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Donnerstag, 11. April 2019

Naturdonnerstag (82) - Mt. Kurama bei Kyoto







Letzte Woche hatte ich euch versprochen euch diesmal mitzunehmen, hinauf auf den bewaldeten Berg mit seinen Tempeln und Schreinen... Na, dann kommt mal mit!











Nach der ersten steilen Treppe ging es ein Stückchen mit einer Seilbahn weiter. Oben angekommen wurde uns das ganze Ausmaß des Taifuns im letzten Jahr bewusst, der einen Hang des Berges praktisch abgemäht hat. Wie durch ein Wunder - oder die Hilfe der zahlreichen hier verehrten Götter und Geister - entstanden keine größeren Schäden an den Tempeln, nur vereinzelt. Das Ausmaß und die Wucht des Sturms kann man erahnen und die Folgen sehen...











Von der Hangseite aus ging es jetzt in den Wald hinein, langsam immer höher, entlang an vielen Laternen, alle anders beschriftet, manche mit Zetteln mit Gebeten und Wünschen versehen. Es ist Brauch, dass Laternen auch von Gläubigen gespendet werden. Sie beleuchten den Weg zum Tempel.







Aber wir hatten nicht nur Blicke für die Laternen, sondern auch für die Flora am Wegesrand entlang der mit Steinmauern gesicherten bemoosten felsigen Hänge... 








Oben angekommen, öffnete sich der Blick zur einen Seite hin zu einem großen buddhistischen Tempel, auf der anderen in die bergige Ferne. Wir waren eine ganze Weile dort oben und lauschten dem leisen Murmeln der buddhistischen Mönche und dem wohlklingenden großen Gong, der in Abständen erklang...








Wie auch andere zog auch uns der blühende alte knorrige Kirschbaum in seinen Bann...








Auf einer anderen Strecke wanderten wir langsam nach unten zurück. 








Die riesigen Zedern in der Nähe eines weiteren Tempels weckten unsere Aufmerksamkeit und wir konnten den Brauch, alte Bäume, ja längst abgestorbene auch, als Gottheiten zu ehren, aus nächster Nähe sehen. Was für eine Wertschätzung, Ehrfurcht und Achtung gegenüber diesen Lebewesen. Das hat uns sehr berührt.









Was für ein schöner Gang das für uns war. Auch wenn uns bewusst ist, wie wenig wir von all dem verstehen, was wir gesehen haben... Inzwischen war aber sogar das zunächst trübe Wetter aufgeklart und die Sonne wärmte uns auf dem Rückweg zu unserem Ryokan am Flüsschen. Nach soviel frischer Luft und Bewegung wurde das gute und vielseitige Abendessen wieder zu einem wahren Fest...










Der Naturdonnerstag war eine Idee von  Jutta . Hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.


Leider funktioniert es immer noch nicht mit dem Linktool ;-(. Ich muss euch noch mal bitten eure Links in den Kommentaren zu hinterlassen. Dankeschön...


Mittwoch, 10. April 2019

Mustermittwoch - Oval, Ellipse, Ei... - Shibori

Etwas eirig die Ovale, aber aus dem Shibori-Museum in Kyoto.





Mein erster Mustermittwoch hier im Blog 2019... So lange war ich noch nie raus... Ich bin so angefüllt mit Inspirationen, Gedanken und Emotionen aus drei Wochen Kreativreise im Februar und drei Wochen Japanreise im März... Ein bisschen drangeblieben an den Mustermittwochthemen bin ich auf Instagram... Aber ehrlich, ein Blogpost ist schon ein bisschen was anderes. Und ich habe das Blogschreiben vermisst, das Bloglesen auch... Mal schauen, ob ich jetzt so nach und nach wieder in einen Rhythmus hineinkomme. "Stoff" zum Erzählen und Zeigen habe ich ja nun in Mengen...Wusstet ihr, dass allein in und um Kyoto herum mehr als 80 Arten von Shibori praktiziert werden bzw. werden?





Nicht die Farbe kommt in den Topf (rechts), sondern der Stoff, der weiß bleiben soll... Fest vertäut kommt dann der ganze Topf in die Farbe...




Ins Shibori-Museum kam ich am 17.3. rein zufällig... Bei der Besichtigung des Stadtplans und der Überlegung, was wir an unserem letzten Tag in Kyoto, dem Geburtstag meines Mannes noch Schönes machen könnten, kamen wir auf den Park des alten Kaiserpalastes. Denn eigentlich war Kyoto mal die Hauptstadt von Japan... Und Tokyo ist die Umkehrung des alten Hauptstadtnamens... Quasi um die Ecke von diesem Park tauchte die Bezeichnung Shibori-Museum auf und ich war sofort "entflammt"... Und wie zur Empfehlung regnete es vormittags, perfekt für Museum. Wir wurden nicht enttäuscht und als wir anschließend zum kaiserlichen Park gingen, schien wieder die Sonne...




Nur einige wenige aus der schier unglaublichen Fülle an Shibori-Arten.



Beim Shibori wird mit unterschiedlichen Mitteln versucht zu verhindern, dass Farbe an den Stoff kommt... Shibori kommt vom japanischen Verb shiboru, was so etwas wie Drücken, Pressen, Quetschen bedeutet. An die Stellen, an denen der Stoff auf verschiedene Weisen zusammengepresst wird, kommt die Farbe nicht oder ganz schlecht hin... Ich kannte bis dahin nur Schnür-, Falt- und Näh-Shibori... Mir gingen wirklich die Augen über angesichts der Fülle an Möglichkeiten. Es ist nur ein kleines Museum, aber ich war unfähig alles zu erfassen und zu durchdringen, obwohl eine der netten engagierten Mitarbeiter*innen mir viel auf Englisch erklärt hat und auch ein informativer 20minütiger Film gezeigt wurde... Ich drück mich mal ganz ungewohnt aus, aber es trifft ja zu: ich war "total geflasht"...











Wo in früheren Zeiten die Farbe mit Bambus vom Stoff ferngehalten wurde, kommt heute Plastik zum Einsatz, sehr viel komfortabler, aber immer noch eine enorme zeitaufwendige Arbeit, besonders bei den kleinen, winzigen Mustern. Hui, alles so abzubinden, von Hand... Hunderte winziger Hütchen mit einem Loch in der Spitze ergeben z. B. diese wie gepünktelt wirkenden Musterzeichnungen...









Das kleine Original-Shibori-Stoffstückchen hier unten habe ich mir aus dem wunderschönen Museums-Shop mitgenommen. Mal schauen, was daraus wird. Das Muster wirkt übrigens dreidimensional, weil es nach dem Färben nicht gebügelt, sondern nur gedämpft wird, so dass die Stoffmanipulation sichtbar bleibt, die durch das Abbinden der vielen winzigen Flächen entsteht.








Das Museum enthält neben der ständigen Ausstellung zu den Shibori-Techniken auch regelmäßig eine temporäre Ausstellung, aktuell gerade eine zeitgenössische Arbeit von über 12 Metern Länge und 2,2 Metern Höhe, ein Panorama über einen Tag vom Morgen bis zur Nacht in der Landschaft rund um Kyoto. Hier könnt ihr die allein dabei zur Anwendung gekommenen Shibori-Techniken in der Aufzählung sehen, und darunter das Gestaltungs- und Farb-/Färbe-Konzept. Das Panorama besteht aus mehreren Seidenbahnen, die aber immer alle zusammen - je nach Phase und Fortschritt - reserviert und gefärbt wurden. Denn - wie ich es ja auch von der Wachsbatik her kenne - es wäre unmöglich, mehrmals denselben Farbton beim Färben zu erreichen. Ein bisschen übersteigt das alles noch immer meine Vorstellungskraft. Dass so eine Arbeit Monate bis Jahre in Anspruch nimmt ist mir aber schon klar geworden...








Hier zwei Ausschnitte. Morgendunst- und Nachtstimmung mit dem hellen vollen Mond, ein Motiv, das in Japan besonders geliebt wird. Eins unserer Zimmer, in denen wir in verschiedenen Ryokans übernachteten, hieß so.








Mitgenommen habe ich mir dann aus dem Shop noch dieses Papier-Shibori, auch ein Näh- oder Stiched-Shibori: 






Nachdem ich die Papiere behutsam auseinander- und wieder zusammengefaltet hatte, wurde mir ihre Herstellung ein bisschen klarer, vor allem, da ich bei Brunhilde Scheidmeir und Jude Kingshott im Februar schon meine ersten Stitched Shiboris auf Stoff gemacht hatte. Also wollte ich es nun selber auf Papier versuchen, auf weichem aus Japan mitgebrachten Washi-Papier. Als ersten Versuch und Collage-Material lasse ich es auch gern gelten, aber es will natürlich weiter probiert werden. Länger färben z. B. oder sich vielleicht doch mit nur einem Streifen und zwei Faltungen begnügen? Denn beim Auseinanderfalten nach dem Trocken wurde klar, dass die Farbe nicht bis in die Tiefe der Faltung vordrang, trotz 12stündigen Einweichens der zusammengestickten (Ovale) und zusammengeklemmten (Kreise) Bündel in Wasser. Da dachte ich doch, dass die Farbe tiefer in die Papierfasern vordringt.




Klemm-Shibori, gefaltet zwischen zwei Unterlegscheiben. Stitched-Shibori, gefaltet und mit ovalen Formen zusammengenäht




Ich hatte ein Glas alter blauer Batikrestfarbe verwendet und mit grüner aufgefüllt, weil meine Klemmkonstruktion nicht voll mit Farbflüssigkeit bedeckt war. Witzigerweise hat sich die Farbe nicht gemischt, sondern es sind sowohl blaue als auch grüne Farbspuren sichtbar geworden. Da die Farben nach dem Trocknen sehr flau und flach geworden waren, habe ich gewachst und ausgebügelt, so sind sie etwas intensiver geworden. 








Hier rechts unten hat sich übrigens ein kleines Wesen eingeschlichen. Es erinnert mich an eine der zahlreichen japanischen Gottheiten, die einem in Japan überall begegnen. Sie sehen meist sehr gutmütig aus und entlockten mir oft ein Lächeln. Zum Schluss zeige ich euch die beiden Stitched Shiboris aus dem schon erwähnten Ecoprint-Indigo-Buchbindekurs in Speyer. Wenn man Jude Kingshotts Hinweise und die daraus folgenden Prinzipien beachtet, ist dann Stitched Shibori gar nicht mehr so schwer. Aber es ist nichts für solche, die ein fixes Ergebnis brauchen ;-). Aber ich hab's ja eher mit den langsamen Techniken...




Hätte ich im Februar schon gewusst, dass Ovale gewünscht sind, natürlich gibt es auch oval-förmige Blätter. An diesem Oval hat aber einer von beiden Seiten gezogen und so ist es ein eher lanzettlich geformtes Blatt ;-)

Mein in Indogo gefärbtes Stitched-Shibori über einem mehrfarbigen Falt-Shibori von Jude. Und aus dem Lexikon habe ich dann doch in meinem Leben mal erfahren, dass der Kreis eine Sonderform der Ellipse ist, ha!



Ich bin noch nicht fertig mit Shibori in Japan, da werdet ihr wohl noch mal etwas zu sehen bekommen. Mehr ist euch heute auch nur erspart geblieben, weil ich den Laptop meines Mannes neuerdings zum Foto-Herunterladen brauche, meines will nämlich nicht mehr soviel Datenfutter... Und mein Mann ist meist nur am Wochenende hier. So. Ist. Das. Soudesuka! Aber ich glaube, der Post ist auch so lang und bunt genug geworden.


Mustermittwoch bei Michaela



Donnerstag, 13. Dezember 2018

Naturdonnerstag (78 + 77) - Rom (4)






Also, ein paar Bäume gibt's in Roms Altstadt schon, trotz der engen Gassen... Gleich da, wo wir wohnten, nahe der Piazza Navona, ist ein etwas erhöhter Restaurantgarten auf einem winzigen mit Bäumen (Platanen und Linden) bestandenen Platz, die schmalen Straßen drumherum teilen sich hier Autos, Mofas, Fahrräder und Fußgänger, ohne dass wir jemals einen Konflikt erlebt hätten. Eher scheint es so, als schicke man sich inzwischen doch geduldig in das Unvermeidliche: Warten, bis es weitergeht. Oder gleich zu Fuß gehen. Da oben unter der hintersten Linde haben wir abends auch einmal gesessen... Schon fast einen Monat her...













Den Natur-Donnerstag bekam ich im April 2017 von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  




Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Sonntag 22.00 Uhr. Der 1. Donnerstag im Monat gehört dabei ausschließlich den Bäumen in Fortführung meiner langjährigen Reihe "Mein Freund, der Baum". Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.