Blinder Sommer
Die Rosen schmecken ranzig-rot
es ist ein saurer Sommer in der Welt
es ist ein saurer Sommer in der Welt
Die Beeren füllen sich mit Tinte
und auf der Lammhaut rauht das Pergament
Das Himbeerfeuer ist erloschen
es ist ein Aschensommer in der Welt
Die Menschen gehen mit gesenkten Lidern
am rostigen Rosenufer auf und ab
Sie warten auf die Post der weißen Taube
aus einem fremden Sommer in der Welt
Die Brücke aus pedantischen Metallen
darf nur betreten wer den Marsch-Schritt hat
Die Schwalbe findet nicht nach Süden
es ist ein blinder Sommer in der Welt.
und auf der Lammhaut rauht das Pergament
Das Himbeerfeuer ist erloschen
es ist ein Aschensommer in der Welt
Die Menschen gehen mit gesenkten Lidern
am rostigen Rosenufer auf und ab
Sie warten auf die Post der weißen Taube
aus einem fremden Sommer in der Welt
Die Brücke aus pedantischen Metallen
darf nur betreten wer den Marsch-Schritt hat
Die Schwalbe findet nicht nach Süden
es ist ein blinder Sommer in der Welt.
Rose Ausländer (1901 - 1988)
Erschütternd wieder so viele Nachrichten der vergangenen Woche, falls sie uns überhaupt noch erschüttern können. Nicht in Verzweiflung zu verfallen oder zu erstarren, sondern mich dennoch freuen zu können, auch das hält mich aufrecht und am Leben. Damit meine ich keine Flucht in spaßgesellschaftliche billig-albern-blöd-banale Ablenkungen und überflüssigen Konsum (auf meinem Recherche-Weg durchs Netz begegnete ich doch unter einem Artikel über Flüchtlingswege über die Ägäis unten auf der Seite einer aufflackernden Werbung für "must-have - Badehosen mit Fotoprint"...), sondern ich meine tiefe Herzensfreude, die Kraft gibt zu leben und zu handeln in dieser komplexen und mehr und mehr verwirrenden Welt, in deren Zustand unsere europäische Geschichte und wir selbst verflochten sind.
Die erste Sommerpost kam an und das Lächeln mir ins Gesicht schon beim Briefkastenöffnen. Schon die liebevolle Verpackung, meine Postbotin wird sich über 9 mal wundern und staunen... Ja, über 9 mal, denn - oh! - ich hatte schon dreimal Post, geplante von Tabea, (fast) ganz unvermutet welche von Christine und vorfristige von Eva. Letztere habe ich aber noch nicht aufgemacht,da bin ich eisern, Evas Woche ist noch nicht dran...
Paradiesbuchstaben, Paradiesblumen, Paradiesäpfel, geheimnisvolle Paradieszauberwesen, sanftes Wellenplätschern und himmlische und Blumen-Paradiesvögel haben zu mir gefunden...
von Tabea |
von Tabea |
Wieviel Reichtum an Kreativität, Inspiration, wieviel Mühe und Sorgfalt, wieviel geschenkter Zeit, wieviel Aneinander-Denken stecken in diesen Paradiesseiten. Immer wieder fiel mir in den letzten Tagen Gaby Koofs Liedzeile ein: "Das Paradies ist geschlossen, die Engel sind all' fort...". Solange wir noch Visionen haben, wie es darin aussehen könnte, im Paradies..., und wir wahrnehmen, was paradiesisch um uns, unter uns und in uns ist, solange ist nicht alles gut, aber es mag zuversichtlich stimmen und uns auch fürs Leben kreativ werden lassen.
von Christine |
von Christine |
Ihr wisst ja, am Ende der Sommerpost-Briefe werden die 18 Doppelseiten gemixt und ein Buch gebunden... Ich habe schon mal probegemixt und zwei wunderschöne Tabea-Christine-Kombis entdeckt... Christine ist auf einer Seite sogar dreidimensional geworden, und das passt doch so gut zu Tabeas klarem (Gelli?)-Druck eines Farnblatts.
Und auch Christines verwirrend-flirrende Sommer-Paradiesseite mag ich gern neben der anderen Seite von Tabeas Farn... Falls das so bleibt, kommt vielleicht auf den Farn noch ein winziger gelber handgeschriebener Sommertext... Denn verboten ist es ja nicht, in die Bücher noch was reinzuschreiben?
Ich freue mich auf mehr... Und gehe in ein Gartenwochenende. Denn: Eine andere Welt ist pflanzbar. Warum mein Gartenwochenende aber diesmal so besonders freudig ist, erzähle ich euch vielleicht schon morgen...
Sommerpost
Samstagsplausch
In heaven
Ein schöner Sommerpost hast du geschrieben liebe Ghislana,
AntwortenLöschenJa, es ist schon verwirrend unsere Welt aber auch die Ablenkung brauchen wir umso mehr.
Die moderne Art der Kriegsführung wird sich wohl immer mehr durchsetzen und ich dachte auch im Zug immer wieder, was ist wohl wenn.....!!!???
Daran dürfen wir aber nicht denken, aber es wird wohl die Runde machen.
Aber deshalb werde ich weiterhin zu meinen Aufführungen gehen und auch in die Stadt.
Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende und verbleibe mit
lieben Grüßen Eva
Liebe Ghislana,
AntwortenLöschendas Gedicht von Rose Ausländer und deine Worte sprechen mir aus der Seele.
In diesem letzten Jahr, weltpolitisch gesehen, haben sie mir oft gefehlt, die Worte- und das Verstehen-Können...
Darauf achten, wie wir unser Leben gestalten, wie wir im Kontakt mit der Welt sind, was wir unseren Kindern erzählen und vorleben. Das ist schon sehr viel zu tun. Und dennoch erscheint es immer wieder zu wenig.
Weitermachen, denke ich mir dann. Trotzdem. Trotz Ascheregen und gesenkten Liedern der Menschen. Auch wenn der Regen sauer schmeckt...
Das Paradiesprojekt ist schön.Eine gute Freude.
Liebe Grüße, Taija
danke für diese worte und bilder *
AntwortenLöschenDa wird sich Gaby freuen, bei dir Erwähnten nag zu finden...ja wir scheinen wirklich von allen guten Geistern verlassen. Und deshalb freue ich mich über diese netten und schönen Gesten, die Farben und Motive, die du per Post bekommen hast. Die Idee einer schönen Welt aufrechtzuerhalten, ist vielleicht das Gebot der Stunde...
AntwortenLöschenEine nachdenkliche Astrid grüßt dich
Oh, dieses Schreiben auf dem iPad 😄
LöschenJetzt habe ich mir die Zeit für all deine Verlinkungen genommen und möchte dir noch mal danken für die tollen Anregungen.
LöschenA.
Guten Morgen, liebe Ghislana,
AntwortenLöschenes war gut, dass ich noch schnell bei Dir reingeschaut habe,
bevor ich in meinen Garten gehe. Neben den paradiesischen Bildern
nehme ich die Zeile von Rose Ausländer '...warten auf die Post der weißen (Friedens-)Taube' mit in meinen Tag.
Ein gutes Gartenwochenende und liebe Grüße von Edith
Das Gedicht ist ja nicht gestern geschrieben, umso schlimmer das es heute immer noch aktuell ist.
AntwortenLöschenDa ist die farbige Sommerpost ein schöner Lichtblick.
L G Pia
Danke für das Gedicht und die paradiesischen Werke. Wahrscheinlich steht am Zaun ein großes Schild: Menschen müssen draußen bleiben...
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Andrea
...wundervolle paradiesische Bilder, liebe Ghislana,
AntwortenLöschenund schon so viel...ich habe diese Woche jeden Tag hoffnungsvoll in den Briefkasten geschaut und immer vergebens, keine Sommerpost kam bisher bei mir an...aber am werkeln bin ich selber schon,
dir ein schönes Gartenwochenende, na jetzt eher nur noch Sonntag,
liebe Grüße Birgitt
Wunderschön! ich bin sehr gespannt, was die Gruppe von meinen Seiten hält und habe gerade festgestellt, dass wir ja doch gar nicht in derselben Gruppe sind... Tabea ist zwar auch bei mir, aber du nicht. Dafür auch Christine...? Na, vermutlich gibt es ein paar Freiwillige, die in zwei Gruppen sind. Jedenfalls ist die Sommerpost eine große Freude!
AntwortenLöschenLG. susanne
was für wunderschöne Bilder!!
AntwortenLöschenjetzt hab ich mich erstmal an deinen links festgelesen... ich bin zwar schon längst wieder zu hause, konnte mich aber angesichts der momentanen nachrichten nicht freudig mit elbschiffen und sommerfreuden beschäftigen. aber recht hast du, verzweiflung und erstarren hilft niemanden.
AntwortenLöschendie sommerpost ist wunderschön und ich bedaure schon, dass ich angesichts anderer projekte (die ich noch nicht mal angefangen habe...)abgesagt habe. aber ich freu mich sehr an deinen bildern!
liebe grüße, mano
Wie passend das Gedicht ist und doch schon vor langer Zeit geschrieben.
AntwortenLöschenDie Sommerblätter sind mal wieder wirklich schön. Ich kann nur immer wieder bewundern, was ihr zusammenbringt. Toll.
So muss man sich Schönes bewahren, denn wo soll das alles nur noch hinführen.
Liebe Grüße
Andrea
Kreativität ist die Antwort auf viele Probleme. Und ich meine jetzt nicht nur malen und kleben, sondern Problemlösungen suchen. Kreative Lösungen. Liebe Grüsse von Regula
AntwortenLöschenIch komme immer mehr zu der Erkenntnis, dass es nur einen einzigen Weg gibt: ich selbst, das Denken und Tun in der eigenen unmittelbaren Umgebung, das Leben für sich und die Menschen in der näheren und weiteren Umgebung schöner machen, liebevoll miteinander umgehen.
AntwortenLöschenLG, Ingrid
Dein Post spricht mir aus der Seele. Was geht nur in den Köpfen mancher Menschen vor, wenn sie vor lauter Macht- und Geldgier unsere Welt zerstören. Dabei könnte sie ein Paradies sein! Wir haben nur dieses Eine!
AntwortenLöschenVielen Dank, dass Du uns Deine Seiten des Paradiesbuches gezeigt hast.
Liebe Grüße Elke
Ach wie schön die Seiten alle! Ich merke gerade, dass ich bloglesetechnisch ziemlich in Verzug bin : (
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Moni