Freitag, 14. November 2014

Bewaldeter "Meeres-Spiegel"











Bäume, Himmel und das Meer spiegeln sich in den Fenstern einer Strandvilla auf dem Kliff in Sellin (Rügen). 
Mehr von unserem Rügenurlaub: Nordperd bei Göhren, Granitz zwischen Binz und Baabe.

Trees, sky and the sea are reflected in the windows of a beachvilla in Sellin on the cliff (Island of Rügen, Baltic Sea, Germany). More about the landscapes of Rügen/Baltic Sea on my blog: Göhren, Granitz

Shared with Dania, Lotta and James.

Donnerstag, 13. November 2014

Rügen-Urlaub - Wanderung in der Granitz...


Blick auf Mukran und die Stubbenkammer
... an der Steilküste von Binz nach Baabe. Gleich von unserem Appartement links den Klünderberg runter führt ein Wanderweg nach rechts in die Granitz. Spannend ist natürlich der in Küstennähe verlaufende Weg, oft nur ein Trampelpfad, und unter den herbstlichen Laubschichten manchmal kaum erkennbar. Auch hier wie neulich schon am Nordperd ist die Küste in Bewegung und verliert durchschnittlich jährlich 70 cm, seit mein Gefährte hier seine Kindheitssommer verbrachte, ist die Küste um einige Meter zurückgewichen.

Umwieviel mehr Meter wären es noch, stünden nicht auch hier die Bäume und anderen Pflanzen, die Sand und Mergel an ihrer Außenhaut zusammenhalten, solange sie eben können und Sturm, Regen und Wellen nicht neue Stücke herausreißen... Wenn ihr mögt, folgt uns auf unserem Weg durch die Granitz. Wir haben uns dafür genüsslich schreitend und mit zwei Rasten wieder gute drei Stunden Zeit gelassen.

Küste in Bewegung...
























Wieder scheinen rätselhafte Wesen unseren Weg zu beobachten...
























Imposant die wuchtigen Buchen.

























Wie winzig der Gefährte zu Füßen dieser alten Bäume wirkt...

























Nach den Buchen durchliefen wir eine kleine Senke voller urzeitlicher Schachtelhalme.
























Dieser immergrüne Winter-Schachtelhalm bildet nur Stengel und keine Blattwedel aus. Ich hatte ihn vorher erst einmal hier bei uns in der Region entdeckt. Nun hier ein Wiedersehen.


























Immer wieder gelten uns aufmerksame Blicke...























Und unsere Blicke wandern auch immer mal wieder in die lichtdurchfluteten herbstlich beblätterten Baumkronen.
























Hier wächst Wald nach dem Prinzip der Naturverjüngung in in verschiedenen Altersklassen. Sobald ein alter Baum stirbt und dann stürzt, kommen auf dieser Lichtinsel zahlreiche Keimlinge und bald junge Bäumchen und wahren ihre Chance nun heranwachsen zu können.



























Pilze sind am Zersetzungsprozess beteiligt, ihre Formenvielfalt überrascht immer wieder.

























Man gewinnt eine Vorstellung, wie es hier bei Stürmen zugeht...

























Auf mehreren Metern senkrecht gespalten ist diese Buche.

























Und gleich neben dem Chaos stehen die starken, geraden Bäume, als könne ihnen nichts etwas anhaben.

























Viele Meter unter uns schlägt das Meer in brechenden Wellen an den schmalen Strand.

























Auch auf dem Meer Saisonende. Solche Ruhe, Leere, nur Meer...
















































Unser Zwischenziel Sellin kommt in Sichtweite (Seebrücke)
























Rast am Aussichtspunkt Waldhalle.

























Wachsend Haken schlagen kann auch nicht jeder...

























Immer wieder erfordern durch Schmelzwässer und Niederschlagsabflüsse entstandene Schluchten und Bodenwellen Umwege ins Innere des Waldes.


























Ausblicke auf die Ostsee gibt es aber immer wieder.

























Sellin ist fast erreicht, doch wir sind immer noch hoch oben...
























Sellin passieren wir nur nach einer kurzen Rast auf einer Bank mit Blick auf die Seebrücke. Sie wird von der Gemeinde betrieben und erfreut sich besonders für Hochzeiten großer Beliebtheit.


























Nach Baabe ist's nun nicht mehr weit. Wir entschließen uns am Selliner Südstrand die Etage zu wechseln und wandern nach unten.

























Von einem sonnigen Terrassenplatz aus genießen wir den Meeresblick, studieren unsere Karte und lassen uns von der Kleinen Melodie was Heißes servieren. Herrlich...


























Mit dem Meer auf Tuchfühlung wandern wir nach Baabe.
























Auf den Pfaden im Wald und mit einem Besuch folgen wir den Kindheitsspuren des Gefährten.






















Auf dem Weg zum Bahnhof des Rasenden Roland über uns Gänsescharen, wie sie uns die Woche über immer wieder begegneten.
























In der früh einsetzenden Dämmerung schauen wir vom Bahnhof aus auf die Wiesen und in die Abendsonne. Abends führt der Gefährte mich in Binz zum Essen aus. Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte ;-). Jedenfalls war's ein rundum gelungener Urlaubstag!

Mittwoch, 12. November 2014

Muster-Mittwoch - November-Typo aus den Gärten der Welt







Mit diesem Foto nehme ich noch mal das Herbstthema vom Oktober mit hinein - was für einen unglaublichen Novembertag wir gestern in den Gärten der Welt hatten... (Hier die offizielle Website) Der Christliche Garten hat diesmal gewissermaßen für mich gemustert (vor einem Jahr gab's hier auch schon Musterinspirationen aus den Gärten der Welt) und so muss ich nicht aussetzen... Denn die Muster-Handarbeit ruht gerade ein bisschen, wegen der aktuellen ganztägigen Berlin-Termine hadere ich mit dem Tageslicht, das sich so gar nicht einstellen will, wenn ich Zeit hätte schnippeln, kleben und fotografieren zu wollen..., und ich hadere mit dem Scanner, der nicht mehr mit meinem Notebook zusammenarbeiten will. Da hoffe ich aufs nächste Wochenende, diesmal gar keine Termine und vielleicht genug Tageslicht?


Der Christliche Garten ist eins der sehr modernen Stücke in den Gärten der Welt, und ich muss sagen, je öfter ich dort bin (und das bin ich mit fast jeder Erzieherklasse mindestens einmal), desto vertrauter und lieber wird er mir. Das Licht gestern war phänomenal, die Sonne stand genau auf einem der von durchlässigen Großbuchstaben-Texten umhüllten Wege. Inzwischen ist es so, dass ich einmal entzifferte Texte jetzt schon leichter wieder entdecken kann. Das Überkopflesen und Buchstabieren ist noch einmal ein wenig wie Lesenlernen. Wer sich darauf einlassen kann und sich Zeit nimmt, der erkennt was, liest was, denkt was... Aus den Buchstaben schält sich Sinn heraus. 


"Der Satz 'Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.' bekommt einen anderen Klang, wenn man hungert." (Ein Aphorismus von meinem 2005 verstorbenem Freund, dem Übersetzer und Dichter Henryk Bereska. DerTagesspiegel-Artikel zum Erscheinen seiner Tagebücher ist vor dem Hintergrund der 25. Wiederkehr des 9.11.1989 interessant zu lesen.)

Auch die erste Strophe des Gebets "Von guten Mächten wunderbar geborgen..." von Dietrich Bonhoeffer ist hier zu finden. Anlass mal wieder an diesen mutigen Christen zu denken und nicht zu vergessen...
Der Christliche Garten ist kein Ort, um schnell hindurchzuschlüpfen und weiter zu hasten. Das braucht man dieser Tage auch nicht. Es gibt nicht viele Besucher. Nicht alle Themengärten in den Gärten der Welt sind in der Wintersaison geöffnet, man hat viel Platz und alle Zeit der Welt sich hineinzubegeben in die zur Verfügung stehenden Gartenwelten und ihre Philosophien. Über den nahen Baulärm in Vorbereitung der IGA 2017 in Berlin sollte man hinweghören können. Was zu trinken und einen Imbiss sollte man auch mitnehmen, denn auch die Gaststätten im Garten haben jetzt zu. Dafür kostet der Eintritt für die Gärten aber auch nur die Hälfte, ganze 2,00 €... Und dafür eine ganze Welt...




















Von den Mustern, die die Buchstaben in den Garten und in den Himmel zeichnen, habe ich noch eins luftmaschenverhäkelt zu Streifen verarbeitet. Ist das übrigens eine bestimmte Schrift. Ich finde sie interessant, fast durchweg Versalien, wegen der vorgegebenen Lineatur z. B. mit abgehängten "Ü"-Strichlein, das schmale "C", manchmal schleicht sich ein kleiner Buchstabe ein (z. B. wird "N", aber auch ein längerbeiniges "n" benutzt, auch "e" oder "a" ist gelegentlich klein geschrieben, aber eben in zwischen die Linien passender Größe, ob dahinter ein System steckt?)... Ihr seht, da gibt es eine Menge zu erforschen...

Muster-Mittwoch ist heute wieder bei Michaela.

Montag, 10. November 2014

Montags-Mandala (23)



Heute morgen war ich zu einem frühen freudigen "Schicksals-Termin" unterwegs und dachte so bei mir auf der Fahrt: Nun ist es da, das Novembergrau... Wie tröstlich war es, bei meiner Rückkehr von den Straßen in meinen kunterbunt-wilden noch so gar nicht aufgeräumten Durcheinander-Garten wieder dieses Herbstleuchten zu entdecken, gelb und rot... Da sprang mich die Idee fürs Montags-Mandala dieser Woche förmlich an... Einfach hätte ich es mir aber auch machen können und euch einfach dieses Mandala, das da so ganz allein vor sich hinwächst, präsentieren. Mache ich auch... Im Sommer von eher unscheinbarem, bräunlichrotem Grün, färbt sich der Fächerahorn im Herbst intensiv rot, ein Blickfang im Grau...



Aber ich hatte eben doch große Lust selbst anzufassen und ein Mandala zu runden, noch draußen zu bleiben in der diesigen Nebelsprühregen-Novemberluft, in der Stille des Morgens am Wochenanfang, Ruhe einsammeln. Und so habe ich ein von Tier oder Mensch vom Gartenweg gelöstes rundes samtenes und nach Wald duftendes Moos in die Mitte gelegt - heute wieder einmal am großen Blumentopf am Garteneingang. Und wieder mit Hasel... Die Blätter in die Hand genommen, die weichen rauhen gelben Hasel-Blätter, die feinen zierlichen roten feuchten vom Fächerahorn, die kleinen orangefarbigen mit den pieksigen Spitzen von der Berberitze... und ausgelegt. Dreimalsieben...



Gedacht habe ich, dass sich dieser Morgen schon für Annettes SinnBLICK im November eignen könnte. Und denken musste ich auch an den irgendwo (auf einem Blog?... EDIT: ah...ja: hier bei Holunders Herbstlieben!) in den letzten Tagen gelesenen Text von Albert Camus: "Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird"... Darüber bin ich ja geneigt auch das Menschenleben betreffend nachzudenken..., gerade jetzt, bei "Novembermusik" von Edvard Grieg und Jean Sibelius und einem heißen Grünen Tee, nachdem nun auch der Unterricht für die nächsten Tage in Berlin vorbereitet ist. Eine gute runde Woche euch.


Montags-Mandalas für einen achtsamen Wochenbeginn gibt es immer wieder auch mal in Heidis Sonnentagebuch und in Babajezas Wundertüte.
SinnBLICK 2014 bei Annette von blick7