Samstag, 12. Juli 2014

Samstagskaffee aus (m)einem wilden Garten (15)

Der Kaffee wurde gestern nicht im Garten sondern nach einer Radtour in die Innenstadt auf dem Altmarkt in Cottbus fotografiert, wo wir zu zweit Eis und Kaffee aus dem Eis-Café Da capo schlemmten. Während der Gefährte nun arbeitet, räume ich auf meinem Rechner die Fotos auf (lange nicht gemacht...) und schreibe den Gartenpost für den Samstag. Im Garten ist's überwiegend grün, und erste Herbstfarben mischen sich infolge der langen Trockenheit schon hinein. Es gab in den letzten zwei Wochen viel Hitze, Schwüle und auch etwas heftigen Regen, der hier dann immer gleich durch die Sandschichten rutscht...




Fangen wir mit dem Himmel an: Letztes Wochenende erschien ein regenbogenartiges Stück Rund am Himmel, eine Art Halo? Und nach einem kurzen heftigem Gewitterguss ein sanftes sonniges Abendleuchten.

 

Nach dem furiosen Gelborangerausch einer Waldgeißblattzüchtung im Frühling blüht nun den Sommer über zurückhaltend und weniger, aber duftend und ausdauernd der wilde Bruder Jelängerjelieber

Wer ist das? (EDIT: Scheckenfalter. DANKE Schönschnabel und Astrid)






Unbekannte Schönheit Scheckenfalter und Braunes Waldvögelein

Wenn nun im Garten auch die dominanten Sommerfarben wie gewohnt Grün-, Beige- und Brauntöne sind, ein paar Blüher gibt's doch, und der Wilde Majoran (Oreganum vulgare) stellt verlässlich seine Gaben auf die Futtertheke für die Insekten, zu denen in seiner Blüte besonders viele Schmetterlinge gehören. Das Braune Waldvögelein treibt sich im Dutzend hier herum, Weißlinge ebenso, schon weniger sind die Großen Ochsenaugen, und der orangebraun gemusterte Schmetterling (oben) war ein Einzelstück, und bestimmt habe ich ihn noch nicht. Weiß eine/r von euch??? (EDIT: dank Schönschnabel und Astrid weiß ich es jetzt: ein Scheckenfalter) Und die Eierchen auf dem Silbertaler, welche Räupchen mögen da geschlüpft sein?

Großes Ochsenauge
Großes Ochsenauge













Neben Oreganum blühen noch Mädesüß, Nachtkerze, Königskerze und Nesselblättrige Glockenblume (die letzten drei alle zweijährig, also aussamen lassen, wenn sie nicht verloren gehen und auch im nächsten und übernächsten Jahr wieder erfreuen sollen).

Mädesüß am Teichufer
Nachtkerze: Abend für Abend öffnen sich neue Blüten.
Kleinblütige Königskerze, gleich neben einem unserer Sitzplätze.
Die Nesselblättrige Glockenblume sucht ihre Plätze selber.
Nesselblättrige Glockenblume, ein paar Tage später. Sie blüht auch noch im tiefen Schatten.
Zum Abschluss noch ein paar Blicke in den Garten.

Zuwachs: meine Klasse schenkte mir zum Abschied einen Fächerahorn.
"Unordnung" kann so charmant sein...., da erstickt (bei mir) jeder Aufräum-Impuls im Keim. Fingerhüte und Sedum im Verblühen, neue Fingerhutrosetten fürs nächste Jahr schon zu sehen.
Diesmal links herum ums Haus, durchs Grüne: unter Hopfen, Knöterich und Ulme hindurch, an Waldgeißbart und Ahorn vorbei.
Abendlicht, verstärkt durch sich gelb färbende Blätter der wilden Rosen an der Terrasse.
Da ich am letzten Wochenende nicht bloggen konnte, gibt es diese Woche zwei Gartenposts. Den ersten findet ihr hier. Wie immer freue ich mich, wenn ihr eure "wilden" Gartenerlebnisse mit mir teilt und euren Beitrag in einem Kommentar hier verlinkt. Diesmal komme ich auch wieder lesen. Habt ein schönes Wochenende!


In heaven.
Samstagskaffee   

Donnerstag, 10. Juli 2014

(Samstags)kaffee aus (m)einem wilden Garten (14)

Kaffeepause auf frisch umgestapeltem Muschelkalk, bald Heimstatt für Sedum und Sempervivum und jede Menge Tiere...
















Am schnellsten mit der Neubesiedlung sind Spinnen und Ameisen, aber auch die Birke sprüht schon Samen in die Ritzen.
Geflügelte Ameisen auf der Suche nach neuen Ländereien für neue Staaten.
Da ich neulich arg anders beschäftigt war, gibt es diese Woche wohl geich zweimal Kaffee auf dem wilden Garten. Animiert zum ersten hat mich Fee mit ihrem Post über Sempervivum (Haus- oder Dachwurze) und Sedum (Fetthennen). 


Wie oben, blühend im Juni
Meine Liebe zu ihnen habe ich von meiner Mutter mitbekommen, in allen meinen 5 (erinnerlichen, es waren noch mehr...) Kindheitsgärten, diese rund um Berlin, wuchsen sie jeweils in einem liebevoll gepflegtem Steingarten, und aus dem letzten sind welche über den Zaun in meinen Garten gewandert. Ich mag diese Sukkulenten wegen ihrer Anspruchslosigkeit gegenüber brandenburgischem Sand (dessen Durchlässigkeit sie mögen) und gegenüber unseren langen Trockenheitsperioden, die sie mit ihren dickfleischigen Blättern klaglos überstehen. Auch gegenüber Schnecken beweisen sie Stärke und verschwinden nicht wie manche "trendig-exotische" Balkonblume über Nacht aus dem Topf...






Tripmadam im Juni
Tripmadam im Juli
Manche Sedumarten (heimische wie Tripmadam und Mauerpfeffer) breiten sich munter hier aus und decken dürren Boden unter den Kiefern ab, während der Blüte sind sie umschwärmt von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, Schwebfliegen. Manche lassen sich schneller unterkriegen als andere von dem, was in einem wilden Garten halt sonst noch so wächst, so sind erstere im Lauf der Zeit in übrig gebliebene Schalen, Körbe, Töpfe und Dachpfannen umgezogen. Mit den einjährigen "exotischen" unter ihnen habe ich das nicht geschafft, ich glaube, inzwischen sind sie weg... 

Alte First-Dachsteine sind ideal zur Besiedlung mit Sempervivum ("Dach"wurz), eine Handvoll sandiger Erde und ab und an ein Regen genügen völlig die Sternchen zum Ausbreiten zu animieren.
Ein Sedum mit Sauerklee
Hier mischen sich drei Sedumarten und wachsen über den Topfrand
Ein recht empfindliches, langsam wachsendes Sedum hat Platz in einem der Pappelstamm-Abschnitte gefunden
Charmant begrünt Sempervivum eine zerfrorene Blumenschale.









Alle paar Jahre ist auch für duchsetzungsstärkere wieder "Retten" dran, wenn die Gräser die Sedumgeflechte durchdringen und überwuchern, fange ich mit kleinen, von der Grasnarbe befreiten Risslingen von vorn an, wie dieses Jahr mit der alten Hochbeetumrandung aus Rüdersdorfer Kalksteinplatten (die hatte ich vor Jahren auch schon gerettet aus einem Nachbarsgarten, als sie im Container landeten, denn vom Nachbarn wurden exakt geformte neue Kunststeinplatten gewünscht..., leider war der Container viel zu tief, um alle Kalksteinplatten herauszuangeln...) und den alten Korbstühlen aus dem einstigen Ostseegarten des Gefährten.

Nach 10 Jahren von Gräsern durchzogene Fläche mit ca. 10 Sedumarten. Der Umzug erfolgt sukkzessive in Töpfe und Steinhaufen aus Feldsteinen, Muschelkalkplattenresten und Steinbruch.

Neu aufgeschichtetes Muschelkalkmäuerchen
Ein ganz reizendes filigranes Sedum aus dem ehemaligen Steingarten meiner Mutter, das im Winter einzieht und im Frühling aus Reststücken, die nicht erfroren sind, willig wieder austreibt und schnell große Flächen überziehen kann, wenn es nicht gestört wird (Foto aus dem Jahr 2005, als das "alte" Hochbeet noch ziemlich neu war...)
Menschengewichte vermögen diese alten "erinnerungsschwangeren" Korbsessel nicht mehr zu tragen, etwas sandiges Substrat auf einer Laubschicht, gehalten von in Scherben gegangenen Töpfen, beherbergt einige Sedumartentuffs, die sich gerade anfangen auszubreiten. Zimbelkraut und Akeleikeimlinge sind auch hineingeraten...
Weitere Sedumarten im Korbsessel Nr. 2. Einige Jahre widerstehen die Körbe noch der Zersetzung, dann ist es irgendwann Zeit für eine andere Heimstatt für die Pflänzchen, irgendetwas wird anfallen...







Ich mag die Sukkulenten auch wegen ihres Formen- und Farbenreichtums. Kleine Lieblinge..., sonnenhungrig, und da ist es mit meinem Schatten werfenden Baum-Reichtum im Garten zwar etwas schwierig, aber nicht chancenlos. Inzwischen kommen bei Sedumarten ein rundes Dutzend zusammen, die Sempervivum-Kollektion ist sicher noch ausbaufähig... Im Sommer will ich wieder mal teilen und weitere Töpfe und Schalen bepflanzen, mit Hilfe des Enkelmädchens, das seine Lust zum Gärtnern entdeckt hat und schon im vorletzten Jahr erfolgreich hier Akeleiensamen geerntet und in Töpfe gesät hat, neben vielen Ahornsämlingen, die sie am liebsten alle retten möchte...

Auch auf dem Waldboden breiten sich einige Sedumarten aus, ein paar Sonnenstrahlen sind erwünscht.
 
Ein Sedum setzt an ein Stück Birkenrinde zu überwachsen.

Zu Füßen eines Waldgeißblatts macht sich Tripmadam zwischen maritimen Fundstücken breit.
Gern könnt ihr eure wilden Gartenposts bei mir in einem Kommentar verlinken.
Und wer Lust auf mehr Sedum und Sempervivum hat, schaut bei Fee nach.
Samstagskaffee gibt's bei Ninja

Mittwoch, 9. Juli 2014

Ferien-Muster (1)

"Paarungsrad" der Libellen
vertikal und horizontal gespiegelt und zusammengesetzt
Für den Mustermittwoch im Juli und August hat Michaela das Thema Ferien-Muster-Freiheit ausgerufen... - das passt doch prima. Nachdem ich eine Woche wegen "hoher Arbeitsdichte"... geschwänzt habe, melde ich mich nun mit zwei Mustern zurück in die Mustermittwochs-Runde. Mal schauen, was sich in den Ferien so ergibt. Ich werde mich wohl meinen Assoziationen zu Sommerferien und den aktuellen Ferienerlebnissen überlassen und werde dem Sommer musternd folgen. Ferien, insbesondere Sommerferien bedeuten für mich u. a. mehr Zeit zu haben um z. B. den Libellen beim Tanzen und dem Wasser bei seinen Wellenspielen und Spiegelungen zuzuschauen. Meine Ausgangsfotos für die Muster sind am 1. Juli bei der letzten Exkursion für dieses Schuljahr mit einer Erzieherklasse rund um den Berliner Schlachtensee entstanden. 

Himmelsspiegelung im Wellenspiel
Nach demselben Prinzip wie oben gemustert


Blautürkis-Wassermuster daraus gezaubert
Noch mehr Wasserblau aus einem Ausschnitt des Ausgangsfotos gemustert...
Ich bin gespannt, wer heute mitmustert und was so entstanden ist in den "Werkstätten".
Hier gibt es die Sammlung.

Montag, 7. Juli 2014

Montags-Mandala (11)





Nach zwei wunderschönen Batikseminaren an den letzten beiden Wochenenden ist auch das Schuljahr nun fast geschafft, die Examenszeugnisse sind ausgegeben, (mindestens) ein Tag des Unterlagen-Sortierens steht noch an, damit das neue Ausbildungsjahr ohne unnötige Sucherei startet... Dann liegen ausgiebige Sommerferien, Sommerfreuden vor mir... Viel Muße hätte ich gern dafür (auch mal wieder zum Bloglesen...) :-) Da ist das Montags-Mandala ein guter Anfang... Es ist heute morgen im Garten auf einem Stammabschnitt einer alten Pappel entstanden, aus dem, was der Garten gerade hergibt: Blüten und Blätter von der Harlekin-Spiere, Silbertaler-Früchte, Ahorn-Früchte und Funkienblüten. Ich wünsche euch eine gute Woche!











































































Das Montags-Mandala ist eine Idee von Babajeza.