Samstag, 4. Februar 2017

Huschtesee-Wanderung






Dahme Richtung Streganzsee











In dieser Woche hatte ich schon etwas davon erzählt, aber zum Sortieren und Posten von ein paar mehr Bildern als den schon gezeigten komme ich erst jetzt. Alles andere geht ohnehin gerade nicht oder nur "mit Links"... Meine rechte Schulter, in eben der genannten Woche beim Schneeschippen überanstrengt, erlaubt mir zz. kein Schnippeln oder Schnitzen oder Sticheln, ich muss Ruhe halten und meine vorbereiteten Papiere werden noch nicht zu Büchern. So nehmen meine Überwinterungswochen einen etwas anderen Verlauf als gedacht...












Das Wetter zeigte sich bei meiner Vorwanderung von seiner allerbesten Seite, es hatte über Nacht frisch geschneit und nun schien die Sonne... Da die Mühlenbrücke zz. wegen Erneuerungsarbeiten am Holzbohlen-Belag gesperrt ist, ging es über die Schleuse, auf einem Weg, der sonst verboten ist, und auch diese Perspektive auf die Mühlenbrücke hat man sonst allenfalls von einem Boot aus.










Nach Querung der Dahme und des Mühlenfließes erblickt man rechter Hand die ehemalige Mühle, die aber seit ca. 100 Jahren nicht mehr aktiv ist. Doch es ist kein "Lost place", im alten Mühlengebäude und dem Speicherturm sind Wohnungen ausgebaut worden.









Links im Bild seht ihr Zweige einer imposanten Buche, einer von drei Bäumen in meinem Dorf, die ich dieses Jahr mit dem 12tel Blick beobachten werde. Wenn alles so klappt, wie ich mir das denke, zeige ich sie am Dienstag. Hinter der Mühle ging es noch ein Stück geradeaus, bevor zunächst in einen ausgedehnten Kiefernforst verschiedener Altersklassen eingebogen wird.






Noch ein paar Meter weiter öffnet sich der Weg, dort sind wir die Spirale gelaufen




Die jüngeren Bäumchen am Wegesrand bogen sich unter der Schneelast, die Vormittagssonne beschien die Kronen und zu dem Wispern der kleinen Wintergoldhähnchen in den Wipfeln kam am Himmel das Schnattern ziehender Gänse. Nach einer Weile lichtet sich der Wald, denn er ist aufgelichtet worden und erste kleine Bäumchen haben sich ausgesät und recken sich gen Himmel. Naturverjüngung nennt man dieses Verfahren, nur begrenzt Bäume zu entnehmen, damit Licht für Nachwuchs zu schaffen und damit mehrere Alter von Bäumen in einem Gebiet zu vereinen. Solche Wälder sind deutlich widerstandsfähiger gegen Forstschädlingsbefall. Umsomehr, als auch Laubbaumsamen keimen und aufwachsen können, wenn, ja wenn sie zunächst geschützt wachsen können. Dem wird mit dem Einzäunen gegen Wildverbiss Rechnung getragen, bis die Bäume so groß und kräftig sind, dass es ihnen nichts mehr ausmacht, wenn die Rehe naschen.





Rechts sieht man die Einzäunung einer auch mit Laubbäumen bestockten Fläche.



Schließlich erscheint vor uns die Huschte, ein Teil der Schmölde, auf der man mit dem Boot bis in die Teupitz-Köriser Gewässer fahren kann (und in der Gegenrichtung bis nach Berlin und darüber hinaus). Das abschüssige erodierte sandige Gelände, möglicherweise früher einmal Anlegeplatz und auch ein Ort, an dem Holz zum Flößen herabgezogen wurde, zwingt die Kiefern zu Wurzelbalancier-Kunststücken. Im Sommer kann der Wanderer hier schwimmen gehen.









Wir wenden uns nun nach rechts und gehen uferbegleitend weiter. Hier ist - auf Grund der vorhandenen Feuchtigkeit - die Vegetation viel vielfältiger, es wachsen hier nun auch Laubbäume, Erlen, Birken, Eichen, Ebereschen, Kirschen... Der Uferstreifen wird weitgehend sich selbst überlassen und so war es manchmal ein Kunststück den Faden des Weges nicht zu verlieren und sicheren Schrittes vorwärts zu kommen.










 




Schließlich erreichten wir den Teufelswerder, eine schmale Landzunge, die weit in Richtung des anderen Ufers in das Gewässer hineinreicht. Die Sage erzählt, dass der Teufel die Schmölde an dieser Stelle zuschütten wollte, um trockenen Fußes ans andere Ufer zu kommen. Als ihn ein Fischer bei seinen Arbeiten sah, rutschte ihm ein "Do help mi God" heraus, worauf der Teufel wütend davon gestampft sein soll, mit Gott wollte er es nicht zu tun bekommen.









Nach einem Erkundungsgang auf den Teufelswerder - hier wächst auch eine Ulme - ging es nun nordwärts weiter, entlang einer Ausbuchtung des Gewässers, die in einen moorigen Bruchwald führt und dort verlandet. Das Ufer ist hier recht steil abschüssig und nur ein schmaler Weg steht zur Verfügung. Auch hier wird nur wenig eingegriffen, wenn Äste oder Bäume fallen, wildes Gelände eben. Und es gibt manch Spannendes zu sehen, das Rätsel aufgibt.








Sobald man aus dem Wald wieder heraustritt, kommt man am Forsthaus vorbei und - etwas links abseits der Straße und des markierten Wegs - zu einem Platz, den viele von euch vielleicht kennen. Hier habe ich mein erstes Jahr 12tel Blick fotografiert. Inzwischen ist die Perspektive ziemlich zugewachsen, im Sommer vermutlich infolge des Laubs an den Zweigen gar nicht mehr recht erkennbar...










Richtigen Winter mit Schnee hatte ich auf der Huschteseewanderung noch nie erwischt. Denn ich bin sie in allen Jahreszeiten schon gegangen. Es war wirklich zauberhaft, die Schneebilder anzuschauen, den wenigen Geräuschen zu lauschen und die Luft so frisch und rein in die Lungen zu lassen... Aber - obwohl wir uns hier im Flachland bewegen - etwas trittfest muss man schon sein.

Die Huschteseewanderung ist original etwas über 7 km lang, von denen wir 6 gegangen sind. Die Markierung blauer Punkt auf weißem Grund geleitet sicher durch die Rundwanderung, die im Dorf an der Prieroser Kirche in der Nähe der Naturparkverwaltung Dahme-Heideseen beginnt und endet. Parkplätze sind im Ort ausreichend vorhanden. Und wenn es passt, komme ich gerne mit ;-).


Samstagsplausch
Weekend reflections

Freitag, 3. Februar 2017

Januarzauber in Cottbus




Große Mühle Madlow/Cottbus








Ihr wisst ja schon von meinen 14tägigen Japanisch-Kurs-Ausflügen nach Cottbus. Da ist tagsüber dann auch immer ein kleiner Ausflug von der Mühle aus an die Spree drin. Am 10. Januar war das ein ganz besonders schöner, denn es lag Schnee und der Himmel lachte blau, mit Sonnengelb...





Roteichenallee im Winter

Eine der alten Eichen auf dem Mühlengrundstück
Martinskirche Madlow




Mein Ziel war mal wieder die Spree, genauer die Landzunge, an der vorbei das Mühlenfließ sich wieder mit der Spree vereinigt. Man kann sie über eine Fußgänger-Holzbrücke, die beide Gewässer überspannt und an die Wanderwege anschließt, erreichen.








Recht bald ist die Spitze der Landzunge erreicht. Kurz vor der Spitze wächst eine riesige dreistämmige Eiche, die es mir diesmal besonders angetan hatte... Obwohl Winter ist, bekommt man sie als Ganzes schlecht auf ein Foto, entweder man würde beim Fotografieren im Fluss landen oder andere Bäume versperren die Sicht. So müssen wir mit meinen etwas bruchstückhaften Fotos zufrieden sein... Als Entschädigung gibt's dafür ausnahmsweise auch wieder einmal ein "Bruchstück" von mir, mein erstes (und bisher einziges...) Selfie ;-).










Ganz klar, dass diese Eiche in den engeren Zirkel meiner Baumfreunde aufgenommen wird, auch wenn ich ja eigentlich Bäume überhaupt sehr mag. Aber da gibt es dann eben doch die, die einen besonders beeindrucken, anziehen..., die einem noch etwas mehr mitzuteilen haben als andere... Und solche Mehrstämmer sind schon was beonderes... Ich stand da eine ganze Weile an die Stämme gelehnt und schaute herum und hinauf... und fühlte mich gut... Um anschließend - nach dem Rückweg über die Eichenallee, in der ich nebst ein paar Fotos mein Schnee-Mandala machte - noch drei andere wahrhaft "stämmige" Eichen in den Blick zu nehmen. Auch nicht ganz so einfach wegen des Drumherums an anderen Bäumen und des Mühlenfließ-Wassers im Rücken...





 




Unweigerlich entstehen vor meinem geistigen Auge bei solchen Anblicken immer Eichen der Caspar-David-Friedrich-Bilder, die mir der Greifswalder Kunstprofessor Nikolaus Zaske vor über 40 Jahren bei einer Kunstgeschichte-Vorlesung während meines Theologiestudiums in Rostock ein für alle Male sensibel - und wohl auch unorthodox gedeutet - nahe gebracht und unvergesslich gemacht hat. Details sind mir nicht mehr im Gedächtnis, aber seitdem liebe ich diese knorrigen, standhaften und so altersweise wirkenden Baumgestalten... 

Genug Gründe, sie in unsere monatliche Reihe "Mein Freund, der Baum" aufzunehmen. Jedes Mal staune ich, wie schnell und reich sich meine Verlinkungsmöglichkeit mit den wunderbarsten Bäumen und Geschichten füllt. Dankeschön und gern weiter so! Bis 20.02. ist dort noch geöffnet, bevor es am 25.02., wie immer am letzten Sonntag im Monat, in eine neue Runde geht.

PS in eigener Sache - Mag sein, die Eine oder Andere vermisst mein aufmerksames Lesen und Kommentieren. In meine Winterferien drängen sich gerade noch ein paar andere Aufgaben, wie das so ist im Leben... Ihr meint ja so oft, ich schaffe so viel... Mag sein, aber das sieht nur so aus, glaube ich... Alle Blogs zu lesen, die mir wichtig sind, schaffe ich gerade zz. nicht... Alle Menschen zu sehen, die ich in Sachsen gern treffen wollte, auch nicht... Aber ich komme wieder.



Freutag
Weekendreflections 
Mein Freund, der Baum

Donnerstag, 2. Februar 2017

An der Mulde








Ich hatte schon ein wenig von unserer Wanderung "zwischen den Jahren" an der Mulde erzählt, bin aber noch nicht dazu gekommen etwas ausführlicher Bilder zu zeigen... Als wir an diesem sonnigen, aber frostigen Tag, von einem Weg in Hohentanne aus über eine Wiese zur Freiberger Mulde abwärts stiegen, staunten wir nicht schlecht über die Spuren der Biber, der nach langer Abwesenheit in viele ostdeutsche Landschaften zurückkehrt und sich als Landschaftsgestalter betätigt, so auch hier. 









Aber auch Windbruch und das Herabfallen oder Umfallen von Totholz verleihen dem Fluss etwas Wildes, Ursprüngliches.







Die nicht schiffbare Mulde (Ausnahme sind Kanuten und die eine oder andere Fähre) gilt oft als das am schnellsten fließendes Gewässer Deutschlands, und das kann man ziemlich gut erkennen... Die Freiberger und die Zwickauer Mulde nehmen als Quellflüsse in den Windungen durch die hügelige sächsische Landschaft ziemlich Fahrt auf, bevor sie vereint als Mulde nach 150 km in die Elbe mündet, als deren viertgrößter Nebenfluss.







Den uferbegleitenden Wanderweg fanden wir erst nach einem Umweg, wir waren zu früh zum Fluss abgebogen und mussten noch einmal ufernahen Gehöften ausweichen. Dann lief es sich recht gut. Bis auf eine Stelle, an der ein Felssturz den Wanderweg zerstört hatte. Aber zu zweit schafften wir es, die glitschigen Steine zu passieren, allein wäre ich zurückgegangen. Das hatte ich schon erzählt...








Kurz hatten wir die Idee bis zur nächsten Brücke zu gehen und auf der anderen Seite des Flusses wieder zurück. Aber die Strecke schien uns dann doch zu lang für unsere etwas müden Knochen, zumal die Sonne schon recht tief stand, die Wintersonnenwende war ja gerade erst eine gute Woche her... So nahmen wir vom Ufer Abschied, stiegen die Hügel hinauf, von denen aus wir noch einmal ein Stückchen Fluss sehen konnten. 








Wir gingen nun durch die freie weite Landschaft zurück zu unserem Parkplatz in Hohentanne. Wieder ganz andere Eindrücke...




 



An dem Tag, als wir unterwegs waren, war der 70. Hochzeitstag meiner verstorbenen Eltern, die zeitlebens in den Ferienzeiten bis ins hohe Alter wandernd und auch lange noch mit kleinen Booten fahrend unterwegs waren. In der Jugend waren es Isar und Lahn, an die ich mich aus ihren Erzählungen erinnere, dann Flüsse in Polen und Tschechien und in den 90ern auch noch ein Ausflug nach Frankreich mit einem Faltboot dabei... Zum Schluss war es der kleine zum Campingwagen umgebaute Transporter, der sie bis nach Spanien und Italien brachte, bis es meiner Mutter endgültig zu beschwerlich wurde. Heute bin ich seit 8 Jahren nun schon in ihren guten Wanderschuhen unterwegs, die sie sich im Alter noch einmal gekauft, aber kaum mehr getragen hatte...







Im Schatten gab es viel zauberhaft Rauhbereiftes zu sehen, doch wo die Sonne länger hinschien, hatte sie es geschafft die Eisränder von den Blättern zu nehmen...

Zu zwei winterlichen Wanderungen und drei Spaziergängen mit Schnee im Januar kann ich euch noch einladen. Mal schauen, ob ich es diesmal schaffe aus den Bildern und Erinnerungen noch Posts zu machen...

Sobald ich da draußen bin, sinkt alles Ungemach rundum langsam hinweg, ich "bin" nur noch... Und ein bisschen ist das auch so, wenn ich dann die Bilder aussuche und schreibe... 

Auch hier in Freiberg steht auf meinem Tisch ein kleiner immerwährender Kalender. Heute sagt mir Mark Aurel: "Denn von den Gedanken nimmt die Seele ihre Farbe an."

 

Naturdonnerstag

Mittwoch, 1. Februar 2017

Muster-Mittwoch - Rauten













Nun aber mal fix... Nachdem ich meine gesammelten Schneespuren gar nicht alle verarbeiten konnte, will ich diesen Monat mal wieder versuchen näher dran zu bleiben... Die ersten Rautenmuster entdeckte ich letzte Woche in den Scheiben der Kirche in meinem Dorf... Hätte mich vorher einer danach gefragt, ich hätte es nicht gewusst. Nun weiß ich es...  

Zwei Tage später Rauten auf dem Neuen Friedhof in Potsdam, an einer Nebentür der Friedhofskapelle mit der großen Trauerhalle.










Auf dem Rückweg von unserem Sonntagsspaziergang fielen mir die Rauten an Zaun und Treppengeländer eines Hauses in einem Dorf am Rande des Tharandter Waldes nahe Freiberg auf, und der Gefährte guckte fragend, was ich da wohl fotografiere...












Dann legte ich selber mal los mit Rauten... Ein sonst nicht recht brauchbares dickes Batikpapier zerschneiden, Schnipsel kann man aus allem noch irgendwie machen..., und die kleinen Rauten einer Postsendung beilegen, an eine, die damit bestimmt irgendwas anfangen kann, irgendwann ;-)











Aus einem Moosgummistück habe ich dann die ersten drei Rauten-Stempel geschnitten und auf Bauklötzchen geklebt. Die Treffsicherheit beim Stempeln lässt noch zu wünschen übrig... (Ich brauche wohl doch mal Acrylblöckchen...) Aber es wurde immerhin - auf Seidenpapier gedruckt - ein nettes Einwickelpapier für ein Minigeschenk an meinen lieben Gast gestern. 











Aus Dresden kam mich nämlich Karen besuchen, und nach einem ausgiebigen Frühstück in der Kaffeerösterei Momo und einem Gang durchs winterliche Freiberg bei dichtem Flockenfall wurden auf Wunsch von mir auf unserem Tisch in der Küche diese entzückenden Umschläge für so kleine Heftchen gefaltet... Also Karen faltete und ich versuchte es nachzumachen... Dann brachte ich Karen zum Bahnhof und malte auf dem Rückweg noch ein paar Rauten in den dicken Freiberger Schnee.










Heute sitze ich hier nun mit zwei musterhaften Exemplaren der Heftumschläge von Karen und habe noch immer irgendwo einen Knoten im Hirn, in den Fingern, auf jeden Fall regelmäßig im Papier, irgendwo stimmt immer noch was nicht... Das gestern gelungene Faltwerk habe ich heute in einen Paper-Swap-Brief gesteckt, auch an eine Karen, eine andere Karen, in den USA, und ihr die Geschichte vom Falten mit der Dresdner Karen gestern erzählt... Erst mal Rauten habe ich auf die noch unvollkommenen Umschläge für die kleinen Heftchen gedruckt..., das hebt schon einmal den Grad der Zufriedenheit ;-)









Jetzt gehe ich in die Stadt, Post wegbringen, den Paper-Swap-Brief und eine erste Rautenpostkarte, und nachher probiere ich weiter falten!









Vielleicht kann ich aber auch erst mal schnell beim Mustermittwoch schauen, es muss ja jetzt Rauten in Mengen geben!