Sonntag, 5. Juli 2015

Mandala-Blumen-Wege... (Montags-Mandala 49)


EDIT: Auf diesen Gartenwegen wandle ich nicht in meinem Garten, sondern im SCHULGARTEN!

Mandalas habe ich hier seit ein paar Wochen nicht mehr gezeigt. (Was nicht heißt, dass ich keine gelegt, geklebt, gemalt hätte..., aber es war keine Blog-Zeit. Sie scheint aber gerade wieder zu kommen...). Im April habe ich mit 10 kleinen Schulkindern ein Sommerblumen-Mandala eingesät, mit "Ich mag die Blumen..." besungen, Woche für Woche beobachtet, vom Keimling angefangen..., und gegossen. Das machen Kinder gern, klar - Wasser ist eins der Lieblings-Elemente. Drei Kreise mit Samenkörnlein kamen in ein vorher von den "großen" Fünftklässlern vorbereitetes, in Reststeine gefasstes Rondell. Und nun blüht es, unser Mandala: Kornblumen, Kapuzinerkresse, Ackerringelblume, Arabische Ringelblume und Borretsch sind schon so weit. Es werden noch die "normale" ungefüllte Gartenringelblume, Jungfer im Grünen und Cosmea folgen. Alles alte ökologisch vermehrte Sorten von hier und hier. Es blüht nicht nur, es summt - Nektar und Pollen aus ungefüllten Blüten sind eine großartige "Futterstelle" für Bienen, Hummeln, Falter, Käfer... und ein schöner Platz für Beobachtungen der Kinder.


Ackerringelblume und Kornblume - mit Hummel
Das "Felltierchen" von vorn
Arabische Ringelblume, die Blüten erscheinen in den Blattachseln.
Borretsch mit Hummel "überkopf"
Mehrmals in der Woche - und bei solcher Hitze wie gerade wieder auch am Wochenende - führt mich mein Weg in den Schulgarten..., zum Gießen unserer Einsaaten und Anpflanzungen... Manchmal mache ich das mit Kindern im Unterricht, manchmal alleine. Dann laufen die vom Gartenschlauch gespeisten Wassergefäße über, weil ich an unserem Blumenwiesenstreifen stehe, der so voller Leben ist... Ich komme nicht los vom Summen und Flattern und Blumen bestimmen... Mein derzeitiger Liebling ist das blaue Bergsandknöpfchen (auch Bergsandglöckchen), ein typischer Bewohner von Magerrasen. 

Wiese mit Bergsandglöckchen (blau), Spitzwegerich und Sandstrohblume (gelb, vorne links) in Blüte
Der Schachbrettfalter braucht als Eiablageplatz und Raupenfutter die Gräser der Magerrasen. Und Nektar, hier aus Bergsandglöckchen.
"Magere" Wiese voller Leben: Schachbrett und nach links oben zwei verschiedene Krabbelkäfer.
Und von so einem Magerrasen haben wir natürlicherweise auf unserem sandigen Hügel, auf dem Schule und Schulgarten liegen, eine schöne Fläche. Nach Reiherschnabel, Gewöhnlicher Grasnelke und Habichtskraut sind nun Sandstrohblume und Bergsandknöpfchen dran. Schafgarbe und Wiesenflockenblume haben schon Knospen. Diese magere Wiese soll natürlich weitgehend bleiben. Solchen Magerrasen braucht man auch gar nicht zu gießen!!! Der ist es gewohnt mit viel Sonne zu leben und übersteht auch längere Trockenheit. So verblüffend, wie es da blüht und lebt, während alles Angepflanzte in den Staudenrondellen und Hochbeeten die Blätter hängen lässt und so sehr unserer Unterstützung bedarf, sobald es nicht regelmäßig regnet...
 
Sommerblumenrondell, rechts dahinter der "Wassersammelplatz", ganz hinten Sand- und Steinhaufen, wo die Schüler ein Knoblauchkröte entdeckten.

Nach meinem Rundgang mit Gießkannen und Fotoapparat habe ich einen Strauß aus dem Sommerblumenrondell geschnitten, um die Pflanzen etwas auszudünnen und ihrem Wachsen mehr Platz zu verschaffen. Die Ackerringelblumen waren schon dabei, die Jungfer im Grünen unter sich zu begraben. Das lassen wir natürlich nicht zu... Und ich konnte einen schönen Strauß mit nach Hause nehmen und habe ihn auf der Terrasse in ein hohes Glas gestellt...

Ja, das bin ich, im Spiegel der Terrassentür, mit meinem Blumenstrauß - Yes, it's me, at home, with flowers from the scool's garden.
Durchs Glas geschaut - Kiefern beim Nachbarn. - Trees in the neighborhood.
Der ganze Strauß: Kornblumen, Borretsch, Ackerringelblume
Auch hier sogleich die Hummeln im Borretsch
Ackerringelblume
Borretsch, noch schlapp vom Stress der sonnigen Radfahrt.
Heißer Sommerhimmel im Garten
Natur und natürlich: Knospen, volle Blüte, vergehende Blüte und sich bildene Samenstände an einem Stiehl - das alles gehört in der Natur zusammen. Nicht jeder vermag so etwas in einem Strauß "schön" zu finden. Ich käme nicht auf die Idee, diesen Strauß "auszuputzen"...

Als die Sonne ab mittag voll auf den Tisch schien, habe ich mich dann doch erbarmt und den Strauß ins kühle Haus gebracht, auf meinen bunten Werktisch... Wir konnten zur Abkühlung in den See springen... 35° C im Schatten, sowas erleben wir hier nicht so oft. Nach den Unkenrufen der letzten Wochen, der Sommer 2015 wäre vorbei, langt der jetzt kräftig hin ...



Habt noch einen schönen Sonntag!

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Samstag, 4. Juli 2015

(M)ein wilder Garten (29) - Juni-Rückblick

Kolkwitzie und Tamarisken-Flieder standen in der ersten Junihälfte in voller Blüte, eine netter rosa Gruß auf dem Heimweg oder beim Vorbeifahren, zu meinem Jammer nicht sehr insektentauglich außerhalb der kurzen Blüte.
Dafür aber die hier: Seit dem letzten Jahr stand diese Königskerzenrosette bereit, um....

... im Juni durchzustarten... Noch blüht sie nicht, aber dann werden mir beim Heimkommen die Bienen und Hummeln in den Weg fliegen ;-).
Über ein Jahr lang habe ich regelmäßig wöchentlich, seit letztem Herbst monatlich, Einblick in meinen Hortus tranquillitatis, in meinen Garten der Gelassenheit gewährt. Das hat mir viel Freude gemacht, auch eure Reaktionen und eure Beteiligung mit eigenen Posts sind in diese Freude eingeschlossen. Mit der Regelmäßigkeit dieser Posts höre ich jetzt auf, ich spüre, dass ich wieder unabhängiger und spontaner sein möchte, was auch meine Beteiligung an entsprechenden Foren zum Naturgärtnern im Web, außerhalb des Blogs, angeht. (Vgl. dazu meine Liste relevanter Links am Schluss des Posts)

Mai und Juni waren entsetzlich trocken und viele Pflanzen ließen "die Flügel", also die Blätter..., hängen. Der Garten ist zwar klein, aber zu groß, um ihn komplett bewässern zu können, wenn die über 3000 l gesammeltes Regenwasser ausgehen und es nicht regnet...
Dann ist es gut zu wissen, welche Pflanzen sich dann von allein wieder erholen, sobald endlich Regen fällt, wie z. B. Waldgeißblatt und Oregano. Aber dieser Anblick kann einen Gärtner doch schon verzweifelt schlucken lassen...
Ich werde meine wilden Gartenblicke ab jetzt also eher sporadisch fortsetzen, d. h. nicht mehr auf den Punkt genau am Monatsende und heute schalte ich dazu auch zum letzten Mal ein Linktool frei. Aber wenn ich wilde Gartenbeiträge poste - und das werde ich garantiert tun - könnt ihr immer wieder gern hier bei mir in Kommentaren auch auf eure wilden Gartenbeiträge aufmerksam machen. Der Fokus sollte darauf liegen, was euer Garten auch als Gastgeber für heimische wilde Flora und Fauna anzubieten hat. Denn die können Unterstützung durch uns Gärtner gut gebrauchen. Dass sich ein schöner Garten und seine Nähe zu heimischer Natur nicht ausschließen, ist inzwischen in zahlreichen Gärten bewiesen. Und auch, dass Schönheit auch etwas anderes als steril oder gestylt und total kontrolliert bedeuten kann, z. B. ein wenig charmantes (Ver)wildern zulassen, Überraschungen sind garantiert und viel Lebendigkeit.

Das gelbblühende Waldgeißblatt blühte üppig und lockte Hummeln und Schwärmer an. Sogar das Taubenschwänzchen und ein mir ganz unbekannter riesengroßer tiefdunkler Nachtschwärmer summte herbei.
Auchlin ks vorbei am Haus nach hinten in den Garten rahmte das Waldgeißblatt den Weg. Schläuche im Garten, ein seltener Anblick bei mir, aber es musste sein, die Regenfässer waren leer, normalerweise reichen sie für das, was zu gießen ist an Ansaaten oder frisch Gepflanztem.
Rechts von diesem Weg kurz vor dem Treppchen zur Terrasse ein kleiner Blickfang mit der "blauen Ecke", in der "nutzloses" oder im Haushalt nicht mehr gebrauchsfähiges Keramiksammelsurium einen Saisonplatz hat und Farbe in diese sehr dunkle Gartenpassage bringt.
Auf der Terrasse auch blau: die Polsterglockenblumen haben sich über die Jahre selbst aus dem Topf geschüttet, ich lasse es einstweilen so...
Manchmal habe ich den Verdacht, auch aus Gärten sollen Vergängliches und Tod als Bestandteil und Durchgangsstadium (!) natürlicher Kreisläufe gänzlich verbannt werden, so akribisch wird alles Verblühte und Vergangene weggeschnipselt, weggeputzt, weggekratzt. So geht Natur aber nicht. Sie arbeitet in Kreisläufen Je mehr wir das auch im Garten akzeptieren, desto gelassener können wir es dort angehen lassen. Und haben Zeit, auch den Charme des Vergänglichen wahrzunehmen, ihn mögen zu lernen und zu respektieren. 

Nun geht's rechtsherum ums Haus. Für viele ein lästiges "Un"kraut, für mich schon fast ein "ewiger Traum"... Zumindest dieses Jahr ist er dank einer Wildblumengärtnerei Wirklichkeit geworden. An den Zaun ist - wie es sich doch gehört - eine Zaunwinde gezogen, eine der Pflanzen, die ich von Kind an immer fasziniert wahrgenommen habe. Ich hoffe, sie bleibt.


Duett von Fingerhut und pfirsichblättriger Glockenblume. Beliebte "Restaurants" und "Schlafpensionen" für Insekten... Es jammert mich, dass ich meinen eigenen Fotoapparat nicht habe, mit dem geliehenen komme ich nicht recht "nah dran"...
Kurz dahinter die erste Nachtkerze, Nachtfalter-Partylokal.
Gegenüber ein Leimkraut/eine Lichtnelke (?), freiwilliger Zuzug, auch ein Falter-Liebling.
Ein Stückchen weiter die "Früchte" einer Pflanzaktion mit den Enkelmädchen im letzten Sommer: rote Bartnelke, Frauenmantel, Akelei und Sedum im Korb und einem Blumenkasten neben meinem (nur meinem!) frühen Morgen-Sonnen-Sitzplatz. Heute trank ein Zitronenfalterpärchen hingebungsvoll an den Blüten.
Nun kommt hinten rechts schon mein Hochbeet in Sicht, in dem die Kräuter kräftig gedeihen. Eine winterharte Rauke, ein Waldschaumkraut und ein Knöterich haben den Schnecken widerstanden und bringen eine besondere und frische Geschmacksnote in den Abendsalat.
Besonders gut geht es dem Salbei, ihm kann auch vielwöchige Trockenheit nichts anhaben. Seine Blüten locken viele Insekten an.
Das Zimbelkraut muss innerhalb des Hochbeets arg im Zaum gehalten werden..., also berankt es sehr entschlossen die Außenwände und lockt Hummeln an. Ein paar Blütchen kommen in meinen Salat... Ein paar der auf dem Hochbeetrand ausgelegten Steine mit "Meereswellen" waren neulich zu Gast beim Mustermittwoch.
Gleich am Hochbeet auf dem "halben" noch standfesten Tisch stehen Sedum- und Sempervivum-Kinderstube, den angeblich frostharten und dann eben doch nicht frostharten "Topfbruch" werden sie im kommenden Jahr charmant überdecken. Sie sind schneckenresistent (dennoch gibt's genug Schneckenfutter im Garten...) und trockenheitverträglich. In der Blütezeit umschwärmt von Wildbienen und Co. HIer irgendwo soll ein Insektenhotel entstehen.
Da ist immer noch soviel Freiraum, um eigene Vorlieben auszuleben, zu experimentieren, sich einzulassen auf einen aktiven Dialog mit der Natur, jenseits von Trends und Moden, die manchmal nicht nur haarscharf am guten Geschmack vorbei schlittern, sondern ganz einfach Vermarktungsinstrumente sind. Da kennen meine regelmäßigen Leser meine Meinung schon eine ganze Weile lang - eine Wirtschaft, deren Gesundheit davon abhängen soll, dass viele Menschen sinnloses Zeug kaufen, und die mit sinnloser Billig-Massenware die Ressourcen unserer Erde verschleudern, ist krank. Und zu diesem ungesunden Mechanismus zählt auch soviel an "ultimativen Trendpflanzen" (die meist nur eine oder zwei Gartensaisons überleben), soviel an Deko-"must-have"s, die angeblich unbedingt und sofort in jeden Garten müssen. Was zur Folge hat, dass sich manche Gärten erschreckend ähneln... Macht nichts, im nächsten Jahr wird neu gekauft. Leider zählt dazu inzwischen auch manches Upcycling, das soviel an neuen Schrauben, Spezialkleber und (nicht immer naturfreundlichen) allwettertauglichen Anstrichen verbraucht, dass es als Upcycling - für mich - schon wieder nicht mehr sinnvoll ist.

Sommerlicher Lieblingsarbeitsplatz...
Wildes Gärtnern - hier habe ich seit vielen Jahren viel gelernt, lerne immer noch, und hier werdet auch ihr fündig, falls euch nicht nur die Schönheit von Blumen etwas bedeutet, sondern z. B. auch die Schönheit und Nützlichkeit ihrer Besucher. Zz. kann man wunderbar beim Spazierengehen beobachten, wie die Insekten die Balkonblumen-Garnituren gekonnt umfliegen und am - manchmal glücklicherweise - ungemähten Straßenrand in den wilden Blumen landen, frei nach dem Motto "Das wahre Leben spielt daneben"... Und hier: 

Reinhard Witt, der Naturgarten e. V. und sein öffentliches Forum auf Facebook
Markus Gastl, das Hortus-Netzwerk und sein öffentliches Forum auf Facebook
Werner David und sein Blog Naturgartenfreude (und er steckt auch hinter dem o. g. Naturgartenforum auf FB). Er gärtnert auf dem Balkon, denn auch dort und auf dem Fensterbrett geht Naturgärtnern, natürlich mit anderen - wilden - Pflanzen im Topf als immer wieder Geranien und seien sie noch so schön...

Auch wenn meine Wege nicht gepflastert sind, für mich sind sie schön, die schönsten in dieser Jahreszeit. Und die schönsten Arbeitstage sind die, an denen ich es schaffe, schon morgens und dann noch einmal in Ruhe abends eine langsame Runde auf diesen Wegen zu gehen, jedes Mal, wirklich jedes Mal sind sie irgendwie neu... Lotta sammelt am Sonntag schöne Wege.

Wer Lust hat - her mit euren Gärten und ihren wilden summenden und zwitschernden Ecken! 




Mittwoch, 1. Juli 2015

Es fließt.... - zum Mustermittwoch-Thema "Wasser"...


Manos Post heute über ihren Urlaub auf der dänischen Insel Møn  hat mich beschäftigt, besonders die Steine, die Stein-Mandalas, die Steintürme... Heute abend war ich noch mal zum Hochbeet nach den Kräutern gucken. Und da fielen sie mir auf, die seltsamen Steine mit den Schichtungen, die auf dem linken schmalen Rand des Hochbeets liegen und wie Wellenmuster aussehen.



Ich weiß gar nicht mehr, wo die Steine mit den Wellenmustern her sind... In einem unserer Familienurlaube vor langer Zeit gesammelt... Falls jemand solche Steine (wiederer)kennt, wäre ich für einen Tipp dankbar ;-)














Beim "Umfärben" der Steinwellenmuster fiel mir meine Wasserbatik wieder ein. Kann gut sein, dass ich sie schon einmal gezeigt habe, zumindest in Ausschnitten. Leider gibt das Foto die Farben nicht so wieder, wie sie eigentlich leuchten ;-)

FLIESSEN - Wasser ist Leben (Wachsbatik auf Crepe Satin, 100 cm x 170 cm, 2008 - Wachsauftrag durch Güsse auf die nach jeder Färbung und Trocknung wieder aufgespannte Seide)
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 Und dann gibt es auch noch diese Batik hier passend zum Thema....


SCHWARM - In Fluss kommen. Wachsbatik auf Crepe de Chine. 110 cm x 110 cm. ca. 2010 - Wachsauftrag durch Guss im ersten Arbeitsgang, weitere Wachsaufträge durch Spritzen und mit Borstenpinsel.
Schwarm - Detail
Genug Wassermuster für heute. Liebe Grüße in die Runde! Noch zwei Wochen Schule, dann auch hier Ferien. Die Kinder warten genauso sehr darauf wie wir...

Es ist heiß geworden, da passt das Wasser-Thema doch bestens zur Abkühlung. Schaut mal bei Michaelas Muster-Mittwoch.