Mittwoch, 18. September 2013

Muster der Lebendigkeit

πάντα ῥεῖ - Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht. (Heraklit)



Was kann man von einem Leben festhalten? Heute hat mein Vater Geburtstag, er wäre 87 Jahre alt geworden. Zeitlebens kannten wir ihn gesund und munter. Vor sieben Jahren starb er, unerwartet. Als ich gestern wieder einmal am Wasser fotografierte, mischte sich in das Wellenspiel - zunächst wegen der Farben - die Erinnerung an das Buchgeschenk meiner Eltern zum Schulanfang, an die so lebendige für viele schwer lesbare Schrift meines Vaters auf der ersten Seite... Ich ging auf die Suche, in das Fließen der sich unaufhörlich verändernden lebendigen Wassermuster ein paar der aus dem Leben meines Vaters gebliebenen Muster einzufügen. Auf den See schaute er, wenn er an seinem Schreibtisch saß. Mir schien, dass wir eine kleine Weile lang miteinander waren. Die Birken, aus denen die Samen aufs Wasser fallen, sind andere. Die alten stehen nicht mehr. Aber die Birken bleiben.








Die Collage enthält neben den Wasserfotos Ausschnitte von Fotos aus dem Familienarchiv, u. a. aufgenommen von U

Mehr Muster versammeln sich bei MüllerinArt.
Mittwochs die Mitte finden... bei Éva.

Kommentare:

  1. Das Wasser mit den Birkensamen gleicht einem Sternenhimmel.
    Deine Gedanken um deinen Vater berühren mich sehr, ich habe mich weiter geklickt, gestaunt und werde mir wohl bald seine Gedichte (Zwischen Last und Straße)zulegen. Vielen Dank und herzliche Grüße.
    Lucia

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  2. Was für schöne Foto. Und rührende Zeilen. LG Mila

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  3. unglaublich schön, mich in seinen bann ziehend - worte und bilder.
    alles liebe
    dania

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  4. so berührend ist das, liebe ghislana, und einfach schön.

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  5. Eine schöne, dunkel-geheimnisvolle Bildcollage, die etwas verrät über dich, den Vater, aber auch vieles offen lässt.
    Ein tolles Geburtstagsgeschenk!
    Liebe Grüße
    Astrid

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  6. in gedankenwellen mit dem vater verbunden sein....
    leider kann ich es schon sehr lange nur noch so. mein vater starb plötzlich mit 38 jahren. seit über 30 jahre sind wir im gedanken verbunden. und wenn ich einen waldspaziergang mache, streichelt er sanft mein gesicht.....jetzt auch.
    wunderschöne zeilen, danke dir.

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  7. auch mein Vater ist schon vor langer Zeit (11 Jahre) gestorben, der Vater meines Lebensgefährten vor drei Wochen....dieses Ereignis hat mich in Gedanken auch meinen Vater wieder sehr viel näher gebracht...ich finde diesen Post berührend und wünsche dir noch ganz viele solcher Momente...
    Liebst Uli - die Kramerin

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  8. ich dachte an sternenhimmel - deine worte so passend dazu.
    ich habe heute auch glück empfunden - ich bekam wunderschöne post! vielen dank,liebe ghislana! ich freu mich so über meinen gewinn!
    liebe grüße in den birkenwald, mano

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  9. Dein Vater ist im gleichen Monat des gleichen Jahres geboren wie meiner... Ich bin so dankbar dafür, noch Zeit mit ihm verbringen zu können, seit kurzem im selben Haus wohnend, so dass Gelegenheit zu spontanen Spaziergängen, gemeinsamen Ausstellungsbesuchen und zu Gesprächen ist.
    Danke für die Links, ich werde noch darin weiterlesen.
    Herzliche Grüße von Brigitte

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  10. Liebe Ghislana, vielen Dank für deinen Kommentar und den Verweis auf diesen Blog-Beitrag, den ich aufgrund meiner gegenwärtigen Blog-Faulheit übersehen hatte. Ich frage mich oft, wie mein Leben verlaufen wäre, wäre mein Vater nicht so früh gestorben, aber das ist müßig. Ich rede auch weiterhin mit ihm, frage um Rat und treffe dann Entscheidungen (nicht immer), von denen ich hoffe, dass er sie gutheißen würde. Meine Mutter ist stolz auf mich, mein Stiefvater war es ebenfalls. Das legt den Schluss nahe, dass auch mein Vater stolz auf mich wäre. Liebste Grüße Rebekka

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
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