Montag, 8. Dezember 2014

Montags-Mandala (27)



Heute habe ich zum einen "alte" Zutaten verwendet: Als Basis des Mandalas diente das vom letzten Montag, es lag ganz still noch da am Gartentor - es gab die letzte Woche zwar einige Nachtfröste, aber kaum Wind und nur wenig sanften Regen. Hinein kamen zum anderen diesmal wieder Kriechspindelfrüchte (Euonymus), die ich auch schon für dieses Mandala auf der Terrasse verwendet hatte. Aber da waren sie noch weiß und geschlossen, nun schauen plötzlich pfaffenhütchenähnlich kleine orangerote Beulen heraus. Ergänzt habe ich das Rund mit einigen der vom Frost aufgehellten Blätter der eigentlich immergrünen Kriechspindel.

Heute war in meinem eingetauschten Adventskalender eine allerliebste Strickleiter und ein kleiner Text von Juli Zeh (Die Stille ist ein Geräusch): "Eines bleibt, um nicht durchzudrehen: Rausklettern, dem Himmel entgegen." Mit meiner gegenwärtigen Lebensart vom Durchdrehen zwar einigermaßen weit entfernt, gehe ich - damit das Durchdrehen auch wirklich nicht passiert - montags raus, klettere zwar nicht dem Himmel entgegen, doch lege unter freiem (Baum)himmel frei atmend (m)ein Mandala. Auch in dieser Jahreszeit sind das Momente, die gut tun, Körper, Kopf und Seele... Und wie schön dann aus der Kälte in ein warmes Haus kommen zu können. Habt eine gute Woche!


Lust auf mehr Grünzeug? 
Wie jeden Monat, wenn ihr mögt: 
Ich sammle (wilde) Gartennachrichten aus dem November.
Und Baumfreunde.

Samstag, 6. Dezember 2014

Samstagskaffee aus (m)einem wilden Garten (22)


Auch im November ist im Garten was los...

Himmel überm Garten



Fangen wir im November-Gartenhimmel an. Als wir Anfang November von der Ostsee zurückkehrten, war gerade noch Gelegenheit die gelbe Herbstfärbung des Hausbaum-Ahorns über der Terrasse zu erleben. 


Auch die (Amerikanische) Traubenkirsche leuchtete noch mit ein paar gelben Blättern in die Nachbarskiefern hinein.


Doch der November wäre nicht November, wenn er nicht nach seiner goldenen Hälfte auch noch gezeigt hätte, dass er Grau nicht verlernt hat...


Das Laub im Ahorn hat tüchtig abgenommen, wohin es wohl verschwunden ist?...

(Auf der) Erde im Garten

... Hier kann man es sehen... Und was für einige vermutlich nach Laubentsorgungsstress aussehen mag, sehe ich, wie es sich für einen Gärtner im Hortus tranquillitatis und einem Waldgarten gehört - gelassen...


Eine Freundin fand einen Text über Rilkes Gedicht "Die Blätter fallen" im Kontext der heutzutage allgegenwärtigen Laubsaugerei und -blaserei. Dieser kam mir gerade recht beim Blick auf meine jedes Jahr wachsenden Laubberge. Nicht, dass ich in früheren Jahren emsiger beim herbstlichen Laubharken gewesen wäre, nein... Aber irgendwie tut es ja gut, dass es anderen auch seltsam erscheint, wie das Laubfegen à la Beppo in Michael Endes Momo nicht nur an den Stellen, wo es sein muss, ausgeartet ist in einen oft lautstark maschinell unterstützen geradezu wütend anmutenden Kampf gegen jedes Blatt. "Was sind das für Zeiten, in denen nicht einmal ein müdes Herbstblatt in Ruhe sterben darf? Es mutet beinahe gespenstisch an, wenn die Männer mit ihren umgehängten Maschinen Jagd auf das unschuldige Laub machen und die gefallenen Blätter von einer Ecke in die andere hetzen... Muss das Laub überall weggeräumt werden?" (aus Lorenz Marti: Leise Töne für laute Zeiten. In: Natur & Heilen 11/2014, S. 10)

Hat schon mal jemand gesehen, dass ein Laubwald geharkt würde? Aber jeder kennt die Blütenmatten, die jedes Frühjahr aus dem am Boden vergehenden Laub wachsen (soweit schaffe ich das hier unter Kiefern und im märkischen Sand noch nicht...). Das gefallene Laub ist neuer Humus, der aus dem Laub durch unzählige Lebewesen vom winzig kleinen bis zum Regenwurm produziert wird. Im Laubwald funktioniert dieser Kreislauf ungestört. Nicht nur das mache ich mir in meinem Garten zunutze, indem ich - wo es eben geht - das Laub liegenlasse. Weg kommt es nur dort, wo es bei Regen die Wege in glitschige Schlitterbahnen verwandeln würde, wo zuviele Nährstoffe nicht gut vertragen werden (z. B. im Teich) und wo es droht zarteren Pflänzchen in dicker Packlage die Luft zu nehmen. 








An anderen Stellen lasse ich es bewusst liegen: unter Bäumen und Sträuchern, die in meinem wilden Garten ohnehin den waldartigen Charakter ausmachen, rund um Pflanzen, denen ein bisschen Winterschutz gut tut, in Ecken, in denen ich tierische Behausungen vermute, z. B. habe ich im Frühling immer wieder Blindschleichen im Bereich der Hauswände entdeckt. An Stellen, wo im nächsten Frühjahr neue Topf- oder Korbbepflanzungen anstehen, bleibt ein Haufen liegen, denn schon seit vielen Jahren fülle ich in die Töpfe mindestens zur Hälfte angerottetes Laub ein.

Einer von drei Totholzhaufen an den Rändern des Gartens, die nach unten hin langsam verrotten und von oben immer wieder mit Garten"abfällen" aufgefüllt werden.
Im Frühjahr wandern Laubreste dann auf den Kompost, aufs Hügelbeet, ins Hochbeet, jenachdem, wo Löcher zu stopfen oder aufzufüllen sind. In den waldähnlichen Bereichen bleibt es auch einfach für immer liegen, denn die Frühjahrsaustriebe von Vinca, Goldnessel, Efeu, Walderdbeere und Waldmeister sind wahre Laubschlucker. So stehen bei mir weder Laubsäcke zur Abholung bereit noch kippe ich meine Garten"abfälle", die eigentlich Reichtümer sind, in den Wald, was ohnehin - aus nachvollziehbaren ökologischen Gründen, nicht erlaubt ist. Viele Waldränder sprechen aber eine andere Sprache und oft liegen gerade vor oder hinter extrem "geputzten" Gärten munter sprießende Haufen im Wald... Ich mache es umgekehrt: ich lasse den Kiefernwald, der dieses Grundstück vor 30 Jahren noch war, ein wenig im Garten und habe so auch immer wieder Begegnungen mit Pilzen, auch diesem nicht mal streichholzdicken Winzling hier.









Reichtümer sind die Laubgaben des Herbstes auch deswegen, weil sich in ihnen unzählige Tiere verbergen und ernähren. Die mag ich nicht stören und überlasse das lieber anderen. Jetzt ist wieder die Zeit, wo z. B. Amseln sorgsam und ähnlich Hühnern im Laub herumwuseln und Futter finden, gefolgt von den Zaunkönigen, die durch den Efeupelz hüpfen. Aber auch bei mir tut's not im November...

Ordnung im Garten



Ein Stück Arbeit ist es jedes Jahr die frostgefährdeten Keramik-"Schmuckstücke" zusammenzutragen und in den Keller zu stellen...


Auch auf der Terrasse darf der eine oder andere frostharte Blickfang bleiben, schließlich liebe ich meinen Garten auch im Winter, mag gerne hinausschauen und hinausgehen. Hier sind es die Steine, die anlässlich eines Seminars im Spätsommer auf den Terrassentisch zogen und nun erst mal bleiben dürfen.


Auch am Rand der Terrasse bleibt an der Hauswand eine dicke Schicht Laub liegen. Wer weiß, wer diesmal alles darin wohnt... 


Um die Ecke die alten Korbsessel habe ich noch einmal geleert. Der Standort erwies sich als zu dunkel für die Sedumarten, die ich hineingepflanzt hatte. Davor in den Töpfen fühlen sich die (schon eingezogenen) Funkien und die mir von Birgit geschenkte Pfefferminze und die zweifarbige Vinca dagegen sichtlich wohl. In den Körben werde ich es nächstes Jahr mit Steinbrech (Saxifraga) versuchen. Sie vertragen den relativ schattigen Standort besser bis gut.



Ein paar Zimmerpflanzen - meist Sukkulenten - sind nach ihrer Sommerfrische auch vor den Frösten zu retten. Leider sind die Leuchterblumen komplett von "wilden" Tieren abgefressen worden und ich bin gespannt, ob sie wieder austreiben aus ihren Knöllchen... Überwintert wird im Gästezimmer, da ist es kalt. (Gelegentliche menschliche Bewohner dürfen aber die Heizung andrehen...)


Der von meiner "maritimen Ecke" abgeschirmte Blick auf den Gartenarbeitsplatz lichtet sich in der laublosen Zeit... Dahinter ist es jetzt ziemlich aufgeräumt, alles, was zerfrieren könnte, wird umgedreht. Denn ich habe allerlei Töpfe und Eimer, die im Sommer Regen fangen, zum Bewässern, um mal schnell was in einen Topf zu stellen, und zur "Befeuchtung" des Kleinklimas durch Verdunstung. Die olle Kanne kann aufrecht stehen, denn sie hat eh Löcher und wartet auf ein geeignetes (ausdauerndes) Pflanzenkind. Jemand eine Idee?


Aber es ist nicht so, dass in meinem Novembergarten nichts wächst. Den 10 Jahre alten Salbei (links) vom alten ins neue Hochbeet zu verpflanzen, war ein Risiko, es scheint gelungen. Um eine Enttäuschung zu verkraften, hatte ich ihm einen jungen beiseitegestellt. Vielleicht war das ein Mädchen und der Alte legte sich daher so kräftig ins Zeug... Da wären wir doch bei einer guten Überleitung, zum 

Wachsen und Werden im Novembergarten

Auch hier einige Stecklinge des alten Salbei, wunderbar angewachsen und in Form gekommen...



Die Aussaat der Lieblings-Silbertaler zu befördern, hatte ich dieses Jahr tatkräftige Unterstützung durch die Enkelmädchen. Auch beim Befüllen neuer Saat- und Pflanzgefäße schalen halfen sie kräftig mit. 


Aus diesen Töpfen quollen einmal Vinca und Goldnessel hervor und bedecken den Waldboden. Inzwischen hätten sie eine andere Aufgabe verdient, vorerst ziehen sie Fingerhutsämlinge, wohlgemerkt alleine, ich habe sie nicht gesät... Das liebe ich so am wilden Gärtnern. Soviel ereignet sich, man braucht nur warten zu können. Irgendetwas passiert bestimmt ;-)

Dieser Topf mit Steinbrech quillt nun über, behütet von einem Vögelchen, das arg Farbe gelassen hat, nächstes Jahr ist Zeit Rosetten-Risslinge abzunehmen und z. B. in die Körbe oben zu pflanzen.



Die Jungpflanzenstation - dicht an dicht stehen die Töpfe und überstehen so den Winter. Rechts vorn Mini-Roteichen, Nachkommen von der am 12tel Blick.




Eins ist sicher - auch im nächsten Jahr blühen bei mir wieder Vergissmeinnicht. Seit 30 Jahren vagabundieren sie hier und wie hier landen auch manchmal welche eine Punktlandung in einem Topf...


Die letzten Pflanzungen dieses Jahr, die Zutaten bekam ich über einen Hortus aus dem Gartennetzwerk geschickt: eine Insektenweide in Gestalt einer spät (!) im Jahr gelbblühenden Staude, ich hab doch glatt den Namen vergessen..., eine der üblichen "Verdächtigen" (Sonnenhut, -braut, -auge...) ist es nicht. Wenn sie dann blüht, werde ich's wohl herausfinden... (natürlich könnte ich auch einfach nachfragen, aber noch will ich es selber wieder herausbekommen...) Und zwei Korbweidenstecklinge. Da ich die Zweige für Flechtarbeiten ernten will, habe ich mich getraut, sie in den Vorgarten zu setzen... Aber erst mal hoffe ich sehr, sehr, sehr, dass sie auch anwachsen...


Bei aller Arbeit im Garten - das Schauen, Lauschen, Schnuppern und Genießen geht bei mir doch noch irgenwie vor..., und so kann ich euch auch diesmal noch zu einem gemütlichen Spaziergang mitnehmen...

Farben im Novembergarten

Bis zum ersten Frost hielt der Fächerahorn sein Rot fest...
Im Vorgarten - Kolkwitzie
Im Vorgarten - Wildrose
Im Vorgarten - Teufelsstrauch
Im Vorgarten - Hasel
Auf dem Weg ums Haus - Farbspiele eines morgens besonnten Efeus
Am Teich - Blutweiderich und Sumpfiris
Am Teich - Farn
An der Terrasse - weder wuchsfreudig und blühwillig bei mir, aber herbstfarbenschön: sommergrüne Rhododendron-Azalee
Nachmittagssonnenleuchten im Ahornlaub am Terrassenrand
Nur meinen Tee-Pott, der mich im Garten manchmal begleitet, habe ich im November nicht fotografiert. Aber mein Samstagstee vom 1. Advent kommt ja auch "aus meinem wilden Garten", denn natürlich sind die Zutaten auf meinem Advents"rund" auch dort eingesammelt: Eibe, Wilder Wein und eben dieser Efeu...

Und ihr so? Noch Nachrichten aus dem Garten? Wenn ihr mögt, könnt ihr sie hier unten verlinken. Einen Dezember-Gartenrückblick gibt es dann am ersten Samstag im Januar. Morgen wird die zweite Adventskerze angezündet. Heute Nacht war hoffentlich ein lieber Nikolaus bei euch (mindestens so freundlich wie der hier mein Lieblingsnikolaus in diesem Jahr...).


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Herzlich grün...









Irgendwie bin ich zz. nicht ganz musterhaft, sondern etwas hinterher... Mein "Büro" fordert mich mehr als geplant und angenommen (im Wald unterwegs ist mein Timing deutlich besser!!!) Daher habe ich euch für heute ein paar schnelle Herzen auf eine Karte gestreut, ich wollte doch die Fineliner ausprobieren, in grün, rot und orange, die mir gerade geschenkeweise zugewandert sind... Wunderbar, sie sind wirklich fein, trocknen sehr schnell auf, nichts verschmiert, denn die Karte musste sich mit den Herzkurven immer schön mitdrehen...

Apropos Geschenke. Mein Herz schlägt ja grün ;-). 

Warum zum Weihnachtsfest nicht Bäume verschenken und damit Freude machen und unsere grüne Lunge stärken? Und etwas dazu beitragen, dass auch die nächsten Menschengenerationen noch Luft zum Atmen haben und grüne Baumriesen als ihre Freunde besuchen können... Dass genug junge und alte Bäume als Lebensraum für zahlreiche Tierarten da sind... Letztes Jahr habe ich das zum ersten Mal gemacht, Bäume verschenkt. Da der Winter keine besonders gute Pflanzzeit ist, habe ich mir helfen lassen. Von Plant-for-the-Planet, einer inzwischen weltweit verbreiteten Aktion, die 2009 von Felix, einem Schüler (!), ins Leben gerufen wurde. In diesem Jahr mache ich hier mit und pflanze Bäume, mit Weihnachtsgrüßen. Aber natürlich kann man sich oder seinen Lieben bei der Baumschule seines Vertrauens auch einen Baum für den Garten, eine Streuobstwiese oder einen Straßenrand aussuchen, reservieren und im Frühjahr einpflanzen, einen ganz persönlichen Baumfreund... Wird noch ein wenig Geschenkpapier gebraucht? Ausnahmsweise auch mal wieder goldig...


 "Herzlich" gemustert wird diesen Monat beim Muster-Mittwoch. Michaela sammelt unsere Muster ein.
Und ich sammle wieder Bäume, habt ihr welche für mich? Dann verlinkt sie doch hierher.

Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn…. (Christian Morgenstern 1871 - 1914)

Montag, 1. Dezember 2014

Montags-Mandala (26)


Heute fange ich erst mal mit Novembernebel an... Geht ja gerade noch, oder...? Ich bin noch immer am Räumen, um den Werktisch frei zu bekommen für die Adventspost-Gelatinedruckerei. Von einigen lieben Bloggerinnen, die schon ausprobiert haben, sehe ich Bilder, die nach viel, viel Platz rufen... Eigentlich wollte ich am Wochenende anfangen, aber das Wochenende gestaltete sich etwas anders als geplant und meine Hände und Gedanken gingen andere Wege. Den Nebel schicke ich noch zu Dreierlei, das war mir doch glatt durchgerutscht, obwohl es ja wohl in einigen Landstrichen d a s  Thema zumindest für die zweite Novemberhälfte war. (Ausrede, ich war bei Erscheinen des Themas im Urlaub..., und im Dezember ist Sternengefunkel kreatives Thema bei Dreierlei!). Die Collage ist gelegt (nicht geklebt) aus dem, was ich heute so an "Nebligem" beim Aufräumen auf dem Tisch gefunden habe: Pflanzenfarbversuche auf Pappe, ein Leinenfaden "ichweißnichtwoher", vermutlich mal nach dem Waschen von Stoffresten irgendwo abgezuppelt, von den Enkelmädchen ausgepackte Silbertaler und Wespennest (das finde ich irgendwie immer..., ich weiß nicht wohin damit, also bleibt es da...). Eine kreative Fingerübung am Morgen, vor dem Rausgehen...



Die Mandala-Fingerübung fand wie meistens bei mir draußen statt, fieser kalter Regen mag ja eine Ausrede sein, Kälte ist es nicht. Erstmals musste ich heute fürs Mandala Handschuhe anziehen und beim Sammeln der Stöcke im Wald kräftig zufassen, um sie vom gefrorenen Boden abzubekommen. Mal schauen, vielleicht sind die nun der Grundstock für ein paar weitere Wintermandalas der nächsten Wochen am Garteneingang ;-). Sie werden jedenfalls nicht so leicht wegfliegen. 


Die Mitte ist ein Stück Moos, von dem die Wildschweine wieder reichlich gelockert haben bei ihren nächtlichen Streifzügen hier im Wald vor der Haustür. Darauf ein pünktlich mit dem Kälteimpuls aufgeblühtes Sternchen des Winterjasmin und drumherum rötlicher Efeu, der keine besondere Sorte ist, sondern sich entschieden hat von der Wand weg in einen vormittags prall besonnten Zaun zu wachsen. Das gibt ihm seine festliche Farbe.



Während ich draußen war, hörte ich nichts außer den Wintergoldhähnchen in den Kiefernwipfeln mit ihrem zarten Gezwitscher. Da summte mir auf einmal ein gern gesungenes Lied aus vergangenen Chor-Adventskonzerten durch den Kopf, nach einem Text von Joseph Eichendorff. In mir klingt es anders, weniger in so getragenem Tempo als ich es auf meiner Suche im Internet fand, eher noch freudiger empfangend, diese stille Zeit. (Dank nebenbei also auch an unsere Chorleiterin damals, ich vermisse das gemeinsame Singen.) Dass die Schlusszeile "Gute Nacht" hieß, war mir nicht mehr bewusst. Noch ist heller Tag, aber auch am hellen Tag ist manchmal Zeit für stille Zeit. (Und die Adventszeit über brennt jetzt wieder jeden Tag in der Laterne ein Teelicht in die Dunkelheit.)

O du stille Zeit,
Kommst, eh wir´s gedacht
über die Berge weit,
über die Berge weit
Gute Nacht!    


In der Einsamkeit
rauscht es nun so sacht,
Über die Berge weit,
über die Berge weit,
Gute Nacht!


Ich wünsche euch in diesen Tagen Zeit, Zeit für stille Zeit.

Ein Montagsmandala heute auch wieder bei Heidi im Sonnentagebuch.