Freitag, 10. Juli 2015

Es gab da eine Zeit...


Park Inn by Radisson Hotel Berlin-Alexanderplatz. Germany

Seit 2010 habe ich in Berlin angehende Erzieher/innen im Themenfeld "Natur und Umwelt erfahren und nachhaltig handeln" unterrichtet, in 7 Klassen, 3 habe ich bis zum Examen geführt. Ich habe gegeben, was ich konnte, und ruhe nun aus davon. Meine Erfahrungen dieser 5 Jahre gebe ich gerne weiter und suche noch nach einem Weg, das zu tun, vielleicht etwas zu schreiben, und in einem Forum, das sich auch online treffen kann, mitzuarbeiten. (Wer dazu Tipps hat, gerne.) Denn Erzieher/innen in dieser Thematik gut ausgebildet zu wissen, liegt mir am Herzen. Ihnen sind eure Kinder, meine und eure Enkelkinder anvertraut. Längst ahnen wir, dass von einer gesunden, auch emotionalen und positiv erlebten Naturbeziehung unser Überlebenkönnen auf der Erde abhängen wird. Die Natur ist der Urgrund all unseres Seins. 



Vielleicht kommen Erzieherklassen künftig zu mir nach Prieros, in den Schulgarten, in den Biogarten, in den Wald vor der Haustür, zu Praxistagen und zu einem Tag "Urlaub von Berlin", zur Selbsterfahrung in der Natur, ohne das Grundrauschen dieser großen Stadt. Obwohl wir während der Jahre auch viel draußen waren, in Berliner Volksparks, Berliner Naturschutzgebieten und in den Gärten der Welt, der letzte Unterricht fand drinnen statt, überm Alexanderplatz. Wir bauten Modelle für naturnahe Spielgelände für Kinder. Und ein paarmal warf ich den Foto-Blick nicht auf die Arbeiten der Studierenden, sondern hinüber aufs Park Inn Hotel, in dessen Glasfassade sich das Tageswetter und die Häuserzeile in der Alexanderstraße spiegelten. Das Fenster stand weit offen, denn es war warm, sehr warm dort oben. Weniger frische, als eher stickige Luft, autoabgasgeschwängert, drang herein. Der Lärm der Straße war groß, sehr groß. Aber wir bauten ja in kleinen Gruppen Modelle, da ging die Verständigung... Berlin eben. Auch Berlin. Auch davon ruhe ich jetzt aus.

Weekend reflections.

Kommentare:

  1. Ich wünsche dir viel Zeit zum Ausruhen.
    Wer nur aus sich schöpft wird leer . Jetzt ist die Zeit zum Auffüllen.
    Herzliche Grüße,
    Angela

    AntwortenLöschen
  2. Ach, Ghislana! Die Hoffnung nicht aufgeben, auch wenn frau manchmal nicht mehr dran glauben mag... irgendwann ruhen wir für immer aus und unsere Samen sind gelegt.
    Erholung wünsch ich dir!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Ja...Ausruhen tut mal gut...fernab von allem Alltagslärm...Ich glaube, ich bin auch reif für die Insel...;-). Doch in einer Woche geht es endlich ans Meer...für die Balance...;-). Dir ein wunderbares Wochenende und gute Erholung! Liebe Grüße, Lotta.

    AntwortenLöschen
  4. Irgendwie verrückt ... da sitzt man in der Großstadt inmitten von Autolawinen und Hochhäusern und lehrt und lernt über die Natur, das "Draußen". Deine Arbeit war und ist sehr wichtig, Ghislana, denn Du hast völlig Recht - die Menschen werden nur überleben können, wenn sie eine einigermaßen gesunde Beziehung zur Natur haben. Zum Glück beginnt man langsam das zu begreifen, doch durch die Hochtechnisierung der letzten 20, 30 Jahre ist viel Wissen und Verständnis insgesamt verschüttet worden, scheint mir. Einen Tipp für ein Forum oder ähnlich habe ich leider nicht, aber allein Dein Blog ist schon eine Fundgrube für Inspiration und geteiltes Wissen. Danke dafür! :-)

    AntwortenLöschen
  5. amazing reflecions in that buiildings

    AntwortenLöschen
  6. Reflection on the sky is fabulous...

    AntwortenLöschen
  7. Das hört sich sehr sehr müde an, liebe Ghislana. Manchmal denke ich mit Schrecken, wie klein doch die Gruppe derer ist, die die Notwendigkeiten unserer Zeit im Blick haben, die abseits der wirtschaftlichen und monitär meßbaren Belange liegen. Auch die Kinder und die Kindheit werden nicht anders behandelt auf dem politischen und gesellschaftlichen Felde. Da wird gedüngt, gedüngt, gespritzt, wieder gedüngt...und wie das Bodenleben langsam abstirbt und die Würzelchen nurmehr in totem Grund stecken, das sieht niemand. Weil oben ist ja alles grün, sauber und glänzend. Und dann halten die Wurzeln irgendwann die hoch aufgeschossenen Halme nicht mehr. Zu schnell gewachsen, zu wenig Nahrung an den entscheidensten Stellen.
    Deine Arbeit ist so wichtig. Ein wenig Humus auf der ausgelaugten technokratisch überdüngten Erde.
    Erholung und Freude an der Pause wünsche ich Dir!
    Herzlichst
    Lisa

    AntwortenLöschen
  8. Da ist eine große Diskrepanz zwischen unseren Großstädten und der Natur. Und das spiegelt sich leider auch in den Menschen wider. Aber es gibt Hoffnung, auch in den Städten. Dieses "Urban Gardening" breitet sich immer mehr aus, und es werden auch Gärten mit Kräutern und Gemüse angelegt - alles in den Städten. Das finde ich gut. Diese wahnsinnigen Glasfassaden haben wir in Frankfurt reichlich, aber auch ganz viel Grün. In der Innenstadt geht der Trend momentan zu Wohnhochhäusern - undenkbar für mich - aber auf dem Zeitungsmarkt kommt bald jeden Monat ein neues Magazin zum Thema "Landleben" heraus. Die Sehnsucht nach der Natur ist da, obwohl viele dieser Zeitschriften auch nur schöne Bilder und süßliche Romantik präsentieren. Man darf gespannt sein, wie wir uns weiter entwickeln. Das Problem Bevölkerungsexplosion will dabei aber auch irgendwie berücksichtigt werden.
    Lieben Gruß
    Elke

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
Bitte keine anonymen Kommentare.