es wieder zu verlernen... Es muss jetzt nach dem ersten Probieren vom Kopf in die Hand... Vom Notenlesen und mal Klimpern lernt man leider auch nicht Klavierspielen... Jedenfalls liegen schon Einbandpapiere und Vorsatzpapiere bereit und die Schneidemaschine wartet darauf, die ersten Lagen zuschneiden zu dürfen.
Freitag - Freutag - Buchbinden mit Michaela
Fisch bei Andiva