Montag, 16. Mai 2016

Montags-Mandala (88)












Am vergangenen Montag inmitten der vor dem Urlaub zu erledigenden Büroarbeit habe ich mir, wie schon lange geplant, Zeit genommen, eine liebe alte Freundin und Lehrerin (Spinnen und Weben) wieder einmal zu besuchen, Helga Duttke, gerade 79 Jahre alt geworden. (Hier und hier habe ich schon von ihr erzählt.) Ich war ein bisschen früh in Königs Wusterhausen und habe meine Nase noch tief in diesen Flieder gesteckt... Was für ein herrlicher Duft. Kindheitserinnerungen, in einem der Kindheitsgärten stand eine ganze Fliederhecke am Zaun zur Straße.







Einsfixdrei hatte Helga einen leckeren Salat für uns gezaubert, wir waren schnell ins Gespräch vertieft und gingen schließlich nach draußen, hinein in ihr Zauberreich, in dem sie die Salatzutaten erntet. Ein zauberhaftes Minigärtchen, in dem wir es uns wohl gehen ließen und den Frühlingsmorgen genossen...





Helga (wie ich ihr immer noch naturdunkles Haar bewundere, das nur wenige graue Haare durchziehen...) knackt gerade Nüsse für ihren kleinen Freund, Pipperl, eine Kohlmeise...






Ich kenne Helga nun schon mehr als 20 Jahre und finde so schön, wie es ihr gelungen ist, nach Pflege und Tod ihres Mannes wieder so bei sich selbst anzukommen, wie sie noch Fahrrad fährt, ganz persönliche Patchworkdecken für ihre erwachsenen Enkel näht, dieses kleine Gärtchen pflegt, mit dem Rad kilometerweit zu Konzerten, Ausstellungen und Märkten unterwegs ist, hellwach im Geiste und interessiert an allem, was passiert...





Ihre bewundernswerte Beweglichkeit bringt mich zu meiner heutigen Spur des Gelingens beim Zusammenleben mit Geflüchteten: Lauftreffs. Miteinander etwas tun, und sei es das Laufen - ein wirksames Rezept um einander näher zu kommen.






Die alte Salatschale bei Helga gefiel mir so und spontan reichte sie mir aus dem Küchenschrank eine kleinere Ausgabe. "Die ist angeschlagen, aber ich kann sie nicht wegwerfen. Dir würde ich sie geben..." Gerührt nahm ich das an. Natürlich kann ich sie auch nicht wegwerfen, ist sie nun doch ein Stück Erinnerung und symbolisiert unsere Verbundenheit. 







Das Schüsselchen wird mich in der Küche und auf meinem Werktisch begleiten und so Dies und Das beherbergen. Erst mal ein Mandala aus den fallenden Blüten von Schneeweißchen und Rosenrot, meinen Zierapfel-Wildlingen, mit einer Mitte von Vinca major. Es hat mich zusammen mit dem inspirierenden Wochentext in den Tag vor meiner Abreise geleitet.















Montagsfreuden

Freuden des Alltags


PS: Das ist ein vorgeplanter Kurs. Ich kann erst später wieder auf Kommentare und Fragen reagieren.

Kommentare:

  1. seufz :-) wunderschön! was für eine grossartige frau. ich bewundere menschen die bis ins hohe alter aktiv sind - hier sieht man manchmal bergsteiger die mind. 80 sein müssen.... wenn ich gross bin will ich auch so werden! :-)
    liebe montagsgrüsse! xxxxxxxx

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  2. Schön, dass wir an Deinem Besuch teilnehmen dürfen. Das ist so ermutigend. Hab einen schönen Urlaub.
    LG
    Magdalena

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  3. Ich hoffe, du hast unterwegs auch die Nase in Fliederbüsche stecken können und liebe Menschen getroffen...in Gedanken war ich ab und an mit dir unterwegs.
    GLG
    Astrid

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  4. Was für ein liebes und herzliches Treffen. Ich lese raus, wie wohl du dich gefühlt hast und uns bzw. mir macht dein Bericht richtig große Freude zu lesen. Wenn es mir wieder besser geht, dann möchte ich auch ganz bald wieder meine alten Freunde besuchen. Lange, lange fit und gesund bleiben, das ist auch mein Ziel (gerade jetzt). Übrigens so ein liebes Geschenk würde ich auch sofort annehmen und vermutlich auf das defekte Stück ein kleines (vielleicht genähtes oder aus Papier gefaltetes) Vögelchen setzen und den Teller dann als Wandschmuck aufhängen. Herzliche Grüße sendet Karin

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  5. Was für ein zartes, feines Mandala in einem Herzensgeschenk!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. wie schön, es freut mich zu hören, daß deine Lehrerin ihr Alter so gut nutzen kann und auch noch sofit ist. DAS Foto von ihhr bei der Gartenarbeit mit der Meise ist wunderschön geworden.
    LG susa

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  7. ...eine beeindruckende Frau, liebe Ghislana,
    und eine feine Erinnerung für dich...der Fliederbusch ist berauschend schön,

    liebe Grüße
    Birgitt

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  8. Was für ein berührender Post! Wie fit man körperlich und geistig bleibt, hat man auch in der eigenen Hand...zumindest überwiegend. Für mich sind solche Frauen großes Vorbild...und Ansporn. Liebe Grüße, Lotta.

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  9. Danke, dass Du uns zu Helga mitgenommen hast. Das war ein sehr schöner Besuch. Ich habe vor vielen Jahren eine Schüssel aus Taizé von meiner Grundschullehrerin geschenkt bekommen. Sie lebt schon länger nicht mehr, aber die Schüssel erinnert mich jedes Mal an sie, wenn ich sie aus dem Schrank nehme. Der Fliederbusch ist zauberhaft. Letzte Woche habe ich zum ersten Mal bewusst viele Fliedersträucher an meiner Arbeitsstrecke entlang der Autobahn gesehen. Ein Traum! Da würde ich am liebsten den Tag auf der Standspur verbringen. ;-)
    Liebe Grüße,
    Doris

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  10. Wie kostbar und wertvoll solche Freundschaften und Begegnungen sind, liebe Ghislana. Es ist richtig die Freude an eurem Treffen und die harmonie herauszulesen. Wundervoll. Ich danke dir, dass wir teilnehmen durften daran.
    Gute Woche für dich.
    LG. Susanne

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  11. Wie schön, liebe Ghislana! Ich bin sehr beeindruckt von Deiner Freundin und deren Intention ihr Leben zu leben. Das wünsche ich uns allen. Auch eine Schüssel, die uns an anderen Tagen von diesen Zeiten erzählt.

    Deine Erika

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  12. ich nehm sie mir zum vorbild, deine wunderbare helga! die kleine meise hält sie sicher für eine fee, ich könnte das auch glauben!!
    dieses zarte mandala in der wunderschönen schale hat mich gerade dazu verführt, endlich auch wieder eines zu legen. der rücken hatte mir das bücken die letzte zeit verboten. schon hat der wind es etwas verweht, aber eben saß ein junge bachstelze daneben!!
    eine schöne zeit wünsche ich dir und schicke ganz liebe grüße!
    mano

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
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