Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Natur-Donnerstag (78 + 11)

 


In der vergangenen Woche hatte ich bei mir zu Hause meine vierteljährliche Seminarreihe zu den Jahreszeiten. Der Sommer war dran. Nach einem Sommerabend mit Lyrik und Geschichten und einer Wanderung näherten wir uns am Freitagnachmittag in meinem Garten dem Sommer auf kreative Art.























Wir wollten beim Papierschöpfen die Papiere mit getrockneten Gräsern, Blättern und Blüten verzieren und zum Schluss Mandalas in den Garten legen. Dafür hatte ich auf einer kleinen Radtour zu bekannten Plätzen einen Wildblumenstrauß gepflückt und dabei in einer Flockenblume diese Falter entdeckt. Es könnten Wachtelweizenscheckenfalter sein.  Und zuhause saß im Oregano ein C-Falter. Man kann das weiße "C" auf der Flügelunterseite deutlich erkennen.








Naturmandalas lege ich seit über zwei Jahren, meistens montags zum Wochenbeginn. Ein paar Momente der Ruhe und Besinnung vor dem Wochentrubel und ein paar Minuten enger Verbindung zur Natur. Dabei rupfe ich natürlich nicht wahllos ab, was mir gefällt, ich nehme nur von dem, was ohnehin am Vergehen ist oder wovon mir Mutter Natur große Mengen schenkt.  Und ganz klar, geschützte Pflanzen oder Einzelexemplare sind tabu.










So konnte ich meine Teilnehmerinnen nach dem Papierschöpfen guten Gewissens auf die Suche schicken, denn durch den Regen der letzten beiden Wochen war es erfreulich grün. Und da insbesondere Essigbaum und Ahorn sich geradezu hemmungslos vermehren, kann man da einen soliden Grundstock an Grün pflücken...









Pflanzen in einem kreativen Prozess durch die Hände gehen zu lassen, ihren Duft wahrzunehmen, eigentlich geht es gar nicht anders, als dass man durchs Berühren auch selber berührt wird. Es war ganz leise, jede war ganz mit sich und ihrem Mandala beschäftigt. Berührend, auch für mich, dem Werden zuschauen und dabei behutsam begleiten zu können.









Und ja, die Sommersonnenwende war schon vorbei, an der Färbung einiger Blätter konnte man schon sehen, dass der Sommer Richtung Herbst Fahrt aufnimmt...
Unter uns Frauen war dieses Mal auch ein 11jähriges Mädchen. Wie unbefangen sie sich auf den Prozess einließ und ganz versunken ihre Fundstücke im Mandala unterbrachte, war so toll. Freies Spielen im allerbesten Sinne, das wir Erwachsenen manchmal erst wieder neu lernen müssen...








Die Frauen waren so vertieft, dass ich selber noch ein kleines Mandala legen konnte... Und vielleicht versucht ihr es auch einmal?












Nun bin ich gespannt, was ihr mir heute an bebilderten Naturerlebnissen mitgebracht habt.

Den Natur-Donnerstag bekam ich im April von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  








Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Freitag 22.00 Uhr. Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.

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Mittwoch, 19. Juli 2017

Sonnenfünkchen...


















Ich sehe überall Sonne, in gelben Blüten nämlich, auch wenn die Sonne selber gar nicht scheint, was sie heute aber gerade macht und hoffentlich auch noch die nächsten Tage, denn dann ist statt Gelb ja Blau dran ;-).














Dieses Jahr habe ich tatsächlich wie gewünscht und gepflanzt mehr Blühendess und auch Sonnengelbblühendes im Sommergarten, was mich sehr freut. Für die Sonne ganz oben habe ich in einem Papierpulpe und Fäden auf einen runden Wasserprobenpapierfilter geschöpft. Die Packung fand ich gestern beim Aufräumen meines Kellerlagers, noch aus Zeiten meiner Umweltbildungsaktionen mit Kindern... Lang ist's her. Und Papierpulpe hatte ich von meinem Seminar letzte Woche noch übrig und habe das gestern  verschöpft... Hier noch ein Ausschnitt von der Sonne.







Vor ein paar Tagen erblühte abends die erste Nachtkerze. Das geht jetzt so eine Weile, jeden Abend ein paar kleine Sonnen, wenn ich Glück habe, ein paar Wochen lang... 












 

Ganz klein gemacht ist aus meiner geschöpften Sonne ein Sonnenfünkchenmuster geworden.









Auch der Strauß, der gerade hier auf meinem Tisch steht, wo ich draußen bei herrlichem Sonnenwetter im Schatten diesen Post schreibe, hat Sonnenfünkchenblumen... und einen Falter...










Aus dem Strauß fürs Mandalalegen mit Frauen und Mädchen am vergangenen Freitag waren noch Zweige übrig, und so wanderten vorgestern schon Königskerzenblüten auf ein Schöpfpapier, ein "jahrezeitenbrief" vom Sommer sozusagen...







So winzige gelbe Sonnenfünkchen-Blütchen hat auch mein Sauerklee, den ich mir dieses Jahr gekauft habe, denn der geschenkte aus dem letzten Jahr hat mir doch leider keine ausgesät... Mal schauen, vielleicht klappt es in den Fugen der Terrasse besser...










Die Königskerzenblüten habe ich nach dem Schöpfvorgang einfach auf das noch nicht abgegautschte Papier gestreut und noch einen Löffel Pulpe nachgegossen, damit ein paar Papierfasern die Blüten auch schön festhalten, dann gepresst.









Wenn ich die "richtigen" Blumen hier auf dem Tisch stehen habe, bekomme ich immer Insektenbesuch, wie diesmal von einer Hummel, die sich sehr robust Eingang in die noch gar nicht ganz offene Funkienblüte verschaffte...









Mein vermustertes Königskerzenblütenpapier zum Schluss für heute, ich muss zum Briefkasten. Es ist fast Mittag und es hat geklappert und da könnte es ja sein, die erste blaue Sommerpost ist da!








Und spätestens heute abend freue ich mich auf den Sonnenmusterrundgang bei euch!




Mustermittwoch
Bunt ist die Welt


Sonntag, 16. Juli 2017

Meine Woche 2017 (28)

Das vergangene Wochenende fing gut an, mit Überraschungspost aus der Efeuwildnis, wie habe ich mich gefreut!





















Weil der Gefährte arbeiten musste, habe ich mich mit meinen letzten Frühlingsbüchlein dazugesetzt. Die Sonne schien und wir konnten beide draußen sitzen und werkeln... Inzwischen sind die Büchlein schon wieder fast alle zur Post. Eins übergebe ich persönlich und zwei sind für noch ein bisschen weiter weg liegende Geburtstage gedacht. Meine eigene 13bändige Frühlingspost-Bibliothek habe ich nun in einem kleinen Regal aus gleichen Schachteln untergebracht.
















Wegen meiner "Shopping-Intoleranz" brachte ich es am Samstag, obwohl eigentlich geplant, nicht fertig mit dem Auto des Gefährten mal wieder "groß" einkaufen zu fahren... Aber was zu essen sollte schon auf den Tisch. Und nach Sichtung meiner noch vorhandenen bescheidenen Vorräte entschied ich mich das erste Mal im Leben für eine Zwiebeltarte, nach diesem Rezept, nur ohne Sahne, dafür mit etwas mehr Milch, und ohne die Brotwürfel. Eine gute Wahl! Und das reichte gleich für zwei Tage Grundstock zum Abendessen für zwei ;-). Am ersten Abend Salat dazu, am zweiten Abend Käse und Antipasti. Draußen, versteht sich.







 

Den Sonntagnachmittag verbrachten wir auf Burg Storkow, denn wir hatten einen ganz besonderen Tag, der einen Ausflug verdiente, besuchten die Ausstellungen und tranken Kaffee im Burghof.














Montag und Dienstag war ich schwer mit der Vorbereitung meiner Seminare beschäftigt... Immer schön, wenn dann alles bereit ist, im Haus, im Garten, im Kopf, im Herzen... Und ich konnte mich voll darauf konzentrieren, denn der Himmel hatte ein Einsehen und schickte Regen in die mir anvertrauten Gärten..., ich musste jetzt eineinhalb Wochen nicht gießen, wie entspannend...





 



 
Was sich so am vergangenen Wochenende im Garten tat, habe ich zum Naturdonnerstag schon erzählt, womit sich das Musterbuch füllte, zum Mustermittwoch, und wie mein Mittwoch vor dem Seminar verlief, hier, das war nämlich wieder mal der 12. des Monats... Am Donnerstag machte ich mich dann schon früh auf hinter die Schleuse. Unser Jahreszeitenspaziergang auf dem Huschtewanderweg war wieder dran. Das vierte Mal waren wir dieses Jahr dort unterwegs. Und diesmal waren die Veränderungen besonders groß. Wärme und zuletzt der Regen haben die Vegetation besonders am Ufer explodieren lassen... 














Anschließend habe ich einen faulen freien Nachmittag verbracht, ein bisschen aufgeräumt, mich wieder gesammelt, zwei Collagen geklebt und abends die Papiere für das Papierschöpfseminar am Freitag eingeweicht.




 


Am Freitagvormittag dann noch die letzten Vorbereitungen fürs dritte Seminar in der Sommer-Runde meiner Jahreszeitenseminare, das Kreativseminar. Wir schöpften "unterm Dach" Papier und legten Mandalas in meinen Garten. Die fertigen zeige ich zum kommenden Natur-Donnerstag. Was das für ein schöner Nachmittag war...





 



Samstag konnte ich mich dann doch nicht ums Einkaufen mehr herumdrücken, Kinder und Enkel rücken demnächst an, da musste die Lebensmittel-Basis jetzt mal wieder aufgefüllt werden... Die Mädels haben keine Räder hier, und Einkaufen als Ferienbeschäftigung finde ich doof. Wie haben doch soviel vor... Also nachgeholt, was eigentlich schon letzten Samstag geplant war und mit dem Auto des Gefährten zwei Orte weiter in den guten Supermarkt gefahren... Sünden im dort auch gelegenen Gärtnerei-Laden zu begehen, blieb mir erspart, das Angebot war enttäuschend standard-balkonblumen-lastig...




 







Es regnet gerade mal wieder, wir haben aber eben draußen an einem neu eingerichteten, überdachten winzigen Plätzchen vor der Haustür Kaffee getrunken, und jetzt freue ich mich auf ein ruhiges Rest-Wochenende, echt jetzt... ;-). Habt auch ihr noch einen schönen und erholsamen Sonntag.

Samstagsplausch

Bunt ist die Welt



Samstag, 15. Juli 2017

15fünfzehn und Eye Poetry

Dem Mohn gehörte zum Abend meines Sommerseminars am vergangenen Mittwoch ein ganzes Kapitel, mit Bildern, Lyrik und Geschichten. Aus der Erinnerung an diesen Abend entstand Collage 15fünfzehn Nr. 22.





15fünfzehn-Collage Nr. 22. Mohnzeit. Aquarell, Batikpapier, handgeschöpftes Papier, Mohnblütenblatt, Ausschnitt Maria Sybilla Merian - Zeichnung.









Zur Eye Poetry hatte uns Andrea einen Text von Emily Dickinson ans Herz gelegt: 




Gedicht Nr. 1776

To make a prairie it takes a clover and one bee,
One clover, and a bee.
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.  

Für eine Wiese braucht es Klee und Bienen,
Je eins von ihnen.
Und Träumerei.
Die Träumerei tut's auch allein, 
Bei wenig Bienen.




Bei mir entstand diesmal etwas Abstrakteres als sonst. Wieder eine 15fünfzehn-Collage. So eine etwas unbestimmte, aber heiter gestimmte Sommer-Wiesen-Träumerei, mit viel Wiesenbunt und sonnigen Wirbeln, aus dem Fundus meiner handgemachten Papiere. 





15fünfzehn-Collage Nr. 23. Träumerei. Gelatinedruck- und Wachsbatikpapiere, Pralinenpapier, Zeitungsbuchstaben.






Habt ein schönes Wochenende. Ich plausche diesmal erst morgen, am Sonntag.

15fünfzehn
Eye Poetry
Bunt ist die Welt