Dienstag, 13. September 2016

Papierschöpfen zum Herbstwerk



Am Tag zuvor: Altpapier in fünf Farben eingeweicht... (Das beantwortet deine Frage, liebe Karen!)





Zum Herbstwerk treffen sich einmal im Jahr Künstler*innen und Handwerker*innen der Region und laden zum Zuschauen und Mitmachen ein. Beim 7. Herbstwerk war ich zum ersten Mal dabei und habe Papierschöpfen gezeigt.




 
Vor dem Start: Die Stände sind aufgebaut, die ersten Besucher haben beim Korbflechten Platz genommen, das von Mitarbeiterinnen der KieZe betreut wird.







Zum zweiten Mal fand das Herbstwerk nicht auf dem Dorfplatz in Gräbendorf, sondern im weitläufigen Gelände der Waldschule "Haus des Waldes Frauensee" statt, sehr ruhig im Wald gelegen, eine der dienstältesten Waldlehrstätten, an der Gründung und Entwicklung seit 1978 waren noch mein Vater und einer meiner jüngeren Brüder beteiligt, der seine Wartezeit auf einen Studienplatz dann dort sogar mit einer Forstarbeiterlehre überbrückte.





 


Bald war der Tisch unter einer großen Roteiche mit meinen Papieren und den Schöpfutensilien bereit, das einen Tag vorher eingeweichte Papier hatte ich schon morgens zu Faserbrei gemixt. Auf der Leine hängen als Schmuck ein paar Batiken von mir und zwei erste frisch geschöpfte "Musterpapiere". Freundlicherweise hatte mir der Gefährte sein Auto überlassen, mit dem Fahrrad ist eine Papierschöpfausstattung dann doch nicht mehr zu transportieren... Da müsste ein Hänger her ;-)







  
Eine sehr angenehme Stimmung breitete sich aus, und unter meiner Sauerstoff und Schatten spendenden Eiche war auch die Hitze gut auszuhalten. 




 

Noch gab es Betriebsamkeit an einigen Ständen, bevor es ab 14.00 Uhr richtig los ging... Und damit hörte auch meine Zeit zu fotografieren auf... 








Ununterbrochen griffe
n kleine und große Hände in die Pulpe und zum Schöpfsieb und es entspann sich manche Fachsimpelei... Nicht mal einen Rundgang zu den anderen Ständen habe ich geschafft. Die mir von freundlichen aufmerksamen Organisatoren gebrachte Wildbratwurst aß ich kalt, der Apfelkuchen musste lange warten, bis ich Zeit für ihn hatte... Das nächste Mal brauche ich jemanden an meiner Seite...










Meine in zwei Etagen gespannte Leine füllte sich rasch mit den trocknenden Papieren, die Gautschtücher fein mit den Namen der "Schöpfer*innen" beschriftet, damit es beim Abholen keine Sucherei oder gar Streit gab. Denn gegen 17.00 Uhr war die Leine voll... Zum Glück war Einiges schon fast trocken und konnte abgenommen werden, damit wieder Platz für neue tropfende Tücher mit Papier war...



 








Lustig, wie die ein-bis-dreifarbigen Papierchen da so flatterten, Schatten warfen und in der Sonne schimmerten. Da gab es was zu gucken, zu fragen, zu staunen. In die Gespräche mischten sich von fern die leisen Klänge von einzelnen Musikanten mit Livemusik wie keltischer Harfe und Akkordeon, keine laut dröhnend stampfende Beschallung aus Boxen, wie gut!




 


In den wenigen Pausen, die sich ergaben, habe ich es geschafft, auch selber ein paar Papiere zu schöpfen und dabei den Zuschauenden die Technik des Einschöpfens zu zeigen (eine Anleitung dazu gibt es hier am nächsten Dienstag, diese Basisanleitung zum Papierschöpfen, wie ich es mache, hatte ich schon einmal geschrieben).
















Eingeschöpft sind Fund- und Sammelstücke aus Garten und Wald und Fäden, wie sie sich beim Färben von den Stoffstücken während der Batikseminare lösen... - Erinnerungen, kleine Stückchen Heimat und damit bestens passend zu Susannes Monatsthema der Papierliebe.




Manchmal "passiert" ein Loch..., habe es vorläufig mit gelbem Schöpfpapier hinterlegt.




Silbertaler-Mandala aus dem Garten.
Gräser, gesammelt in Sachsen.



Es hat mir richtig Freude gemacht, dieses "Herbstwerk", und im kommenden Jahr bin ich gern wieder dabei ;-). Herzlich Danke den Organisator*innen. Außerdem..., was gab es neben den netten Begegnungen und der entspannten Stimmung für ein ausgesuchtes Dankeschön: Ich bekam ein wunderbares Heidekraut-Kränzchen aufgesetzt, das ich den ganzen Tag trug, und so herrlich duftenden losen Kräutertee und frische Blumen vom Feld...










Creadienstag
Handmade on Tuesday
Dienstagsdinge

Papierliebe - Heimat
ANL - Achtsamkeit - Nachhaltigkeit - Lebensqualität


Kommentare:

  1. ach, da wäre ich gerne dabeigewesen!
    Deine Papiere sind wundervoll!
    Und die behängten Leinen wirken so heiter!
    Lieben Lisagruß!

    AntwortenLöschen
  2. Ach wie schön und wie schade, dass du einfach zu weit weg von mir wohnst! Wäre ich gerne dabei gewesen!
    LG. Susanne

    AntwortenLöschen
  3. Oh wie schön! Die bunten Papiere schauen sooo toll aus, wie sie da auf der Leine hängen. Das möchte ich unbedingt auch mal probieren!!! Danke für die Inspiration und für die beiden tollen Anleitungen, zu denen ich gleich weitergeklickt habe. lg, Gabi

    AntwortenLöschen
  4. Bin gleich mal deinem Link gefolgt - das ist eine sehr schöne Veranstaltung!
    Die Umgebung scheint wie geschaffen dafür und bei dem Wetter erst recht.
    Das letzte Foto ist ein feiner Abschluss.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  5. Ghislana, wenn ich die letzte Zeit hier bei dir im Rückblick anschaue -prall gefüllte Tage mit Ideen, Farben, Formen und ganz viel Freude beim Tun!
    Die Eindrücke der Exkursionen, die Webereien und deine Eco-Prints auf Papier besonders gefallen mir so sehr und für einen kleinen Moment erfasst mich Wehmut. Freie Zeit ist in diesen Umbruchzeiten ein rares und kostbares Gut. Dafür sind deine Erklärungen und Hinweise gerade so schön. Zum indischen Springkraut erklärte uns vor einigen Jahren noch ein Förster, dass dieser Neophyt in Waldgebieten gar nicht gern gesehen ist. Hier ist es in relativ geringem Ausmaß anzutreffen. Gut, ann einmal gehörtes wieder neu anzuknüpfen.

    AntwortenLöschen
  6. Wow, da wäre ich sehr gerne dabei gewesen und hätte ganz viel von Dir lernen können. Ich schöpfe mein Papier meistens aus (farbigen) Eierkartons. Ich bin nicht so ausgerüstet wie Du, mein Mann hat mir für die Sommer Mail Art zwei Rahmen gemacht und mit Gitter bespannt. Die Bilder sind wunderschön und das Papier erst.. Da juckt es mich gleich wieder in den Fingern und würde gerne Papierbrei vorbereiten-leider steht gerade sonst noch so einiges an..
    Alles, alles Liebe für Dich - Veronika alias Kreativhäxli

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Ghislana,
    da wäre ich auch gern dabei gewesen ... danke für die schönen und bunten Eindrücke! herrlich, wie die geschöpften Papiere bunt im wind flattern :O)
    Hab noch einen zauberhaften Nachmittag!
    ♥ Allerliebst Grüße , Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  8. Wow, da hätte ich auch gern teilgenommen. Dazu noch unter schattenspendenden Bäumen! Das ist wirklich eine tolle Aktion!
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  9. ...so schön Papiere, liebe Ghislana,
    da wäre ich auch gerne mal dabei...besonders die eingeschöpften Blätter und Silbertaler...wunderschön,

    liebe Grüße Birgitt

    AntwortenLöschen
  10. Das sieht alles so heimelig und schön aus! Und deine Papiere sind klasse, vor allem das letzte mit den Gräsern und dem Silbertaler-Vollmond : ) Liebe Ghislana, wenn du doch auch nicht soo weit weg wärst...
    Liebe Grüße
    Moni

    AntwortenLöschen
  11. Es ist schon toll, liebe Ghislana, welch schönes Papier man aus Altpapier machen kann, für mich immer wieder ein kleines Wunder.
    Das Blatt mit den Gräsern gefällt mir auch besonders gut.
    Liebe Grüße
    Edith

    AntwortenLöschen
  12. Einfach traumhaft, diese Papiere! Muss mich da auch endlich mal wieder dranmachen, solange es noch warm ist draußen. Gut, drinnen geht´s auch, macht aber lange nicht so einen Spaß wie im Garten.
    Liebe Grüße von mir!
    Solveig

    AntwortenLöschen
  13. Ist das genial!!!! Oh, da wäre ich gerne dabei gewesen!

    AntwortenLöschen
  14. Super und wie ich sehe hattet ihr wohl jede Menge Spaß.
    Ich war mal vor Jahren in Berlin im Technik Museum, da gab es einen Kurs im Papierschöpfen, da habe ich mal kurz reingeschaut, mehr aber nicht.
    Würde mich auch mal interessieren, jetzt gucke ich mal gleich ob das bei uns auch angeboten wird.

    Lieben Gruß Eva

    AntwortenLöschen
  15. Das Geheimnis des Kränzchens ist also gelöst... eine offensichtlich sehr schöne Veranstaltung in freier Natur. ( Ich habe mich wieder völlig ins Haus verzogen und gelesen und recherchiert und geschrieben und mich von zwei Frauen in ihren Bann ziehen lassen. Aber das ist wohl momentan mein Ding... ).
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  16. Papierschöpfen ist toll- habe ich erst einmal gemacht und fand es super. Sehr schön, die bunten Papiere auf der Leine! Da hätte ich auch gerne mitgemacht.
    Viele Grüße
    Kristina

    AntwortenLöschen
  17. papier mit silbertaler * so buntes auf der leine * ein sommerfroher kreativer moment mit der blumenkrone ;)
    ganz liebe grüsse

    AntwortenLöschen
  18. Ach schade! Ich wohne doch auch gleich um die Ecke, aber von dem Fest wusste ich nichts. Nächstes Jahr werden wir uns mal auf's Fahrrad setzen und vorbeikommen. Deine Papiere sind sehr schön geworden ... so spätsommerlich gelb. Bin ganz begeistert.
    Liebe Grüße, Ulrike

    AntwortenLöschen
  19. was für ein spannendes Herbstwerk !

    Papierschöpfen - das mache ich auch immer wieder
    die mehrfarbigen Papiere gefallen mir sehr und auch die mit den eingeschöpften Fäden etc. (das habe ich bisher noch nicht ausprobiert)

    lieben Gruß
    Uta

    AntwortenLöschen
  20. so spannende geschichten von alten waldlehrstätten, forstarbeiterlehren, keltischen harfen und herbstwerkeleien. wie gerne hätte ich dich unterstützt - und hätte dabei noch so viel vom schöpfen lernen können. die im wind flatternden werke sehen so liebenswert aus und deine eingeschöpften blätter sind bezaubernd.
    liebe grüße, mano

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
Bitte keine anonymen Kommentare.