Seiten

Dienstag, 31. Mai 2016

Kreatives...




Ich versuche schon eine ganze Weile lang wöchentlich den Dienstag für Kreatives zu verwenden, alles andere liegen zu lassen und mich dem zu widmen, wozu ich da Lust habe oder was aktuell anliegt... Nicht immer geht das. Heute ging es.


Überfällig ist schon lange meine Bilder-Pingpong-Variante. - Ich habe mir bisher keine Ergebnisse angeschaut..., das mache ich aber, sobald dieser Post online ist... Lucia hatte dieses Foto losgeschickt: 





Ich hatte erst so gar keine Idee. Müde sahen sie alle aus, die Füße... Wie nach einer langen Wanderung oder Stadtführung, und nun kommt eine Erholungspause. Vielleicht warten sie auch, worauf? Eigentlich wollte ich das Foto mit nach Wien nehmen, um immer mal drauf zu gucken, hatte das aber vergessen... Dann wurde ich aber im Garten der Hofburg am Mozart-Denkmal daran erinnert, als ich unserer Bank gegenüber die vielen Füße sah...









Aus einigen in Wien entstandenen "Fußfotos" setzte ich - einschließlich unserer Füße - eine Collage zusammen, und die habe ich für die müden Fußgänger zu einem weichen Teppich vermustert. Denn sowohl dieser gepflastert-bitumierte Boden unter den Füßen auf Lucias Fotos beschäftigte mich sehr, als auch die Bitumenstrecken im Park am Morzart-Denkmal... Auf Lucias Foto sah es sehr unbequem aus, und mir macht das Laufen auf ebenen harten Flächen auch sehr müde Füße.






 

Es geht auch gemütlicher für die Füße, auch ohne ebenen Beton. "Ein belebter, unebener Fußboden bedeutet eine Wiedergewinnung der Menschenwürde, die dem Menschen im nivellierenden Städtebau entzogen wurde. Der unebene Wandelgang wird zur Symphonie, zur Melodie für die Füße. Er bringt den ganzen Menschen in Schwung." (Friedensreich Hundertwasser, von dem war ich natürlich infiziert...) - Gleich neben der Bank im Hofburg-Garten stand eine Kastanie, die ihr Blütenmeer in die Wiese schüttete...









Wie es wohl wäre darauf zu gehen, darauf die Füße setzen zu können? (Also ich habe es gleich ausprobiert, wunderbar!) Unweigerlich wurde ich dabei an ein Naturpädagogik-Seminar erinnert, das wir zum Ende unserer Ausbildung 2011 mit Senioren durchführten. Wie toll waren die Reaktionen, als die alten Damen und Herren endlich wieder einmal eine richtige Wiese unter den Füßen hatten... "Wie weich die Wiese ist..." Also habe ich unseren auf der Bank Ausruhenden den Blütenteppich zu Füßen gelegt...









Aber viel besser noch wäre doch ein echter Blütenteppich. Kein Problem, der Tamariskenflieder im Vorgarten verliert gerade seine Blüten... Nun erwarte ich eigentlich, dass die Damen und Herren sich mal genug ausgeruht haben, aufstehen und gleich losgehen, hinein ins Blütenmeer... Zwei haben ja schon davon in der Hand... Scheint also Freude zu bringen, so ein Blütenmeer.










Die nächste Pingpong-Runde startet - diesmal bei mir im Blog - am Dienstag, 7.6.2016.

Alle Ergebnisse der Mai-Runde findet ihr bei Lucia.

Nächste Woche steht ab Mittwoch Besuch ins Haus. Da habe ich mir gestern Abend mal das Garten-Zeitschriften-Regal im Gästezimmer vorgenommen und neu sortiert... Hier seht ihr meine Lieblingszeitschrift, ich hatte sie so ungefähr 10 Jahre lang abonniert und darin viel übers Bio- und Naturgärtnern gelernt.  Bis dann bei mir die Finanzen knapper wurden und ich auch merkte, dass sich Vieles - in Varianten - wiederholt. Ich lese aber immer noch gern mal darin und habe "kraut & rüben" nicht nach Jahrgängen, sondern nach Jahreszeiten sortiert. Ein Griff, und ich habe jetzt z. B. 10 x Juni in der Hand...






Aber zwischendurch schneien auch noch andere Garten-Zeitschriften ins Haus, und ich fand einen Stapel älterer Apothekenkalender aus dem Brandenburgischen Apothekenmuseum in Cottbus. Da wollte ich schon lange mal hin, bisher nie geschafft. Wenn ich in Cottbus bin, ist das meist am Montag, und da haben Museen nicht auf... Diese Kalender, noch ein anderer Kräuterkalender und ein paar aussortierte Gartenzeitschriften waren das Rohmaterial für meinen heutigen kreativen Tag.





Da die Apothekenkalender auf den Rückseiten der Kalenderblätter tolle Informationen zu den abgebildeten Kräutern enthalten, will ich sie erhalten und zu einem "Konvolut" zusammenfassen, gelocht und mit einer Bindung mit Buchbinderingen. Heute habe ich nur einen doppelt vorhandenen genutzt. Als erstes entstand daraus Briefpapier. Im Moment hinke ich mit meinem Vorhaben, in diesem Jahr 365 x private Post zu versenden um ein paar Tage hinterher. Also am verfügbaren Briefpapier liegt's jedenfalls nicht.



 

Der jetzt ins Bild kommende große, von Rita Bellmann toll fotografierte Kalender mit unbedruckten Rückseiten hing über das entsprechende Kalenderjahr hinaus in meinem Haus und animierte mich jetzt daraus Gartenhefte zu machen. (Und nun erst bekomme ich mit, dass das eine Fotografin ist, deren Kalender "Blumen für das Jahr" in der DDR Kultstatus hatten. Wir hatten den auch manchmal. Sie fotografiert noch immer analog! Und die Bilder sind wirklich sagenhaft, als stünden die Arrangements vor einem auf dem Tisch...
 







Die 10 Kalenderblätter verwende ich als Heftumschläge für Gartentagebüchlein, indem ich sie hochkant falte. Innen habe ich auf dem Umschlag die abgebildeten Pflanzen vermerkt und das auf der Rückseite des Kalenders vorhanden gewesene Monatsfoto mit Nennung der Fotografin eingeklebt.




 

Hinein in die Hefte kommen zwei aufs entsprechende Format geschnittene und gefaltete A3-Blätter, zwei Seiten aus Gartenzeitschriften und ein paar "Platzhalter". So können weitere Seiten eingeklebt oder passende Bilder und Texte aufgeklebt werden. Denn so "sperrt" das Heft dann nicht, weil durch die Platzhalter "Luft" für weitere Papierlagen vorhanden ist. Ich glaube, ich hab das mal bei Michaela gesehen. (M)ein Prototyp ist fertig.



 

Auf einige Seiten habe ich noch Papier-Stanzkreise aus Gartenzeitschriften oder interessante Fotos geklebt. Ein Anfang. Das Heft wird sich mit Rezepten, Bildern, Zeichnungen, Gedichten, Ideen rund um das Thema Kräuter-, Küchen- und Naturgarten füllen.

 

 


Für die anderen acht Hefte sind alle Zutaten geschnitten, gefaltet und die Lagen in der richtigen Reihenfolge sortiert, etwas anders und ich glaube besser als beim Prototyp. Nun muss nur noch gebunden werden. Dann geht's bald an die Adressaten und die Heftchen werden sich in ganz individuelle Gartentagebücher verwandeln. Egal, ob man nun im eigenen Garten, auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett gärtnert, oder im Klein- oder Gemeinschaftsgarten oder als Guerillagärtner/in irgendwo ;-).



 


Die beim Zuschneiden übriggebliebenen Papierstücke von den A3-Papieren habe ich sogleich zu drei weiteren Heftchen verarbeitet...










Als doch wieder irgendwie "Garten". Dass ich mich da verdruckt habe, gefällt mir irgendwie... Passt zu meinem wilden Garten...






Alte Papiere zu etwas Neuem zu verarbeiten, bringt nicht nur Freude, sondern schont vor allem auch Wälder und andere Ressourcen...

Bilder-Pingpong

ANL - Achtsamkeit - Nachhaltigkeit - Lebensqualität

Upcycling

Papierliebe im Mai - Altpapier

Creadienstag
 

HOT
 

Dienstagsdinge


Montag, 30. Mai 2016

Montags-Mandala (90)







Das erste Montags-Mandala entdeckte ich gleich, als ich die Terrassentreppen herunter kam, Ruprechtskraut (Storchschnabel), freiwachsend mit einer Rose im alten Zinkeimer. (Seinen für viele Nasen unangenehmen Geruch verströmt dieser wilde einjährige Storchschnabel nur, wenn man ihn berührt. Die Blütchen kommen dennoch manchmal mit in den Salat. Das ganze Jahr über erscheinen neue Pflänzchen, Blüten von April bis Oktober, schon deshalb lasse ich ihn, denn hungrige Insekten sind immer auf der Suche... Seinen Namen hat er wegen der storchschnabelähnlichen Samenstände, aus denen die Samen bei Reife und Trockenheit geradezu herauskatapultiert werden. Habe mich mal am Anfang meiner Gartenzeiten mal einen ganzen Nachmittag lang auf der Terrasse gewundert, wer mich da immer beschießt...)








Die Blattstiele sind ähnlich wie Speichen in einem Rad angeordnet, jedenfalls hatte ich diese Assoziation... Aber diesmal wollte ich ja mal wieder selber ein Mandala legen... Ihr wisst ja schon, ich tue mich schwer mit dem Abpflücken von Blüten in meinem Garten, bei mir wächst allerhand, aber eigentlich nichts in Hülle und Fülle... Doch, dieses gelbe Waldgeißblatt (Lonicera), hier das am Zaun zum Nachbars-Wald. (Es steht noch an der Terrasse und am Gartenarbeitsplatz)








Der Anblick ist toll, aber inzwischen weiß ich, dass es auch duftende und immerblühende Sorten gibt... Denn wenn die Temperaturen so heiß bleiben, ist der überwältigende Blütenrausch wie ein Spuk gleich in wenigen Tagen wieder vorbei... Die Hummeln müssen sich sputen...









Also ein bisschen aus dieser gelben Fülle in meiner schattigen blauweißen Ecke als Mandala ausgelegt, auf Feldahornblätter, dieser Feldahorn darf bei mir leider nicht auch noch groß werden (siehe Wald...)






Dabei habe ich entdeckt, dass an einem Blatt offenbar eine Falterlarve sitzt, genauer gesagt eine Sackträgerlarve, sorgsam verpackt in kleine Grashalmstückchen. Hoffentlich wird sie nun auch noch satt, wenn sie schlüpft. Bisher habe ich sie nur an Robinienstämmen gesehen, wo sie in der borkigen Rinde der alternden Bäume trockene Rückzugsmöglichkeiten und guten Halt findet.







In der Mitte meines Mandalas steht ein blauer Topf mit einem von einem zerschlagenden Teebecher übriggebliebenen Sieb. Tasse und Sieb hatte ich mal meiner Mutter geschenkt und das Sieb nach ihrem Tod wieder an mich genommen. 



 



Jetzt habe ich aus den Waldgeißblattblüten ein Sträußchen durchs Sieb gesteckt. Am vergangenen Samstag wäre meine Mutter 90 Jahre alt geworden. Sie mochte Blumen sehr und hatte in meinem Vater einen Mann, der ihr oft welche geschenkt hat.







Eine Spur des Gelingens beim Zusammenleben mit Geflüchteten und bei ihrer Integration habe ich auch heute wieder für euch, und wieder eine interkulturelle Begegnung: Die in unserem Brandenburger Landkreis beheimatete Kirchengemeinde Wildau traf sich mit Muslimen aus Berlin, darunter auch eine Flüchtlingsfamilie. Als ich noch an der Volkshochschule arbeitete, hatten wir auch eine Veranstaltungsreihe zum Dialog der Kulturen und Religionen ins Programm genommen, Begegnungen, Vorträge, Diskurse, auch angeregt durch einige Ausstellungen..., z. B. in Kooperation mit der Stiftung Weltethos. Manche der damit gelegten Samenkörnchen sind gekeimt. Die Ausstellung kann übrigens von Schulen, Kirchengemeinden etc. ausgeliehen werden, in der kleinerformatigen Version B ist das für Schulen sogar gebührenfrei, nur die Versandkosten fallen an. 





Ich wünsche euch eine gute Woche. 

Bunt ist die Welt.
Montagsfreuden. 
Blumen-Mittwoch