Sonntag, 9. November 2014

Rügen-Urlaub - Wanderung ums Nordperd bei Göhren

Ostsee bei Göhren
In den letzten Oktober- und ersten Novembertagen verbrachten wir ein paar Urlaubstage auf Rügen. Von Binz aus starteten wir unsere Wanderungen, zu Fuß, mit dem Rad und manchmal auch ein Stück mit dem Rasenden Roland. Als ich jetzt die Bilder sortierte, stand ich wieder voll unter dem Eindruck der Erinnerungen an die erlebten Landschaften. Unfassbar schöne Perspektiven, die ich immer wieder versucht habe zu fotografieren. Und doch muss ich sagen, das reale Erlebnis einer solchen Tour ist etwas anderes, etwas ganz anderes. Luft, Wind, Vogellaute, Duft und Licht - all das lässt sich im Foto kaum oder gar nicht erfassen. Aber die Bilder sind mir Gedankenstütze, sonst würden mir die meisten im oft von Informations- und Reizüberflutung geprägten Alltag langsam verblassen und verschwinden... Vielleicht habt ihr Lust und kommt einfach mit, und noch besser, wenn ihr dort mal seid, macht sie doch, die Wanderung ums Nordperd bei Göhren (wir haben sie allerdings auf dreieinhalb Stunden ausgedehnt, wir wollten eben richtig hinschauen und nicht nur durchlaufen ;-)). Hier einige Erläuterungen zur langsam erodierenden Steilküstenlandschaft im Naturschutzgebiet.

Eine faszinierende und gefährdete Landschaftsformation. Als Wanderer tut man gut daran die Warnungen ernst zu nehmen.





So sieht man die Landzunge und ihre steilen Abbruchküsten aus der Luft...
Vom Strand wählen wir den Weg nach oben, um oberhalb der Steilküste den Blick aufs Meer zu haben.
Kraftvoll halten sich die Bäume (hier eine Buche) fest und damit auch den Boden zusammen.
Blick durch die bewaldete Küste aufs Meer, entlang einer Schmelzwasserrinne, die sich in die Küste regelrecht eingekerbt hat. Immer wieder umwanderten wir solche Schluchten.
Im Meer liegt in ca. 300 m vom Strand entfernt ein riesiger Eiszeit-Findling, der Buskam. Mein Gefährte ist als Jugendlicher dort noch hingeschwommen und hat ihn erklommen. Das ist heute wegen der starken Strömungen untersagt und nun gehört der Felsen den Vögeln.
Unmittelbar an der Kliffkante stehen Buchen, von denen einige schon mehr als 100 Jahre alt sein dürften.
Blaue Weite...
Perspektivwechsel: Warum nicht mal Baumfeen näher kommen? Diese tanzte hier in ihrem Efeukleid.
Auf der dem Meer abgewandten Seite des Weges spielte die Sonne mit dem Laub und leuchtete alles wunderschön gelbgrün aus, herrliche Lichteffekte.
Rustikale Baumgestalten überm Abgrund. ("No man manages his affairs as well as a tree does"... George Bernard Shaw.)
Belaubter Himmelsblick.
Ich konnte mich nicht satt sehen an diesem Blau..., und was es ausmacht so ein paar Meter über den Dingen zu stehen..., nichts als Blau und doch eine ganze Welt.
Noch in Balance...
Rast auf einem Baumstamm mit Sonnenflecken und spannender Kulisse.
Die seit über 100 Jahren durch eine Steinmauer gesicherte Spitze der Landzunge, doch an den ungesicherten Flanken gräbt das Meer jedes Jahr ca. 20 cm Land ab.
Eine Eiche am Kliffrand.
Besonntes Meer. Wir saßen eine ganze Weile in der Sonne, noch herrlich wärmend, die Tagestemperaturen lagen ansonsten so zwischen 8 und 18°C, völlig ausreichend beim Wandern, wenn es keine Bindfäden regnet...
Blick Richtung Großzicker, auf die nächste Landzunge der Insel, die weit ins Meer reicht.
Wir verlassen die Höhen der Kliffs...
...und steigen an den steinigen Stand hinab.
Ein paar Balancierkünstler haben Steintürme hinterlassen.
Bewundernd schauten wir auf diese elegante Steingestalt...
Die Perspektive von unten lässt die Kräfte ahnen, die an der Küste schieben und zerren...
Wie lange wird er sich noch halten können?
Blick zurück auf die umrundete Landzunge, von hier aus sieht sie gar nicht so gewaltig und hoch aus wie wir sie oben im Wald empfunden haben...
Mit dem Rasenden Roland fahren wir zurück nach Binz. Ein Urlaubstag nach meinem Geschmack... Zwei weitere Rügen-Beiträge werden in dieser Woche noch folgen: Wanderung durch die Granitz (Donnerstag) und Binzer Spaziergänge (Samstag).
Auch heute war ich wieder wandern, mit einer kleinen Frauengruppe auf den Spuren der Jahreszeiten mit Naturerfahrungs-Impulsen zur Beziehung von Mensch und Natur, ganz klar immer wieder eine besondere Sonntagsfreude, gesammelt von Maria.       
Perspektivwechsel bei Lotta. 

In dieser Nacht vor 25 Jahren veränderte sich für Menschen in Deutschland die Welt. Auch vor 76 Jahren änderte sich in dieser Nacht für Menschen in Deutschland die Welt. Habt einen guten Sonntagabend und eine gute Woche!

Kommentare:

  1. Wunderbare Impressionen ... nebst Meisterwerken der Natur. Es muss herrlich dort sein.

    Danke fürs Mitnehmen, liebe Ghislana ...

    bis zum nächsten Mal ... liebe Grüße,
    die Waldameise

    AntwortenLöschen
  2. Danke fürs Mitnehmen. Der Osten ist mir immernoch sehr fern. Bin ich doch damit aufgewachsen, dass die mütterliche Oma in einem anderen Land, hinter einer Mauer lebt.
    Irgendwann raffe ich mich mal auf und schaue mir die Ostseeküste an!
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  3. Der Blick über das Meer...einfach traumhaft...Ich könnte sofort losfahren...in Richtung Rügen...Was für eine schöne Insel! Ja, der 9. November bewegt mich sehr...auch noch nach 25 Jahren...LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  4. ...an Göhren sind wir auf dem Weg nach Groß Zicker nur vorbei gefahren, liebe Ghislana,
    aber ich wusste ja sowieso schon, dass ich nochmal nach Rügen möchte...diese Wanderung gefällt mir auch sehr...wunderbar deine Efeufee...

    lieber Gruß Birgitt

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Ghislana,
    im vergangenen Sommer bin 4 Wochen in Göhren zur Reha gewesen und einige Male diese Strecke gegabgeb.... an den 9. Nov vor 25 Jahren kann ich mich noch sehr gut erinnern, wir saßen mit Freunden in der Pizzeria wie wir die Nachricht hörten... ein paar Tage fuhren die ersten Trabis bei uns herum.
    herzlich Judika

    AntwortenLöschen
  6. Wunderbare Bilder! Und wunderbare Worte, die mir helfen, ein wenig auch mit meinen anderen Sinnen als nur mit dem Auge dabeizusein. Vielen Dank für die Wanderung...
    Liebe Grüße von Sabine

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Ghislana,
    ach das sieht traumhaft aus: blaue Weite und diese tollen balancierenden Steine, war Andy Goldsworthy dort unterwegs?
    LG pipistrello

    AntwortenLöschen
  8. Da wär ich auch gern mal! Ich träume mich einfach mal hin!

    AntwortenLöschen
  9. Wunderschöne Bilder, von dir in ein besonderes Licht gerückt !
    Gute neue Woche,
    Luis

    AntwortenLöschen
  10. liebe ghislana!
    ist das herrlich! dieses blau! die baumgestalten, wie sie sich festhalten. und dann die küste und die steinwesen! hab dank fürs wunderbare mitnehmen!
    liebe grüße
    dania

    AntwortenLöschen
  11. göhren ist so anders als binz. so gänzlich anders. aber es war ja klar, dass ihr an diesen beeindruckenden waldstränden herumwandelt. wunderbare bilder, die lust machen, auch wieder einmal nach rügen zu fahren.
    liebe grüße - ich freu mich auf deine weiteren berichte!
    mano

    AntwortenLöschen
  12. Ich mag deinen Blick auf die Natur!
    Einen wunderbaren Tag wünsche ich dir und schicke liebe Grüße aus dem sonnigen
    Köln
    Christine

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Gishlana, Deine Bilder sind wunderbar. Und wecken in mir immer mehr den Wunsch, einmal an die Ostsee zu reisen, an die östliche Ostsee.
    Das Eigenleben der Bäume verstehst Du so spürbar ins Bild zu setzen. Schöne Woche Dir!
    Herzlichst
    Lisa

    AntwortenLöschen
  14. bis das reale erlebnis irgendwann einmal eintritt, nehm ich allergernst vorlieb mit deinen schönen bildern.

    AntwortenLöschen
  15. Ganz bezaubernde Fotos! Ein wunderschöner Ort! Da möchte man am liebsten auch gleich hin!
    LG Mary

    AntwortenLöschen
  16. Vor vielen Jahren bin ich diesen Weg auch einmla gegangen und fand ihn wunderschön. Toll hast du ihn auf deinen Bildern eingefangen. Ganz fasziniert bin ich von der Astgerahmten Meeransicht, auf der es mit dem Himmel geradezu verschmilzt. So schön.

    Herzlich, Katja

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
Bitte keine anonymen Kommentare.