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Dienstag, 18. Oktober 2016

Bilder-Pingpong (20) - Oktober-Ergebnisse





Dieses Foto war das Ausgangsfoto für die Pingpong-Runde in diesem Monat.  

E s   i s t   ü b r i g e n s   u n s e r e   20.  R u n d e !!!  

Dass bei mir jetzt etwas Lichtes, zum Betreten und Besteigen bei der Fotobearbeitung herauskam, mit möglicher Kaffeepause über den Baumkronen, dem Himmel nahe, ist zum einen dem nasskaltgrauen Urlaubswetter der letzten beiden Wochen geschuldet, aber auch der Rat- und Trostlosigkeit, die ich zunächst empfunden habe, als dieser Turm aus Stahl und Holz im September in Neuss das erste Mal in mein Blickfeld geriet. Nach meiner Umgestaltung hätte ich schon Lust dort zu verweilen, mich dort zu einem Schwatz zu verabreden, hineinzugehen und von dort aus oder, an einem der Tischchen oben rund um die Röhre sitzend, in den Himmel zu schauen. Ich mag es ja gern ein wenig märchenhaft... und musste immer mal wieder ein wenig an die Türme bei Dornröschen oder Rapunzel denken...




SW-Ausdruck, geschnitzter Stempel, Tinte, Aquarellfarben















Nun etwas mehr zu dieser Skulptur.

Es ist die "Kommunikationsröhre" der österreichischen Architekten- und Künstlergruppe Haus-Rucker-Co. Sie wurde 1985 hier in Neuss aufgestellt, zwischen Bahnhof, Hauptverkehrsstraße, Postgebäude und der Marienkirche. Aber das erfuhr ich erst später, denn am Ort selbst findet man nichts über Namen oder Urheber, wie leider oft bei Kunstwerken im städtischen Raum. So habe ich erst mal ein paar Fotos gemacht, Fühlung aufgenommen mit dem seltsam Fremdartigen.




Blick auf die Marienkirche



Am selben Tag war ich dann ein paar Stunden lang im sehr empfehlenswerten Clemens-Sels-Museum. Dazu gehört eine kleine Cafeteria und die Möglichkeit, sich nach dem Museumsrundgang dort mit einem Wasser oder einem Kaffee niederzulassen und sich in die Ansichtsexemplare der Bücher im Museumsshop zu vertiefen. Wie hypnotisiert schaute ich auf den Titel dieses Buches... "Skulpturen in Neuss". Das Bild auf dem Titel, das war doch...







Neugierig begann ich zu lesen und sah diese Skulptur nun schon mit anderen Augen, bekam eine Ahnung, was mit ihr als "Ort der ästhetischen Erfahrung" gemeint gewesen sein könnte. So habe ich die Röhre noch zweimal aufgesucht. Es ist ihr nicht so einfach beizukommen, denn sie ist seit drei Jahren nicht mehr begehbar, womit das "Wow"-Erlebnis des Blicks durch die fenstergroßen Öffnungen in den Himmel nicht mehr stattfinden kann und auch die Licht- und Schattenspiele, wenn überhaupt, nur äußerst begrenzt wahrnehmbar werden, wenn man seine Augen durch die Vergitterung dreht und das Objektiv der Kamera...











Die Kommunikationsröhre hat wohl ihre eigentliche Funktion allenfalls in Zeiten der Anfangsneugier ausgeübt:




Quelle












So richtig angenommen haben die Kommunikationsröhre statt der Menschen die Tauben und auch nicht wieder hergegeben, auch nicht nach einer Rekonstruktion mit der Vergitterung im Jahr 2013, wie auch heute unschwer zu erkennen und unaufhörlich gurrend zu hören ist ist. Die Bilder der von Taubenliebhabern ausgeschütteten Futtermittel und die Berge von Taubenkot zeige ich nicht, irgendwie habe ich das Bedürfnis dem Kunstwerk einen Rest von Würde zu lassen und seine nicht übersehbare Ästhetik wenigstens ein wenig sichtbar zu machen.









Die Rekonstruktion im Jahr 2013, nach fast 30 Jahren seit der Entstehung, stellt für mich allenfalls eine Sicherung vor Verfall dar, denn mit den nun rundum mit Drahtgittern versehenen Öffnungen und damit ohne Begehbarkeit verliert die Skulptur erheblich an Reiz und ist kaum und schon gar nicht vollständig wirklich erfahrbar. Viele Gäste der Stadt gehen mit fragendem Blick und einem Schulterzucken vorbei. Ein "lost place"? Das wäre schade. Irgendwie ist mir die Röhre ans Herz gewachsen. Vielleicht kann man doch mal wieder hinein gehen und dann so hinaus in den Himmel schauen: 




Source.


Und ihr? Wie ist es euch ergangen mit dieser Skulptur aus Neuss? Ich bin wirklich sehr gespannt, wie ihr damit in Kontakt gekommen seid.







Am Dienstag, dem 2.11.2016 läutet Lucia dann Runde 21 unseres Bilder-Pingpong-Spiels ein. Alles zum Bilder-Pingpong findet ihr hier bei ihr. Wir danken euch für nun schon 20 x Mitspielen!

Lost places   Papierliebe - Märchen   Creadienstag   handmadeontuesday   Dienstagsdinge 

Hier könnt ihr nun eure Beiträge verlinken:  An InLinkz Link-up


24 Kommentare:

  1. Liebe Ghislana,
    dieser Turm gefällt mir sehr gut und ich hatte vor ein paar Wochen, als ich ihn sah, gleich nur einen Gedanken und bin nach Ludwigsburg mit Termin gefahren. Leider habe ich mich um eine Woche vertan und mein Ergebnis ist noch nicht fertig. Die Bilder habe ich und mal sehen, vielleicht schaffe ich es heute noch. :-))

    Aber ich werde mich aller Wahrscheinlichkeit nach am Montag hier einklinken.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Noch etwas zum Vergittern. Diese Vergitterungen an Gebäuden haben ja auch einen Sinn. Was diese Tauben und Vögel (ich habe nichte gegen sie) mit ihren Sch..... anrichten, das merke ich jeden Tag, indem sie mir meinen Balkon vollsch...... !

      Deshalb habe ich auch kein Futterhaus, das kann man machen, wenn man es auf der Erde anbringen kann, aber nicht wie mein Nachbar über mir. Ständig nur Vogelsch... abzuwischen ist nicht soooo toll.

      Lieben Gruß Eva

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  2. viel schönes gelernt über dieses kunstwerk * vorher viel nachgedacht was dieses gebäuder ist ? jetzt kann ich mich auf dem pingpong einstellen und sehen wo es inführt :)
    liebe grüsse

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  3. Tscha, wieder mal gut gedacht, schlecht gemacht. Aber die Taubenplage kann schon jeden Ort versauen...leider gibtves ja nach wie vor zu viele Menschen, die sie füttern, vor allem hier in der Stadt.
    LG
    Astrid

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    1. Deine Überarbeitung ist wirklich märchenhaft!*****

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  4. oh ja, bei deiner variante möchte man ja gern einmal rapunzel spielen ;-)

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  5. Ich finde den Turm auch schön und zugleich gebe ich dir recht: Wie schade, dass er nicht mehr so nutzbar ist - zumindest nicht für Menschen... Ein Rapunzelturm ist er allemal. Danke dir!
    LG. Susanne

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  6. ...das ist wirklich schade, liebe Ghislana,
    dass der Turm nicht mehr so nutzbar ist, wie ursprünglich gedacht...die Bilder aus dem Buch zeigen tolle Perspektivmöglichkeiten...so steht nun irgendwie traurig und nutzlos da...und dieses Gefühl hatte ich bei dem Bild irgendwie auch, weshalb ich ja auch erstmal die Sonne "angeknipst" habe ;-)...ging dir wohl ähnlich, denn eine Bearbeitung macht den Turm auch viel heller und freundlicher...vielleicht sollte man den link zu den Ergebnissen hier mal an die Stadt Neuss schicken?

    wünsche dir einen guten Tag,
    liebe Grüße Birgitt

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  7. Dein Gemälde ist dir sehr gut gelungenes Werk !
    Und die Einzel-Ausschnitte des sehr interessanten Turmes sind allesamt klasse, gäbe tolle Hintergrundbilder.
    Liebe Grüße

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  8. Liebe Ghislana,
    mein Beitrag kommt wohl erst nächste Woche, noch habt das Schnipselprojekt bei mir Vorrang.
    Bis dahin, herzliche Grüße
    Deine Lucia

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  9. Der "Turm" weckt tatsächlich ambivalente Gefühle. Ich mag ihn, schon weil das verwitterte Holz mich anspricht und er tatsächlich wie ein moderner Dornröschenturm aussieht. Die Bilder der Innenansichten sind toll. Wirklich schade drum. Vielleicht steht er auch am falschen Platz....
    Deine Interpretation finde ich super - fröhlich und lebendig.
    Liebe Grüße

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  10. Ein sehr gelungenes Werk, dieses Aquarell, gefällt
    mir , genau wie dein Blog ;-) und ich werde bestimmt
    gerne wiederkommen.
    Jetzt schau ich mal was deine Blognachbarin aus diesem
    Foto herausgeholt haben.

    Alles Liebe und noch einen schönen Tag.
    Sadie

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  11. Ja, ich mag den Turm auch sehr. Und es ist wie so oft: Etwas wird angeschafft und dann nicht konsequent und projektbezogen gepflegt( wozu auf jeden Fall auch Information, gute Beleuchtung etc. gehören) Neuss ist ja keine arme Gemeinde. Ich kann das nicht verstehen und finde diesen Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum nicht nachzuvollziehen.
    Schön, dass Du die "Röhre" zum Thema gemacht hast. Das rapunzelige Übermalen ziert sie.
    Lieben Lisagruß!

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  12. Liebe Ghislana,
    das Aquarell, das Du aus dieser Vorgabe gemacht hast, ist großartig!
    Ich wünsche Dir noch einen zauberhaften Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  13. Interessant!
    Der echte Turm ist toll.
    Aber dein Bild amg ich total gerne - es ist viel wärmer, einladender.

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  14. The sculpture is so interesting, and the mixed media piece of it is wonderful. Love the stamping of the structure along with the mix of water color. The ink details give it an illustrative look.

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  15. Das ist ja sehr interessant, was ich hier über diesen Turm lesen kann.
    Jetzt habe ich mir überlegt, wenn das Kunstwerk in der Nacht gut ausgeleuchtet wäre, dann käme auch niemand auf die Idee, ihn als Toilette zu missbrauchen?
    LG Heidi

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  16. Rat- und Trostlosigkeit, liebe Ghislana, auch bei mir beim Betrachten dieses merkwürdigen Gebäudes. Ich muß ja auch nicht jedesmal mitmachen, dachte ich und ging. Doch ich kam wieder zum Fotografieren. (Es wäre doch gelacht, wenn mir dazu nichts einfällt!) Also sortierte ich die einzelnen Ausschnitte von oben nach unten. Das war die Geburtsstunde meiner Geschichte. Und dann ging alles ganz schnell.
    Du hast es richtig gemacht. Es ist ein schöner Turm und eine nette Umgebung für Rapunzel geworden. Man hat Freude beim Betrachten.
    Zu der Skulptur, deren Preis ich gerne wüßte, möchte ich nur sagen, dass man von einer Architekten- und Künstlergruppe eigentlich erwarten könnte, dass ein Material mit einer längeren Lebensdauer hätte Verwendung finden müssen. Es gibt ja Hölzer, die Jahrhunderte überdauern.
    Liebe Grüße
    Edith

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  17. was für eine interessante geschichte, aber schon ein bisschen traurig. es wäre so erfreulich, wenn dein turm wirklichkeit würde!! reich doch deinen vorschlag mal bei der stadt neuss ein!! manchmal werden ja märchen wahr!!
    liebe grüße von mano
    noch ist mir nichts zum turm eingefallen, aber nach dem lesen deines beitrags denke ich nochmal neu nach!

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  18. Wirklich schade, dass man den Informationen erst hinterher recherchieren muss. Das finde ich auch immer.
    Deine Interpretation zeigt den Turm in einem ganz neuen Licht. Wunderschön und heimisch wirkt er.
    Ich gratuliere Euch, wow, 20.
    Herzliche Grüße, Doreen

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  19. Ich bin ja begeistert, wie du den Turm verschönert hast. Mit so vielen lebendigen Farben und umrankt mit Grün und oben dann noch ein Kommunikations-Platz in luftiger Höhe. Sieht aus, wie in einem kleinen Schlosspark. Ja, der Turm steht wohl an der falschen Stelle...wirkt seltsam dort gegenüber der alten Kirche.
    LG Sigrun

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  20. Ich bin begeistert, wie Du diesem Turm eine interessante Gestalt in Form von Fotografien und eine märchenhafte durch Deine Überarbeitung gegeben hast. sehr sehr schön! Liebe Grüße, Taija

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken.
Bitte aber keine anonymen Kommentare.