Montag, 23. September 2013

Kürbiszeit-Küche #3 - Leben mit (Koch)Büchern

 

Auf meinem Küchenschrank steht eine Reihe von Koch- und Backbüchern, angeschafft und geschenkt bekommen seit Anfang der 70er Jahre, manches als für mich unbrauchbar wieder aussortiert, manches (Wildkräuter-, Wildfrucht- und Baumküche) in einem der Lesebücher-Regale woanders untergebracht. Die Kochbücher schicke ich heute mit Verspätung zu Kerkis Farbkleckses Aktion "Leben mit Büchern".

Zu meinen Lieblingen zählen die alten, mit denen ich in der Küche erwachsen geworden bin..., z. B. das 3. von rechts - dieses Backbuch mit einer Reihe von Grundrezepten für alle Teigarten (wer backt eigentlich noch Brandteig oder Hippenmasse?) für alle Fälle. Oder das rote: Wir kochen gut. Oder aus dem Ungarischen "Wildbret für Feinschmecker", ein Erbstück von meiner Mutter. Diese und manch andere der Bücher mehr als 30 Jahre alt, die Rezepte bodenständig und einfach genauso wie aufwendig und speziell, mit der gesammelten Erfahrung mehrerer Generationen. Für mich in Ordnung finde ich, dass alles von Hand geht, ohne Maschinenpark in der Küche, der bei mir nur Rührgerät und Pürierstab umfasst. Den dicken, von Hand in einen zu meiner blauweißen Küche passenden Bezugsstoff genähten Ordner schenkten mir die Töchter, mit handgeschriebenen Rezepten, zusammen mit Dosen voller passender exotischer Gewürze, die ich aus den alten Büchern nie gelernt hatte zu verwenden, mich das aber nun inzwischen auch mal traue..., genauso mit Vergnügen, wie ich die einfache Küche mag und den erkennbaren Eigengeschmack von deren Zutaten, besonders bei Gemüse. Seitdem ich selber koche, also seit den 70ern, begleitet mich das dunkelblaue unscheinbare "Rezepte-Buch zum Selberschreiben" neben dem schönen Ordner. 


In diesem Buch ist alles versammelt, was ich aus Zeitungen ausgeschnitten und hineingeklebt, aus anderen Kochbüchern abgeschrieben habe, was meine Mutter, Großtanten und später meine Töchter mir hineingeschrieben haben..., ein Stück Familiengeschichte der Lieblingsrezepte... Dick ist es geworden, aber einige freie Seiten sind noch da... Es dürfte also für mich reichen...


Ich liebe es, es aufzuschlagen, hineinzublättern und zu suchen..., noch immer finde ich das - altmodischerweise - schöner, als das Rezept vom iPhone abzulesen ;-). 

Und nun kommt Katjas Mhhhhh My Monday ins Spiel...



Denn in diesem Kochbuch ist auch das Rezept (mir leider entfallener Herkunft) enthalten, das ich euch heute zur Kürbiszeit-Küche vorstellen möchte. Nachdem ein Süppchen und eine Kürbis-Zitronen-Konfitüre für den letzten Montag gekocht wurden, ist heute


noch einmal ein Kürbis-Aufstrich dran, ebenso einfach wie raffiniert:

1,5 kg Kürbis (ich habe Hokkaido genommen) werden gewürfelt und mit 600 g Ahornsirup und 300 g klarem Honig langsam erhitzt und 90 Minuten leise geköchelt (3 - 4 Stangen Zimt mitköcheln lassen). Ab und zu umrühren. Ggfs. Schaum abschöpfen (brauchte ich noch nie zu tun). Dann in ausgekochte Gläser füllen und fest verschließen. Schmeckt aufs Brötchen, auf Toast, auf Waffeln, mit Sahne und Ei verrührt als Kuchen- oder Tortenfüllung. Ein Löffel pur kann als Stimmungsaufheller dienen. 
Der Aufstrich schmeckt verführerisch gut, genauso gut, wie er auch aussieht. (Zwei Gläser haben sich am Sonntag schon auf den Weg Richtung Norden und Süden gemacht und eins ist schon leer...)

Kommentare:

  1. Dein Kochrezeptebuch gefällt mir. Man sieht sofort, dass es viel genutzt und geliebt wird.

    LG Margret

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  2. ich liebe es auch, in kochbüchern und meinen rezeptordnern zu stöbern. aber immer öfter schau ich auch im pc nach meinen gesammelten köstlichkeiten. von dir sind da auch einige dabei. hier liegt grad noch ein halber kürbis rum. wenn ich ihn morgen nicht zur suppe verarbeite, wird er vielleicht auch zu kürbis-aufstrich! morgen stöbere ich noch mehr bei dir!
    liebe grüße von mano

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  3. Liebe Ghislana,

    Dein Post erinnert mich an einen Anruf meines Lütten letzte Woche vom Bahnhof. Langeweile vor dem Zeitschriftenkiosk ließ seinen Blick auf ein Backbuch schweifen. "Mama, brauchst Du noch ein Backbuch, das kostet nur 4,99 €. Oder eins mit Muffinsrezepten?" Was so einem kleinen Kerl mit 9 Jahren alles einfällt ;-) Dabei füllen meine Koch- und Backbücher sowieso schon zu viel Platz aus.

    Aber es geht mir wie Dir, der Griff geht immer wieder zu den Klassikern. Mein Backbuch hat sogar noch einen Preis in Kopeken eingestempelt, zur Klassenfahrt im deutschsprachigen Buchladen in Moskau entdeckt und mitgenommen, weil's das sonst kaum gab. Und die Lebkuchen aus diesem Buch sind Tradition.

    Nen lieben Gruß von Antje

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  4. Oh, liebe Ghislana...so ein Kochbuch zum Selbstreinschreiben habe ich damals zur Konfirmation bekommen...ich liebe es heiss und innig! Auch eine meiner Töchter hat sich nun schon darin verewigt...LG Lotta.

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  5. wunderfein klingt das, liebe ghislana, zum unbedingtauchausprobieren.
    mein selbst geschriebenes kochbuch quillt schon über, so so viele zettel zwischen den seiten — dabei führe ich es erst seit ende der neunzigerjahre. eins dieser dinge, von denen ich mir immer wieder denke: sobald mal luft ist, wird das geordnet, ja, sobald mal luft ist ...
    schlehende grüße!

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  6. Jener blaue Schatz ist mir auch der liebste... Ist Dir aufgefallen, dass ich eigentlich bei jedem Besuch einmal darin blättere...? Auch das ist Zuhause für mich. Liebsten Gruß, Marja (leider noch appetitlos)

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  7. Das sieht alles so köstlich aus, ich liebe solche Sammelsorien und Kochbücher sowieso!

    Ganz liebe Grüße dir!

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  8. So ein Kochbuch ist wunderbar. Eine ganz andere Art der Familienchronik und wie ich finde eine, aus der man deutlich merh herauslesen kann, als aus familiären Fakten. Mein Hauptkochbuch ist auch das meienr Oma - mit handschriftlichen Ergänzungen und eingelegten Lebensmittelmarken...

    Herzlich, Katja

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  9. Ich liebe meine Kochbücher auch. Meine Favorit ist mein "Lirum Larum Löffelstil"-Kochbuch, das ich als Kind von meiner geliebten Tante geschenkt bekommen habe und in dem ich immer noch so manches nachschlage. Das war in den 70ern eine Kinderkochsendung im Fernsehen, da gab es auch eine "Doris" ;-). Ganz hinten ist eine Tasche eingeklebt, in der das Rezept für einen "Kalten Hund" von meiner Tante drin steckt. Dann habe ich noch einen Klassiker als Backbuch, aber auch ich habe seit Jahrzehnten keinen Brandteig mehr gemacht. Ich blättere einfach gern drin und schaue die Fotos an. Immer wieder lecker!

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  10. Das ist einen ganz neue Variante von Kürbismarmelade und ich werde das mit Sicherheit probieren.
    nachdem die zeittekwirtschaft uferlos wurde, hat mit r meinentocher ein Buch gemacht, in dem jetzt alles versammlet ist, was mit der zeit so familienrezpete geworden sind und auch Rezepte der Mütter.
    und so in echt sind viel schöner ! Handgeschrieben meist. VG karen

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  11. Dein Kochrezeptbuch sieht toll aus, besonders von der Seite. Es gibt Bücher, die wollen gelebt werden. Dazu gehört ein Rezeptbuch eindeutig.

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  12. Liebe Ghislana,
    gerade heute mittag hatte ich mein altes Kochbuch in der Hand, ein Geschenk meiner Mutter, wie ich in die Welt auszog. Meinen beiden großen Söhnen schenkte ich jeweils die aktuelle Ausgabe wie sie ins Studium gingen. .. Ach ja, ich backe dann und wann Brandteig.
    herzlich Judika

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Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
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