Dienstag, 13. August 2013

Meine Alltagshelden - Notizbücher für alle Fälle...

... ich habe so einige, gekaufte, geschenkte, selbst gebundene, für vielerlei Notizen: Zitate, Ideensammlungen, Mitschriften, Gedanken, Projektplanungen... Zwei der kostbarsten, ein kleines A6-Büchlein, in das ich seit 1994 meine Erfahrungen aus Kreativseminaren schreibe und Krokodilinas Grashüpferbüchlein mit Wandernotizen vom Rennsteig, sind gerade mal wieder verschwunden... Die Büchlein werden mal hier, mal da, mal dort gebraucht und gelesen und gezeigt und verflüchtigen sich regelmäßig in meine sich wie von Geisterhand immer wieder türmenden Stapeln aus Büchern, Zeitungen und anderem Papier... (Eine vermisste Batik muss auch irgendwo dazwischen abgetaucht sein...) Bisher ist alles immer wieder aufgetaucht, so dass ich auch diesmal wieder darauf vertraue.


Diese Büchlein sind Alltagshelden (Roboti sammelt sie alldienstäglich!) und auch so eine Art von Tagebüchern. Tagebücher im engeren Sinne habe ich nie geführt, es gibt Ausnahmen, ein paar Seiten, in schwierigen Zeiten geschrieben, und kleine Familien-Urlaubstagebücher, meist auf Postkarten aus der Urlaubsregion (wo sind die eigentlich abgeblieben?). Aber es gibt auch zig Seiten mit Denkanstößen, Bemerkungen, Gefundenem, Erlebtem aus jetzt so ungefähr 20 Jahren, mehr oder weniger intensiv und mehr oder weniger systematisch und ordentlich geführt. Vorher waren da eigentlich immer "nur" Briefe. Der Wunsch, es jemandem mitzuteilen, wenn ich über etwas nachdenke, darüber ins Gespräch zu kommen. Hunderte Briefe aus "vordigitaler" Zeit, an Verwandte, Freunde, Kinder, Liebste..., alle daselbst oder irgendwo sonst inzwischen.

Also, so "richtig" Tagebuch zu schreiben, liegt mir offenbar nicht. Neulich entdeckte ich auf Lucias Blog den Hinweis auf eine für mich anregend klingende Art des Tagebuchschreibens: Man schreibt nur auf eine Seite und lässt die andere frei, und man schreibt nur zu  e i n e m  Thema, das einen an diesem Tag "bewegt" hat (oder auch genervt hat ;-)). Der freie Raum lässt Platz um später noch Gedanken oder Assoziationen dazuzustellen, dagegenzustellen, zu transformieren...



Das wunderschöne Büchlein aus Indien (ein Lieblingsmitbringsel von meinem Lieblings-Welt-Dienstreisenden...) trug bisher nur auf der ersten Seite mit Bleistift notiert ein Zitat von Paul Klee (hatte ich ernsthaft vor...???). Heute geisterte die oben erwähnte Tagebuch-Idee von Lucias Blog wieder in mir herum und verschmolz mit der immer wieder auftauchenden Lust mehr und regelmäßig Collagen zu kleben. Gefundenes zu einem Tag zu verkleben und ein paar Gedanken zum "Tages-Thema" aufschreiben... "GEFUNDEN. Jeden Tag EINS. Nicht mehr." Mein Tagesthema war heute "Ordnen"..., mal wieder, oft. Warum sich um einen herum die Dinge nicht so wunderbar fügen, wie das die Natur so absichtslos hinbekommt...?

Irgendwie bezeichnend, dass die Buchstaben meines mit einem zarten blauen Farbbalken versehenen Wortes "Ordnen" in sich ganz "unordentlich" verschmolzen...



Also ein paar Reihen "ORDNEN" schreiben..., zu einem Mustermittwochs-Stückchen fügen. Mustern ist ja auch wieder irgendwie Ordnen... und umgekehrt...?

Während ich am Büchlein hantierte und "OrDnEn" schrieb, regnete es draußen heftig. Als ich fertig war, war auch der Regen vorbei, und es lockte mich das große Glitzern nach draußen.

Das Büchlein und was ich damit vorhabe, schicke ich mal eben noch als Inspiration zum Creadienstag.

Kommentare:

  1. Im Ordnen steckt ODE drin... eine wunderbare Ode an Deine Büchlein und Notizen. An die Kartenreisetagebücher kann ich mich gut erinnern, (an die Reisen ja weniger ;-)...) habe aber keine Idee zu ihrem Verbleib. Ich habe heute einen Tag pausiert vom Ordnen (ja, warum klappt das eigentlich nicht ganz natürlich....?!) Habe fröstelnd lange Sachen genäht und H und Kj. hier in den Schlaf gesungen... einen liebsten Gruß zur Nacht, Marja

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  2. Liebe Ghislana,

    ich habe mich eigentlich schon des Öfteren geärgert, warum ich nicht das eine oder aufgeschrieben habe. Aber ich bin wahrscheinlich kein Notiz- oder Tagebuchmensch. Ich finde das aber toll, wenn das jemand macht und bei den vielen Büchlein hast Du ja schon eine ganze Menge aufgeschrieben.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  3. Ach, solche Alltagshelden habe ich auch zuhauf! Aber auch viele ganz große & kleine Fotobücher, Herbarien, Kochbücher, Rosenbücher, Ideensammlungen fürs Nähen oder den Garten oder sonstige Anregungen, Arbeitstagebücher usw. Manchmal ist es nur das schöne Buch, was mich reizt, manchmal werden banale Skizzenblocks umgewandelt, manchmal Seiten selbst gebunden/spiralisiert. Morgen zeige ich einmal einen meiner Schätze...
    Toll, was du da vorhast!
    Liebe Grüße
    Astrid

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  4. Ich beneide die Menschen, die ihre Gedanken, Ideen, Erlebnisse und noch so viel mehr in kleine und oft wunderschöne Bücher schreiben. Angefangen hab ich damit auch öfter, auch Notizbücher mit Hüllen versehen. Jetzt staune ich, wie fantasievoll mein großes Pfadfindermädchen ihr Liederbuch gestaltet. Und auch ihr Brief geschrieben am Rande eines Moores in Norwegen an uns daheimgebliebene war verziert und gestaltet, mit den Verpackungen der Lebensmittel, aber ganz ohne nach Werbung auszusehen ... eben einfach wunderschön.

    Selber werde ich wohl weiter gut aufpassen, dass die vielen Mails, die ich lieben Menschen schreibe, immer gut gesichert sind. Ungeplant sind sie mein Tagebuch geworden. Und ich brauche nicht mehr wie früher manchmal Blaupapier, wenn ich Gedanken an andere schreibe und mir diese Sätze auch aufheben möchte.

    Zum Gestalten bleiben mir ja immer noch meine Stoffe und Fädchen und so ...

    Nen ganz lieben Gruß von Antje

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  5. haha .... ich mag deine notizbuchstRuktuRen. meine ähnlich, doch wesentlich unsoRtieRteR, abeR iRgendwie auch passend zu meinem gesteRn und deinem kommentaR. hieR wiRd im sonnenaufgang geschmunzelt. das oRdnenoRdnen nicht als mahnung angesehen. eheR als veRstandsschnippchen.
    heRzlichst. käthe.

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  6. Notizbücher habe auch ich immer dabei. Damit mir ja keine kreative Idee verloren geht :-)
    Allerdings soviele wie Du kann ich nicht vorweisen, das ist ja eine beachtliche Sammlung und alles für sich sehr kunstvoll, super!

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  7. Schön, wenn man die Ideen, die Gedanken, die Zitate etc. auch noch künstlerisch gestaltet. Die Amerikanerinnen sind da ja ganz groß und es gibt schöne Bücher zu dem Thema: Art Journaling, Artist Journal Pages.
    LG, Franka

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  8. In Ordnen ist Ode versteckt. Danke, das motiviert mich das zu Tun, was auch hier ansteht. Ich liebe solche Büchlein auch und habe hier einige "rumfahren". merkwürdigerweise verhalten sich meine Papierstapel ähnlich. Aber bisher ist das Meiste auch immer wieder aufgetaucht. Ich werde mich nun wieder meiner eigenen Ode widmen.

    Liebe Grüße
    Nula

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  9. Feiner Post. feine Gedanken zum Tagebuchschreiben. Feine Büchlein. Und schön, wie sich das Ordnen verwäscht ;)
    Ich fange immer wieder an, jedes mal in ein neues Büchlein, erst täglich, dann schon nur mehr wöchentlich, wenn's gut geht dann einmal im Monat und spätestens ab Juni gähnende Leere. Aber die Idee von nur einem gedanken, einem Thema, vielleicht sogar nur ein Wort finde ich sehr anregend!
    Dank dir für diesen Alltagshelden!
    Alles Liebe
    Dania

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  10. deinem mantra ORDNEN schließe ich mich an. auch mein thema für die nächste zeit...innerlich und äußerlich, äußerlich und innerlich...
    liebst an dich birgit

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  11. vom ordnen kann ich viele lieder singen, auch von notizbüchern und heften.
    ein schränkchen ist fast voll damit, mit vielen angefangenen, mit einigen voll geklebten, geschriebenen, gemalten.. ich liebe sie alle und nehme sie oft zur hand. manchmal ergänze ich altes, füge neues hinzu. manche bleiben halb voll und manche halb leer, immer kommen schöne neue - selbstgmacht oder geschenkt und möchten gefüllt werden.
    paul klees satz ist wunderbar! und deine sammlung, deine buchstaben, dein muster ebenso.
    dir liebe grüße, mano

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  12. so notizbüchlein sind was feines, ich habe ein skizzenbuch und zwei büchlein für je eines meiner kinder, dort kommen (seit geburt) kleine erzählungen und beobachtungen rein..richtig tagebuch, das konnte ich aber auch nie..
    ordnen klingt super;)
    ganz liebe grüße!
    sarah

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  13. Ein toller Post, Ghislana. Ich habe auch jede Menge Notizbücher und habe früher sehr viel Tagebuch geschrieben, aber heute reicht es oft kaum für ein paar kleine Gedankensplitter. Ärgert mich immer selber, aber ich bekomme keine Regelmäßigkeit mehr hinein, jedenfalls nicht im normalen Alltag. Dabei trage ich fast immer ein Büchlein mit mir rum und wenn ich mal anfange, komme ich auch ziemlich leicht wieder rein. Manchmal reicht es ja auch nur, eine kleine Krizzelei zu machen oder ein Zitat zu notieren.
    Liebe Grüße,
    Doris

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  14. Ich liebe auch Notizbücher...Schreiben und Zeichnen von HAND ist doch am schönsten.Deine Ideen sind toll,so viel schaffe ich gar nicht...Tagebuch schreiben liegt mir nicht...Zu einem Thema schreiben ist eine gute Idee! LGKatja

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
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